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Heute die Hooligans, morgen…?

In einer Medienmitteilung aus Blochers EJPD ist zu lesen:

Dank einem Rayonverbot, einer Ausreisebeschränkung, einer Meldeauflage und einem maximal 24-stündigen Polizeigewahrsam sollen gewalttätige Auseinandersetzungen an Sportveranstaltungen verhindert werden.

Diese Massnahmen kann man dem Volk unterjubeln, wenn es um Hooligans geht. Jeder Papi möchte wieder mit seinem Sohnemann an einen Fussballmatch gehen, ohne davor oder danach dem Risiko ausgesetzt zu sein, ins Tränengas zu geraten, oder gar ein Gummigeschoss einzufangen. Rund um den Letzigrund ist sowas ja keine Seltenheit.

Doch wenn man sich diese Massnahmen genauer anschaut, macht es einem Angst. Heute sind es die Fussball-”Fans”, welche Fichiert und in Vorsorgehaft genommen werden können. Morgen ist es der Schwarze Block / die Rütli-Chaoten und übermorgen? Wird dann jede/jeder, jemals Vorbestrafte bei einem Besuch, z.B. eines hohen Staatsmannes, eingeknastet?

Ich hörs schon pfeifen:

Sandro, morgen wird der Amerikanische Präsident in Zürich erwartet, Sie haben Sich alle zwei Stunden auf dem Polizeiposten ihrer Wahl zu melden und bleiben dem Stadtzentrum Zürich fern. Zuwiderhandlungen werden mit Gefängis in Guantanamo Regensdorf, nicht unter zwei Wochen bestraft…

Arme Schweiz…

Dieser Artikel wurde von Sandro am Samstag, 20. August 2005 in der Rubrik Gesellschaft und zu den Stichwörtern , , , , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

27 Kommentare zum Artikel “Heute die Hooligans, morgen…?”

  1. Shaggy am 20. August 2005 um 15:50

    Die Bevölkerung will das die Politiker etwas tut. Und damit demonstriert Blocher: Wir schützen euch. ;)

  2. nn am 20. August 2005 um 16:14

    Wer will, dass die Politiker “was tun”? Warum?
    Ich denke, das Sicherheitszeug ist ein Reflex ohne dass seitens der Bevölkerung so etwas erwünscht ist. Politiker und die Bevölkerung haben oft ganz verschiedene Ansichten und Bedürfnisse.

  3. Shaggy am 20. August 2005 um 16:25

    Ähm ich denke du täuscht dich. Ich hab natürlich genau so wie du keine stichhaltigen Beweise, jedoch gab es auch schon Umfragen zu diesem Thema.

  4. nn am 20. August 2005 um 16:27

    Umfragen sind aus verschiedenen Gründen mit Vorsicht zu geniessen. Die Menschen auf der Strasse halten sich nicht immer an die Umfragen …

  5. quadour am 20. August 2005 um 22:10

    @4: höchst interessanter beitrag! Gratuliere!

  6. AlphaPapaGolf am 22. August 2005 um 08:11

    Gestern : YB – ZSC 3 : 1
    Nach dem Match : inszenierte Krawalle durch ZSC Hooligans.
    Meine Schlussfolgerung : durch präventives EInsperren dieser Schurken hätte der Krawall vermieden werden können.
    Und heute morgen hätte ich diese Schurken in LKW in die Ueberschwemmungsgebiete transportiert, zwecks tatkräftiger Mithilfe bei den Aufräumarbeiten

  7. Sandro am 22. August 2005 um 08:13

    Und durch präventives einsperren sämtlicher Autofahrer könnten alle 500 Verkehrstoten jährlich verhindert werden…

    @APG
    Deine Recherchen lassen nach, das war garnicht der ZSC, denn der spielt Eishockey… :-)

  8. AlphaPapaGolf am 22. August 2005 um 09:16

    HAHAHA….da hast du recht…..das war fast ein Eigentor….
    Aber trotzedm würde ich den Krawallbrüdern eine Schaufel in die Hand drücken um im Ueberschwemmungsgebiet aufzuräumen

  9. sense am 22. August 2005 um 16:14

    ne ich würd dennen ein stgw in die hand geben und alle in nem keller einsperren.
    nach kurzer zeit wird sich das problem von selber gelöst haben.

  10. Marc am 22. August 2005 um 16:34

    Meinst du StGB?

  11. Narrenkönig am 22. August 2005 um 23:30

    APG, bei aller Kameradschaft zu dir, aber das war jetzt wirklich peinlich…
    Aber hoffentlich wirst du bei den restlichen Themen trotzdem allwissend bleiben, es sei denn, du solltest wieder einmal vergessen, dass Schengen/Dublin eine Vorlage war, und nicht zwei verschiedene(ja, ich bin nachtragend, aber diesen Fehler fand ich wirklich lächerlich)

  12. abraham am 23. August 2005 um 06:51

    @Sandro:

    wenn du dieses präventive einhaftieren ablehnst, was willst du denn sonst gegen diese chaoten tun?
    willst du einfach zusehen? es ist die einzig wirksame möglichkeit.

    wer nichts angestellt hat, hat auch nichts zu befürchten!

  13. Sandro am 23. August 2005 um 08:35

    Ich befürchte einfach, dass dieses Vorgehen dann auf alle möglichen Felder übertragen wird. Meldepflicht würde doch ausreichen.

  14. mk am 23. August 2005 um 10:15

    @abraham:

    “Chaoten” sind solche, welche nicht in den Rest der Gesellschaft passen. “Wer nichts anstellt” ist auch eine Definition, welche sich verändern kann.

    Ich mag die Hooligans auch nicht, aber sobald nicht nur die Hooligans, sondern auch Randständige und zuletzt noch politische Gegner (“Ruhestörer”) als Chaoten gelten und präventiv eingesperrt werden könnnen möchte ich nicht mehr hier wohnen.

    Ich nehme lieber ein bisschen weniger Sicherheit hin als dass ich dem Staat/der Polizei ein Werkzeug in die Hände drücke welches in einem veränderten Wertesystem auch gegen mich verwendet werden könnte.

  15. RonaldCH am 23. August 2005 um 10:59

    @Narrenkönig
    Du machst deinem Namen alle Ehre. Lass APG in Ruhe, jene Verwechslung war mein Vergehen und ich habe mich dafür entschuldigt. Deine Nachträglichkeit lässt auf einen kleinlichen Charakter schliessen.
    R.

  16. Sandro am 23. August 2005 um 11:07

    Man schaue nur mal nach Amerika, dort ist ja bereits jeder ein Terrorist / Vaterlandsverräter, welcher die Politik von G.W.B. nicht unterstützt oder es gar wagt, den Krieg im Irak zu kritisieren. Solche eingriffe in die Freiheit können sich immer schnell gegen einen drehen. Und so viele Tote gibt es ja bei Fussballmatches nicht. Da wäre Präventivhaft bei Zigarettenhändlern oder Autoverkäufern schon um einiges wirksamer. (Zumindest, was das Verhindern von unnötigen Toten und Schwerverletzten betrifft.)

  17. Narrenkönig am 23. August 2005 um 20:11

    @RonaldCH
    Nun das ist jetzt mir peinlich, aber da ihr für mich beide ins gleiche Feindbild passt, kann so eine Verwechslung ja ziemlich leicht mal passieren
    Klar bin ich in diesem Fall kleinlich und nachtragend, denn wenn jemand einen Beitrag gegen Schengen Personenfreizügigkeit oder was auch immer es war schreibt, ernstgenommen werden will und dann dabei absolut keine Ahnung hat um was es eigentlich geht, so finde ich dies einfach belustigend.
    Frohe Ostern!

  18. RonaldCH am 23. August 2005 um 21:54

    @Narrenkönig
    Kleinlichkeit ist eine Charaktereigenschaft. Wenn man es ist, ist man es meistens nicht nur wenn es passt. Da würde ich jedenfalls nicht noch hoch angeben damit! Aber ich mag dir die Belustigung gönnen. Passt eben zu diesem Charakter!

  19. Chaba am 25. August 2005 um 10:36

    @RonaldCH:
    Du beweist genau mit deiner pedantischen Herumreiterei auf der von dir zugeschriebenen Kleinlichkeit des Narrenkönigs, selber davon betroffen & ein Kleingeist zu sein…
    Ausserdem heisst das Thema hier: Wie verträgt sich staatliche Sicherheit mit individueller Freiheit? Gibt es überhaupt einen gemeinsamen Nenner oder schliessen sie sich logischerweise gegenseitig aus, da unvereinbar?

  20. nn am 25. August 2005 um 10:49

    Gestern gefunden: (Flüchtlinge, Hooligans, Sprayer – Heute Nachmittag alle)

    Schily will Graffiti-Sprayer mit BGS-Hubschraubern jagen
    Sonntag, 10 April 2005 (!)

    Hamburg (AFP) – Nach einem erfolgreichen Test in Berlin will Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) jetzt bundesweit mit Hubschraubern des Bundesgrenzschutzes gegen Graffiti-Sprayer vorgehen. “Graffiti-Sprayer beschädigen unsere Häuser, zerstören unser Stadtbild, machen nicht einmal vor Denkmälern halt”, sagte der Minister. “Die Beseitigung der Schäden kostet Jahr für Jahr viele Hundert Millionen. Deshalb setzen wir die Polizei konsequent ein, auch unsere Hubschrauber.” Bei dem Polizeieinsatz gegen einen Graffiti-Sprayer in Berlin ist ein junger Mann ums Leben gekommen.

    Auch Innenexperten im Bundestag plädieren für einen bundesweiten Einsatz von Hubschraubern gegen Graffity-Sprayer. Unionsfraktionsvize Wolfgang Bosbach (CDU) sagte der “Bild”: “Um die Graffiti-Seuche einzudämmen, brauchen wir Hubschraubereinsätze bundesweit.” Der rechtspolitische Sprecher der FDP, Jörg van Essen, sprach von einer “wirksamen Methode”. Der innenpolitische Sprecher der SPD, Dieter Wiefelspütz, wird mit den Worten zitiert: “Das könnte bundesweit funktionieren.”

    In Berlin hatte ein BGS-Hubschrauber bei zwei Nachteinsätzen in dieser Woche mit seiner Wärmebildkamera vier Sprayer auf frischer Tat ertappt und acht geplante Graffiti-Aktionen verhindert, berichtet die “Bild”-Zeitung unter Berufung auf den Bundesgrenzschutz.

    Unterdessen kam es in Berlin bei der Jagd nach einem Graffiti-Sprayer zu einem tödlichen Unfall. Der 22-jährige Kradfahrer starb am Donnerstagabend im Stadtteil Marzahn, nachdem ein Einsatzwagen mit dem Fahrzeug des jungen Mannes zusammengestoßen war. Das Polizeiauto war mit Blaulicht und Martinshorn unterwegs. Der 22-jährige Kradfahrer aus Hellersdorf erlag trotz der Wiederbelebungsmaßnahmen eines Notarztes noch am Unfallort seinen Verletzungen.

    Die beiden Beamten aus dem Funkwagen kamen mit schwerem Schock ins Krankenhaus. Die genaueren Umstände des Unfalls müssten noch geklärt werden, sagte ein Polizeisprecher. Am Donnerstag fand in Berlin ein internationaler Kongress zur Bekämpfung von Graffiti-Schmierereien statt.

    http://de.news.yahoo.com/050408/286/4hi9w.html

  21. AlphaPapaGolf am 25. August 2005 um 11:36

    Die Bekämpfung von Sprayern, Hooligans, Terroristen, Tempobolzern, illegalen Einwanderern und Kriminellen mittels Hubschraubern aus der Luft ist eine effiziente Methode.
    Ein Hubschrauber ist flexibel, verfügt über eine hohe Nutlast, kann Einsatzkräfte rasch an Ort und Stelle bringen (nicht vor Ort, denn das wäre im Berg). Der Hubschrauber ist schnell und wendig und greift wie ein Adler überraschend die Ratte am Genick (verzeiht den Ausdruck).
    Er bewegt sich in der dritten Dimension und kommt so bei der Verfolgung nicht in Kollision mit Unschuldigen. Und das schein mir auch wichtig, nicht Unschuldige in den Kampf einbeziehen, denn die Unschuldigen sollen ja geschützt werden

  22. Marc am 25. August 2005 um 20:08

    Setzt ihr die Kriminalität von Sprayern mit derjenigen von Hooligans, Terroristen und Tempobolzern gleich?

    Meiner Meinung nach ist Graffiti eine durchaus beachtenswerte, ja teilweise wunderschöne Kunst, die so manch tristes, graues Stadtbild in eine fröhliche Umgebung verwandelt hat. Eine andere Sache sehen wir bestimmt gleich: Es gibt Schmierfinken, die den Städten mit ihrer Wandmalerei schaden. Das wiederum ist für mich kein Graffiti, sondern “wanna-be”-Getue von pubertierenden Viva-/Mtv-Schauern, die sich von einer Sache inspirieren lassen, die ihnen einfach eine Nummer zu gross ist. Aufklärung als Massnahme würde sich bestimmt bewähren, ob es aber wirklich im Sinne aller ist, vierzehnjährige mit dem Heli zu verfolgen? Die richtigen Sprayer darf man ruhig gewähren lassen, die wissen, wo sie sprayen und haben Respekt vor anderer Kunst/ anderen Kunstwerken.

  23. Georg Meier am 26. August 2005 um 01:00

    Ja und AlphaPapaGolf darf dann im Heli gratis mitfliegen, weil er immer so flotte Ideen hat. Juhui.

  24. AlphaPapaGolf am 26. August 2005 um 09:30

    Marc, Schorsch, ich werde mal einen Graffiti-”künstler” mit seiner eigenen Spraydose verzieren, sollte er mir in die Finger laufen. Ist ja meine künstlerische Freiheit einer deratig freche Visage quasi einen neuen Anstrich zu geben. Glaube kaum dass er zur Police weinen gehen würde….

  25. Marc am 26. August 2005 um 16:34

    Welche Art von Kunst magst du denn?

  26. nn am 26. August 2005 um 17:08

    @ APG

    Zur Polizei weinen gehen würde wohl jeder tun, der von einem Verwirrten das Gesicht besprayt bekommt!
    NUR: Sprayer verschönern nicht Gesichter, sondern mit Vorliebe triste Mäuerchen und selbst wenn Du einem das besprayst, wird Dich die BUNDESPolizei kaum mit Nachtsichtigen Helis jagen (das soll sie auch dann nicht), obwohl vorsätzliche Körperverletzung moralisch schwerwigender ist als Schmiererei.

  27. Thomas am 26. August 2005 um 22:15

    Dass Sprayen einen hohen künstlerischen Wert haben soll, kann ich nur bedingt nachvollziehen ( – ja, ich bin elitär, Adorno lässt grüssen). Aber wenn ein Psychopath, der vermutlich zuviel Clint-Eastwood-Filmchen konsumiert und an die Wirksamkeit von Selbstjustiz glaubt, gewissen Subjekten (ob fehlbar oder gesetzestreu) die Visage besprayt, dann gehört dieser subito hinter Gitter weggesperrt. Ich bin sowieso der Meinung, dass christliche Fundamentalisten wie Alfapapa auf unbestimmte Zeit präventiv verwahrt werden sollten, damit sie mit ihren Hasspredigten fehlgeleitete Pubertierende nicht zu Gewalttaten animieren können…

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