Herr Blocher: 53 anstatt 55 km/h rettet Menschenleben!
In der Arena vom 23.11.2005 hat Ueli Giezendanner wehement bestritten und sogar vor laufenden Kameras dagegen gewettet, dass die Differenz zwischen 53 km/h und 55 km/h im Falle einer Vollbremsung enorme Auswirkungen habe. SVP – Mann Giezendanner hat die Wette verloren. Und lädt deshalb nun die RoadCross Mitarbeiter zu einem Essen ein. Dass er die Wette verloren hat, wird natürlich nicht in der Arena gesendet und die Giezendanner-Anhänger glauben wahrscheinlich heute noch, dass ihr Hardliner Recht hatte.
Wie RoadCross, die Organisation der Angehörigen von Strassenverkehrsopfer, mitteilt, hat die scheinbar kleine Differenz in der Geschwindigkeit, welche mit modernen Messgeräten heute gemessen, und deshalb auch gebüsst werden kann, enorme Auswirkungen:
Mit 5 kmh zu schnell wird ein Objekt, das sich 27 Meter vor dem Fahrzeug befindet, mit mehr als 28 kmh angefahren, der Anhalteweg ist über 4 Meter länger. Dies deshalb, weil während der ‘Schrecksekunde’ (also bis der Fuss auf der Bremse ist und die Bremse überhaupt in Funktion tritt) das Fahrzeug noch mit unverminderter Geschwindigkeit weiterfährt. Wird ein Kind mit diesen knapp 30 kmh überfahren, sind schwerste Verletzungen zu erwarten. Bei „mickrigen drei Stundenkilometern“ (O-Ton Christoph) Differenz beträgt die Aufprallgeschwindigkeit immer noch 21,7 kmh. Die bfu sagt : Jede Reduktion der durchschnittlich gefahrenen Geschwindigkeit um 1 kmh bewirkt eine Abnahme von 2 % der Unfälle mit Verletzten.
Bundesrat Christoph Blocher nennt das “mickrige 3 Stundenkilometer” und “kriminalisierung der Bürger”. Dieser populistische Schwachsinn, welcher Herr Blocher anlässlich der “Auto-Züri” von sich gegeben hat ist eine schallende Ohrfeige an die Strassenverkehrsopfer und deren Angehörige. Aus diesem Grund hat der Präsident der Organisation und Alt-Nationalrat Roland Wiederkehr, Bundesrat Dr. Christoph Blocher nun einen Anti-Schleuderkurs spendiert.
Es könne nicht schaden, so aNationalrat Wiederkehr, „wenn ein Justiz- und Polizeiminister mal erlebt, wie wenig es braucht, bis ein Fahrer die Beherrschung über sein Fahrzeug verliert.“

diese zwei “mickerigen” stundenkilometer sind ein witz!
erstens ist es sowieso nicht so einfach, sein auto bei konstanter geschwindigkeit zu haben, ohne ständig auf den tacho zu schauen. ein- zwei km/h abweichung passieren schnell. und jedes auf-den-tacho-schauen ist eine ablenkung, in der man ein eventuelles hinderniss noch nicht sieht.
ich habe hier das gefühl, diese 2 mickerigen stundenkilometer wären der schlüssel für sämtliche verkehrsunfälle.
das eigentliche problem liegt an anderen orten. nämlich drogen & alkohol am steuer, ablenkung durch radio, zigarette, natel, schlechtes einschätzen der strassensituation, mangelndes vorausschauen, mangelndes mitdenken im verkehr, zu geringer abstand zum vordermann, überschätzen der eigenen fahrkünsten etc.
in diesem punkten wäre ohnehin mehr potential vorhanden.
Dieses immer-auf-den-Tacho-schauen Argument ist wohl der grösste Witz den ich jemals gehört habe. Wer sein Auto so wenig kennt, dass er die ganze Zeit auf den Tacho schauen müsste um korrekt zu fahren sollte sein Fahrzeug lieber gleich zuhause lassen. Davon mal abgesehen liegt die Geschwindigkeitslimite sowieso NOCH IMMER bei 50 kmh, und nicht 53 oder 55. Die 3 oder 5 Stundenkilometer mehr sind alleine der Ungenauigkeit der Messgeräte zuzuschreiben. Anders gesagt, bei 100% genauen Geräten dürften unsere lieben Autofahrer nur noch 50kmh fahren wie es auch im Gesetz festgeschrieben ist.
matthias k, ich möchte gerne mal sehen wie sie mit verdecktem tacho auf einer 1km-teststrecke konstant und ohne abweichung 50 km/h fahren können. Diese wette würde wohl ich gewinnen, insofern hat das argument sehr wohl seine berechtigung.
Ausserdem ist die ganze diskussion wiedermal absolut verzerrt: Es ist offensichtlich, dass eine verletzung bei 53 km/h schlimmer ist als eine bei 50, aber genauso offensichtlich dass eine mit 10 schlimmer ist als eine mit 5 usw; diese argumentation muss zwangsläufig zum verbot säntlicher effizienter fortbewegungsvarianten dienen, da immer eine unfallgefahr besteht.
Die betrachtung des nutzens, welchen höhere geschwindigkeiten bringen, wird wie immer unter den teppich gekehrt, obwohl eine argumentation ohne diese meiner meinung nach hinfällig ist.
Statt geschwindigkeitsverbote würde man besser dafür sorgen, dass nicht jeder penner auf der fahrbahn herumspaziert, sondern dass die strasse wieder als ort für fahrzeuge mit höherer geschwindigkeit gesehen wird, auf der kinder, fussgänger etc. nichts verloren haben. Dann gäbe es auch weniger unfälle, aber nein, man opfert lieber die eigenen bürger, um seine ignorante und motorfeindliche verkehrspolitik durchzusetzen, koste es was es wolle.
driv3r: Zugegeben, ich werde nicht genau am Limit fahren können. Aber wer sagt, dass ich überhaupt so nahe ans Limit gehen muss?
Wenn Du an einer Klippe entlang wanderst, gehst Du doch auch nicht auf den äussersten 10 Zentimetern vor dem Abhang, sondern hältst lieber selbst einen Sicherheitsabstand von einem Meter. Oder etwa nicht? Und warum tust Du nicht dasselbe beim Autofahren?
Falls Du es nicht tust, nimmst Du in Kauf abzustürzen, oder riskierst eben, eine Busse wegen zu überhöhter Geschwindigkeit zu kriegen. Das ist deine freie Wahl. Nachher aber über Abzockerei oder über die Gesetzgebung zu jammern ist absolut fehl am Platz.
Der Punkt ist eben, dass es an vielen Stellen, wo beispielsweise Blitzkästen stehen, die “Klippe” nicht bei den angegebenen 50 ist, sondern vielleicht bei 75, und sich dies auch deutlich wahrnehmen lässt.
Die generelle Geschwindigkeitsbeschränkung auf 50 war ursprünglich wohl eher als Richtwert zu verstehen; es war wohl kaum der Wille des ursprüglichen Gesetzgebers, dass marginale Übertretungen dermassen masslos kriminalisiert werden; vielmehr war wohl die Idee, dass der Bürger in Eigenverantwortung dort langsamer fährt wo Gefahr besteht und dort etwas schneller, wo es unproblematisch ist.
Ich verstehe diesbezüglich auch die Autofahrer nicht, die gerade jetzt bei Schnee meinen, sie müssten auch in die eisigsten Kurven mindestens mit 45 fahren…Grundsätzlich sollte man an die Vernunft appellieren statt Abzockerei von unbescholtenen Bürgern zu betreiben; nicht zuletzt weil dadurch auch zunehmen ein Misstrauensverhältnis zwischen Bürgern und Behörden/Politik entsteht, was zu sehr unerwünschten Entwicklungen führen kann.
Du widersprichst dir im zweiten Satz selber.
Und wenn DU an gewissen Stellen den Sinn eines Blitzkasten nicht auf Anhieb sehen kannst, liegt das möglicherweise an Dir und nicht am Staat… Auf Nachfrage erteilen die zuständigen Ämter gerne Auskunft über jeden einzelnen Blitzkasten.
Du hast mich nicht verstanden. Ich bin der Meinung dass es sinnvoller wäre, wenn man das Eigenverantwortliche handeln der Verkehrsteilnehmer fördern würde anstatt pauschale Massenkriminaliserungen vorzunehmen.
Man sollte den Bürgern die Pflicht, mitzudenken und eine Situation selber einzuschätzen, nicht rauben. Im Ausland habe ich dies auf der Strasse beispielsweise ganz anders erlebt. Je weniger Verkehrsregeln und -Ahnungen es gibt, desto vernünftiger und flexibler verhalten sich die Verkehrsteilnehmer (so meine Erfahungen im Ausland).
In der Schweiz jedoch ist alles dermassen zureglementiert und reguliert, dass Individuum wie Behörden zunehmend die Gehirne abschalten und (gemäss Gesetzen) 50 Fahren, wo man nur 40 fahren könnte bzw. dort Büssen wo 50 ist aber man 60 fahren könnte.
Diese Entwicklung ist übrigens nicht nur im Strassenverkehr festzustellen, sondern auch in vielen anderen Bereichen der Gesellschaft; die staatliche Bevormundung des Bürgers dürfte mittelfristig zu einer Katastrophe führen, so meine Einschätzung.
sandro, ich habe schon blitzkästen gesehen, die auf einer geraden, übersichtlichen, strecke ohne einmündung am ausgang einer ortschaft unmittelbar vor der 50-aufgehoben tafel stehen.
dort wird wohl spekuliert, dass der autofahrer aufgrund der übersichtlichen strassenlage schon etwas vor der 50-aufgehoben tafel auf das gas drückt, und sich somit eine saftige busse einholt.
derartige blitzkästen haben absolut nichts mit prävention zu tun, sondern sind reine geldmacherei.
mathias, deine argumentation, man solle halt nicht ganz am limit fahren kann man so auslegen.
aber als autofahrer rege ich mich ehrlich gesagt grässlich über die autofahrer auf, die innerorts mit 40-45 und ausserorts mit 75 fahren. diese animieren zu einem überholmanöver, was weitaus gefährlicher sein kann.
ich finde, man sollte die beschränkungen sowie viel mehr der umgebung anpassen, anstatt stur die 50-80-120er regel zu behalten.
auf einigen breiten landstrassen ohne einmündung könnte problemlos 100 freigegeben werden, ebenfalls innerorts, aber ohne gefahrenstellen könnte teilweise 60 oder gar 70 erlaubt werden. ein bisschen mehr dynamik würde nicht schaden. das würde auch die bevölkerung verstehen und ich bin überzeugt, es würde einige davon abhalten, konstant zu schnell zu fahren.
aber leider wird dies niemals soweit kommen, weil insbesondere die linke sowieso alle vom autofahren abhalten möchte und dies so unattraktiv wie möglich versucht zu gestalten.
die selbe tendenz zeigt sich mit der zunehmenden zahl der kreiseln und strasseninselchen. kreiseln sind an stark frequentierten kreuzungen sinnvoll. aber an stellen, wobei die eine ausfahrt praktisch nie genutzt wird, sollen kreiseln als “verkehrsberuhigung” gelten, in wirklichkeit bremsen sie nur den verkehrsfluss.
man sollte vermehrt für einen reibungslosen verkehrsfluss fördern, anstatt sinnlose schikanen aufstellen.
Doch zwei “mickrige Stundenkilometer können entscheident sein für einen Bremsweg, das heisst wie stark ein Fussgänger angefahren wird, bzw. wie stark er nachher verletzt ist. Es ist wirklich entscheidend ob jemand nach einem Crash bleibende Schäden davontragen muss oder nicht.
Und es ist nun mal eine Tatsache, dass die meisten Unfälle infolge übersetzter Geschwindigkeit passieren.
“Auf einigen breiten landstrassen ohne einmündung könnte problemlos 100 freigegeben werden, ebenfalls innerorts, aber ohne gefahrenstellen könnte teilweise 60 oder gar 70 erlaubt werden. ein bisschen mehr dynamik würde nicht schaden.”
Ja klar, hängen wir doch alle 200 meter ein neues Temposchild auf. Hier 65, hier 70, aber hier doch nur 55. Bei einem solchen Chaos, werden sich die Busseintreiber über zusätzliche Millionen freuen können. Eine einheitliche, wenn auch nich immer 100% angebrachte Gesetzgebung ist dann wohl doch noch besser.
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Vor einem Jahr wurde ein Strasse, welche ich oft benutze teilweise auf Tempo 30 zurückgestuft, was ich durchaus begrüsse. Ich wurde dort mit 37km/h geblitzt.
Man kann dies jetzt natürlich als Geldeintreierei bezeichnen, weil ich an jener Stelle immer wieder ein mobiles Tempomessgerät vorgefunden habe. Aber es handelt sich nur um die Ausführung eines Gesetztes welches von der Mehrheit begrüsst wird (und nicht von rot-grünen “Tyrannen”).
Deshalb muss das Gesetz so ausgeführt werden, auch wenn ich wahrscheinlich mit 37km/h niemand akut gefährdet habe.
Über die Höhe der Bussen kann man diskutieren. Ich habe das Gefühl, dass die Strafen für kleine Gesetzübertretungen zu hoch und die für die viel verteufelten Raser zu gering. Aber ich bin kein Experte und kann deshalb schlecht einschätzen, zu was eine solche Veränderung führen kann.
Ich will daran erinnnern, das wir alle (und auch Experten) zu wenig Ahnung haben, um daurend zu behaupten wir hätten die einzig wahre Lösung.
Hanspeter, mit dieser einstellung müsstest du dein auto schieben, denn dann dürftest du gar keine geschwindigkeit mehr haben, dann kann nichts passieren.
irgendwo muss eine vernünftige grenze gezogen werden.
und dass mit 2 stundenkilometer weniger 2% unfälle verhindert werden können, ist absolut quatsch. reine interpolation der statistik, was realitätsfremd ist.
Also das Rechenbeispiel mit dem Bremsweg sollte doch jedem Autofahrer geläufig sein.
Ausserdem gibt es für echt freiheitsliebende den Fussgängerverkehr, wo es keine Tempolimiten und Gurtentragpflicht gibt.
Wie gesagt, die argumentation dass langsamer weniger gefährlich als schnell ist bleibt letztlich trivial und nutzlos. Es sollte jedem klar sein, dass die wahre herausforderung darin besteht, das optimum von effizienz und sicherheit zu finden und zu erhöhen ohne einseitig nur den verkehr herunterfahren zu wollen, der trotz negativer aspekte vor allem jede menge nutzen bringt, von dem seltsamerweise nie die rede ist.
Wie gesagt: die sogennanten trivialen Tatsachen sind offenbar vielen Autofahrern und Lastwagenfahrern wie Giezendanger & Co nicht bewusst. Fortschritt gibt es wenn vermeidbare Fehler ausgemerzt werden. Ein schlauer Hersteller wird die Marktlücke Auto-Tempo-Controlling erkennen und damit viel Geld machen.
@ driver
ich weiss nicht in welchem “ausland” du so rumfährst. aber in dem “ausland” wo ich fahre, ist die verkehrssicherheit massiv schlechter als in der CH, die leute sind massiv unvernünftiger und die unfallstatistik ist massiv schlechter.
auf die eigenverantwortung der autofahrer zählen? das ist aber nicht dein ernst, oder?
pauschale massenkriminalisierung? hast du da was falsch verstanden? es wurde nichts verboten, lediglich messinstrumente wurden genauer.
Bei meinem Tacho entsprechen 3km/h etwa 2mm, da gebe ich mir schon gar nicht die Mühe den Zeiger milimetergenau zu halten. Dazu empfehle ich im Tempomat die Geschwindigkeiten 55, 85 und 130 zu Speichern (der Tacho Zeigt immer ein bischen mehr an als man tatsächlich fährt, vor allem bei alten Reifen) und es ist erst noch bequemer mit dem Tempomat durch die Gegend zu fahren.
@ carless
In D fahren die Leute besser als hier, vor allem in der Stadt und auf der Autobahn, und in D benutzen die Leute auch meisst die Spiegel!!!
@chevi
deine subjektiven verkehrserfahrungen in D widerspiegeln natürlich nicht die realität. die anzahl verkehrstoten in D ist marginal höher als in der CH. unter http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/verkehr_und_nachrichtenwesen/nutz_verk_inf/verkehrssicherheit/medienmitteilungen.html und http://www.learn-line.nrw.de/angebote/agenda21/archiv/05/daten/FR12VerkehrstoteEU.htm findest näheres.
zu deiner lösung mit dem tempomat: super! eine disskussion wegen 2 km/h ist sowieso etwas lächerlich
ihr seid witzig. warum die messinstrumente genauer arbeiten lassen und nicht die relevanten tachos in den fahrzeugen. und warum zum büssen nicht einen fahrtenschreiber, der die ,sagen wir mal, letzten 5 km digital aufzeichnet. danach kann man effektiven, sog. Raser büssen und nicht, wenn mal kurz zum sicheren überholen aufs gaspedal gedrückt wird.
[...] Mit 5 kmh zu schnell wird ein Objekt, das sich 27 Meter vor dem Fahrzeug befindet, mit mehr als 28 kmh angefahren, der Anhalteweg ist über 4 Meter länger. Dies deshalb, weil während der ‘Schrecksekunde’ (also bis der Fuss auf der Bremse ist und die Bremse überhaupt in Funktion tritt) das Fahrzeug noch mit unverminderter Geschwindigkeit weiterfährt. Wird ein Kind mit diesen knapp 30 kmh überfahren, sind schwerste Verletzungen zu erwarten. Bei „mickrigen drei Stundenkilometern“ (O-Ton Christoph) Differenz beträgt die Aufprallgeschwindigkeit immer noch 21,7 kmh. Die bfu sagt : Jede Reduktion der durchschnittlich gefahrenen Geschwindigkeit um 1 kmh bewirkt eine Abnahme von 2 % der Unfälle mit Verletzten. Quelle… Aber hier sind, genau wie die Statistiken belegen und beweisen, all die Profis unterwegs, und das ausschließlich hoch 4, die natürlich in jeder Situation richtig zu reagieren wissen und dabei ihr Auto so sehr kennen, das es sie niemals nie überraschen wird mit einem Drift nach rechts in die auf den Bus wartenden Schulkinder zu rasen statt nach links in den Baum zum Wohle aller… __________________ Du siehst Dinge und sagst: Warum? Aber ich träume von Dingen die es nie gegeben hat, und sage warum nicht…. [...]