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“Haben Sie provoziert?” – Erste Frage des Polizisten an eine blutüberströmte, von Neonazis verprügelte, 50 jährige Frau!

Diese Headline stammt aus dem Städtchen Burgdorf. Die schweizer Hauptstadt für Neonazis. Denn dort darf der braune Mob beinahe unbehelligt sein Unwesen treiben.

Es ist noch nicht lange her, da wurde in Burgdorf eine ganze Musikerfamilie von einer Gruppe Neonazis verprügelt und zum Teil schwer verletzt. Kurze Zeit später, nur 100 Meter vom Tatort entfernt, findet ein Konzert der einschlägig bekannten Nazirockgruppe “Indiziert” statt. Die Polizei schien das nicht sonderlich zu interessieren. Das Antragsformular sei korrekt ausgefüllt gewesen und man habe so keinen Grund gehabt zu intervenieren. Erst ein anonymer Anruf am Abend des Konzertes machte die Polizei auf die rassistische Band aufmerksam.

Stunden später geht das Konzert über die Bühne, mit dem Segen der Behörde. Die Polizei steht Schmiere. Übertölpeln lassen, hätten sie sich, meint der Stadtpräsident Haldimann, aber dieses Geschrei um dieses Konzert verstehe er gar nicht.

Indiziert ist die bekannteste Rechtsrockband der Schweiz, die beiden Gründer Alex und Cédric Rohrbach, sowie Dominiv Lüthard sind bekannte, bekennende und vorbestrafte Neonazis.

Das Untersuchungsrichteramt Emmental-Oberaargau hatte im übrigen befunden, dass die Texte der Band gegen die Antirassismus-Strafnorm verstossen. Das Konzert hätte allein mit diesem Sachverhalt verhindert werden müssen!

Die Polizei liess die Veranstaltung gedeihen, Hass predigen. Die Band brüstet sich mit dem Auftrittsort auf ihrer Website. Die Gemeinde will nichts davon wissen. Ausserdem Pinkant. Der Vater der Gebrüder Rohrbach ist Fahnder bei der Kantonspolizei. Die Jungs seien in Ordung, hiess es beim Eintreffen der Gesetzeshüter aus den Reihen der Polizei. Das riecht grausam Vetternwirtschaft und Koruption.

Dies war nur die Vorgeschichte, die klar aufzeigt, dass die Polizei in Burgdorf auf dem rechten Auge blind zu sein scheint. Eine Aufzählung aus den lückenhaften Ermittlungen im Fall der attackierten Familie erklären den Rest:

  • Es sei unklar ob die Täter Rechtsextrem waren. (Obwohl diese noch nach dem Eintreffen der Polizei den Hitlergruss skandierten.
  • Ein Gürtel mit Stahlschnalle, der als Tatwaffe diente und der Polizei von einem der Opfer übergeben wurde, wurde nicht konfisziert. (Obwohl die Gürtelschnalle eindeutig Nazi-Symbole abbildete)
  • Auch die Namen der am Tatort anwesenden Personen wurden nicht aufgenommen.
  • Die erste Frage der Polizei war laut Zeugen: “Heit dir provoziert?” Ziemlich komisch und befremdend, wenn man sich vor Auge führt, dass das Opfer eine 50jährige Frau war, die ausserdem am Boden lag, blutüberströmt war und mit Verdacht auf Schädeltrauma hospitalisiert werden musste.

Und hierzu schweigt die Polizei. Es wurde Strafanzeige erstattet, auch gegen die Opfer. Unfassbar!

Quelle: Beobachter

Dieser Artikel wurde von pipo am Montag, 3. Juli 2006 in der Rubrik Gesellschaft und zu den Stichwörtern , , , , , , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

21 Kommentare zum Artikel ““Haben Sie provoziert?” – Erste Frage des Polizisten an eine blutüberströmte, von Neonazis verprügelte, 50 jährige Frau!”

  1. erdnanu am 3. Juli 2006 um 12:43

    Solche Bands sollte man nicht auftreten lassen, den Burgdorfern ist wohl ein Fehler passiert.

    Der Schreiberling im Beobachter scheint am Ganzen seine Freude zu haben. Bugdorf ist mit seinen Neonazi-Problemen überhaupt nicht geholfen, wenn es als deren Hauptstadt tituliert wird.

    Auch der Polizei wird bei ihrer Arbeit überhaupt nicht geholfen, wenn sie zwischen den Zeilen der Kolaboration mit Neonazis bezichtigt wird.

  2. fragenspeck am 3. Juli 2006 um 12:58

    Die Geschichte ist gut, aber kein Beweis, dass Blogs ein schnelles Medium sind… ;-)

  3. pipo am 3. Juli 2006 um 13:29

    Muss man denn der Polizei helfen? Ich denke hier sind genug Fehler passiert! Diese Geschichte einfach unter den Teppich zu kehren würde wohl noch weniger helfen. Denn jetzt richten sich die Augen der Öffentlichkeit auf die Arbeit der Polizei. Und das ist gut so.

  4. fehldruck am 3. Juli 2006 um 14:22

    Was für ein Armutszeugnis für die Stadt Burgdorf. Besonders, nachdem grosser Aufwand unternommen wurde, um den Namen der Stadt wieder rein zu waschen.
    Schade, aber unumgänglich, dass die gesetzestreue der Ordnungshüter aufhört, sobald der Sohnemann des Kollegen in eine Geschichte verstrickt ist. Anstatt den bemitleidenswerten Sündebock zu spielen, und zu jammern, was für ein schlechtes Bild dieser Vorfall wieder auf die Stadt haben wird, sollte Burgdorfs Stadtpräsident lieber klar Stellung gegen solche Aktionen beziehen!

  5. erdnanu am 3. Juli 2006 um 14:37

    @fehldruck.

    Meines Wissens hat der Stapi von Burgdorf schon mehrmals klar Stellung gegen solche Machenschaften bezogen.

    Stapi Haldimann ist zwar SVP-Mitglied, aber auf einer recht vernünftigen Linie (etwas wie der Aargauer Nationalrat Siegrist).

  6. fehldruck am 3. Juli 2006 um 18:59

    @erdnanu
    Ich beziehe mich auf den Bericht des Beobachters (http://www.beobachter.ch/artikel.asp?session=B6067A68-2724-40D6-8E7D-19B03A758831&AssetID=10295), und des Stapis Position zum vorliegenden Fall, nicht auf seine politische Linie im Allgmeinen.
    Gruss

  7. Nemesis am 3. Juli 2006 um 21:45

    Vom hören sagen lernt man lügen. Plötzlich weiss jeder und jede genau was die Polizei in diesem Falle tut. Jeder fällt sich gleich ein Urteil, obwohl niemand hinter die Sache sieht.

  8. erdnanu am 4. Juli 2006 um 08:18

    @Nemesis:

    Und gestützt auf ein Gerücht wird der Polizei gleich Vetternwirtschaft unterstellt.

  9. pipo am 4. Juli 2006 um 09:30

    naja, Beweismittel nicht anzunehmen finde ich ein bisschen mehr als nur ein Gerücht. Die Namen der Anwesenden am Tatort nicht aufzunehmen ebenso.

    Ich möchte die Schuld nicht dem Stapi in die Schuhe schieben. Aber diese zwei Fälle zeigen doch einfach klar, wie “filzlig” das ganze abgelaufen ist. Hätte der Beobachter nicht rumgebohrt, wäre diese Geschichte nie, nie, nie an die Öffentlichkeit gekommen. Man stelle sich jetzt mal die Situation vor.

    Das wird eine ganze Familie aufs brutalste verprügelt. Sie versucht die Polizei zu unterstützen und hofft ihrerseits auf Hilfe des Staates, aber das einzige was für Sie getan wird ist, richtig, sie kriegen eine Strafanzeige. Die Beweisstücke interessierten niemanden. Meines Erachtens müsste man die in diesen Fällen zuständigen Polizisten der Beihilfe zu diesem Verbrechen anklagen. Denn einen Beweis zu unterschlagen ist keine Bagatelle.

  10. erdnanu am 4. Juli 2006 um 10:15

    @Pipo:

    Die Beobachter-Geschichte gefällt mir nicht. Sie strotzt nur so von Vermutungen und möglichen Verknüpfungen.

    Meines Erachtens kann auch die story mit dem Vater, der bei der Fahnung arbeitet, nicht stimmen. Die Stadtpolizei Burgdorf hat gar keine Fahndung.

  11. Georg Meier am 4. Juli 2006 um 10:34

    Es ist tatsächlich unerhört, dass die Polizei Neonazis deckt. Der scheinheilige Haldimann könnte Stapi von Güllen sein.

  12. pipo am 4. Juli 2006 um 10:48

    @erdnanu
    Dieser Vater arbeitet bei der Kantonspolizei. Und die hat eine Fahndung.

  13. erdnanu am 4. Juli 2006 um 11:26

    @pipo:

    Die Kripo hat eine Fahndung, Mit dieser hat aber ein Burgdorfer Stadtpolizist herzlich wenig zu tun. Die ganze Geschichte wirkt konstruiert.

  14. TahcaUshte am 4. Juli 2006 um 12:37

    Pass doch alles zusammen – Bücherverbrennungen sind anscheinend auch wieder angesagt:

    http://www.tagesspiegel.de/politik/archiv/04.07.2006/2638364.asp

    … und alle schauen weg …

  15. Chevy am 4. Juli 2006 um 14:34

    1. War es nur eine Buchverbrennung, nicht eine Bücherverbrennung und 2. kann man das Buch nach wie vor straffrei kaufen.
    Wenn es dich Beruhigt, ich heitze meinen Grill nur mit Büchern ein, seite um seite.
    Lass doch den leuten ihre Krankheiten, hättest Du davon nichts geschrieben und hätte die Ordnungshüterin kein tamtam veranstaltet währe die Aktion längst vergessen und hätte keinen einzigen Nazi mehr oder weniger hervorgebracht.
    Ich verstehe deine Hystery nicht.
    PS: Was machst Du bei Kindern die Krieg spielen oder Cowboy und Indianer?
    Solange soetwas nicht Staatlich organisiert ist kannst Du beruhigt schlafen gehen.

  16. pipo am 4. Juli 2006 um 17:26

    @erdnanu,

    sag mal, liest du die sachen eigentlich genau? die Stadtbullen kamen auf Platz und kannten den Sohnemann des einen Typen von der Kapo. So an den Haaren herbeigezogen find ich das aber gar nicht.

  17. Nemesis am 4. Juli 2006 um 17:43

    an pipo:
    Ich möchte mich hier ebenfalls nicht in Vermutungen verknüpfen. Ich möchte einfach damit ausdrücken, dass es nicht unbedingt so gewesen sein muss, wie es den Anschein hat. Ich weiss nicht, wer dies alles beobachtet hat, aber ein Betroffener ist nicht immer die neutralste und objektivste Person.

    Zum Anderen möchte ich doch sehr bezweifeln, dass eine Polizei Neonazis deckt. Dies kommt wohl eher zustande indem einige meinen man müsse diese gleich hinrichten. Und wenn die Polizei dies nicht tut, dann haben sie schlecht gearbeitet. Im Gegenzug wird jede Aktion gegen Links Extreme als übereilt und zu brutal deklariert. Hier sollte man selber Objektiv bleiben, um überhaupt was gegen Gewalt (ob Rechts oder Links) entgegen zu stellen.

  18. fehldruck am 4. Juli 2006 um 18:03

    @chevy
    Es kommt immer darauf an, was für Maximen man hat. Wenn es darum geht, dass sich die Zahl der Nazis nicht verändert, dann hätte man den Fall vielleicht tatsächlich totschweigen sollen. Wenn es aber darum gehen soll, gegen (mutmassliche) Polizeiwillkür, tolerierte Gewaltakte und ähnliches vorzugehen, dann muss darüber gesprochen , und Position bezogen werden.

  19. Encephalon am 4. Juli 2006 um 18:27

    @Nemesis:
    Ich denke nicht unbedingt, das der schweizerische Beobachter es sich leisten kann, schlecht recherchierte Fälle zu publizieren. Das wäre für ein Magazin dieser Kategorie todbringend.
    Zudem ist ja Burgdorf einschlägig bekannt als Hochburg Rechtsradikaler (Ich kenne selber Leute aus der Region). Ich kann nur hoffen, dass die Polizei, welche in anderen Kanton auch schon selbst als gewaltbereite Akteure gegen Ausländer aufgetreten sind, interne Machenschaften bald möglichst ausräumt.

    Und meine Meinung zu Neonazis: Ja, man sollte die zumindest Verwahrung von Holocaust-Lügnern und Hitler-Verehrern, Goebbels-Gläubigen und chronisch gewaltbereiten, idiotischen Glatzköpfen in ihren infantilen Springerstiefeln in Betracht ziehen, zumal die Geschichte uns (fast) alle gelehrt hat, was dabei rauskommen kann und diese Gruppierungen weder Rechtstaat noch Demokratie akzeptieren wollen.

    Aber eben: Die Menschen haben ein maximales Geschichtsbewusstsein von lediglich 20 Jahren.

  20. Nemesis am 4. Juli 2006 um 18:38

    Danke für deine Antwort Encephalon

    Zu den Neonazis muss wohl nicht mehr viel gesagt werden. Auch wenn ich nicht gleich von Verwahrung sprechen würde. Diese Massnahme sollte man aber auch bei Links Extremen anwenden. Diese würden wohl, auch in einer anderen Form, ein ähnliches Regime auf die Beine stellen.

    Zu den 20 Jahren…da gebe ich dir leider recht. Der Marxismus wünschen sich auch viele zurück und vergessen dabei all das Leid, dass es mit sich zog.

    Zum “Beobachter”… ein zweischneidiges Schwert. Zum einen ist es Modern gegen die Polizei zu Wettern im Zweiten möchte ich doch bezweifeln, dass ein Reporter gleich vor Ort war und dieser noch Einblick in den Rapport oder die weiteren Abklärungen hatte.

    Zu Burgdorf. Hier bin ich etwas verwirrt. Auf der einen Seite wird Burgdorf als Hochburg von Nazis deklariert und auf der anderen Seite gibt es wohl fast jeden Samstag Demos von Antifa. Also ich persönlich möchte keinen der beiden Gruppen vor mir haben. Gewalttätig sind beide.

  21. leonforte am 7. Juli 2006 um 11:20

    gemäss einer pressemitteilung der kantonspolizei scheint der tatablauf um einiges verwirrlicher zu sein, als im beobachterartikel dargestellt. jedenfalls sind sich die beiden parteien nicht zum ersten mal in die haare geraten, was darauf schliessen lässt, dass täter- und opferrolle nicht eindeutig zuweisbar ist.

    man sollte auch einmal daran denken, dass zürcher und basler fussballfans auch nicht im selben block sitzen, wenn sie einen match anschauen. was linke wie rechte 100m entfernt von der veranstaltung des jeweils anderen suchen, wenn es nicht eine rauferei ist, kann ich leider nicht beantworten.

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