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Grosserfolg Drogenpolitik: die SVP lag einmal mehr voll daneben

Als in Zürich das Drogenproblem mit der offenen Drogenszene am Letten seinen traurigen “Höhepunkt” erreichte, wollten die Verantwortlichen neue Wege einschlagen unter anderem mit überwachter Methadon- und Heroinabgabe. Doch nicht alle waren damit einverstanden, wie man sich heute erinnert:

Die Gegner [insb. die SVP, anm. d. Red] behaupteten, die liberale Drogenpolitik führe zu einer Ausweitung der Heroinsucht und erleichtere labilen Menschen den Einstieg in die Drogenszene.

Genau das Gegenteil ist der Fall. Der Tagesanzeiger berichtet heute von einer grossen Untersuchung, welche klipp und klar belegt, dass die weltweit einmalige liberale Zürcher Drogenpolitik der Neunzigerjahre ein durchschlagender Erfolg ist: Die Zahl der Neueinsteiger in die Drogenszene hat massiv abgenommen!

Der Höhepunkt war das Jahr 1990 mit etwa 850 Heroineinsteigern im Kanton Zürich. Dann begann die neue Drogenpolitik, und die Therapie mit der Ersatzdroge Methadon wurde forciert. [..] Die Zahl der neuen Heroin-Konsumenten brach nach 1990 geradezu ein. [..] Im Jahr 2002 begannen noch 150 Personen, Heroin zu spritzen.

Genau dieselben rückständigen Konservativen sind es, die heute eine Liberalisierung des Hanfkonsums bekämpfen! Dabei zeigt das oben genannte Beispiel, wie auch viele andere Beispiele der Repression und Prohibition, eindrücklich, dass man damit bei Sucht- und Rauschmitteln nur das Gegenteil erreichen kann. Repression und Verbote machen die Rauschstoffe nur noch “interessanter”. Zu hoffen, dass die Rechte Ratsseite endlich zur Vernunft kommt und Beispiele wie der Pilotversuch in Bern in der ganzen Schweiz Schule machen!

Dieser Artikel wurde von Sandro am Freitag, 2. Juni 2006 in der Rubrik Politik und zu den Stichwörtern , , , , , , , , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

8 Kommentare zum Artikel “Grosserfolg Drogenpolitik: die SVP lag einmal mehr voll daneben”

  1. _driv3r_ am 2. Juni 2006 um 20:09

    Toll. Warum erwähnst du nicht auch, was in der NZZ dazu steht:

    “Was die Studie aber auch illustriert: Nur wenige Süchtige schaffen den Ausstieg. So beginnen zwei Drittel der Personen, die ein Methadonprogramm beendeten, innerhalb von zehn Jahren eine neue Therapie. Die geringe Ausstiegsrate, aber auch die verbesserten Lebensbedingungen der Süchtigen sind wichtige Gründe, weshalb die Zahl der Heroinkonsumenten in Zürich über die Jahre nur gering abgenommen hat”

    Und weiter:

    “Mit Kritik halten die drei Wissenschafter aus England jedenfalls nicht zurück. Sie schreiben etwa, dass Schätzungen zur Häufigkeit der Heroinsucht aus methodischen Gründen sehr unsicher seien.”

    und schliesslich:

    “Für die Engländer bleibt die Studie auch den Beweis schuldig, dass es tatsächlich die Schweizer Drogenpolitik war, die die positive Entwicklung bei den Heroinsüchtigen ermöglicht hat.”

    Das ist doch genau der Punkt. Wenn eine bestimmte Droge out ist -und Drogen unterliegen ja permanent Imageschwankungen- hat das noch lange nichts mit der Drogenpolitik zu tun. Dies als einen Erfolg derjenigen zu werten ist meiner Ansicht nach nicht korrekt.

  2. Brutus am 3. Juni 2006 um 09:17

    Grosserfolg ? beim Jupiter ein Grosses Wort.
    Man sollte ein bisschen bescheidenheit üben und den tatsachen entsprechend von einem Teilerfolg Sprechen.
    Heroinsüchtige in Methadonsüchtige umwandeln
    ist gut und recht, aber von einer wirklichen lösung weit entfernt.
    Was bis heute erreicht wurde ist vor allem eine optische verbesserung, die Süchtigen laufen nicht mehr als Zombies durch die Städte, aber Süchtig ist ein grossteil von Ihnen nach wie vor.
    Das Methadon keine Wunder vollbringt war wohl allen von anbeginn bekannt.
    Schon wir Römer wussten, Contraria contrariis curantur.

  3. TahcaUshte am 4. Juni 2006 um 14:44

    @_driv3r_

    Du liest aber auch nur das was in dein Weltbild passt, nicht?

    Zitat Tagi:
    Woher wissen die Forscher, dass die Abnahme der Neueinsteiger mit der medizinischen Methadon- und Heroinabgabe zusammenhängt? «Vor allem deshalb, weil in Ländern ohne ein so breites Methadonprogramm dieser Knick nicht zu beobachten ist», sagt Rudolf Stohler. In Australien, England und Italien blieb das Heroin für Einsteiger attraktiv …..

  4. buchi am 5. Juni 2006 um 11:36

    Die liberale Drogenpolitik hat tatsächlich das Problem nicht gelöst. Doch die Tatsache, das die Zahl der Neueinsteiger stärker als in den anderen Ländern abgenommen hat spricht sehr stark für diese liberale Haltung. Dass die Zahl der Herionabhängigen und Personen in einem Methadon trotzdem nicht abgenommen hat, sprich eigentlich auch wieder für diese Politik. Ohne Beschaffungsdruck und Kriminalität und mit sauberem Stoff und besserer Hygiene, leben die betroffenen länger und ein eigenständigeres, “normaleres” Leben.
    Die Zahl der Abhängigen wird dann abnehmen wenn die Drogenabhängigen aus der Lettenzeit verstorben sind. Das geht mit dieser Politik zum Glück langsamer.

    @ driv3r
    Mit welcher anderer Politik schaffen mehr Süchtige den Ausstieg? Mit Heroinabgabeprogramm können Süchtige oft wieder normal arbeiten, dies soll man auch als Erfolg ansehen.

  5. Dschungeljango am 5. Juni 2006 um 13:16

    Glauben macht selig, die Exjunkies können dank sauberem Stoff wieder Arbeiten gehen. Ein schöner Traum.
    Die wahrheit ist leider ganz anders und für den Steuerzahler viel schlimmer.

    http://www.facts.ch/dyn/magazin/lebensart/614029.html

    Das ist doch toll, mit 40 ins Altersheim.
    Der Idiot Steuerzahler soll gefälligst blechen, die armen Teufel können ja nichts für Ihr Unglück.

  6. curtli am 6. Juni 2006 um 11:17

    Zuerst einmal möchte ich betonen, dass ich ein Befürworter der in der Schweiz angewandten Drogenpolitik bin.

    Was aber mit der rückläufigen Zahl von Neueinsteiger in die Heroinszene betrifft, hat das sehr wenig mit dieser Drogenpolitik zu tun. Heroin ist im Gegensatz zu den 90-ger Jahren zur Verlierer-Droge mutiert. Heroin ist out, dafür ist Kokain, auch durch die sinkenden Preise, die neue In-Droge schlechthin. Der Kokain-Konsument verkehrt aber nicht unbedingt in der Drogen-Szene, sondern arbeitet ganz normal und fällt in der Gesellschaft gar nicht als Drogenabhängiger auf.

    Ich denke dass ist der wahre Grund, weshalb man von rückläufigen Neueinsteigern in der Drogenszene sprechen kann.

  7. Aelpler am 26. Oktober 2006 um 20:56

    @ alle Druffnigen und Druffnigi (F)

    Ich höre immernur Drogenpolitik.

    Merkt ihr nicht das die Schere zwischen
    den Druffnigen und den Nichtdruffnigen
    immer mehr auseinanderklafft das die
    Druffnigen immer Druffniger werden
    währenddem die Nichtdruffnigen immer
    Nichtdruffniger sein müssen!

    Das ist eine beängstigene Entwicklung
    bei den Druffnigen und Nichtdruffnigen!

  8. Richard am 26. Oktober 2006 um 21:48

    @Alpöhi

    wie wärs mal mit einem aussagekräftigen, verständlichen Posting deinerseits anstatt mit solchem “Bärgerlpopulismus” ???

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