Grand Hotel Dolder: Systematisches Lohndumping!
Die reichsten der Reichen werden dereinst im Dolder absteigen. Um diese Tatsache zu sichern hat Urs Schwarzenbachs Dolder Hotel AG fünfhundert Millionen Franken lockergemacht und einen der berühmtesten Architekten der Welt, Sir Norman Foster angeheuert. Geld spielt hier keine Rolle, wichtig ist nur Qualität und Luxus, sollte man denken.
Leider ist dem überhaupt nicht so. Die Gewerkschaft Unia führt regelmässig Kontrollen auf der Luxusbaustelle durch und stellt dort immer wieder Lohndumping im grossen Stil fest:
Die Resultate der Kontrollen auf der Baustelle Grand Hotel Dolder waren vernichtend: Bei 46 Kontrollen wurden massive Unterschreitungen der Minimallöhne festgestellt. Nur gerade bei 22 von 147 kontrollierten Arbeitnehmenden wurde der durch den Gesamtarbeitsvertrag (GAV) vorgeschriebene Minimallohn von umgerechnet 26.77 Franken pro Stunde (brutto) für angelernte Gipser eingehalten. Bei 125 Arbeitnehmenden (85%!) wurde der Minimallohn zum Teil massiv unterschritten. Der tiefste Lohn beträgt brutto gerade mal 12.55 Franken pro Stunde. 30 Arbeitnehmende (21%) verdienen weniger als 16 Franken, 37 (25%) weniger als 21.00 Franken und 58 (39%) weniger als 26.77 Franken (siehe untenstehende Grafik). Es handelt sich damit nicht um Einzelfälle sondern um erschreckendes, systematisches Lohndumping.
(Quelle: UNIA)
Bei einem Luxusobjekt wie dem Dolder, wo für ein Bettlaken wahrscheinlich schon mehr ausgegeben wird als ein normalsterblicher Schweizer für seine ganze Bettlakenkollektion ausgibt ist diese systematische Ausbeutung der Arbeitnehmer ein ausgewachsener Skandal!
War doch grad im Tagi diese Woche zu lesen, auf was die Leute vom Dolder wert legen, welche derzeit das Personal rekrutieren:
[..] In den zweieinhalbstündigen Bewerbungsgesprächen seien 50 Minuten ausschliesslich für die Themen «Haltung, Werte und Einstellungen» reserviert [..]
(Quelle: Tagi vom 01.12.2006, nicht online)
Vielleicht hätten dies Werte auch beim zuständigen Generalunternehmer getestet werden sollen.

1. Du gibt keine Quellen für deine Zitate an.
2. Die Behauptung mit dem Battlaken ist nett, aber ebenfalls falsch.
Korrekt fragenspeck. Habe nun die fehlenden Infos ergänzt bzw. korrigiert.
Ausserdem wärs nett, wenn du uns über die tatsächlichen Anschaffungskosten für ein Bettlaken höchster Qualität für Kingsizebetten in einer der vier Top-Suiten aufklären würdest. In der Ikea gibts die glaups nicht.
Grand Hotel Dolder: Systematisches Lohndumping!
Warum dieses Geschrei? Das ist das Ergebnis der Personenfreizügigkeit. Denkt ihr, die Gewerkschaften hätten daran geglaubt, dass man mit flankierenden Massnahmen und 150 Kontrolleuren die Bauplätze schweizweit unter Kontrolle halten könnte? Was wir nötig hätten in unserem Land wäre eine Margaret Thatcher, welche die Macht der aufsässigen Gewerkschaften wieder einmal in die Schranken weisen würde.
R.
halt halt halt… es sind kontrollen durchgeführt worden und die misstände somit aufgedeckt. Das heisst, das System greift.
Gut, dass Ihr von den Orten die Lohndumping betreiben sprechen, Dolder, viel schlimmer noch Seiler in Zermatt : das ist der schlimmste Ort in der Schweiz.
Als Quelle wird UNIA angegeben. Sehr unparteiisch und seriös!
RonaldCH: Soll also die Personenfreizügigkeit mit den alten EU Ländern schuld sein an was? Dass die Wirtschaft so gut läuft? Noch nie seit 1990 hatten wir ein so grosses Wachstum. Klar sind viele Deutsche usw. mittlerweile hier tätig. Aber gerade deshalb geht es uns so gut. Bis vor 2 Jahren (Freizügigkeitsabkommen) ist das potentielle Wachstum der Schweiz immer wegen mangelnder Verfügbarkeit von Arbeitnehmern künstlich gekappt worden. Auch jetzt haben wir zuwenig Arbeitnehmer, aber mindestens sind die allg. Verältnisse wegen der Personenfreizügigkeit besser.
@@ninatest
Eben am Lohndumping ist die Personenfreizügigkeit schuld. Dass wir momentan genügend qualifizierte Leute bekommen aus der EU ist OK. Es ist aber offensichtlich, dass wir schon jetzt von Ostdeutschen überlaufen werden und wenn die Erweiterung auf die neuen EU-Länder mit Arbeitskräften, die bereit sind noch viel billiger zu arbeiten, zum Zuge kommt, wird das Lohndumping noch ganz andere Ausmasse annehmen. Die Gewerkschaften haben den Bürgern die Versprechung gemacht, mit flankierenden Massnahmen (150 Kontrolleuren) könnte man den Arbeitsmarkt im Griff behalten, obwohl sie genau wussten, dass dies nie aufgehen wird. Klar ist, dass es den Gewerkschaftern gar nicht in erster Linie um das Wohl der Arbeiter geht, sondern um die schrittweise Annäherung an die EU.
R.eitsmarkt bestens im Griff bekommen.
ronaldCH:
Du weisst genau, dass die Anzahl Arbeitsbewilligungen für Leute aus den neuen EU Ländern während der nächsten 10 Jahre klar kontingentiert ist. Das erste Kontingent per 2007 beinhaltet, soweit ich weiss, ganze 2000 Pers. und wird dann schrittweise angehoben bis 2012. Mit jedem Jahr Wirtschaftswachstum und extrem niedriger Geburtenrate gibt es weniger Leute, welche im reichen Westen Arbeit suchen. Das ist ja auch die Idee hinter der ganzen Chose.
Die meisten Wirtschaftsbereiche in der Schweiz, allen voran der Tourismus (und auch die Gäste), ist mehr als froh, dass sie die meist freundlichen und aufgestellten Ossis engagieren können. Woher willst du denn z.B. die Mitarbeiter in der Gastronomie rekrutieren? Aus Nigeria oder aus dem Magreb??
Dass die Löhne beim momentanen Aufschwung nicht so stark steigen wie z.B. anfang der 70-er mag durchaus mit der Personenfreizügigkeit zusammenhängen. Das hat aber sein gutes: Dadurch bleibt die Teuerung niedrig (keine Kaufkraftvernichtung) und die Wettbewerbsfähigkeit des Landes geht nicht vor die Hunde.
Und noch ein Letztes: Dass wir in der CH, sofern wir Wachstum wollen (ich will es nicht, aber egal)jedes Jahr entsprechend mehr Arbeitnehmer benötigen, sollte jedem einleuchten, auch dir, lieber RonaldCH. Woher also nehmen? “Nationals” gibt es aufgrund der tiefen Geburtenrate immer weniger und eine Wiederholung der Massenimmigration aus dem Balkan ist wohl auch für die Mehrheit der Sozis und Grünen undenkbar. Da sind mir die Deutschen als Arbeitnehmer hochwillkommen.
Tschuldigung, hatte noch was vergessen:
Hör mir bitte auf mit dem “Ostarbeiter Bashing”. Wir Landwirte hier in der Schweiz, aber auch genau gleich in Deutschland (das ist mir wichtig zu erwähnen) sind ANGEWIESEN auf unsere tüchtigen Polen, die bei jedem Wetter und aktuell Dreck ihre Arbeit machen.
Auch aus der Zentralschweiz hört man immer öfter von Lohndumping in Tourismusbetrieben, vor allem in der Luxusklasse. Unlängst wurde ein Casino verurteilt, unrechtmässig eingesackte Trinkgelder an die Angestellten weiterzugeben. In einem anderen Fall, wurden Angestellte gedrungen, während der Umbauphase “frei” zu nehmen und nachher,zu teils schlechteren Bedingungen wieder zu arbeiten.
Wir nähern uns immer mehr dem amerikanischen System, wo working poors den ganzen Tag arbeiten (z. Bsp. bei Walmart) und am Feierabend zum Sozialamt gehen, um food stamps / Lebensmittelmarken zu bekommen.