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Gesündere KellnerInnen dank Rauchverbot

Dem Pirelli wird es nicht gefallen, was der Spiegel in diesem Artikel berichtet. Am Beispiel von Schottland wurde ermittelt, dass ein Rauchverbot in Bars sich schon nach zwei Monaten positiv auf die Gesundheit des Servicepersonals auswirkt:

Vor Einführung des Rauchverbots litten knapp 80 Prozent der untersuchten Theken-Männer und -Frauen unter Atemwegsproblemen, brennenden Augen oder Irritationen in Hals und Nase. Einen Monat später war der Anteil auf 53 Prozent gesunken, schreiben der Arzt Daniel Menzies und seine Kollegen.

Höchste Eisenbahn also das Servicepersonal auch hierzulande vor den tödlichen/schädlichen Emissionen der Raucher zu schützen. Und anstatt gleich zur Verbotskeule zu greifen, könnte man alternativ auch das “Smoke Free System” einsetzen oder gar vorschreiben. Diese Raucherkabinen erlauben es, in Innenräumen zu rauchen, ohne Nichtraucher dabei zu belästigen. Damit wären die Raucher nicht “diskriminiert” und die Angestellten geschützt. Win-win Situation, oder nicht?

Dieser Artikel wurde von Sandro am Donnerstag, 12. Oktober 2006 in der Rubrik Schweiz und zu den Stichwörtern , , , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

17 Kommentare zum Artikel “Gesündere KellnerInnen dank Rauchverbot”

  1. gion am 12. Oktober 2006 um 16:30

    Mögen die Verantwortlichen der Interessenverbände (Gastrosuisse etc.) noch so bocken und sich querlegen: ich bin überzeugt, dass die Volksinitiative für ein Rauchverbot in Gaststätten im Kanton Zürich bei einer Abstimmung durchkommen wird.

    Viele haben gesehen, dass es in Italien bestens funktioniert. Und wenns dort geht, dann gleich zehnmal besser bei uns.

    PS: es hat ja auch in den SBB-Zügen funktioniert. Dort möchte niemand die verqualmten Abteile zurück.

  2. pipo am 13. Oktober 2006 um 09:26

    doch ich möchte in die verqualmten Abteile zurück weil:

    - ich etwa 100x mehr spannende Menschen getroffen habe im Raucherabteil. Und ich konnte sie wirklich kennenlernen und plaudern. Im Nichtraucher passiert das nahezu nie.

    - weil ich im Sommer nichts mehr hasse, als der üble Schweissgeruch hunderter Pendler.bäh. Da sitz’ ich also viel lieber im Raucher. Als mich der Schweissorgie hinzugeben.

    Zu den Restaurants. Es gibt ja auch Kompromisslösungen von einer Kabine, wie ich sie schon in Finnland gesehen habe halte ich aber gar nichts. Das ölig verschmierte Kapäuschen war gerade mal einen mal einen Meter fünfzig.

    Teilt die Bar oder das Lokal auf.

  3. Pirelli am 13. Oktober 2006 um 10:19

    Ich habe nie gesagt, dass Rauchen gesund sei. :-)

    Aber einige Punkte bitte ich zu bedenken.

    - In welcher Branche wird so viel geraucht wie im Gastgewerbe? In den von mir frequentierten Lokalen raucht das Personal ausnahmslos.Wäre das Rauchverbot da nicht eher Schikane denn Schutz?

    - In einer letztes Jahr publizierten Studie wurde gesagt, dass die Anzahl Erkältungen beim Beizenpersonal seit der Einführung des Verbots um 10 Prozent zurückgegangen sei. Mehr machte es nicht aus, weil auch dort fast alle KellnerInnen rauchen.

    - Die grösste schottische Pub-Kette meldete einen Umsatzrückgang von 11 Prozent bei den Getränken und 5 Prozent beim Essen seit dem Verbot. Weil die Raucher vermehrt zuhause saufen, wos billiger ist und man rauchen darf – und es eben nicht so ist, dass die Nichtrauchenden in Heerscharen die rauchfreien Lokale stürmen. Rauchende sind konsumationsfreudiger, das zeigt sich schon im Umstand, dass sie jeden Tag ein potenziell tödliches Genussmittel konsumieren und sich auch durch riesige hyterische Aufdrucke und absolut unstatthafte Preisaufschläge nicht davon abhalten lassen. Der italienische Gastrobranchenverband meldete übrigens bei manchen seiner Mitglieder einen Umsatzrückgang von 30 Prozent. (Gegenüber dem deutschen Verband. Da die Medien alle auf den Hysterie- und Hetzzug aufgesprungen sind, ist es schwierig, an Informationen zu kommen.)
    Hier in Luzern gibts das “Drei Könige”, das überall mit seiner Rauchfreiheit wirbt. Es ist jeden Abend zu drei Vierteln leer. Wo sind die Heerscharen?

    - Zurzeit bauen sie in Italien (wie auch auf den Britischen Inseln) wieder überall die “funghi” auf, das sind diese Erdgasaussenheizungen. Kann es im Sinn und Geist eines Jungen Grünen sein, durch stures Festhalten an einem absoluten Verbot den CO2-Ausstoss derart zu steigern?

    - 2005 meldete das ZDF, dass in New York über 200 Nachtlokale den Betrieb einstellen mussten, weil die Nachbarn sich (zu Recht) durch den Lärm der vor der Tür versammelten RaucherInnen gestört fühlten. Wie wird das erst in der eher intoleranten Schweiz ausgehen?

    Es ist der Hetzjagd zu verdanken, dass die Rauchenden sensibilisiert wurden – die meisten frönen ihrer Sucht mit viel mehr Rücksichtnahme. Das ist positiv zu werten. Aber irgendwann muss die Hysterie zum Halt finden: Jeder dritte erwachsene, mündige Bürger raucht, von den sich als nichtrauchend Bezeichnenden ist wiederum jeder Dritte in Tat und Wahrheit eine Gelegenheitsraucher – der eben darum in die Beiz geht, weil er dort bei seinen rauchenden Kumpeln Zigis schnorren kann. Davon kann jeder Raucher ein Lied singen.

  4. Pirelli am 13. Oktober 2006 um 10:22

    Nachtrag zu Punkt 2: Die Studie bezog sich auf die irischen Beizen.

  5. Encephalon am 13. Oktober 2006 um 16:20

    Dass in Speiselokalen nicht geraucht werden soll kann ich ja noch unterstützen – zumindest während den Essenszeiten. Man wird ja heute schon komisch angeschaut, wenn man eine Zigarette raucht, nachdem auch an den Nachbartischen fertig gegessen wurde – Dank der Hetz-Kampagne. Anstand ist heute nicht mehr gefragt.

    Aber wenn auch in Bars und Clubs nicht mehr geraucht werden darf, frage ich mich wie diese überleben sollen. Wahrscheinlich ist es dann wieder ein Hype für illegale Bars.

    Ich kann mich errinnern, dass beretis vor ein paar Jahren hier in Luzern (Zürichstrasse) ein rauchfreies Restaurant eröffnet hat. Ich glaube, das hat kein einziges Jahr durchgehalten. Heute ist dort ein Pizza- und Kebab-Take Away.

    Dass die SBB ihre Raucherabteile geschlossen haben kann ich gar nicht verstehen. Gerade durch die Unterteilung hatte man ja die giftigen Raucher von den guten Menschen ferngehalten. Was war denn an diesem Konzept so falsch? Kondukteure gibts ja heute schier keine mehr, die sich von den Rauchern gedemütigt sehen könnten.

  6. Georg Meier am 13. Oktober 2006 um 16:37

    Die Loyalität der Raucher gegenüber ihrer Sucht ist parteiübergreifend – auch die Markenartikel-Loyalität ist hoch ausgeprägt und ich bin sicher dass sich die machiavellistischen Neo-Liberalen sich gewaltig ins Fäustchen lachen, dass sie euch wenigsten über das Rauchen ködern konnten.
    Es ist ein selbstschädigender Abstumpfungs-Kult der dank einhämmerdem Marketing eine rebellisch-dissidente Ader verspricht und ich stelle fest das die Tabaklobby ihre Zielgruppe voll erreicht hat.

  7. ghandi am 15. Oktober 2006 um 10:14

    He, welcher Nichtraucher hat das nicht Rauchen überlebt!!!!!

    Viel schlimmer sieht es aus bei den Lebensmitteln, Konservierungsstoffe die eigentlich gar nicht drin sein müssen, nur weil man verottetes Gemüse und Obst Industriel (wirtschaftlich)verarbeitet muss so einiges hinzugefügt werden damit es hält!
    Rauchen ist uralte Kultur!
    Wo ich handlungsbedarf sehe ist in der Zigarettenindustrie die auch viele zusatzstoffe zufügen die nicht hineingehören nur um die Rauchsucht zu steigern. (das ist organisierte schädigung am Konsument)

    Ich freue mich auf den Tag wo Rauchverbot gilt!
    Ich eröffne dann ein Raucherrestaurant, für Nichtraucher kein Zutritt, so als gleichberechtigter ausgleich!
    Nichtraucherrestaurants sind nicht verboten, als macht euch welche!

  8. Moni am 18. Oktober 2006 um 16:07

    @ghandi

    Dann kauf das Zeugs doch nicht. Es gibt Läden wo man es noch “frisch” kaufen kann. Da kann man ausweichen, man muss bereit seind, sich die entsprechenden Läden zu suchen und den nötigen Mehraufwand auf sich zu nehmen.

    Beim Rauchen ist es doch etwas anderes. Angenommen, Du rauchst. Ich muss Dich im Restaurant bedienen und komme nicht um Deinen Rauch drum herum. Du könntest ja sagen, dass ich auch die Wahl habe – arbeiten oder nicht. Nur ist das bei dem Job leider nicht so einfach und umsatteln eh nicht, momentan zumindest. Auch wenn schon seit jeher geraucht wird sollte man doch irgendwie auch auf die Nichtraucher Rücksicht nehmen, v.a. das Personal, oder nicht? Oder hast Du Lust in Zukunft Deinen Kaffe selber zu holen? Auch wenn die süchtig machenden Mittel nicht drin sind, schädigst Du die passivrauchenden Bedienungen trotzdem.

    Also wenn offiziell ein Rauchverbot gilt, wirst Du Dein Raucherrestaurant nicht lange haben. In anderen Ländern würdest Du dafür entweder tief in die Tasche greifen müssen oder in den Knast gehen. Zudem würdest Du Deine Lizenz verlieren. Dann mal los.

  9. Sämi am 24. Oktober 2006 um 12:15

    Wo ist das Problem?
    Das DKFZ bestätigt indirekt, dass das Passivrauchen nicht geschundheitsschädlich sei:

    In der Publikation des DKFZ, “Einblick” 2/2003, ist unter dem Titel “Miles & More?” die Zusammenfassung einer Studie zum Gesundheitszustand von FlugbegleiterInnen abgedruckt:

    Es wurden die Daten von mehr als 6000 Piloten und 20 000 FlugbegleiterInnen der Lufthansa und LTU im Zeitraum von 1953 bis 1997 ausgewertet. Dabei konnte festgestellt werden, dass in Deutschland Krebs als Todesursache
    unter dem fliegenden Personal nicht weiter verbreitet ist als im Bevölkerungsdurchschnitt.

    Bei den Piloten und Stewardessen ist sogar ein „healthy worker„-Effekt zu beobachten: Sie sind im Durchschnitt gesünder als altersgleiche Gruppen in der Bevölkerung. Vergleichsweise wenige Personen starben an Herz- Kreislauf-Erkrankungen.

    …Nur:
    Im Zeitraum 1953-1997 war bei diesen Fluggesellschaften das Rauchen noch erlaubt – FlugbegleiterInnen servierten also in einem R/NR “Restaurant”…

    …und dennoch waren sie mindestens ebenso gesund, wie der Bevölkerungsdurchschnitt…

    Aber nach welchen Kriterien die Krebsforschung vorgeht, ist auch nicht allen bekannt:

    In einem Radio-Interview mit Udo Pollmer (Lebensmittelchemiker) des Deutschlandradio Kultur, in der Sendung Mahlzeit mit dem Titel “Finger weg von der Schale! Über Gifte in Obst- und Gemüseschalen” vom Samstag, 16.9.06 11:06 war folgendes zu hören, als die Diskussion auf das Thema Acrylamide kam:

    Reporterin: “Wie riskant ist denn dieses Acrylamid…?”
    Udo Pollmer “…ob das nicht doch irgendwo ein bisschen Krebs macht, damit wir die Kampagnen weiter laufen lassen zu können, damit der Fluss des Forschungsgeldes auch nicht abreist…”

    (Nachzuhören bei: http://ondemand-mp3.dradio.de/podcast/2006/09/16/dkultur_200609161106.mp3 )

    Hmm, je nach Forschungsauftrag kann also auch das DKFZ zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen – man könnte meinen: Hautsache, der Geldfluss reisst nicht ab…

  10. moleskine am 3. November 2006 um 19:19

    Gesündere KellnerInnen dank Rauchverbot? Aber ja doch: Da die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jetzt draussen rauchen müssen, kommen sie viel mehr an die frische Luft.

  11. Dr. Desperanto am 6. November 2006 um 15:39

    Die Story mit dem gesünderen Servicepersonal war doch von Beginn weg bloss ein verlogenes Verlegenheitsargument der Anti-Raucher-Hetzkampagne in den USA vor einem Jahrzehnt oder mehr. Es war das Pseudo-Gegenargument darauf, dass es dem Staat einfach nicht ansteht, einem Gastbetrieb vorzuschreiben, ob er innerhalb seiner Räumlichkeiten (wo niemand *gezwungen* wird hinzugehen oder zu arbeiten) Rauchen erlauben will oder nicht.
    Das viele europäische Staaten nicht mehr können als der puritanisch-intoleranten “Restriktivitis” der Amis nachzuäffen und flächendeckend freiheitsberaubende Gesetze einzuführen, ist beschämend. Hoffe, dass die Schweiz diesem Verhältnisschwachsinn noch möglichst lange widersteht.
    Ich schreibe das als langjähriger Nichtraucher.

  12. Sandro am 6. November 2006 um 16:30

    @Dr.
    Wieso kann denn der Staat einer Baufirma vorschreiben wo und wann Helme und Schutzmasken zu tragen sind? Deiner Argumentation zufolge wird ja auch kein Bauarbeiter gezwungen auf einer Asbestbaustelle zu arbeiten…

  13. Sämi am 6. November 2006 um 17:28

    Aber dazu wurde doch nicht das Spielbankengesetz geändert, sondern das beruht auf Art.6 des Arbeitsgesetzes. Dieses Gesetz regelt überigens den Verkehr zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber und nicht zwischen den Gästen untereinander – oder stehen die Gäste in einem Arbeitsverhältnis mit dem Wirten oder untereinander?

  14. Dr. Desperanto am 6. November 2006 um 23:24

    @ Sämi
    Die Frage ist nicht ob der Staat kann. Natürlich kann er. Die Frage ist ob er soll. Meiner Meinung nach nicht, weil es nicht verhältnismässig ist. Helme und Schutzmasken mögen auf der Baustelle verhältnismässig sein. Die verhältnismässige Gefahr des Passivrauchens wurde von Militanten Antirauchnern über Jahrzehnte hochstilisiert.

    Ausserdem haben Serviceangestellte, die besonders rauchempfindlich sind, relativ viele Möglichkeiten, Arbeit in Lokalen zu finden, in der es wenig, fast kein oder gar kein Qualm hat. Es ist ja nicht so, dass man grundsätzlich in jeder Kneipe vor lauter Qualm schier erstickt. Also, bleiben wir verhältnismässig. Das mit dem Personalschutz ist und bleibt in dieser Sache ein vorgeschobenes Alibiargument.

  15. Dr. Desperanto am 6. November 2006 um 23:29

    Sorry, Sämi. Nahm in meinem Kommentar Bezug auf Sandro.

  16. Pirelli am 7. November 2006 um 15:15

    Sandro, wie wärs, wenn du Stellung zu meinen Punkten bezögest? Insbesondere der hohe Raucheranteil beim Gastropersonal sollte dir in deinem Absolutheitsbegehren doch zu denken geben!

  17. Sämi am 18. Januar 2008 um 15:03

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