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Gentechnik Abstimmung: Patentieren die Biotech-Multis bald Kartoffeln?

Forschung und Wirtschaft werden nicht müde, die vielen Vorteile der Gentechnik aufzuzählen. Vom effizienteren Bauern bis zur Lösung des globalen Hungerproblems lässt sich mit der Gentechnik, glaubt man der Biotechindustrie, so ziemlich alles, was Gott “vergessen” hat, selber kreieren. Pflanzen werden gegen Pilze oder Tierische Schädlinge resistent “gemacht” und der Acker bauert sich dank Biotechnik bald von alleine. Doch was nicht so gross an die Glocke gehängt wird, ist, wem die neu erfundenen Pflanzen dann schlussendlich “gehören”. Die Biologischen “Erfindungen” lassen sich nämlich Patentieren und damit vor “unerlaubtem”, sprich nicht bezahltem, Einsatz schützen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Pflanzen, wurden die neu geschaffenen Pflanzen nämlich sozusagen sterilisiert. Man kann aus der Ernte also keine neuen Samen mehr gewinnen, man muss die Samen jedes Jahr neu einkaufen und natürlich auch dafür bezahlen. Der Schweizer Biotechnologiekonzern Monsanto ist bekannt dafür, seine Interessen in dieser Beziehung rigoros durchzusetzen.

Ein Beispiel aus einem Telepolis-Artikel:

Der Gentech-Multi Monsanto drangsaliert, bespitzelt oder verklagt US-Bauern und erwirtschaftet damit Millionen Dollar an Zusatzeinnahmen. [..] Das US-Zentrum für Nahrungsmittelsicherheit legte nach ausführlichen Recherchen jetzt einen Bericht zu den fragwürdigen Methoden Monsantos vor. Danach erreicht allein die Gesamtsumme aller dokumentierten Gerichtsurteile, die dem Konzern aufgrund von Klagen zugesprochen wurde, eine Höhe von über 15 Millionen Dollar. Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs. [...]

Wer nicht kauft, wird verklagt. Ein lohnendes Geschäft. Deshalb werden in Amerika auch immer mehr Pflanzen zum Patent angemeldet:

Heute beziehen sich 15% der US-Patente auf lebende Organismen, die durch Genmanipulation oder gezielte Züchtung von Eigenschaften, die sich so nicht auf natürliche Weise entwickeln würden, entwickelt wurden.

(Quelle: Telepolis)

Ist das etwa die Kehrseite der Gentechnik-Medallie? Wollen wir uns und unsere Bauern wirklich von der Willkür einiger global tätiger Biotechnologieunternehmen Abhängig machen? Kommen diese Firmen auch für allfällige “Bio-Unfälle” auf? Es stehen zu viele Fragen offen, als dass man der Gentechnik am am 27. November einen Freipass erstellen könnte. Deshalb: JA zur Initiative: “Lebensmittel aus gentechnikfreier Landwirtschaft”

Beachten Sie auch die Interessante Diskussion dazu im Diskussionsforum:

Dieser Artikel wurde von Sandro am Dienstag, 15. November 2005 in der Rubrik Wirtschaft und zu den Stichwörtern , , , , , , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

3 Kommentare zum Artikel “Gentechnik Abstimmung: Patentieren die Biotech-Multis bald Kartoffeln?”

  1. Forum Politik ignoranz.ch » am 15. November 2005 um 14:24

    [...] 15. November 2005:Gentechnik Abstimmung: Patentieren die Biotech-Multis bald Kartoffeln? [...]

  2. feusl am 15. November 2005 um 17:37

    Abgesehen davon, dass es heute in unseren Breitengraden kaum üblich ist, ein Teil des Ertrages als Saatgut fürs nächste Jahr aufzheben, verstehe dein Problem nicht: Wer steriles Saatgut verkauft, dürfte ein Problem haben. Er muss die Landwirtinnen und Landwirte davon überzeugen, etwas zu kaufen, was sie garantiert nur einmal gebrauchen können.

    Alle Kunden können eine Güterabwägung machen: Will ich dieses Saatgut zu diesem Preis und mit der Eigenschaft steril zu sein, oder will ich das nicht?

  3. erdnanu am 15. November 2005 um 22:45

    In der Schweiz ist dies sowieso kein Problem. Den Bauern gehört ja fenaco schon.

    Wegen eines Problems in Argentinien muss nicht in der Schweiz die Forschung verdrängt werden.

    In der Pflanzenforschung waren wir bis jetzt weltweit führend.

    Deshalb Nein zum Staatsverbot, Nein zum Moratorium

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