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Gefährliche Feinstaubbelastung in der Schweiz kein Thema

In Deutschland derzeit eines der wichtigsten Umweltthemen “Feinstaub“, ist in der Schweiz, zumindest medial, fast kein Thema. Wenn man die Medien nach dem Suchbegriff “Feinstaub” durchsucht, findet man ausschliesslich Artikel aus Deutschland. Z.B. “Die Zeit” berichtet mit einem grossen Artikel über die Schleichende Gefahr aus Cheminees, Grillstellen, offenen Feuern und Dieselmotoren. Für “Die Zeit” sind

die Grenzwerte für Feinstäube antiquiert, die Messmethoden umstritten.

Dass dieses Thema in der Schweiz kaum diskutiert wird, erstaunt. Denn die Gefährlichkeit der extrem kleinen Staubpartikel ist nicht umstritten. Im Telepolis Artikel mit dem Titel: “Eine halbe Million Tote” gibt der Autor die reduzierte Lebenserwartung folgendermassen an:

Nach einer im April erschienen Studie des Regionalbüros der Weltgesundheitsorganisation für Europa verkürzt sich durch die Feinstaubbelastung der Luft die durchschnittliche Lebenserwartung in der Europäischen Union um 8,6 und in Deutschland sogar um 10,2 Monate.

Dies sollte doch auch in der Schweiz aufhorchen lassen. Vor allem die Sparpolitiker der rechten Seite sollten sich mal die Kosten anschauen:

Die volkswirtschaftlichen Kosten durch die Krankheiten belaufen sich nach Schätzungen in der Europäischen Union auf 29 Milliarden Euro jährlich, in Deutschland auf 6 Milliarden. Könnte durch eine Reduzierung des Feinstaubs die Sterblichkeitsrate vermindert werden, würden sich die Ersparnisse in der EU auf bis zu 161 Milliarden Euro belaufen, in der Bundesrepublik bis zu 34 Milliarden Euro

In der Sommersession des Nationalrats hat einzig die SP Nationalrätin Evi Alemann versucht etwas gegen die “mikroskopische Gefahr für die Bevölkerung” zu unternehmen. Mit ihrer Petition fordert die Politikerin, mindestens die Dieselbusse des öffentlichen Verkehrs aus der Liste der Feinstaubverursacher zu streichen und dafür mit Partikelfiltern zu versehen. Die ÖV gehen nämlich derzeit nicht gerade mit gutem Beispiel voran:

  • Kanton Waadt: 100 Prozent ohne Filter
  • Kanton Aargau: 97 Prozent ohne Filter
  • Kanton Solothurn: 82 Prozent ohne Filter
  • Kanton Tessin: 74 Prozent ohne Filter
  • Kanton Schwyz: 71 Prozent ohne Filter
  • Kanton Freiburg: 64 Prozent ohne Filter
  • Kanton Baselland: 61 Prozent ohne Filter
  • Kanton Graubünden: 59 Prozent ohne Filter
  • Kanton Luzern: 49 Prozent ohne Filter
  • Kanton Zug: 45 Prozent ohne Filter
  • Kanton Bern: 35 Prozent ohne Filter
  • Kanton Genf: 32 Prozent ohne Filter
  • Kanton Zürich: 28 Prozent ohne Filter
  • Kanton Schaffhausen: 18 Prozent ohne Filter
  • Kanton St. Gallen: 17 Prozent der Busse ohne Filter

Mit einer zweiten Motion verlangt die Politikerin vom Bundesrat die

…nötigen gesetzlichen Grundlagen für ein Förderprogramm zur Partikelfilter-Nachrüstung von Diesel-Fahrzeugen zu schaffen[...]

Zu lesen war davon nur wenig in den Schweizer Medien und wenn, dann nur am Rande. Schade, eigentlich.

Dieser Artikel wurde von Sandro am Montag, 27. Juni 2005 in der Rubrik Allgemein und zu den Stichwörtern , , , , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar verfassen. Pingen ist für diesen Artikel gesperrt.

11 Kommentare zum Artikel “Gefährliche Feinstaubbelastung in der Schweiz kein Thema”

  1. Peter am 4. Juli 2005 um 18:35
  2. Georg Meier am 5. Juli 2005 um 21:09

    Dass man was den Feinstaub realistischerweise das beste Resultat mit obligatorischem Partikelfilter für den motorisierten Indiviualverkehr erreichen würde ist allgemein bekannt.
    Dass die PW nicht serienmässig damit ausgestattet werden ist absurd, gleich absurd ist, dass Nebenschauplätze wie Chemines und Agrarmaschinen so aufgeblasen werden! Da hat die Öllobby wieder kräftig die Meinungen manipuliert und alle Aufmerksamkeit auf die offenen Feuerstellen gelenkt, dass grösste Problem, die Diesel-PW’s wurde glatt umschifft. Danke, Medienschaffende-Diesel-Faherer! Ignoranter gehts nicht!

  3. sense am 6. Juli 2005 um 12:34

    Es wäre so einfach: Ein EU-weites gesetz das neue Dieselautos einen Partikelfilter haben müssen.
    mehr gibts da nicht zu regeln, alles andere ist mit Kanonen auf Spatzen geschossen, oder wollt ihr etwa partikelfilter in jedem Laserdrucker (welche ja mehr feinstaub produzieren als autos…)

  4. chefarzt99 am 20. Juli 2005 um 17:16

    Man sollte nicht vergessen, das nur 3% der Feinstaubemissionen von PKW-Dieselauspuffrohren und 9% aus LKW-Auspuffen stammen.
    64% sind Naturstäube wie Seesalzemissionen, gefolgt von Bodenerosion sowie Sand aus den Wüstenregionen Sahara und Gobi! 10% enstehen vor Ort in Industrieprozessen und Hausheizungen.
    Was mann auch wissen sollte, das rauchen einer Zigarette erzeugt so viel Feinstaub wie ein 100 Minuten lang laufender Dieselmotor.
    Würde man in alle Diesel-PKW und leichte Nutzfahrzeuge sofort einen richtigen Russpartikelfilter einbauen (geschlossenes System), würden die Feinstaubemissionen gerade mal um 2,5% sinken (TÜV Süd 7.April 2005)
    In Büroräumen in denen Laserdrucker und Kopiergeräte arbeiten ist in 50% aller Fälle die Feinstaubbelastung von 100 bis 150 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen worden, das ist das 2-3fache des Grenzwertes für draussen. Ganz prekär ist es in Katholischen Kirchen während der Messe, wenn Weihrauch und Kerzen die Stimmung aufheizen. Da werden 600 bis 1000 Mikrogramm gemessen, das 12-20fache des in Europa zulässigen 24 StundenMittelwertes.(Vista VerdeNews 2.Dezember2004) Was auch noch wissenswert wäre ist, das der DHU, der Verband Deutsche Umwelthilfe, die treibende Kraft im Kampf für Partikelfilter, 100`000 Euro von den Russpartikelherstellern für die lobbyarbeit bekommen hat. Der Verband dient nicht nur der Umwelt, sonder auch sich selbst.
    In diesem Sinne

  5. AlphaPapaGolf am 20. Juli 2005 um 19:02

    Zum Glück kann man heute gut und genau messen (“wer misst, misst Mist !”). Sonst hätte Dschigis Khan seinerzeit wohl kaum den Ritt durch die feinstaubverpestete Wüste Gobi angetreten.
    Aber heute ist der Feinstaub ein Kampfargument der Sozis gegen die freie Markwirtschaft und Gesellschaft, wie früher die Klimaerwärmung oder noch früher das Waldsterben.
    Der Wald grünt wie immer und immer mehr, und wenn er lokal abstirbt, dann durch Lausbuben die ein Feuer im Freien entfachen.
    Auch die Klimaerwärmung ist erst ein Thema, seit sich der Grimselgletscher um 300 m zurückgezogen hat. Dass sich der erwähnte Gletscher vor zig.tausenden von Jahren bis heute von Genf via Genfersee und das ganze Wallis zurückgezogen hat, ist keine Klimakatastrophe (dieser Nichtkatastrophe haben wir ja unsere Lebensgrundlage zu verdanken).
    Auch das ZüriOberland war damals von einer dicken Eisschicht bedeckt.
    Vermutlich haben aber damals die Eiszeitmenschen zu stark geheizt, sodass die Gletscher subito in die Alpen zurück rannten.
    Dabei schmirgelten sie den Berghängen entlang, durch den entstehenden Feinstaub starben die Saurier, Säbelzahntiger und die Eiszeitmenschen einen grässlichen Erstickungstod.
    ..und heute ist den missionierenden Sozis kein Argument zu blöd, wieder eine enges Rotsockenparadies zu schaffen und den Menschen mit wirren Aussagen die Köpfe sturm zu reden…

  6. Georg Meier am 31. Juli 2005 um 20:28

    Lieber Chefarzt, Lieber AlphaPapaGolf
    Ich empfehle euch einmal einfach am eurem Auto-Auspuff täglich eine Stunde zu inhalieren. Ob Feinstaub oder Abgas, wie auch immer man diese Imissionen aus dem Auspuff eines PW nennt, für die Statistik wäre es interessant, ob ihr nach einem halben Jahr Auspuff-Inhalation chronische Bronchitis habt oder nicht. Eure Ignoranz ist nicht ein “Nicht-Wissen”, sondern ein notorisches verdrehen der tatsachen. Oder glaubt Ihr tatsächlich Eure Autoabgase seien sauber???

  7. AlphaPapaGolf am 2. August 2005 um 09:50

    Herr Georg Meier muss zur Kenntnis nehmen, dass verschiedenen PW Hersteller (Mercedes, Citroen etc) ihre Dieselfahrzeuge neuerdings mit Partikelfiltern ausrüsten.
    Der technische Fortschritt lässt sich nicht aufhalten.
    Das Problem der grünen Eiferer ist, dass sie sowohl ein Brett vor dem Kopf haben, als auch noch Scheuklappen umgeschnallt haben. Damit lässt sich trefflich in die Ferne und Breite schauen.

  8. Rudolf am 6. März 2006 um 22:55

    Der Feinstaub aus Dieselfahrzeugen hat eine Besonderheit, welche andere Feinstäube vermissen lassen: Dieselruss ist mir radikalischen Kohlewasserstoffen beladen und desghalb besonders gefährlich (ETH/EMPA 1999 Symposium Verbrennungstechnik)
    Rudolf

  9. scharlui am 11. Juli 2006 um 13:31

    Bei allem Respekt. Feinstaub – so wie ihn die Politik und die Öffentlichkeit wahrnimmt – ist ein künstlich aufgeputschtes Problem. Und widersinnig obendrein. Der beste Filter gegen Feinstaub ist nämlich den Grobstaub wieder ungefiltert heraus zu lassen.

  10. Sämi am 7. November 2006 um 17:01

    Soso, der *gefährlichste* Teil ist also von den Rauchern? Woher willst Du das wissen?

    Zeig mir eine einzige Studie, welche den kausalen Zusammenhang von ETS und gesundheitlicher Gefährdung nach den gängigen Kriterien für epidemiologische Untersuchungen nachweisen könnte – Ich kenne etwa 100 solcher Studien; aber keine einzige beweist diesen kausalen Zusammenhang!

    Und nur mal so zum Vergleich:

    - 2 Stunden BBQ setzt etwa gleich viel Toxine frei, wie 220’000 Zigaretten (das wären bei einem starken Raucher bei 1Pkt/Tg also über 30 Jahre paffen)…
    ( news.bbc.co.uk/1/hi/health/3106039.stm )

    - Ganz prekär ist es in Katholischen Kirchen während der Messe, wenn Weihrauch und Kerzen die Stimmung aufheizen. Da werden 600 bis 1000 Mikrogramm gemessen, das 12-20fache des in Europa zulässigen 24 StundenMittelwertes.
    (Quelle: Vista VerdeNews 2.Dezember2004)

    Also lass bitte die unbewiesenen Seitenhiebe gegen die Raucher – im Zusammenhang mit den bevorstehenden Rauchverboten werden bereits genügend Lügen und Halbwahrheiten verbreitet!

  11. Kreuzritter am 7. November 2006 um 17:13

    Soso, wieder mal einen Seitenhieb gegen die Raucher?
    Wie kommst Du drauf, dass Raucher verantwortlich für den gefährlischten Teil des Feinstaubes seien?
    Kannst Du mir eine Studie nennen, welche nach den gängigen Kriterien für epidemiologische Untersuchungen Deine These über ETS stützen würde? Ich kenne über 100 Studien, aber keine einzige würde nach den gängigen Kriterien Deine Aussage stützen!

    Und nur mal so zum Vergleich:

    - 2 Stunden BBQ setzen etwa die gleiche Menge Toxine frei, wie 220’000 Zigaretten (Dazu bräuchte ein starker Raucher bei 1Pkt/Tg über 30 Jahre)

    - Ganz prekär ist es in Katholischen Kirchen während der Messe, wenn Weihrauch und Kerzen die Stimmung aufheizen. Da werden 600 bis 1000 Mikrogramm gemessen, das 12-20fache des in Europa zulässigen 24 StundenMittelwertes.
    (Quelle: Vista VerdeNews 2.Dezember2004)

    Du kannst mir also sicher Deine These mit Fakten untermauern?
    ( news.bbc.co.uk/1/hi/health/3106039.stm )

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