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Flugverkehr soll für Umweltschäden aufkommen

In der EU wird derzeit diskutiert, wie der Flugverkehr für die von ihm verursachten Schäden in die Pflicht genommen werden kann. Dies aus verschiedenen Gründen:

In den Jahren 1990 bis 2002 sind die durch den internationalen Flugverkehr verursachten CO2-Emissionen der 25 EU-Mitgliedstaaten um 60 Prozent gestiegen. Dazu kommt, dass die Auswirkungen auf das Klima auf Grund der Höhe, in der die Emissionen des Flugverkehrs stattfinden, weit größer sind als die Menge der CO2-Emissionen vermuten lässt. Dennoch ist der Treibstoff für Flugverkehr, im Gegensatz zu anderen Verkehrsträgern, europaweit weitgehend steuerfrei

Eine Besteuerung des Kerosins ist jedoch aus verschiedenen Gründen kompliziert und kann nur unter speziellen Bedingungen die gewünschten Ziele erreichen. Dennoch ist es unfair, dass die verbrauchte Energie beim Flugverkehr nicht besteuert ist und er sich dadurch gegenüber z.B. der Eisenbahn, Vorteile auf Kosten der Umwelt verschafft:

Studien belegen allerdings, dass bei Distanzen zwischen 150 und 400 Kilometern das Flugzeug im Vergleich zur Bahn pro Person rund sechsmal mehr Energie verbraucht und rund viermal so viele Luftschadstoffe ausstößt. Bei Distanzen bis 600 Kilometer sind es immer noch dreimal so viele Schadstoffe. Während aber der Eisenbahnverkehr steuerlich belastet wird und dem Emissionshandelssystem unterliegt, ist das bei Flugverkehr bisher nicht der Fall

Als Lösung bliebe noch das Einbinden des Flugverkehrs in den Handel mit Emissionen und damit eine Kontingentierung ebendieser:

Als einen möglichen Weg, den Flugverkehr für die von ihm verursachten Schäden aufkommen zu lassen, sieht das EU-Parlament die Einbindung des Flugverkehrs in den Emissionshandel.

Dies muss auch in der Schweiz als Option angesehen und diskutiert werden. Doch bis es soweit ist, muss sich Herr und Frau Schweizer MyClimate – Tickets lösen, um die CO2-Neutral in die Ferien zu fliegen…

Weitere Infos:

Dieser Artikel wurde von Sandro am Mittwoch, 5. Juli 2006 in der Rubrik Allgemein und zu den Stichwörtern , , , , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

17 Kommentare zum Artikel “Flugverkehr soll für Umweltschäden aufkommen”

  1. Moni am 5. Juli 2006 um 12:09

    Frankreich führt glaube ich per 2007 oder so eine neue Steuer ein die auf jedem Flugticket erhoben werden soll. Der Betrag der zusammenkommt, soll der Entwicklungshilfe dienen. Eine solche Steuer sollte jedoch dazu dienen, CO2 reduzierende Projekte zu fördern, wie dies von Myclimate gemacht wird. Denn diese Projekte müssen auch für die Bevölkerung gleichzeitig ein Zusatznutzen haben. Leider wird dies wohl nicht geschehen.

    Ich kann jeden und jede nur ermuntern in Zukunft klimaneutral zu fliegen wenn denn geflogen werden muss. Besser wäre natürlich gleich ganz aufs fliegen zu verzichten.

    Ich fliege seit einiger Zeit mit einem zusätzlichen MyClimate-Ticket und versuche andere Leute auch dazu zu bewegen denn aufs fliegen werden sie nicht verzichten. Leider schreckt die meisten dann doch der zusätzliche (in meinen Augen jedoch lächerliche) Betrag ab. Habe angefangen, klimaneutrale Flüge zu Geburtstagen zu verschenken. Nein, damit fördere ich die Fliegerei nicht, denn die Leute fliegen sowieso ob sie von mir dieses Ticket kriegen oder nicht. Aber vielleicht kann ich sie zum nachdenken bewegen.

  2. fragenspeck am 5. Juli 2006 um 13:16

    “der Betrag der zusammenkommt, soll der Entwicklungshilfe dienen”

    Genau da liegt der Hund begraben. Nicht gegen eine ordnungspolitisch korrekte Lenkungsabgabe, welche die Staatsquote nicht erhöht. Aber sehr viel gegen ein Projekt, das vor allem zusätzlichen Einnahmen (und zigmal wiederholten guten Absichten) dient.

  3. Moni am 5. Juli 2006 um 13:34

    @fragenspeck

    Sorry, habe jetzt Deinen Eintrag nicht ganz verstanden.

  4. mess-anger am 5. Juli 2006 um 13:55

    Hauptproblem ist wohl die “Internationalität” (gibt’s das Wort überhaupt?). Wenn die Schweiz so eine Steuer erheben würde, würden einfach alle Fluglinien nur noch in Deutschland, österreich etc. tanken. Man müsste also eine weltweite, oder mindestens EU-weite Kerosinsteuer einführen. Das wird aber verdammt schwierig… Die Fluglinien werden wohl mit den ölkonzernen zusammen massiv Lobbying betreiben um dies zu verhindern.
    Aber wie wär’s mit einer Volksinitiative in der Schweiz? Hier könnte man mal Anfangen.

  5. Moni am 5. Juli 2006 um 14:00

    Diese Kerosinsteuer würde auf das Flugticket überwälzt werden was einen enormen Preisanstieg zur Folge hätte. Es könnte also nicht mehr jeder kurz für einen Euro nach Rom jetten, was ja eigentlich gut wäre für die Umwelt.

    Aber Du hast Recht, die Airlines würden da sicher nicht einfach so mitmachen. Dazu müsste die Kerosinsteuer auch für was gescheites verwendet werden und nicht wieder zweckentfremdet irgend ein Loch im Staatshaushalt stopfen.

  6. Pirelli am 5. Juli 2006 um 14:26

    Wegen der Internationalität. In dem Artikel steht ausdrücklich:
    In seinem Bericht hat das EU-Parlament nachdrücklich die Absicht der Kommission unterstützt, die Einführung der Kerosinsteuer weiter voranzutreiben.

    Also ist die Internationalität gewährleistet.

    Ich selbst unternehme keine Flugreisen, auch wenn ich durch MyClimate-Tickets gewissensberuhigenden “Privat-Emissionshandel” betreiben könnte.
    Muss mein Gewissen nicht noch damit belasten, ich bin ja schon ein böser Raucher. :-)

  7. Moni am 5. Juli 2006 um 14:35

    Uebrigens, ich mache das mit den Myclimate Tickets nicht zur Gewissensberuhigung. Da ich egoistisch genug bin, Lärm verursache (was mir übrigens nicht egal ist, damit ich das hier festgehalten habe…) und noch nicht auf Flugreisen verzichten kann/will, tue ich mindestens etwas, um bekanntlich stark negativen Auswirkung meines Tuns auf die Umwelt zu reduzieren und bin gerne bereit dafür ins Portemonnaie zu greifen. Wenn ich mir das dann nicht mehr leisten kann, höre ich definitiv auf.

    Mein letzter Flug war fürs Projekt Ladakh, das ich übrigens sehr gut finde, denn dort kann wirklich einiges an CO2 eingespart werden und die Bevölkerung profitiert stark davon.

  8. fragenspeck am 6. Juli 2006 um 15:49

    @Moni

    Frankreich will eine neue Steuer. Das schadet der Gesellschaft als Ganzes, weil der Spielraum für Eigeninitiative kleiner wird. Eine Lenkungsabgabe wäre etwas Anderes. Sie würde zwar erhoben (und zwar pro Flugkilomter), dun an alle gleichmässig zurückerstattet.

  9. Moni am 6. Juli 2006 um 16:02

    Soweit ich verstanden habe, wird pro Flugticket ein gewisser Betrag an Steuer erhoben, je nachdem ob Kurz- oder Langstreckenflug tiefer oder höher. Dieser Topf wird dann für Entwicklungshilfe verwendet. Meiner Meinung nach ist das theoretisch ok wenn CO2 reduzierende Projekte unterstützt würden, d.h. ich produziere mehr CO2 also muss ich für deren Reduktion aufkommen.

    Spielraum für Eigeninitiative wäre heute schon genug, wird aber nicht gemacht.

  10. fragenspeck am 6. Juli 2006 um 16:39

    Steuern verringern den Bereich der Eigeninitiative, Lenkungsabgaben nicht. Die Steuerquote war in der Schweiz noch nie so hoch,ergo der Freiraum noch nie so klein, darum ist die Eigeninitiative der Menschen so gering.

  11. Moni am 6. Juli 2006 um 16:52

    Sie nennen das Steuer, wäre aber vielleicht auch eine Lenkungsabgabe. Es wird ja dort nicht jeder Bürger belastet nur der der fliegt, und der kann sich das sicher leisten. Wer nicht, der fliegt nicht. Es geht um ein paar lächerliche Euros pro Ticket oder Flug.

    Wer nicht flieg, bezahlt auch nicht.

  12. _driv3r_ am 6. Juli 2006 um 19:54

    “Wer nicht, der fliegt nicht. Es geht um ein paar lächerliche Euros pro Ticket oder Flug.”

    Sowas kann man ja auf freiwilliger Basis machen. Ich jedenfalls kann mir nicht erklären, wie der Umwelt geholfen sein soll, wenn Flugpassagiere abgezockt werden und das Geld in die irgendwelche fremden Taschen fliesst.

  13. Moni am 7. Juli 2006 um 08:12

    Flugpassagiere werden nicht abgezockt, so ein Mist. Wenn das richtig gemacht wird, kann es durchaus funktionieren. Nur ist der korrupte Mensch das Hauptproblem. Auf freiwilliger Basis funktioniert so was nie richtig.

    Angenommen es wird künftig eine Steuer auf Kerosin erhoben wie dies mit Benzin oder Diesel heute schon passiert. Ein Flug Zürich-New York wird sich pro Ticket um bis zu mehreren hundert Franken erhöhen. Dieses Geld fliesst dann vielleicht wirklich in irgendwelche fremden Taschen und wird sicherlich nicht für das aufgewendet wie hier gefordert. Dafür wäre zuviel Geld im Spiel. Das ist meine persönliche Meinung.

    So eine Kerosin-Steuer würde dazu führen, dass bedeutend weniger geflogen würde weil es sich viele nicht mehr zwei- oder dreimal im Jahr leisten könnten. Auch bei Geschäftsreisen würden einige Firmen vielleicht doch von der Video-Konferenz öfters gebrauch machen. Würde aber auch Verlust von Arbeitsplätzen bedeuten, da müsste man sich schon auch überlegen, was man dann mit diesen vielen Leuten machen soll.

  14. Pirelli am 7. Juli 2006 um 09:41

    1975 kostete der billgste Flug Zürich-New York retour 3600 Franken. Das dürften teuerungsbereinigt über 7000 Franken sein heute.

    Und du, Driv3r, findest, die Passagiere würden abgezockt? Was kostet der billigste Flug heute? Und wird nich schlicht jede Fluggesellschaft staatlich subventioniert, und sei es nur durch die Steuerbefreiung?

    Wherst du dich nicht immer gegen Subventionen jeder Art?

    Nenne mir eine Fluggesellschaft, die ohne Subvention und mit üblichen Steuern überhaupt zu den Spottpreisen von heute zu fliegen imstande wäre.

  15. Chevy am 7. Juli 2006 um 10:12

    @Pirelli

    woher weisst Du das es 1975 keine billigeren Flüge nach NY gab?

  16. Pirelli am 7. Juli 2006 um 10:54

    Markus Schneider in der “Weltwoche”. Den halt ich für unverdächtig, weil garantiert weder links noch grün.

  17. AlphaPapaGolf am 8. Juli 2006 um 15:36

    Man müsste endlich das Flugpetrol mit einer Steuer belegen, ähnlich dem treibstof für Ottomotoren.

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