Feinstaub – Alarm in der Schweiz, Politik tatenlos

Seit dem sechsten Januar ist die Feinstaubbelastung in Zürich nicht mehr unter den gesetzlich vorgeschriebenen Höchstwert gesunken. 50 Miligramm pro Kubikmeter Luft wären “erlaubt”, Zürich weist im Durchschnitt der letzten zehn Tage 78.7 auf! Und was tut die Politik? Fahrverbote für Dieselfahrzeuge? Fehlanzeige. Feuerverbote für Cheminnées? Fehlanzeige. Es passiert nichts, nada. Dabei sind die Ursachen und Folgen des Feinstaubs klar:
Hauptverursacher des anthropogenen Anteils am Feinstaub in Deutschland sind (in Klammern: prozentualer Anteil in Deutschland laut Bundesumweltministerium, Stand 2001):
- die Industrie: 60 kt/a (35,1%)
- Privathaushalte und Kleinverbraucher: 33 kt/a (19,3%)
- Straßenverkehr (ohne Abrieb): Dieselmotoren (siehe: Dieselruß): 29 kt/a (17,0%)
- Elektrizitäts- und Fernheizwerke: 19 kt/a (11,1%)
- übriger Verkehr: 16 kt/a (9,4%)
- Schüttgutumschlag: 8 kt/a (4,7%)
- Industriefeuerungen: 6 kt/a (3,5%)
Beim o.g. Anteil des Straßenverkehrs sind jedoch Abrieb von Reifen, Bremsbelägen und Straßenasphalt nicht berücksichtigt. Der Reifenabrieb verursacht grob geschätzt rund 60 kt/a (davon PM10-Anteil etwa 10%, also rund 6 kt/a) und Bremsabrieb 5,5 – 8,5 kt/a (überwiegend PM10) (Umweltbundesamt 2004). Über Emissionen von der Straßenoberfläche sind keine Schätzungen bekannt. Insbesondere in den Städten beträgt der Anteil des Verkehrs an den Feinstaubemissionen deutlich über 50 Prozent.
(Quelle: Wikipedia)
Eine einfache Patentlösung gibt es leider nicht. Doch kleine Schritte führen auch zum Erfolg. Um die Feinstaubwerte im Winter zu reduzieren gäbe es folgende Möglichkeiten:
- Antistaugebühr resp. Antifeinstaubgebühr für die Innenstadt (Beispiel London: – 12% Feinstaub seit der Einführung der Maut)
- Fahrverbote an besonders belasteten Tagen/Wochen (Beispiel: Italien)
- Subventionierung von Feinstaubfiltern für Dieselmotoren
- Das Vorschreiben von Feinstaubfiltern, zum Beispiel auf Baustellen oder überall
- Emissionsabhängige Steuern/Maut für Lastwagen und Baustellengeräte
Auch wenn die grossen Medienhäuser dieses wichtige und brennende Thema meiden wie der Teufel das Weihwasser, ist es für viele Schweizer Bürger und Bewohner wichtig. Dies zeigt ein Blick in die Blogsphäre:
- Partikelfilter für Dieselfahrzeuge
- Feinstaub ist schon in kleinen Mengen schädlich
- [Politik] Feinstaub: Fahrverbot kommt nicht in die Tüte
- Keine Ohren für die Feinstaub-Problematik
- Feinstaub unter der Nebeldecke
- Nichts tun, stinkt! Ihr feigen Politiker
Ach ja, liebe feinstaubgeplagte Senioren und Kinder und andere Betroffene: Wenn Sie Politiker möchten, die etwas tun gegen die Probleme der Bevölkerung, erteilen Sie der SVP eine Absage an der Urne. Deren ExponentInnen, wie zum Beispiel Ignory 2005 Gewinnerin Jasmin Hutter, kämpfen an vorderster Front gegen jegliche Umweltschutzmassnahmen. Ganz nach dem Motto: Eigenverantwortung. Kaufen Sie sich in eigener Verantwortung eine Feinstaubmaske oder bleiben Sie Zuhause!

Feinstaub: Die Politik kommt in Bewegung
Wie Sandro von Ignoranz.ch schreibt, sanken die Feinstaubwerte in den letzten zehn Tagen in Zürich nicht mehr unter den gesetzlich festgeschriebenen Höchstwert. Zürich reagiert nun aber: Nach dem Vorbild von Stuttgart (D) wird ein Fahrverbot für Au…
[...] Wie Sandro von Ignoranz.ch schreibt, sanken die Feinstaubwerte in den letzten zehn Tagen in Zürich nicht mehr unter den gesetzlich festgeschriebenen Höchstwert. Zürich reagiert nun aber: Nach dem Vorbild von Stuttgart (D) wird ein Fahrverbot für Autos mit hohen Abgaswerten geprüft. Ein Fahrverbot könnte aber laut 20min Online frühestens nächsten Winter umgesetzt werden. [...]
Die SVP unternimmt ja schon etwas dagegen! Wie immer sorgt sie sich um “uns” (in der Schweiz lebende Menschen), vorallem wenn es um unsere Gesundheit geht!!!
http://www.swissinfo.org/sde/swissinfo.html?siteSect=113&sid=6387005&cKey=1137416477000
…ähh oder verwechsel ich da etwas…?
übrigens:
heute stand in der 20minuten, dass die massnahmen von leuenberger nicht nur von der SVP kritisiert wurden, sondern ebenfalls von der GRÜNEN PARTEI!!!
ich werde daraus ehrlich gesagt nicht schlau :/
übrigens ist der mensch ein idividuum, und obwohl es nur 4 bundesratsparteien gibt, bedeutet dies nicht zugleich, dass sich die meinungen eines jeden bürgers klar zuordnen lässt.
damit will ich sagen: die meinung von frau hutter wiederspiegelt nicht automatisch die meinung der svp und sämtlicher svp-wählern.
da wird viel zu schnell pauschalisiert.
“ich werde daraus ehrlich gesagt nicht schlau :/”
abraham, das kann man auf gut Deutsch als vor gelebte ignoranz nennen. Bravo abraham, immerhin gibst Du zu, dass Du schwer von Begriff bist.
Gerog Meier, besten Dank für den Wortverdreher. Ich weiss es zu schätzen, auf sachlicher Ebene zu diskutieren. Dass dazu nicht alle Menschen fähig sind, wurde mir nun bewusst!
Lesen bildet. Es steht klar im Artikel, wieso die Grünen protestierten. Ihnen gehen die Massnähmlein von Leuenberger klar zuwenig weit. Bei 3′700 Toten sollte man sofortmassnahmen umsetzen, nicht irgendwas für frühstens 2007 palavern. Insofern nachvollziebahr, das die einzige nachhaltig denkende Parteie da protestiert.
Was ist nicht klar daran?
klar, 3700 personen die an feinstaub krepieren.
der link zur studie hab ich bisher nicht gefunden. schade.
ich empfehle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Feinstaub#Wirkungen_auf_die_Gesundheit
was sagt uns das? wir wissen nicht wirklich viel. jetzt mit toten zahlen um sich schmeissen bringt auch nix.
die angestrebten partikelfilter für neuwagen is ein guter schritt in die richtige richtung.
Die Verwendung einer Suchmaschine um die gewünschten Infos (hier auch als PDF) zu finden, hätte ich Dir zugetraut. Schade.
sorry sandro,
aber da steht wieder nur eine zahl. leider nicht [b]wie[/b] man auf diese zahl kommt.
im wikipediaartikel steht unteranderem: “Die Studien sind zwar ein Hinweis auf Gesundheitsschäden; jedoch können eventuelle Störgrößen nicht ausgeschlossen werden, und ein wissenschaftlich bewiesener biologischer Wirkungsmechanismus ist nicht bekannt.”
es steht zb. auch:
“Die Gefährlichkeit wird offensichtlich nicht durch die Masse, sondern vor allem durch die Oberfläche der Partikel bestimmt.”
Es steht aber leider nirgends wie man auf eine Zahl an toten kommt. Die Studie der WTO wird übrigens auch als nicht ganz korrekt kritisiert.
Es besteht noch sehr viel Forschungs bedarf, deswegen bin ich mit den Massnahmen von Leuenberger zufrieden.
Wir sollten nicht mit Kanonen auf Spatzen schiessen…
so, ich sollte weiter arbeiten, du doch sicher auch, wir arbeiten ja für dieselbe firma
sandro und georges meier, warum immer so feindselig? könnt ihr nicht auch mit anders gesinnten einen freundlichen umgangston pflegen?
im hier geposteten artikel steht definitiv nichts über die grüne partei und in der 20minuten, wo ich das aufgegriffen habe, stand auch nur dass sie dagegen sind, nicht aber aus welchen gründen.
Sorry, da habe ich die Infos des Tagi vorausgesetzt. Zeigt jedoch schön die “Qualität” von 20 minuten auf. Man kennt zwar die Schlagzeile, hat aber null Infos.
Um den Feinstaub zu reduzieren, müsste man in der Stadt ZH auch das fernheizkraftwerk abschalten, die VBZ stillegen (Trams erzeugen feinstaub, auch der Elektrotrollley erzeugt Feinstaub durch Pneuabrieb)
Der Kampf gegen den Feinstaub ist vielschichtig und kann nicht in der ersten Runde gewonnen werden. Um Resultate zu erzielen sind viele griffige Massnahmenpakete vorgesehen. Allerdings sollte man mit der Einführung von Partikelfiltern für Fahrzeuge und Kamine nicht zuwarten, sondern diese zügig realisieren
Heute in der NZZ:
Holzfeuerungen sind schlimmer als Autobahnen!
http://www.nzz.ch/2006/01/20/il/newzzEIO9XN7B-12.html
Da Frage ich mich wie lange dass es noch geht bis einer das Grillen im Garten verbieten will!
Was kommt dann als nächstes? Eine Strafabgabe für jeden Menschen da er ja mit etwa 70Watt heizt?
Bitte alles Zitieren:
Dann wirds nämlich schnell ziemlich relativ. Alpentäler haben ja bekanntlich ziemlich viele Autobahnen… Und ausserdem, wieso sollen Holzfeuerungen keine Feinstaubfilter haben?
>Und ausserdem, wieso sollen Holzfeuerungen keine Feinstaubfilter haben?
weil der mensch seit jahrhunderten mit holz heizt und es ihm bis heute nicht übermässig geschadet hat.
dazu kommt noch das es keine bezahlbaren feinstaubfilter für holzfeuerungen gibt.
Feinstaub wiurd wohl das Unwort des Jahres…
Ich habe alles Zitiert, ich habe hald die überschrift genommen, Du die 2. hälfte eines Satzes.
Bei einem Neubau kann man darüber diskutieren, aber bestehende Kamin teuer umbauen, das ganze danach nochmals Feuerpolizeilich abnehmen lassen finde ich übertrieben. Beim Gartenkamin, oder Grill kann man es eh vergessen.
Feinstaub: Sind Holzfeuerungen wirklich schlimmer als die Autobahnen?
Wie die NZZ schreibt, sorgen nicht nur die Strassenverkehrsteilnehmer sondern auch Holzfeuerungen für eine erhöhte Feinstaubkonzentration in der Luft. Der Tages-Anzeiger bemerkt sogar, dass die Luft vor allem in gewissen Bergtälern durch die Holzfeu…
ähh wie zitiert man hier?
da hingegen wiederspreche ich dir nicht, sandro.
ich bin der meinung, das feinstaubproblem kann nicht von heute auf morgen gelöst werden. aber es muss JETZT angegangen werden.
wenn man zum beispiel jetzt eine russpartikelfilter-pflicht für sämtliche neue dieselfahrzeuge erlassen würde, dann haben in ca. 15 jahren zumindest der grösste teil der fahrzeuge so eines. nachrüstpflicht würde vermutlich zu aufwendig werden.
aber es zeigt, das heute getroffene massnahmen möglicherweise erst in 15 jahren greifen, daher muss dieses thema dringend debatiert werden.
Mit HTML Syntax. Für Zitate vorne dran: < blockquote > hinten dran < / blockquote > (Ohne Leerzeichen). Steht auf der Todo-Liste, hier BB-Code anzubieten.
Stimme ich voll zu, deshalb thematisiere ich das auch stets wieder.
ja BB-code wäre was feines, ist es im internet doch einigermassen standard geworden.
[...] Auch wenn es in den Schweizer Medien derzeit zumindest in der Schweiz praktisch kein Thema ist und selbst der Bundesrat nur kleinste Schrittlein unternimmt ist die Feinstaubbelastung derzeit wieder weit über dem gesetzlichen Maximalwert. Derzeit (Sonntag, 29.01.2006 14.00) 90 ug/m3 anstatt der maximal “zulässigen” 50 ug! Abgelegt unter: Umweltschmutz Tags: none — Sandro @ 15:41 [...]
Solange “Regierungsrätinnen” wie Dorothee Fierz in Zürich keine Massnahmen Treffen, wird sich sicher nichts zum Positiven verbessern, wegen dem Feinstaub.
Siehe das Beispiel in Menzengrüt mit dem Gemüseproduzenten und SVP Kantonsrat Achermann.
Zuerst zündet er im Freien viele alte Paletten mit verleimten Holz an.
Dann nimmt er in einem riesigen Gewächshaus (5m Hoch 7000m2) nur mit 2 dünnen Folien “isoliert”, 4 Oel-Heizlüfter a 186kW ohne Bewilligung in Betrieb.
Damit nicht genug. Letzten Samstag hat er nochmals eine grosse Heizung um den Boden in dieser Kälte zu Dämpfen natürlich wieder ohne Bewilligung Inbetriebgenommen. Riesige schwarze Rauchschwaden gingen vor Menzengrüt absolut unnötig in die Luft. Frau Fierz ist im Besitz eines Videos als Beweis.
Nichts ist passiert. Interessant ist, dass Ch. Achermann innert Tage vom AWEL eine Bewilligung bekommen hat. So geht das!
Von Rücksichtnahme oder Vernunft ist da sehr wenig zu spüren.
Heute heizt er wieder voll Rohr mit offenem Dach unsere Umwelt!!!
So was darf doch einfach nicht war sein!!!
[...] Feinstaub – Alarm in der Schweiz, Politik tatenlos [...]