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Feinstaub: Vor allem Verkehr und Holzverbrennung

In der NZZ und auch auf deren Webseite ist ein Interview zu lesen mit dem Chef der Abteilung Lufthygiene des AWEL des Kantons Zürich. Darin zieht Hansjörg Sommer eine Bilanz der massiv überhöhten Feinstaubwerte dieses Frühjars und der damit verbundenen Sofortmassnahmen (z.B. Tempo 80 Limite). Das Wichtigste aus dem Interview in Kürze:

Woher der Feinstaub kommt:

Fest steht auch, dass dieser (Feinstaub, anm. d. Red.) hausgemacht war und nicht importiert wurde.

Zur Tempo 80 Limite:

Unsere Daten zeigen, dass die Belastung an der Autobahn um etwa zehn Prozent mehr zurückgegangen ist, als allein aufgrund der Meteorologie zu erwarten war.

Zur Ursache des Feinstaubes:

Im Winter stehen deshalb eindeutig der Verkehr und die Holzfeuerungen im Vordergrund.

Zu den Dieselmotoren:

Der Russ ist insgesamt etwas zurückgegangen, vor allem wegen der schärferen Abgasnormen bei den Lastwagen. Bei den Personenwagen dagegen haben wir eine Zunahme festgestellt, was sich mit dem höheren Anteil der Dieselfahrzeuge erklären lässt.

Zu den Partikelfiltern:

Kommt ein Bus (an eine Bushaltestelle, Anm. d. Red.) mit Partikelfilter, so verdoppelt sich die Partikelanzahl, kommt aber einer ohne Filter, so steigt die Zahl der Partikel um das 15fache an.

Zu den Massnahmen:

Die Massnahmenpläne des Bundes und des Kantons zur langfristigen Bekämpfung des Feinstaubes gehen in die richtige Richtung. Darüber hinaus sind aber besondere Massnahmen für kurzfristige Spitzenbelastungen nötig. Diese könnten etwa ein Holzfeuerungsverbot für Anlagen, die nicht zwingend zum Heizen benötigt werden, ein Feuerwerksverbot oder auch Tempobeschränkungen umfassen.

Dieser Artikel wurde von Sandro am Mittwoch, 23. August 2006 in der Rubrik Verkehr und zu den Stichwörtern , , , , , , , , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

14 Kommentare zum Artikel “Feinstaub: Vor allem Verkehr und Holzverbrennung”

  1. _driv3r_ am 23. August 2006 um 11:54

    Genau. Als nächstes kommen sie wohl wieder mit einem Chemineeverbot (ähnlich lächerlich wie ein Grillverbot).

    Mögen diese verdammten Beamten in der Hölle brutzeln! Bleibt nichts als sich mit Händen und Füssen gegen diese Öko-Psychopaten und machtgierigen Behörden zu wehren…

  2. rlarsson am 23. August 2006 um 12:33

    Es sind halt eben die Probleme, die unser Land bewegen! Da wird wieder etwas in einer Art und Weise aufgebauscht, dass die Balken nur so krachen. Ab EURO 4 Norm wurden die Auto-Dieselmotoren massiv sauberer, dies hinsichtlich der Verbrennung des Kraftstoffs und des Schadstoffausstosses. Ein Bruchteil der Lastwagen erfüllt diese Norm heute. Der Weg ist aber auch bei LKWs vielversprechend. EURO 5 Norm beinhaltet zusätzlich einen Partikelfilter. Diese Norm erfüllen heutige Autos, durch zusätzliches Nachrüsten mit einem Partikelfilter (beim Autokauf für einen Aufpreis erhältlich). Eigentliche Stinkkarren verabschieden sich je länger je mehr aus dem Strassenbild. Die Bürokraten täten gut daran, die Innovationen der Industrie nicht unnötig mit sinnlosen Gesetzen zu bremsen, resp. den Bürger ständig mehr zu bevormunden! Bürger investieren nämlich genau in diese Technologien, z.Bsp. durch den Kauf eines Neuwagens. Holzfeuerungsverbot für Anlagen, die nicht zwingend zum Heizen benötigt werden, ein Feuerwerksverbot oder auch Tempobeschränkungen sind absolut unsinnige Massnahmen und zeugen von behördlicher Willkür und null Sachverstand. Das bräteln einer Wurst am offen Feuer müsste konsequenter Weise auch verboten werden! Brauchen wir wirklich noch mehr Öko-Schnüffler, Inspektoren und Behördenstellen die uns täglich das Leben zur Hölle machen würden? Nein Danke!

  3. Moni am 23. August 2006 um 13:27

    @driv3r

    Irgendwer muss ja Leuten wie Dir Gegensteuer geben. Mit etwas Glück trifft man sich mindestens irgendwo in der Mitte was ja schon eine enorme Verbesserung ist.

  4. Rico am 23. August 2006 um 13:31

    Die Aussagen dieses Herrn Sommer sind -gelinde gesagt – unvollständig. Hauptschuldig am Feinstaub sind nicht der Verkehr und Holzfeuerungen.

    Ich glaube diesem Faktenblatt jedenfalls mehr.
    Danach kommt der überwiegende Teil des Feinstaubs (56%) nicht aus der Verbrennung, ob von Benzin, Diesel oder Heizoel. Und das dann erst noch im Jahre 2000.

    Heute haben aber schon sehr sehr viele Transportunternehmen ihre Lkw-Flotte auf Euro 5 umgestellt, eine Norm, die eigentlich noch nicht mal gesetzlich vorgeschrieben sind.
    Wobei vor allem der öV da noch hinterher hinkt. Es gibt aber auch da vorbildliche Städte und Kantone, die ihre Busflotte nachgerüstet oder ersetzt hat.

    Neue Diesel-Pkw haben heute praktisch alle einen Partikelfilter.

    Womit ich nichts sagen will gegen z.B. eine Filterpflicht für die immer mehr zunehmenden Holzheizungen (z.B. Pellet-Heizungen).

    Zu erzählen, der Feinstabu habe wegen der Temporeduktion (auf max 80) um von 10% abgenommen, ist Schindluderei.

    Die beim Verkehrsanteil (29%) massgeblich beteiligten Lastwagen und öV-Busse sind z.B. genau gleich schnell gefahren wie ohne 80er Limit.

    Wenn’s überhaupt etwas Messbares gebracht hat, dann war es der gleichmässigere Verkehr, der weniger Treibstoff und damit auch weniger Feinstaub aus Verbrennung und Abrieb brachte.

    Wenn man das will (gleichmässigeren Verkehr), muss man aber viele in die Strassen gebaute Schikanen wieder abbauen, die alle Fahrzeuge
    zum Abbremsen und wieder Beschleunigen zwingen, muss Staus vermeiden helfen (Ausbau wie am Baregg z.B.).,….

    Feuerwerksverbot, Cheminéeverbot, womöglich auch noch Lagerfeuer- und Grillverbot u.ä. das ist doch Kindergarten.
    Ich habe also Grüne auch schon intelligenter argumentieren gehört/gelesen.

  5. Rico am 23. August 2006 um 13:34

    Tschuldigung. Weiss nicht, warum es da so einen grossen Leerraum gegeben hat. Und da man nicht editieren kann, bleibt er halt bestehen. Sorry.

  6. Velofahrer am 23. August 2006 um 14:14

    Am 21. September findet zum Thema Feinstaub in Zürich eine Podiumsdiskussion statt unter dem Titel Feinstaub: Gefahr oder Hysterie? Der Sommer ist zwar nicht dabei aber sonst ziemlich renommierte Personen. Geht hin, dann könnt Ihr Euch an der Quelle informieren.

    Die Infoseite ist: http://www.22september.ch/Podium

  7. Dreckfilter am 23. August 2006 um 15:54

    “Gut” finde ich bei solchen Veranstaltungen immer wieder diejenigen Teilnehmer, welche nur aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einem Verband (VCS etc.) teilnehmen dürfen. Das zeigt immer wieder sehr gut die Objektivität der Veranstaltung auf. Man könnte das auch “Selbstbeweihräucherung” nennen…

  8. Velofahrer am 23. August 2006 um 16:51

    Aus guter Quelle weiss ich, dass dies überhaupt nicht der Fall ist. Tatsache ist, dass Gienzendanner und co. allesamt abgelehnt haben… warum, darüber könnte man nun spekulieren… ein Fall von “Nix sehen, nix hören, nix sagen” vielleicht… oder wolltest Du etwa eine Einladung Herr Dreckfilter? ;-)

  9. sense2 am 23. August 2006 um 17:07

    ich will ne einladung, aber nur wenns n gratis parkplatz für mein landy hat :D

  10. Dreckfilter am 23. August 2006 um 17:20

    Ich käme schon, aber mit dem Zug….

    @ Velofahrer: wo soll denn der VCS-Vertreter eingeordnet werden? Als Sachverständiger etwa, nur weil er beim VCS Geschäftsführer ist? Ich kann mir gut vorstellen, dass Giezendanner & Co. nicht gerne zur Problematik diskutieren, wobei ich dies eher in mangelnden rhetorischen und argumentativen Fähigkeiten sehe oder aber in der bei der “rechten” Fraktion momentan modischen Strategie des “keine Plattform-Bietens”. Dies alles hat aber noch nicht zur Folge, dass der Geschäftsleiter VCS Zürich deshalb besonderen Sachverstand hätte. Bei der TCS-Vertretung kann dies übrigens auch in Frage gestellt werden, wenngleich ich dahinter doch eine entsprechende Ausbildung erwarte. Bei Stadtrat Neukomm sehe ich teilweise auch Fragezeichen; er muss sich auch als Forstingenieur beim Sachgebiet Feinstaub primär auf ihm zugetragene Auffassungen stützen….

  11. Land(m)ei(er) am 23. August 2006 um 22:22

    Feinstaub! – Wer bitte, hat den diesen geistigen Tsunami wieder losgetreten?!
    Dabei war ich schon fast sicher, der Feinstaub hätte sich wieder verzogen.

    Feinstaub ist eigentlich ein viel zu belangloses Diskussionsthema. Mir gefällt viel mehr, was den Unterschied zwischen dem „halbvollen“ und dem „halbleeren“ Glas ausmacht.
    Ich habe den Link ( dem Interview ) vom Autor dieses Eingangstextes aktiviert und den Artikel gelesen. Und danach habe ich exakt dieselben Fragen des Autors genommen und aus exakt demselben Interview mit Herrn Sommer die Antworten herauskopiert.
    Ich bin nicht stolz darauf; aber in den nächsten Zeilen ist kein einziger Buchstabe von mir selber getippt, sondern alles nur mit CTRL-C und CTRL_V zusammengestellt.

    - Woher der Feinstaub kommt

    Der Hauptgrund für diese hohe Belastung lag in den besonderen meteorologischen Verhältnissen

    - Zur Tempo-80-Limite

    Wir haben Messwerte von Standorten an der Autobahn verglichen mit solchen, die nicht an einer Autobahn liegen. In der gleichen Zeit nahm die Feinstaubbelastung aus meteorologischen Gründen bereits etwas ab.

    - Zur Ursache des Feinstaubes

    Wir können deshalb nicht sagen, wie viel der geringere Verkehr und wie viel die Temporeduktion bewirkt hat.

    - Zu den Dieselmotoren

    Der Russ ist insgesamt etwas zurückgegangen, vor allem wegen der schärferen Abgasnormen bei den Lastwagen.

    - Zu den Partikelfiltern

    Aus diesem Grund sollten wir zuerst diejenigen Partikel bekämpfen, die unbestrittenermassen gesundheitlich besonders schädlich sind wie Russpartikel, und in Kauf nehmen, dass wir nicht auf ein Mal den gesamten Feinstaub beseitigen können

    - Zu den Massnahmen

    Bei Letzteren (Massnahmen) ist aber nicht die Meinung, dass diese mit der Zeit jedes Jahr und immer öfters verfügt werden, sondern nur in besonders dramatischen Lagen.

    Uff ! – Ich habe mir schon Sorgen um die Zürcher gemacht, dass die unter so einem AWEL-Leiter leiden müssen. Aber der Kerl ist offensichtlich doch etwas vernünftiger, als hier dargestellt. Obwohl, das mit dem Cheminéeverbot solltet ihr ihm schon noch ausreden.

  12. leonforte am 29. August 2006 um 15:58

    die feinstaubproblematik existiert ebenso wie der ständige trend des anstiegs der krankenkassenprämien. die fragestellung ist, was will die gesellschaft. die nachfrage nach dieselfahrzeugen ist zunehmend ebenso wie die nach holzfeuerungen……. persönlich finde ich insbesondere das pushen von “klimaneutralen” holzfeuerungen (pellets, öfen usw) ausserordentlich fragwürdig!

  13. Moni am 29. August 2006 um 15:59

    @leonforte

    Und warum?

  14. Hanf-Schwuchtel am 29. August 2006 um 16:38

    Holz verbrennt ab 700 Grad partikelfrei. In modernen geschlossenen Öfen wird diese Temperatur mühelos erreicht. Und ansonsten stehen diverse Rauchreinigungsanlagen zur Wahl, wie sie in grösseren mit Holz beheizten Gebäuden seit langem standardmässig eingebaut werden.
    Punkto Feinstaub stellen vor allem offene Cheminées ein Problem dar, aber auch deren Kamine lassen sich zum Beispiel mit Zyklon-Rauchreinigern nachrüsten.
    Punkto Klima sind die Holzfeuerungen eine der idealsten Heizmöglichkeiten – die Anführungszeichen sind also unzulässig.

    Übrigens werden gerade bei den erwähnten Pellets durch die sehr grosse Oberfläche leicht die optimale betriebstemperatur und eine maximale Effizienz erreicht. Und das Handling ist unübertroffen, wenngleich nicht sehr romantisch. Von den günstigen Auswirkungen auf die darbende Forstwirtschaft ganz zu schweigen.
    (Deren Existenzberechtigung “leonforte” allerdings grundsätzlich infrage stellt, weil für ihn auch das Ozon kein Problem darstellt. Das aber verursacht in heissen Sommern Ernteverluste in Milliardenhöhe, wie ich hier gelesen habe.)

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