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FDP-Pharmalobby leistet im Ständerat ganze Arbeit

Die Pharmaindustrie investiert ihr Geld gut und gezielt in FDP-Ständeräte. Dies führt dann zu solch seltsamen Entscheidungen.

Der Ständerat lehnt es ab, die EU-Prüfungen von Medikamenten auch in der Schweiz anzuerkennen.

Die Körper der Menschen in der Schweiz unterscheiden demnach erheblich von denen der EU-Bürger. Anders lässt sich die Argumentation nicht erklären, mit der die FDP-Pharmalobby im Ständerat die Millioneneinsparungen (oder muss man besser sagen die Millionenumsatzeinbussen?) verhindert hat. Besonders weit haben sich Trix Heberlein und Fritz Schiesser (beide FDP) für die Pharmaindustrie aus dem Fenster gelehnt:

Die Schweiz könne kein Interesse daran haben, die hochwertige eigene Zulassungsbehörde aufzugeben. Swissmedic sei häufig viel rascher als die Europäische Arzneimittelbehörde (EMEA). Dieser Vorsprung sei für viele Patienten lebenswichtig.

Erstens geht es darum, bereits in der EU geprüfte Medikamente auch in der Schweiz zuzulassen und zweitens liegt es sehr wohl im Interesse der Schweizer Konsumenten hunderte von Millionen jährlich zu sparen! Sind diese Politiker eigentlich von der Wirtschaft oder vom Volk gewählt worden?

Dieser Artikel wurde von Sandro am Mittwoch, 15. Juni 2005 in der Rubrik Politik und zu den Stichwörtern , , , , , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

7 Kommentare zum Artikel “FDP-Pharmalobby leistet im Ständerat ganze Arbeit”

  1. bhota70 am 15. Juni 2005 um 10:46

    Haha! Gleichzeitig zu den Batzeli sollte die Pharmaindustrie diese ehrwürdigen Marionetten auch noch mit Geriavit oder einem ähnlichen Präparat versorgen, damit sie aufhören, solchen Stuss rauszulassen und die unrühmlichen Vorgänge allzu offensichtlich werden lassen.

    Oder ist ein schlecht durchdachter Schnellschuss aus der PR-Küche schuld an diesen Aussagen? Dieser Schluss erscheint naheliegend, nachdem gemäss Tagi die beiden Parlamentarier das gleiche Argument gebraucht haben. Vielleicht sollten sie das nächste Mal besser abstimmen, wer welche Punkte aus dem Argumentarium zitiert.

  2. quadour am 15. Juni 2005 um 20:51

    Diese Partei gibt es in 10 Jahren nicht mehr (siehe Landesring).

  3. quadour am 16. Juni 2005 um 22:17

    ein super feedback zu diesem Thema in der heutigen Weltwoche unter dem Titel “Jetzt aber!” nach dem Motto “Eigentlich schon” Liberalismus. Lesenswert.
    Der Artikel bestätigt einmal mehr: Die Importmafia und das geschützte Gewerbe beherrschen dieses Land und deshalb gibt es kein Wachstum. Die zocken munter weiter ab, wie das seit 50 Jahren der Fall war. Mittlerweile sind die so reich und politisch mächtig geworden, dass eine Veränderung praktisch unmöglich ist. Die Frage stellt sich nun: wer hoffiert das alles? An vorderster Linie die SVP, dann die FDP und leider auch die CVP (Innerschweizer Stammlande).

  4. CAK am 17. Juni 2005 um 20:31

    Sorry, kann mich jemand aufklären, warum die Pharma-Lobby angeblich ein solches Interesse haben sollte, dass Medikamente in der Schweiz nochmals speziell zugelassen werden müssen? Das kostet die Pharma-Firmen ja Geld. Deren Interesse ist doch im Gegenteil, Zulassungshürden abzubauen, oder nicht?

  5. Sandro am 19. Juni 2005 um 19:48

    @CAK:

    Es liessen sich Hunderte von Millionen Franken einsparen, wenn von der EU oder von den einzelnen EU-Mitgliedstaaten geprüfte Medikamente in der Schweiz zugelassen würden, sagte Simonetta Sommaruga (SP/BE). Die Schweiz führe unnötige Zweitprüfungen durch. Dieses Handelshemmnis müsse beseitigt werden.

    (steht übrigens im verlinkten Tagi-Artikel)

    Diese hunderte von gesparten Millionen fehlen natürlich nachher irgendwo. Um dies zu verhindern sitzt Heberlein im Ständerat…

  6. CAK am 19. Juni 2005 um 23:08

    Ich glaube schon auch, dass man mit dieser einseitigen Zulassung Geld sparen kann. Nur sehe ich nicht, warum die Pharma dagegen sein sollte. Für die Pharma wäre es doch ideal, wenn es nur eine Welt-Zulassungsstelle geben würde, dann müsste sie nicht in jedem einzelnen Land um Zulassung bitten. Und wenn man die “Hunderten von Millionen” für mehr Medikamente ausgeben würde, wäre die Industrie wohl doppelt so glücklich…

  7. bhota70 am 20. Juni 2005 um 08:09

    Nur wenn die Medikamenten-Zulassung für den Schweizer Markt in der Schweiz bleibt, hat die hiesige Pharmaindustrie eine Chance, dass ihre Pfründe gewahrt bleiben und billigere, ebenso wirksame Präparate aus dem Ausland draussen bleiben müssen. Das von CAK erwähnte Lobby(ing) ist ein gutes Stichwort.

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