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Extremisten in der Chefetage, bereichern vor allem sich selber

Den Bluechips der Schweiz geht es Blendend. Ausgewiesene Gewinne für das Jahr 2004 in milliardenhöhe, erwirtschaftet durch gutes Management und vor allem fleissige und flexible Mitarbeiter. Logische Folge: die Verantwortlichen kriegen mehr Kohle. Doch dem ist nicht so, wie uns die Informationssendung 10vor10 gestern Abend aufgeklärt hat, belohnt sich das Management der Grossfirmen vor allem selber, die Büezer gehen dabei (fast) leer aus:

  • Roche: 60mal höhere Lohnerhöhung für Management als für Personal (bei Gewinn von 6.6 Milliarden 2004)
  • CS: 50mal höhere Lohnerhöhung für Management als für Personal (bei Gewinn von 5.6 Milliarden CHF 2004)
  • Baloise: 32 mal höhere Lohnerhöhung für Management als für Personal (bei Gewinn von 222 Millionen)

Zum Kotzen, dieser unglaubliche Egoismus!

Dieser Artikel wurde von Sandro am Dienstag, 9. August 2005 in der Rubrik Wirtschaft und zu den Stichwörtern , , , , , , , , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar verfassen. Pingen ist für diesen Artikel gesperrt.

10 Kommentare zum Artikel “Extremisten in der Chefetage, bereichern vor allem sich selber”

  1. Ignorierter am 9. August 2005 um 14:55

    “Extremisten in der Chefetage” Hä?
    Auch schön, wie unkritisch ihr die gestrige 10vor10 Geschichte nachbetet, die gerade mal sagenhafte 3 (in Worten: drei) schweizer Grossunternehmen herausgepickt hat und sich dabei auf die Quellenangaben der Gewerkschaften gestützt hat. Sozusagen vom Propagandamaterial der travail.suisse direkt in die News-Sendung des staatlichen Fernsehens.

  2. Sandro am 9. August 2005 um 15:00

    Na dann ist es ja viiiel weniger schlimm. Und diese Medienpropagandaverschwörungstheorie hast du nicht zufällig von Giezi oder Mörgeli, oder? Mit der Verschwörungskeule lässt sich super jedes Argument entkräften, das ist für gewöhnlich APG’s Job… Aber wenn du Infos hast von CH-Grossfirmen, welche ihre Ameisen am Erfolg partizipieren, kannst du ja hier die Links posten, wir verdienen nichts mit dieser Page und haben auch kein Interesse an Verschwörungen.

  3. sense am 9. August 2005 um 15:09

    neidisch?

  4. AlphaPapaGolf am 9. August 2005 um 16:04

    Die linken Medien stecken tatsächlich unter einer Decke und heizen sich gegenseitig auf, leiden folgerichtig auch unter dem Virus der Desinformation…..so, das zu Sandros Aussagen.
    Alllerdings ist zu sagen, dass die erwähnten Herren der obersten Chefetage tasächlich übertrieben stark “verdienen”. Unsere KMU-geprägte Wirtschaft erträgt derartige Auswüchse nicht lange. Ein “Lohn” von 20 (zwanzig) Millionen pro Jahr lässt sich nicht rechtfertigen. Das wird ja auch von namhaften, der Wirtschaft nahestehenden Kreisen vetreten. Der Begriff “Abzocker” für derartige Herren hat sich mittlerweile durchgesetzt und ist keinesfalls ehrenrührig. Wer auf diese Weise Geld “bezieht” schädigt langfristig das Vertrauen in Wirtschaft und Gesellschaft.
    Es ist das gleiche Verhalten, wie es von den Ludwig IX und seinem Hofstaat und der Nomeklatura in den kommunistischen Systemen gepflegt wurde. Selbstbedienung bis es kracht.
    “Löhne” von zwanzig Millionen haben weder etwas mit freier Marktwirtschaft oder Leistung zu tun, sondern schlicht und einfach mit FILZ:
    Beweis : In Konzernen wie CS, UBS, Nestle etc. gibt es Dutzende von Personen die als CEO ebenso erfolgreich operieren könnten, vielleicht zum halben Preis. Aber derartige Positionen werden ja nicht ausgeschrieben, sondern in gegenseitig verfilzten Wahlgremien “verteilt”.

  5. RonaldCH am 9. August 2005 um 16:35

    Das Schlimmste aber ist, dass die Gewerkschaften nun wieder Lohnerhöhungen nach dem Giesskannenprinzip verlangen. Die Chemische und die Banken werden bestimmt Erhöhungen akzeptieren, aber manche Branchen haben im Moment überhaupt keinen Spielraum dazu. – Kaum zu glauben, das die Gleichen, die nach mehr Arbeitsplätzen schreien, auf der andern Seite mit ihrer Politik solche elimieren.
    R.

  6. anaximander am 9. August 2005 um 20:04

    Tja, ohne Kapital läuft der Ofen nicht… Ich könnte mich jetzt lange auslassen über die Feudalherrschaft der heutigen Manager… Allerdings ist es so, dass Feudalherren die Pflicht hatten, für ihre Ameisen zu sorgen. Dies Pflicht haben die Manager nicht, im Gegenteil…
    Ich finde es ausgesprochen unanständig (die Selbstüberschätzung lasse ich mal weg), wenn jemand aus der oberen Etage meint, er habe ein Einkommen von mehreren Millionen “ver-dient”. Und ich finde es äusserst dumm, wenn Aktionäre gute Miene zum bösen Spiel machen…

  7. Georg Meier am 11. August 2005 um 22:16

    Baloise, Roche … kein Wunder, dass die Krankenkassen-Prämien steigen.
    CS … kein Wunder, dass die CS langsam aber sicher ein Übernahme-Kandidat wird.

  8. romana52 am 29. Januar 2007 um 17:37

    Ein Hoch der modernen Versklavung!

    Der Wirtschaftsbosse liebstes Spiel
    ist: Geld einsparen, im grossen Stil!
    Sie fühlen sich als Obermuftis
    und sind doch meist senile Gruftis,.
    die glauben, sie sein Bibeltreu
    und merken nicht, – sie sind der Streu,
    den man vom Weizen trennen muss!
    Gebt ihnen einen Judaskuss, -
    denn viele zu viele sind schon „Jünger“,
    zu gebrauchen höchst als Dünger,
    bei all dem Scheiss den sie reden, –
    im heiss geliebten Arbeitsleben!

    Und Politik, nur für die Reichen
    die Armen müssen’s dann ausgleichen, -
    auf deren Buckel wird gespart,
    „Das Leben ist halt einfach hart“.

    Wer selbst kassiert und Leute mobbt,
    der hat es gut in seinem Job!
    Wer gleichgeschaltet, – zählt dazu,
    hat bei der Arbeit seine Ruh!

    Ein Mensch der menschlich ist geblieben,
    dem wird dies ganz schnell ausgetrieben,
    kämpft er dagegen, in Seelennöten -
    dann geht sein Job – oh Wunder, flöten.
    Wer Mensch bleibt – wird davongejagt,
    das ist beruflich nicht gefragt!
    Persönlichkeiten sind zu meiden,
    “da sonst sich unsre Wege scheiden”
    Mensch sein, steht im Endbericht,
    das ist ein folgenschwer Delikt, –
    geahndet wird dies mit Entlassung,–
    “Tschüss und weg! – Komm trag’s mit Fassung!“

    Das Denken ist schon längst verboten
    “es bringt uns nicht die rechten Quoten”
    Von was? – das wird’ Dir nicht gesagt,
    und wehe dem – der nachgefragt!
    Die Fleiss’gen hat man ungeniert,
    zur Nummern runter degradiert.
    Auf Sprossen des Erfolges Leiter,
    geht es plötzlich nicht mehr weiter.
    Denn mit Lächeln und Humor,
    steht man heute aussen vor, -
    und Offenheit, – es ist empörend, -
    auch Hilfsbereitschaft – wirken störend,
    nach Ehrlichkeit wird nicht gefragt, –
    man leg all dies in einen Sarg -
    begrabe den, im Alltagsrummel,
    tief im täglich Arbeits-Dschungel
    und stell ganz schnell ein Kreuz bereit -
    Hier ruht die ganze Menschlichkeit!

    Die guten Arbeitsklima-Stopper,
    sind iQ – lose Anusrobber. -
    Über Leichen mit Courage,
    geht es in die Chefetage.
    Wer leben will, – nicht grad ein armes,
    der wird zum Ausgang eines Darmes. -
    So geht die Menschlichkeit jetzt munter,
    dem End entgegen, – das Bächlein runter!
    Denn Zahlen sind die Herrlichkeit,
    von heut an bis in Ewigkeit.

    Und übrig bleiben nur die Armen -
    Gott empfohlen – Gott erbarmen!

    ***ENDE***

  9. gumbyman am 30. Januar 2007 um 02:00

    Kein Problem – die Aktionäre sind ja selber schuld wenn sie solche “Bezüge” tolerieren. Abgesehen davon ist niemand verpflichtet, in solchen Unternehmen zu arbeiten oder mit ihnen auch nur zu geschäften.

    Dass sich aber wenigstens mal die *Einsicht* durchsetzt, dass diese Auswüchse weder notwendig, noch unausweichlich noch irgendwie gerechtfertigt sind, das wär’ schon mal ein Anfang ;-)

    g.

  10. romana52 am 30. Januar 2007 um 04:51

    Stimmt, verpflichtet ist niemand, in solchen maroden (bezogen auf das Arbeitsklima) Firmen zu arbeiten oder mit ihnen in’s Geschäft zu kommen. Nur leider müssen sich die Firmen nicht legitimieren, wenn sich ein einfacher Arbeiter um eine Anstellung bewirbt.
    Ihm wird kein Zeugniss über “korrektes Verhalten der Obrigkeit gegenüber den Untergebenen” vorgelegt. Und da ein normal arbeitender Bürger nun mal leider auf einen Verdienst angewiesen ist, landen Arbeitsuchende zwangsläufig auch an solche Firmen, denen sie besser ausgewichen wären.

    Was die Aktionäre betrifft. Nun, ich habe keinerlei Aktien von irgendwas – aber ich könnte mir vorstellen, dass die Aktionäre nur deshalb teures Geld in’s Management stecken, weil sie die Hoffnung haben, durch diese noch mehr Gewinn aus dem Betrieb herauswirtschaften zu können. Und mal ehrlich, so ein gewiefter Manager kann doch sicher gut reden ;-)
    Dass Firmen, durch Personalentlassungen Kosten eingespart und damit einen vermeintlich besseren Gewinn erwirtschaftet haben, konnten wir ja aller erleben.

    Nur selten gibt es Betriebe, die erkennen, dass das Personal ihr eigentliches Kapital ist – ohne die nichts funktioniert. Dass zufriedenes Personal, welches sich mit der Firma identifizieren kann, auch viel mehr Leistung erbringt. Aber darüber sehen leider viel zu viele Arbeitgeber hinweg. Ich weiss nicht, ob sie es in ihrer Wohlgefälligkeit nicht sehen können oder nicht sehen wollen.
    Schade für unsere Wirtschaft – schade um all die Mitmenschen, die Tag täglich einem enormen Druck ausgeliefert sind, um ihr Brot zu verdienen.

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