Erbschaftssteuer abschaffen und gleichzeitig Sparschraube anziehen
Aus unklaren Gründen hat der Bernische Grosse Rat die Erbschaftssteuer per 01.2006 abgeschafft. Total wurden Steuersenkungen im Umfang von 46 Millionen Franken beschlossen. Im gleichen Atemzug wurde die Sparschraube angezogen. Selten war es so offensichtlich auf welche Art und Weise die Bürgerliche Politik den Staat abbauen will. Wo werden die 46 Millionen Franke denn eingespart?

Die Erbschaftssteuer ist sowiso nicht rechtens gewesen, das Geld wurde schon x-mal versteuert und nur wei es innerhalb der Familie weitergereicht wird soll der Staat auch nichts davon erhalten. Gleich denke ich über die Schenkungssteuer, sie ist absurd und hat eher einen Krminellen Charakter als einen Staatlichen.
Nicht begriffen – die Erbschaftssteuer ist eine Reichtumssteuer!
Wenn Otto Normalverbraucher seine Habseligkeiten im Wert unter 1 Million vererbt, sieht der Fiskus i.d.R. nicht viel davon (progressiver Satz / Abzüge / Freibeträge). Wenn hingegen Seppli Steinreich seine zig Millionen weitergibt, dann schenkt das ein.
Und was passiert mit dem Geld das so nicht an den Staat geht? Richtig, die Reichen werden noch reicher und der Mittelstand zahlt mehr Einkommenssteuern, um die Ausfälle zu kompensieren – so geht das!
Aber eben, Reizwort Steuern, und schon hat man den Stimmbürger gekauft. Und merkt dabei nicht, dass er letztlich stärker geschröpft wird – schade, aber selber schuld.
g.
@gumbyman
mir scheint das es Du nicht begriffen hast, vor dem Gesetzt sind alle gleich, auch die Reichen und auch vor dem Steuer oder Erbschaftsgesetz. Das heisst das auch alle gleich viel Steuerprozente zu Zahlen haben.
Es ist sowiso asozial wenn 10% der Bevölkerung weit über die hälfte der öffentlichen Kosten berappen.
Zitat:
Aber eben, Reizwort Steuern, und schon hat man den Stimmbürger gekauft. Und merkt dabei nicht, dass er letztlich stärker geschröpft wird – schade, aber selber schuld.
Alternativ könnte man auch die Ausgaben senken, dann wird auch niemand stärker geschröpft, aber Du als Grüner kennst diese Option gar nicht mehr.
Chevy, Chevy …
“Asozial” ist nicht, dass die Reichen so viel der “öffentlichen Kosten” zahlen müssen. Asozial ist, wie wenig Leute wie viel am Gesamtvermögen besitzen. Die 300 Reichsten besitzen heute 400 Mrd. – 1989 warens noch 86. Mrd.
Lies hier nach, bevor du weiter an der Gebetsmühle deiner Partei kurbelst:
http://www.brainworker.ch/Arbeit/lohn_des_kapitals.htm#vermoegensverteilung-pareto
Und dann fang mal an, aufzulisten, wo denn die Ausgaben weiter reduziert werden könnten. Ambesten startest du bei deiner Partei, die mit zum grössten Teil chancenlosen Vorstössen und Initiativen den Staat jedes Jahr Milliarden kostet.
Ich bin für die Abschaffung der Einkommenssteuer, aber Kapitalgewinne müssen versteuert werden, die Vermögenssteuer muss rauf- und die Erbschaftssteuer auf 90 Prozent gesetzt werden. Dann ginge das Kapital endlich wieder in den Umlauf.
@Chevy
1.Du bist wirklich schlecht informiert, studier mal einige der noch verbliebenen kantonalen Erbschaftssteuer-Bestimmungen (Stichwort Freibeträge, z.B.) und dann reden wir wieder.
2.Ausgaben senken ist ganz schön, solange man nicht konkret werden muss:
- Militär ?
- Landwirtschaft ?
- Schulen ?
Na dann versuch’ das mal…
3.Selbst wenn Du einsparst, findet mit der Abschaffung von Reichtumssteuern die Umlagerung von unten nach oben trotzdem statt – kannst Du drehen und wenden wie Du willst.
4.Beschäftige Dich einmal ein bisschen mit Wirtschaftstheorie (Stichwort Bedürfnispyramide, Grenznutzen etc.) und Du wirst feststellen dass schon lineare Steuern zutiefst ungerecht sind – nur der Grad der Progression ist eigentlich verhandelbar.
Extrem-Beispiel: nimm einem hungernden Äthiopier 30% von seinem kümmerlichen Essen weg, und er wird ganz verhungern. Nimm Bill Gates 30% von seinem Einkommen weg und er wird mit den Achseln zucken.
g.