Energie-Etikette für Lebensmittel
CVP Nationalrat Pierre Kohler möchte eine Energie-Etikette für Lebensmittel einführen:
Für Konsumentinnen und Konsumenten sind Angaben zur bei der Herstellung, dem Verpacken und dem Transport von Lebensmitteln eingesetzten Energie (graue Energie) wichtige Informationen, die ihnen leider bis heute vorenthalten werden. Von der Bevölkerung wird verlangt, dass sie umweltbewusst konsumiert; dies ist ihr jedoch nur möglich, wenn alle Informationen, namentlich zum Energieverbrauch, zugänglich sind. Die Herkunftsbezeichnung ist zwar ein wichtiger Hinweis, sie beinhaltet jedoch weder Angaben zur Transportart noch zur Zubereitungsweise.
(Quelle)
Von Kühlschränken und Waschmaschinen kennt man die Energie-Etikette bereits. Sie hat sich nicht zuletzt als Verkaufsargument etabliert und wird wohl von keinem Politiker mehr bekämpft. Doch wieviel graue Energie steckt in den “Bio”-Tomaten aus Gran Canaria, welche im Februar in der Schweiz zu kaufen sind? Wäre die Energie für den Transport angeschrieben würde sich wohl manch ein Konsument zurückhalten derartigen Unsinn zu kaufen. Auch eingeflogene Blumen, Früchte oder Fleisch (aus Neuseeland oder Südafrika etc.) würde wohl vielen Leuten verleiden, wenn sie wüssten, wieviel Erdöl die Produktion und der Transport verbraucht haben. Vielleicht wüsste dann der/die ein oder andere wieder, was “saisonal” bedeutet und welches Gemüse hier in welcher Jahreszeit wächst.
Doch der Bundesrat hat das Postulat mit dieser Forderung “zur Ablehnung” empfohlen. Einmal mehr stellt die Regierung Wirtschaftsinteressen vor Umweltinteressen. Kyoto scheint bei solchen Entscheidungen keine Rolle zu spielen. Dabei wäre es grad hier so einfach, unnötigen CO2 Ausstoss an der Wurzel zu bekämpfen ohne den Menschen etwas wirklich wichtiges “wegzunehmen”. Denn die Etikette würde uns ja bloss den Dreck vor Augen halten. Wens dann immer noch nicht stört wenn er “dreckige” Esswaren isst, kann das ja immernoch tun. Hoffentlich jedoch, mit schlechtem Gewissen.

Graue Energie zu beziffern ist wohl eine äusserst schwierige Sache. – Was muss alles miteinbezogen werden, wie können die Fixverbräuche (z.B. Produktionsstätte, Lagerhalle, Transport) auf das einzelne Produkt geschlüsselt werden?
Die Energieplaketten auf Waschmaschinen, Kühlschränken und KFZ gehen da einen einfacheren Weg. Sie beziffern ausschliesslich die Energie, die zukünftig für den Betrieb des Produktes notwendig ist.
Trotzdem ein interessanter Ansatz. Wird vielleicht manchem Scheingrünen die Augen öffnen.
Schliesse mich dem an, man überlege sich zum beispiel den aufwand die verbrauchte energie einer kaffeemischung (aus verschiedenen ländern) oder einer fertigsuppe (mit verschiedenen zutaten verschiedener hersteller aus verschiedenen ländern)zu beziffern.
Das würde wohl nur funktionieren wenn weltweit jeder produzent, jede transportfirma, jede lagerfirma und jeder händler die energie messen, beziffern und laufend auf die produkte schreiben würde…
Aber es wäre ja schon ein fortschritt das herkunftsland von früchten und gemüsen am regal zu deklarieren,um wenigstens ein gewisses bewusstsein schaffen.
@bluefox & Pete
Seh’ ich auch so: wirklich beziffern ist schwierig, trotzdem ein interessanter Ansatz. Vielleicht würde man so eine Art Schlüssel wie bei der Energie-Etikette finden, Kategorien A-F für vergleichbare Produkte, z.B. ‘A’ für Mineralwasser aus der Region und ‘F’ für Mineralwasser aus Südaustralien…
Das Herkunftsland müsste m.E. bei jedem Produkt stehen, die Auswahl/Gewichtung bliebe dann dem Konsumenten überlassen.
g.
Jaja…während die BR der CVP lauthals Parallelimportmöglichkeiten fordert (find ich gut), kommt ein anderer Exponent der gleichen Partei und möchte für die Schweiz wieder eine Sonderregelung bezüglich Produktauszeichnung.
Das wird ja toll funktionieren…
Und danach beklagt man sich wieder, dass in der Schweiz alles viel zu teuer ist ohne die unzähligen zusätzlichen Regeln, Gesetze usw. zu beachten. Hallo?
Woher Sandro hattest du genau den Anstoss für diesen Artikel? Woher?
Also mehr als verlinken kann ich das nicht: Energie-Etiketten für Lebensmittel
Du bist nicht ehrlich.
Ach ja: Einige Quellen hast du auch – vermutlich aus ideologioshen Gründen – rausgeworfen, ist mir soeben aufgefallen… Zum Beispiel der Blog der CVP Luzern.
Tut mir leid fragenspeck, es war nicht dein Blog der mich drauf aufmerksam gemacht hat. Ich habe einen RSS Feed der Bundesrätlichen Antworten und schaue die regelmässig auf interessante Themen durch. Am 21.12 wurde dieses Postulat vom Bundesrat beantwortet, da hab ich drüber berichtet.
[...] Über die Initiative von Pierre Koller , und die Antwort des Bundesrates [...]
Nun, dieser Artiekl trifft ganz meine Empfindungen. Ich war gerade dabei mich über Lieferwege von Bio-Artikel zu informieren. Auch wenn ich aus Deutschland komme, so ist das Problem doch dasselbe.
) Ich weiss es und handle trotzdem anders – Puh
Selbst mein Bio-Bauer hat umgestellt auf die schönen Früchte und Gemüsesorten, die es bei uns im Winter nicht gibt.
Ich versuche, trotzdem bei den von ihm angebauten lokalen Gemüsen zu kaufen, gebe aber zu, ich mag auch mal was anderes als Kohl essen.
Was folgern wir daraus, der Mensch ist dumm! (Jedenfalls ich
Übrigens in Deutschland haben wir die Auszeichnungspflicht bei GEmüsen etc ist das bei Euch auch so?
[...] Es fällt mir kein vernünftiger Grund ein, warum die Schweiz Dörrbohnen aus China beziehen müsste. Ich bin ziemlich sicher, dass die meisten KäuferInnen dieses Gemüses sich nicht bewusst ist, wie weit her dieses Gemüse kommt. Hier wäre eine Energieetikette, wie z.B. hier gefordert, eine willkommene Aufklärung des Konsumenten. Bei den Grossverteilern hat der Wechsel auf Chinesische Produzenten offenbar ein gewisses System: Darüber rege ich mich auf, weil ich in der Schweiz während Jahren Jahren mit Erfolg Biobohnen produziert habe, bis der Anbauvertrag plötzlich nicht mehr erneuert wurde, wegen angeblichen Überschüssen… (Quelle: Auswandererblog) [...]