Ein paar Bibelanalogien bei der SVP, mehr nicht.
Die SVP hat sich offensichtlich ein neues Konzept für die Verbreitung ihrer vermeintlichen Neuigkeiten ausgedacht. Neu wird mit Bibelanalogien gearbeitet. So tritt der Nachwuchsguru der SVP, Ueli Maurer, vor die Presse und predigt von den zehn SVP-Geboten für einen “gesunden” Staatshaushalt. Der Inhalt der Botschaft war aber im Gegensatz zu jenen, die Moses vom Berg Sinai brachte, reichlich unspektakulär, heisse Luft. Ueli Maurers Gebote sind eine Zusammenfassung bekannter Forderungen der SVP im Bereich der Bundesfinanzen.
Einen Punkt möchte man hier aber schon besonders erwähnen. Das siebte Gebot seiner heiligen Tafel behandelt den sogenannten “FinöV-Schwindel”. Die Volkspartei kritisiert die Kostentransparenz bei Bahnprojekten, häufige Kostenüberschreitungen sollen verhindert werden. Nicht gesagt hat Moses-Ueli, dass genau eben diese Kostenüberschreitungen auf Sonderwünsche des Parlaments zurückzuführen sind. Die Teil sogar mit massiver SVP-Unterstützung zustande gekommen sind.
Schlussendlich schiesst der Ueli noch den Vogel ab. In den 36 Seiten zum Thema Finanzpolitik, wo hier und da und dort massiv gespart werden soll, ist die enorm kostenintensive Agrarpolitik kein Thema. Einfach ausgeklammert, unterschlagen, aufgrund der eigenen Interessen links, sorry, rechts liegen gelassen.
Offensichtlich ist die Agrarpolitik für die SVP ein zu heikles Thema, man möchte ja nicht die Stammwählerschaft mit Abbauforderungen verärgern. Obwohl es hier einiges zu feilen gäbe. 2002 kostete das Schweizer Landwirtschafts Vergnüngen die Schweiz stolze 4′066 Mio. Franken. Hinzu kommen weitere 500 Mio. der Kantone und Gemeinden.

Da ich nicht der SVP angehöre oder nahe stehe, interessiert mich die warme Luft, die ein Ueli Maurer ausstösst, wirklich höchstens peripherisch.
Aber irgendwie wundert mich doch immer wieder, welches Echo jeder Scheiss, den ein SVP-Binggel heraus lässt, hier findet. Vor allem bei Leuten, die von ihrer Schreibe her eher “zur andern Seite” gehören.