Eigenartige Absichten mit dem Klimarappen
Der heute präsentierte Businessplan der Stiftung Klimarappen sieht vor, auch Klimaschutzprojekte im Ausland zu unterstützen, die den von Umweltorganisationen verabschiedeten Gold Standard nicht erfüllen. Der WWF befürchtet, dass so die Umweltgesetzgebung in Entwicklungs- und Schwellenländern gehemmt wird.
Wir erinnern uns: Einst war die Rede von einer CO2-Abgabe, einer Lenkungsabgabe, die jedeR BürgerIn und jedes Unternehmen zahlt, sie wird, gemessen an der CO2-Produktion der/des Einzelnen, rückerstattet.
Natürlich hat die bürgerliche Betonlobby schnell durchgesetzt, dass die Abgabe einen der CO2-Hauptverursacher nicht treffen soll: Der Verkehr wurde ausgenommen und mit dem Klimarappen beglückt. Der Hauseigentümerverband versucht jetzt dasselbe auch mit der CO2-Abgabe auf Brennstoffe, auch hier soll der Klimarappen kommen.
Zur Verwaltung des Güldes wurde die Stiftung Klimarappen gegründet, die jetzt, kaum in Betrieb, bereits für Schlagzeilen sorgt. Im Klartext will die Stiftung 90 Prozent der Emissionen gar nicht im Inland reduzieren, sondern über Klimazertifikate im Ausland kompensieren. Weil man sich dabei nicht an den Gold Standard halten will – das ist ein unabhängiges Label zur Kontrolle hochwertiger Klimaprojekte -, befürchtet der WWF, dass so die Umweltgesetzgebung in Entwicklungs- und Schwellenländern gehemmt wird.
Mir stellt sich dabei doch die Frage, wo all die Industrieländer ihre Zertifikate kaufen wollen, wenn doch das Auto, getreu unserem Vorbild, zum Beispiel in China und Indien derart boomt. Oder unterdrücken wir einfach die wirtschaftliche Entwicklung Afrikas, damit wir uns weiterhin nicht die Finger aus dem Arsch resp. vom Cayenne-Lenkrad nehmen müssen, da wir ja dort Zertifikate kaufen können?

Dieser Klimarappen ist doch eine einzige Alibiübung. Das bringt überhaupt rein gar nichts.
Was ist aus diesem Land geworden?? Nach 10 Jahren sog. Wirtschaftskrise sind alle Visionen verschwunden. Dafür machen das jetzt Schweden, Deutschland, Frankrêich, Brasilien schon seit 10 Jahren und jüngst sogar die USA vor: Nachwachsende Rohstoffe zu verwenden, d.h. Ethanol zu Benzin geben, Biodiesel zu Diesel und Solarenergie. Ist das denn so schwierig??
Damit könnten doch mehrere Ziele erreicht werden:
- CO2 Bilanz gem. Kioto könnte erreicht werden.
- Handelsbilanz würde massiv aufgebessert
- die heiligen Arbeitsplätze könnten erhöht werden.
- die Landwirtschaft mit ihren zig millionen zuschüssen würde zum Energieproduzent.
Aber eben… in der Schweiz wird nur noch gegähnt.
Dem Autor dieses Artikels fehlen offensichtlich grundlegende ökonomische und effizienztheoretische Kenntnisse. Jedem auch nur halbwegs rational denkenden Menschen sollte klar sein, dass es im Falle des (angeblich für die Klimaerwärmung verantwortlichen) CO2-Ausstosses um ein globales Optimierungsproblem geht, und nicht um ein lokales. Es sollte deshalb auch für Nicht-Ökonomen offensichtlich sein, dass lokale Massnahmen, vor allen in hochtechnisierten Ländern wie der Schweiz, nur einen marginalen Einfluss im Hinblick auf das Gesamtresultat haben bzw. äusserst(!) ineffizient sind.
Es drängt sich deshalb vielmehr der Verdacht auf, dass die ganze CO2 Diskussion eigentlich gar nicht geführt wird, um eine effektive Lösung zu finden (an die eigentlich sowieso niemand ernsthaft glaubt), sondern darum, lokalpolitische Aktionen mit ganz anderen Zielen zu legitimieren, beispielsweise die Einschränkung der Individuellen Mobilität und Handlungsfreiheit, Verhinderung von globalem Wettbewerb und somit Leistungsdruck, usw.
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