Milleniumsziele: Die Schweiz tut genausowenig wie die USA
Sämtliche Mitgliedstaaten der UNO, folglich auch die Schweiz, haben sich geeinigt, die Armut der Welt bis zum Jahr 2015 zu halbieren. Doch was tut die Schweiz?
Diese Ziele möchte man bis im Jahr 2015 erreichen:
- Beseitigung der extremen Armut und des Hungers: Die Zahl der Menschen, die von weniger als einem US-Dollar pro Tag leben, soll um die Hälfte gesenkt werden. Der Anteil der Menschen, die unter Hunger leiden, soll um die Hälfte gesenkt werden.
- Verwirklichung der allgemeinen Primärschulbildung: Alle Jungen und Mädchen sollen eine vollständige Grundschulausbildung erhalten.
- Förderung der Gleichheit der Geschlechter und Ermächtigung der Frauen: In der Grund- und Mittelschulausbildung soll bis zum Jahr 2005 und auf allen Ausbildungsstufen bis zum Jahr 2015 jede unterschiedliche Behandlung der Geschlechter beseitigt werden.
- Senkung der Kindersterblichkeit: Die Sterblichkeit von Kindern unter fünf Jahren soll um zwei Drittel gesenkt werden.
- Verbesserung der Gesundheit von Müttern: Die Müttersterblichkeit soll um drei Viertel gesenkt werden.
- Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und anderen Krankheiten: Die Ausbreitung von HIV/Aids soll zum Stillstand gebracht und zum Rückzug gezwungen werden. Der Ausbruch von Malaria und anderer schwerer Krankheiten soll unterbunden und ihr Auftreten zum Rückzug gezwungen werden.
- Sicherung der ökologischen Nachhaltigkeit: Die Grundsätze der nachhaltigen Entwicklung sollen in der nationalen Politik übernommen werden; dem Verlust von Umweltressourcen soll Einhalt geboten werden. Die Zahl der Menschen, die über keinen nachhaltigen Zugang zu gesundem Trinkwasser verfügen, soll um die Hälfte gesenkt werden. Bis zum Jahr 2020 sollen wesentliche Verbesserungen in den Lebensbedingungen von zumindest 100 Millionen Slumbewohnern erzielt werden.
- Sicherung der ökonomischen Nachhaltigkeit: Ein offenes Handels- und Finanzsystem, das auf festen Regeln beruht, vorhersehbar ist und nicht diskriminierend wirkt, soll weiter ausgebaut werden. Auf die besonderen Bedürfnisse der am wenigsten entwickelten Länder muss entsprechend eingegangen werden. Die Schuldenprobleme der Entwicklungsländer mit niedrigen und mittleren Einkommen müssen durch Maßnahmen auf nationaler und internationaler Ebene umfassend und wirksam angegangen werden, damit ihre Schulden auf lange Sicht tragbar werden.
Doch die Schweiz tut wenig um diesen Zielen näher zu kommen. Zu wenig. Zum Beispiel im Sparprogramm 2004 wollte BR Merz 234 Millionen bei der Entwicklungshilfe einsparen und wurde dabei noch von der SVP unterstützt. Zitat:
Die SVP ist nicht nur der Ansicht, dass die Schweiz bereits genug Entwicklungshilfe leistet.[...]
Nicht nur das, auch mit Buchhalterischen Tricks wird versucht bei der Entwicklungshilfe zu sparen:
Bisher wollten Bundesrat und Parlament offiziell die schweizerische Entwicklungshilfe bis 2010 auf 0,4 Prozent des Bruttosozialprodukts anheben. Die entsprechend vorgesehene jährliche Zunahme war jedoch immer wieder dem Entlastungsprogramm zum Opfer gefallen. Nun hat der Bundesrat beschlossen, dass er die Kosten, welche Asylbewerber aus Entwicklungsländern im ersten Jahr ihres Aufenthaltes verursachen, den Ausgaben für Entwicklungshilfe zurechnet. Mit diesem buchhalterischen Trick erreicht die Schweiz auf einen Schlag eine Quote von 0,41 Prozent. (Quelle)
Ein Armutszeugnis für eines der reichsten Länder der Erde, als einzige mit den USA zusammen, mit leeren Händen an den Milleniumsgipfel zu fahren! Zurecht kommt da die Kritik der NGO‘s am Schweizerischen Bundesrat. Vielleicht sollten die Schweizer Medien und Bewohner weniger nach Amerika schauen und den dortigen Präsidenten kritisieren. Es gibt genug Dreck vor unserer eigenen Haustüre.

1,5 Mrd. sind ein Tropfen auf einen heissen Stein. Die Schweiz könnte mehr tun. Die Mittel sind vorhanden, wenn man ans VBS-Budget denkt. Etwas weniger Panzer und Jets, deutlich mehr humanitäre Hilfsgelder – das wäre ein Signal an die Menschen dieser Welt. Ob es sich um Demokratien handelt oder nicht, ist für mich nicht entscheidend. Mit humanitären Geldern hilft die Schweiz von Unglücken heimgesuchten MENSCHEN, nicht Regierungen.
http://swissinfodialog.blogspot.com/2007/06/15-milliarden-franken-fr-die-humanitre.html
[...] Melanie Winger schämt sich nicht, aber der Bundesrat, der soll sich. Nun läuft die Kampagne gegen die scheinbar so geizige Schweiz, die nur 0.39% des Bruttosozialproduktes in die Entwicklungshilfe zahle, statt 0.7%, wie es die UNO in ihren sog. Millenniumszielen fordert. Und die Blogosphäre macht natürlich mit ([1],[2],[3],[4],[5],[6],[7], [8]). [...]
13 Mrd Spendet die Schweiz insgesammt jedes jahr. gibt es jemand der mehr Spendet?
@Chevy
Was genau zählt zu diesen “Spenden”?
Quelle für die 13Mia. und Kontext?
Nach meiner Quelle betrug das BIP 2005 rund 456Mia.
http://www.admin.ch/aktuell/00089/index.html?lang=de&msg-id=6929
Mit dem oben erwähnten Budget-Trick ergäbe sich (0.41%) also etwa 1.8Mia, ohne den Budget-Trick noch deutlich weniger. Wie rechnest Du?
g.
@gumbyman
Die Letzte Weltwoche. Was genau wie dazuzählt kann ich auswendig auch nicht sagen.
@gumbyman
Die Letzte Weltwoche. Was genau wie dazuzählt kann ich auswendig auch nicht sagen.
@Chevy
“Die Letzte Weltwoche. Was genau wie dazuzählt kann ich auswendig auch nicht sagen”
Hm…etwas dünn muss ich sagen. Kann vielleicht jemand mit genaueren Angaben helfen?
Ansonsten muss ich diese Angabe – im Gegensatz zu den präzisen Angaben des CH Statistik-Amtes, die eine Zehnerpotenz tiefer liegen – als fruchtlose Zahlenakrobatik oder Gerücht betrachten.
g.