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Die FDP schmeisst ihre Mitgliederbeiträge aus dem Fenster

In der Schweiz gibt es für Neu- und Umbauten jeglicher Art verbindliche Bauvorschriften. Wenn jemand ein Gebäude bauen will und dafür eine Baueingabe einreicht bei welcher Details gegen diese Bauvorschriften verstossen, kann ein Verband (z.B. der VCS) dagegen Einsprache erheben. Dies macht der VCS auch regelmässig und richtigerweise im Auftrag seiner Mitglieder und der Fauna/Flora der Schweiz. Was wenn sie nun dennoch vorschriftswidrig bauen möchten? Wenn Ihnen Natur oder Vorschriften egal sind? Entweder ändert man demokratisch das Gesetz ab (Ursache) oder man torpediert die Einsprachemöglichkeit (Symptom). Genau dies macht die FDP und sammelt derzeit Unterschriften für die Initiative mit dem täuschenden Titel “Für mehr Arbeitsplätze und gegen die Verhinderungspolitik”.

Doch zum Glück will das Volk eine solche Initiative nicht. Kaum jemand will unterschreiben. Bis im Januar waren erst 10’000 Unterschriften zusammen. Bis Mai 2006 müssen die 150’000 nötigen Unterschriften gesammelt sein, wenn die FDP sich nicht lächerlich machen will.
Nun greift die Wirtschaftspartei zur Geldkeule und will jedem Studenten 3 Franken pro gesammelte Unterschrift zahlen. (Mit was für Methoden werden die Wohl die Leute “Überzeugen”? Es ist zu hoffen dass eine derart ignorante Initiative bereits vor dem Zustandekommen versenkt wird.

Wer sich beim Bauen ans Gesetz hält, wird nicht blockiert. Nur wer das Gesetz bricht kriegts mit dem VCS (= mit dem Anwalt der Natur) zu tun. Die FDP setzt mit dieser Initiative folglich für Kriminelle ein. (Via SN)

Dieser Artikel wurde von Sandro am Donnerstag, 9. Juni 2005 in der Rubrik Politik und zu den Stichwörtern , , , , , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

5 Kommentare zum Artikel “Die FDP schmeisst ihre Mitgliederbeiträge aus dem Fenster”

  1. daiman am 9. Juni 2005 um 18:54

    naja, das problem sind wohl eher leute, die rechtmässige bauprojekte solange mit verfahrensfristen blockieren, bis dem erbauer, der ein absolut rechtskonformes bauen will, schlicht und einfach der nutzen verloren geht…
    die meisten fälle, in denen der vcs klagt, sind eigentlich für den vcs von vornherein verloren, jedoch benutzen diese leute die fristen als ihre waffe, um das baugesetz zu biegen und über alle massen zu brechen.
    es ist schon gut, dass verbände schlechte bauprojekte stoppen können, einzelpersonen haben dann ja keine chance wegen dem geld, aber wenn man einfach IGNORANT ist, und für unrechtmässige forderung rechtsmissbrauch betreibt und damit hunderte von arbeitsplätzen vernichtet, die die sozial schwächeren leute brauchen, muss man da mal den riegel gegen diesen asozialen missbrauch machen.

  2. quadour am 9. Juni 2005 um 20:25

    Das gleicht der SVP Schengen Propoganda: Sicherheit verlieren, Arbeit verlieren.
    Gut, dass diese sinnlose Initiative nie kommen wird.
    Ich nenne das “Arbeitsplatzterror”. Man kann irgendein Ansinnen postulieren, wickle es geschickt in “Arbeitsplätze sichern” oder gegenteilig in “Arbeitsplätze verlieren” ein und schon, schwupp… hat man die beste Propoganda. Wir werden auch die jetzigen 5% Arbeitslosen überleben (95% haben Arbeit, gar nicht so schlecht, oder?). Übrigens: So ziemlich alle “Experten” schlagen jetzt schon Alarm, dass sich die ganze Problematik in rund 15 bis 20 Jahren aufgrund der lausigen Fertilitätsraten ins Gegenteil umkehren wird, denn dann hätten wir viel zu wenige Arbeitnehmer für die angebotenen Stellen in der Wirtschaft. Also, gönnen wir doch der Natur und den Naherholungszonen auch mal eine Pause, oder wollen wir wegen der “Arbeitsplätze” noch mehr zubetonieren als wir es ohnehin schon tun. Jede Sekunde einen m2, seit mehr als 50 Jahren. Das kann es ja auch nicht sein. Seit 1950 wurde in der Schweiz mehr verbaut als ALLE Generationen zuvor. Man erkennt es ja unschwer an dem Siedlungsbrei im Mittelland.

  3. Sandro am 10. Juni 2005 um 15:46

    In mehr als 60% der Fälle kriegt der VCS Recht. Das spricht doch eine ziemlich deutliche Sprache. In diesen 60 von hundert Fällen wäre das Gesetz durch die Bauherren mit Absicht missachtet worden. Gäbe es den VCS (Und andere Verbände mit Beschwerderecht) nicht, wären unsere Baugesetze und Vorschriften nichts als Makulatur.

    Und weil die FDP weiss, dass bei den Vorschriften nichts zu rütteln ist (weil in der Schweiz eine Demokratie herrscht), versuchen Sie dem Volk und damit der Natur mit der “Arbeitsplatz-Keule” hintenrum die Mitsprachemöglichkeit wegzunehmen.

  4. quadour am 10. Juni 2005 um 20:51

    @daiman: Seht ihr, auch der kommt wieder mit…”damit hunderte von arbeitsplätzen vernichtet, die die sozial schwächeren leute brauchen”, ja mit was… Arbeitsplätzen, nochmal Arbeitsplätzen. Ich kann das einfach nicht mehr hören. Ich denke, jeder plappert einfach nach was gerade “in ” ist, nämlich jammern un dnochmals jammern. Und dann kommt “in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten… Ich selbst bin seit über 20 Jahren nebenberuflich in der Baubranche (Erstellung von Eigentumswohnungen) tätig. Zurzeit (und das nunmehr seit 3 Jahren)erleben wir einen regelrechten Boom. Die Wohnungen sind ALLE schon vor der Fundamentlegung verkauft. Da ist eine enorme Menge von Geld vorhanden, abgesehen von den historisch tiefen Hypozinsen. Übrigens gehen wir immer den “Dienstweg” bei der Erstellung einer neuen Siedlung, wir brauchen den VCS nicht zu fürchten, denn wir bauen nur innerhalb der Aglos. Etwas anderes würde ich niemals zulassen. Es ist ein Glück, dass die Stimmberechtigten im Engadin mit einem Stimmenverältnis von 3 zu 1 einer Initiative zugestimmt haben, welche den Bau von Zweitwohnungen pro Jahr auf 100 stück limitiert. Letztes Jahr wurden 400 gebaut. So kann es nicht mehr weiter gehen, denn sonst sind die Baulandreserven in 4 Jahren erschöfpt.

  5. Smith am 10. Juni 2005 um 22:40

    Ich bin im Naturschutz aktiv und betreue in meiner Gemeinde die Nassgebiete. Ich habe allerdings noch nie gehört, dass der VCS Naturschutzprojekte hat. Hier handelt es sich doch um einen kleinbürgerlichen Beamtenverein, der meint mit juristischen Spiegelfechtereien und der Verhinderung einiger Parkplatze etwas für die Natur zu tun. Wenn die Leute bei einem ausgebremsten Grossprojekt nicht parkieren können, dann fahren sie mit ihrer Grossraumlimousine einfach woander hin und konsumieren dort voller Eifer.

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