Den Export von Schweizer Kriegswaffen verbieten…
Das “Bündnis gegen Kriegsmaterialexporte” hat die Initiative “für ein Verbot von Kriegsmaterial-Exporten” lanciert und mit der Sammlung von Unterschriften begonnen. Als Grund für die Initiative wird der stossende Export von Mordwaffen aus der Schweiz in aller Herren Länder angegeben:
Waffen sind kein Produkt wie jedes andere. Sie werden hergestellt, um Menschen zu töten. Möglichst viele, möglichst effizient. Auch die vermeintlich neutrale Schweiz mischt kräftig mit in diesem dreckigen Geschäft. 72 Staaten wurden im Jahr 2005 mit Schweizer Kriegsmaterial beliefert. Zurzeit dienen die exportierten Schweizer Waffen vor allem dem so genannten «Krieg gegen den Terror», mit dem die USA und ihre Verbündeten in Wahrheit primär wirtschaftliche Ziele verfolgen. Aber auch Entwicklungsländer und Krisengebiete werden regelmässig mit Schweizer Waffen beliefert. Damit unterläuft die Schweiz ihre eigenen entwicklungs- und friedenspolitischen Bemühungen.
Aktuellstes Beispiel für die stossende Praxis der Kriegsmaterialexporte ist die vom Bundesrat genehmigte Lieferung waffenfähiger Flugzeuge in den Tschad:
Trainingsflugzeuge vom Typ PC-7 und PC-9 waren nämlich in der Vergangenheit mehrmals in Konfliktgebiete wie Burma, Guatemala, Mexiko oder den Irak geliefert worden. Dort wurden sie von den jeweiligen Regierungen nachträglich mit Waffen ausgestattet und in Konflikten eingesetzt – auch von Saddam Hussein gegen die Kurden.
(Quelle: Baz)
Die Initianten wollen das blutige Geschäft mit dem Tod beenden und dem humanitären Engagement und der vielgelobten Neutralität der Schweiz damit neue Glaubwürdigkeit verleihen. Ausserdem würde dadurch ein starkes Zeichen für eine friedlichere Welt gesetzt.
Wie die Initianten weiter mitteilen, ist die Schweiz wirtschaftlich nicht auf Waffenausfuhren angewiesen. Die Umstellung der Rüstungsbetriebe auf zivile Produktion wird durch ebenfalls vorgesehene flankierende Massnahmen unterstützt um die betroffenen Regionen und Arbeitnehmenden vor dem wirtschaftlichen Niedergang zu schützen.
Unterschriftenbögen für die Initiative können hier direkt von der Webseite heruntergeladen werden.


Wenn die schweiz keine PC-7 oder PC-9 mehr verkaufen darf sehe ich schwarz. Bei diesem Flugzeug handelt sich es um ein reines Schulungsflugzeug ohne Bewaffnung. Nachträglich kann man so ziemlich alles machen, Toyota stellt auch kein Krigsmaterial her, und dennoch fahren Hunderte Toyota-pickups in Afrika umher mit schweren Sturmgewehren auf dem dach wie Panzer und schiessen damit auf Kinder. Ist es Völkerrechtlich ok das Toyota weiterhin Autos nach Afrika exportiert? natürlich nicht, und es kähme auch niemanden in den sinn Toyota dafür verantwortlich zu machen, genauso unschuldig ist die Schweiz da sie unbewaffnete Flugzeuge verkauft hat die im nachhinein aufwändig umgebaut wurden.
Die Initiative währe viel wirkungsvoller wenn sie das vermeintliche Kriegsmaterial selber kauften bevor das jemand anderst kann und dann anschliessen fachgerecht entsorgen würden.
Nur wird der Toyota Pick-up selten als Waffe benutzt. Wenn die Leute laufen müssten würden sie die anderen trotzdem “abmurgsen”, es würde dann eben länger dauern, bis sie dort sind. Die Afrikaner sind sich gewohnt über lange Distanzen zu gehen. Die Waffe ist einzig und allein dazu da jemanden zu töten. Ein Auto nicht.
Unschuldig ist die Schweiz ganz bestimmt nicht, schon lange nicht mehr oder noch nie. So ein Märchen erzählen viele Leute seit langer Zeit.
Noch ein Zuschlag:
Wenn man Material aufkauft um es zu vernichten generiert man künstlich eine Nachfrage, die es nicht gibt.
Das problem sind Dual-use Güter, niemand ist für den Export von Gewehren. Aber wer ist der Böölimaa, wenn ein ziviles Flugzeug umgebaut wird?
Die Initiative verwischt in bestem SVP-Stil wieder einmal die Problematik. Muss an Nico Lutz liegen…
1992 Die irakische Luftwaffe bombardiert mit Pilatus-Flugzeugen im Süden des Landes SchiitenInnen. Im gleichen Jahr protestiert der UNO-Sicherheitsrat gegen den geplanten Export von sechzig PC-7-Maschinen nach Südafrika.
1993 Der Bundesrat erteilt für den Südafrika-Export die Bewilligung, obwohl dieser gegen bindendes UNO-Recht verstösst.
Im gleichen Jahr enthüllt die ARW, dass Flugzeugtechniker der Pilatus-Werke bei der Bewaffnung von PC-7- und PC-9-«Militärtrainern» in Burma mitwirkten; Pilatus entlässt ihren Direktor Walter Gubler.
Die Pilatus-Führung gibt in ihrem im August veröffentlichten Weissbuch zu, dass ihre «Trainingsflugzeuge» in Angola, Burma, Guatemala und im Irak gegen unbewaffnete Personen eingesetzt wurden.
1996 Bundesrat und Nationalrat beschliessen, PC-7 und PC-9 nicht auf die Kriegsmaterialliste zu setzen.
Gleichzeitig wird bekannt, dass Burma erneut Pilatus-Flieger gegen Aufständische einsetzt.
Die Pilatus-Werke überstellen drei PC-9-Flieger nach Slowenien mit Aufhängungspunkten.
Auch Kroatien bestellt in Stans zwanzig PC-9.
Und so weiter. Nun könnte man sagen, dass sei halt Wirtschaft und die habe die Ethik noch nie mit dem grossen Löffel gefressen.
Aber sind wir wirklich auf diesen Export angewiesen?
Diese Initiative lässt sich nur leider nicht mit der schweizerischen Handelstradition vereinbaren. Jeder Nachfrage nach Produkten, in derer Herstellung die Schweiz über bestes Know-how verfügt, wird so gut wie möglich nachgekommen.
Bei Kriegsmaterial handelt es sich grösstenteils um mechanische Industrieprodukte, und wer kann solche Sachen besser herstellen als die Schweizer mit ihrem ausgeprägten Maschinen- und Apparatebau-Wissen?
Natürlich ist unsere Wirtschaft nicht gerade von diesem Industriezweig abhängig, dennoch wäre es einer mehr, den wir blödsinnig verschenken würden.
“Das blutige Geschäft mit dem Tod beenden”:
Wenn in der Schweiz kein Angebot mehr besteht, wird woanders nachgefragt. Es wird nicht weniger Kriege und schon gar nicht weniger Tote geben. Ausserdem: Was spielt das für eine Rolle, ob jemand mit einer Schweizer Waffe oder mit einer tschechischen getötet wird????!!!
Input zum Nachdenken: Soll man auch den Export pharmazeutischer Produkte verbieten? Denn weltweit sterben Menschen an den Folgen des Medikamentenmissbrauchs, während die CH ist einer der wichtigsten Lieferanten ist.
Falsch gedacht Unclej, Medis wurden hergestellt um Leben zu retten, Waffen um diese zu beenden…
@ fragenspeck:
dual-use-güter sind eben gerade ausgeklammert aus dieser initiative! güter, die auch zivil genützt werden können, sind von diesem ausfuhrverbot also nicht betroffen. die pc-flugzeuge hingegen sind “besondere militärische güter” und wurden nur für militärische zwecke hergestellt, deshalb sollen sie verboten werden. also, bitte selbst keine tatsachen vermischen…
@unclej:
“wenns die schweiz nicht macht, machen es andere…”
es gibt da das schöne beispiel der personenminen: kanada verbot diese als einziges land – und die anderen zogen schliesslich nach. manchmal braucht es einfach einen anstoss, um etwas erreichen zu können…
im weiteren macht dein argument das geschäft mit dem tod übrigens nicht sauberer…
Schlechtes Argument, Sandro! Einmal mehr!
Wenn du richtig gelesen hättest, wäre dir das Wort “Missbrauch” nach “Medikamenten” aufgefallen….
MKTORTUE: Da hast du allerdings Recht; aber nur solange bis jemand die künstlich geschaffene Marktlücke wieder stopft
@Sandro
Waffen werden u.A. auch hergestellt um Menschen zu beschützen. Wiso haben Geltransportunternehmen ihre Mitarbeiter bewaffnet? Damit sie sich Verteidigen können. (und nicht das Transportgut.
Medis wie Waffen werden zum Helfen hergestellt, das beides missbräuchlich verwendet wird ist eine Tatsache, aber alle anderen deswegen einzuschränken ist eine überreaktion. Da könnte man noch vieles mehr verbieten.
Weit über 50% der Menschen kann vernünftig mit beidem umgehen!!
@unclej
Unsere Pharmakonzerne haben sehr viele Menschen auf dem Gewissen weil sie eben nur selektiv exportieren. Die, die bezahlen können, können sich auch einen Missbrauch leisten. Die anderen “verrecken” weil sie sich nicht das Nötigste an Medikamenten leisten können. Die Tritherapien bei HIV sind ein gutes Beispiel. Es gibt Generika, nur bei denen herrscht offenbar die grössere Gefahr einer Resistenz und dann sind sie völlig unbrauchbar. Dann ist es in diesen Ländern sogut wie unmöglich, diesen Menschen noch zu helfen.
Die Malaria ist ein weiteres gutes Beispiel. Unsere Pharmaunternehmen sind nicht wirklich an der Erforschung neuer Malariamedikamente interessiert ausser sie müssen. Die, die dringend drauf angewiesen sind können die horrenden Preise nicht bezahlen. So kommt es, dass hundertausende Menschen weiterhin mit Medikamenten behandelt werden gegen die der Erreger schon lange resistent ist.
Ansonsten schliesse ich mit mktortue an.
MONI:
Du verdrehst da was! Genauso wie die CH-Pharmakonzerne keine Medikamente verschenken, tut das auch die Rüstungsindustrie nicht. Auch dort gilt: Wer bezahlt, der bekommt. Ausserdem habe ich den MISSBRAUCH angeprochen und nicht die Behandlung von Krankheiten. Auch rede ich nicht von Malariamedikamenten (habe noch nie gehört, dass sich einer mit Malariapillen zudröhnt). Des weiteren soll dir mal gesagt sein, dass Roche & Co. keine sozialen Institutionen sind, deren Aufgabe es ist humanitäre Hilfe zu leisten, sondern das sind gewinnorientierte Unternehmungen. Wieso also sollten die ihre Produkte verschenken? Das wäre nicht besonders geschäftsfördernd
Es geht NICHT ums verschenken. Medikamente müssen aber auch für die Afrikaner zugänglich sein indem die Preise ihren Verhältnissen angepasst werden bzw. es sich ihre Staaten leisten können, diese einzukaufen. Da gehts ums Ueberleben.
Missbrauch wird wohl in unseren Breitengraden viel mehr betrieben als in anderen Ländern dies passieren würde, wenn sie es sich knapp leisten könnten. Bei uns suchen viele Leute wirklich nur die Dröhnung.
Roche könnte durchaus günstiger produzieren wenn sie wollten, halt z.B. in Südafrika für Afrika. Der Wille fehlt halt auch hier und es geht nicht um Wohltätigkeit!!!!!
Vielleicht könnte man sich mit LARIAM durchaus zudröhnen, ist echt starker Tubak diese Chemiebombe. Wahrscheinlich würde einem von einer erhöhten Dosis aber so schlecht, dass man es gleich wieder loswird, dazu reicht nämlich schon die “normale” Dosis. Nach der Einnahme hat man tatsächlich eine veränderte Wahrnehmung – bei mir wars dann aber doch eher Verfolgungswahn. Solls bei anderen Drogen ja auch geben…
@Chevy
Bitte erklär mir noch wie mit Waffen geholfen wird. Nur bei den Geldtransportern etc? Dafür müssen wir echt keine Waffen exportieren. Die Waffenexporte gehen sicher mehrheitlich ans Militär eines Landes.
PC-7 sind klassische Dual-use Güter. Sie werden erst durch Umbau zu Waffen. Alles Andere ist ideologisch motivierte Haarspalterei.
Ich wiederhole miene Frage: Wenn die Pilatus werke – und die sind sehr wohl auf den Export angewiesen – Flugzeuge liefert, udn die dann umgebaut werden, wereliwer ist dann der Böölimaa?
Leider habe ich keine Ahnung wie diese Flugzeuge aussehen. Könnten die als Zivilflugzeuge/Passagierflugzeuge verwendet werden? Oder werden die Flugzeuge lediglich ohne Waffen geliefert? Wer ist der Empfänger dieser Flugzeuge? Regierungen? Und somit das Militär? Dann sind es Kriegswaffen. Kein Militär der Welt hat wohl Flugzeuge, die nicht für Kampfeinsätze umgerüstet werden können.
Sorry, kenne mich da zu wenig aus.
Wenn die Tragflächen Haken zur Befestigung von Bomben aufweisen und Ingenieure zur Umrüstung gleich mitofferiert werden ist die Bezeichnung “Trainingsflugzeug” nichts als ein krasser Etikettenschwindel.
Ja Moni, genau darum gehts. Sag mir aber wieso die Roche das tun sollte. Wenn die Rentabilität gewährleistet wäre, hätten sie schon längst eine Produktionsanlage in die afrikanische Wüste gepflanzt. Da gibts halt einfach wirtschaftlich nichts zu holen und deshalb ist dieser Markt für Roche & Co. völlig uninteressant. Du siehst, es geht halt doch auch ums verschenken, denn wie schon gesagt: es ist nicht deren Aufgabe den armen Afrikanern zu helfen.
Aha… Also lassen wir sie verrecken, dann sind die Probleme die wir in vielen anderer Threads besprechen auch gleich gelöst. Oder sie kommen her und holen sich, was eigentlich ein Grundbedürfnis eines jeden Menschen ist.
Das Problem ist halt auch noch, dass selbst Firmen, die Vergeleichsprodukte herstellen möchten nicht können wegen allfälligen Patenten. Und auf diesen möchten unsere Pharmafirmen auch so lange wie möglich hocken bleiben – länger als nötig.
@fragenspeck:
Lies den Initiativtext: (PDF).
Da siehst Du, dass dort von Dual-Use-Gütern nicht die Rede ist. Die Pilatus-Flugzeuge werden nicht vom Initiativkomitee sondern vom Staatssekretariat für Wirtschaft als “besondere militärische Güter”, die einer (leider farce-haften) Ausfuhrbewilligung unterliegen, klassifiziert.
Ja, richtig. Denn es sollte generell nicht unesere Aufgabe sein, denen zu helfen. Versteh mich nicht falsch, mir tun die armen Menschen dort genauso leid wie dir. Nur leider könne diese nichts dafür, dass sie da geboren sind; Genauso wenig wie wir etwas dafür können, in der Ch geboren worden zu sein. Blöd gesagt hatten wir Glück und die hatten Pech. Nur das Problem ist, dass wir Millionen in solche Länder (Projekte aller Art) investieren und nichts dabei herausschaut: Nicht nur dass wir den Menschen da unseren Lebensstandard unter die Nase reiben, auch dass sich diese allmählich auf uns verlassen. Ich kenne da konkrete Beispiele aus Nigeria und aus dem Kongo: Da muss man sich nicht mehr die Mühe machen etwas zu verändern, wenn die Europäer das ja erledigen. Und genau wie du sagst: Dann kommen viele zu uns weil sie auch von so einem Leben träumen, wie wir es ihnen unter die Nase reiben. Den Rest der Geschichte kennst du ja….
Noch was zu den Patenten: Die sind völlig gerechtfertigt. Denk mal an den immensen Forschungs- und Entwicklungsaufwand. Eine mepha hat diesen Aufwand nicht. Die Profitieren von den Errungenschaften anderer, sind also richtige Parasiten. Und noch was: Auch für mepha & Co. ist der afrikanische Markt nicht lukrativ. Auch die würden da nichts tun wenn sie könnten.
Wir haben dem Pech dieser Leute ganz schön nachgeholfen… Und dass bei “Investitionen”, was für welche es immer auch sein mögen, nichts herausschaut stimmt so nicht. Die Frage ist nur, wer hat welche Investitionen getätigt. Bei vielen sogenannten Investitionen ist von Anfang an klar, dass der normale Bürger rein gar nichts hat. Das ist aber dann auch nicht der Sinn und Zweck. Es geht um Gewinnmaximierung.
Es geht nicht darum, den Menschen dort unten unseren Lebensstandard unter die Nase reiben sondern ihnen ein menschenwürdiges Leben ohne den ganzen Schnickschnack von uns, den niemand wirklich braucht sondern höchsten haben WILL. Die medizinische Grundversorgung hat aber nichts mit Luxus zu tun bzw. sollte es nicht.
Wäre interessiert an Details der Beispiele aus Nigeria und Kongo.
Warum wird denn eigentlich in der Schweiz so ein Geschiss gemacht wegen den ständig erhöhten KK-Prämien. Dann sollte auch hier das Gesetz des Stärkeren (bzw. Reicheren) herrschen. Wenn man sich den Luxus nicht mehr leisten kann soll man darauf verzichten. Die einen haben eben Glück die anderen Pech.
Wir haben dem Pech dieser Leute ganz schön nachgeholfen…
Sehe ich nicht so, die Schweiz hat unter dem Strich dem Afrikanischen kontinent viel gebracht, vor allem Geld.
@Moni
Kannst Du mal ein konkretes beispiel bringen wie wir z.B. Nigeria ins Pech stürtzten?
Ja. Und wir haben brav die Fluchtgeldkonten der Diktatoren gehütet und die Apartheid am Leben gehalten.
Wir sind Helden!
@Chevy
Ich habe nicht von einzelnen Ländern gesprochen. Es geht um den ganzen Kontinent.
Ich warte von unclej noch Beispiele von Nigeria und Kongo ab, die er angesprochen hat.
Geld von der Schweiz fliesst, das stimmt. Nur z.T. wissentlich in komische Kanäle. Dabei ist ja die Schweiz kein Einzelfall sondern reiht sich einfach in die Liste vieler Länder ein. Es werden viele Projekte gefördert, die bekannterweise Menschenrechte verletzen. Schweizer Grossbanken finanzieren in Afrika zahlreiche solche Projekte. Siehe auch unter http://www.evb.ch/p25011199.html. Dies sind nur ein paar Beispiele wie es mit dem Geld laufen könnte. Dabei handelt es sich um enorme Summen. In den wenigsten dieser Länder hat die Mehrheit des Volkes etwas. Einige Regierung generieren so Geld für ihre Kriegsmaschinerie.
Nachtrag zu Nigeria: Durch Unterlassungssünden. So lassen wir Shell, Total und Agip weiterhin hier ihren Sprit verkaufen.
Siehe hier:
http://www.zeit.de/online/2006/27/nigeria-shell-internestudie
Und erinnere dich an den Fall Ken Saro-Wiwa.
http://www.weltpolitik.net/Regionen/Afrika/Nigeria/Analysen/Fortsetzung2%3A%20Shell%20Nigeria%20und%20der%20Fall%20Ken%20Saro-Wiwa.html
MONI: Sorry das ich dich hab warten lassen, ich machs ganz kurz, bin aber sicher, dass du die Dinge danach etwas anders sehen wirst.
Ich war bei einem Projekt dabei, in welchem es darum ging, Menschen in Nigeria zu helfen, sich ein geregeltes Leben in einer Komune zu aufzubauen. Diese Menschen hatten zuvor gar nichts. Als erstes baute man ihr Dorf (konnte man zuvor zwar kaum so nennen) einigermassen anständig auf. Sie lernten von uns wie man sich eine Hütte baut, wie man Getreide und Gemüse anbaut, etc.
Wir suchten Wasser: ca. 2 km vom Dorf entfernt fanden wir welches; Wir bauten einen Brunnen; Wir brachten ihnen später sogar noch ein altes Motorrad, damit sie schneller und mehr Wasser holen konnten.
Nach einigen Monaten waren die Menschen fähig einen geregelten Alltag selbst zu führen. Sie konnten sich selber ernähren. So weit so gut.
Als wir ein Jahr später das Dorf besuchten um nachzusehen wie sich das Dorf in der Zwischenzeit entwickelt hat, traf uns der Schlag. Die Felder waren wieder ausgetrocknet, der Brunnen versiegt, das Motorrad geklaut. Es sah beinahe wieder so aus wie am Anfang. Kannst du dir vorstellen wie frustrierend das war!!??? Wir fassten nach, wie das geschehen konnte: Das Motorrad wurde kurz nach unserem Verschwinden geklaut; Die Leute hatten sich aber in der kurzen Zeit schon daran gewohnt nicht mehr zu Fuss zum Wasser zu gehen. Sie waren zu faul, die Felder zu bewirtschaften. Sie wussten ja, dass wir wieder kommen und alles wieder in Ordnung bringen. Doch diesmal hatten sie sich geirrt: Wir brachen das Projekt ab( ist ja wohl für jedermann verständlich!!), keine Ahnung was aus den Menschen geworden ist.
Im Kongo fast das selbe: Ein Dorf, das zwar Wasser hatte, allerdings dreckiges. Alle waren krank. Wir bauten Ihnen eine Wasseraufbereitungsmaschine und lehrten ihnen wie man die wartet etc. ……………………………….
Diese Maschine gibts heute nicht mehr.
Daraus habe ich viel gelernt: Man kann die Menschen nicht zu ihrem Glück zwingen. Und ich frage mich ob Entwicklungshilfe wirklich eine Hilfe ist???!!! Das Gegentail ist nämlich der Fall. Man macht diese Menschen noch mehr von uns abhängig. Es liegt nicht an uns diese Länder “zwangszuentwickeln”. Es liegt an diesen Ländern von uns zu lernen und eine solche Zivilisation, wie wir sie haben, anzustreben.
tja unclej, entwicklungshilfe ist eben nicht so einfach in dem man nur was hinstellen und hoffen das alles klappt.
die letue müssen selber lernen mit dieser technik umzugehen. sie müssen ihr verhalten ändern.
nimmt mich wunder mit was für einer organisation du da unten unterwegs gewesen bist… nix schlaues scheint mir
@unclej
Ich kenne solche Fälle schon auch, aber man kann es auch nicht als Regel anschauen. Habt ihr die Häuser gebaut und die Brunnen etc.? Die Erfahrung in der Entwicklungszusammenarbeit (nenne es absichtlich nicht Entwicklungshilfe) zeigt, dass wenn die Leute selber bauen mussten unter Anleitung dass sie eine grössere Verbindung zu dem haben als wenn es einem hingestellt wird. Leider ist die Entwicklungshilfe früher fast ausschliesslich so gelaufen. Inzwischen haben viele Organisationen gelernt und sind zur Hilfe zur Selbsthilfe bzw. Zusammenarbeit übergegangen.
Wie sense2 es antönt. Nur hinstellen bringt nichts. Es ist wichtig die Leute zu integrieren, schon in den Entscheidungsprozess, was denn gemacht werden soll. Es gibt Organisationen, da müssen die Dörfer auf sie zukommen mit Ideen was und wie. Leute werden ausgebildet, Gruppen gebildet, die für den Erhalt der Anlagen zuständig sind. Auch hier hat die Erfahrung gezeigt, dass man auch Frauen dringend einbinden muss da sie einfach ein anderes Interesse am Funktionieren haben. Sorry Jungs, ist leider so. Drückst Du einem Mann Geld in die Hand braucht er es zum saufen und rumhuren. Drückst Du es einer Frau in die Hand wird es meistens für was sinnvolles verwendet. So funktioniert auch der Mikrokredit. Frauen bezahlen die Kredite meist innert kürzester Zeit vollständig zurück. Männer kriegen die Kredite oft gar nicht weil es mit ihnen i.d.R. gar nicht funktioniert.
@uclej
Habe zwar noch nie selber in einem Entwicklungsprojekt mitgearbeitet, habe mich über die vergangenen 15 Jahre intensiv damit beschäftigt. In den 15 Jahren habe ich auch eben den oben beschriebenen Wandel mitangesehen.
Frage noch zum Motorrad. Konnten diese Leute das Motorrad flicken? Hatten sie Geld fürs Benzin? Nein, dann war das eurer seits der absolute Reinfall… Sorry, so läufts dann halt eben doch nicht wie wirs gerne sähen.
Du hast leider aus zwei sehr schlechten Beispielen gelernt. Es gibt aber sehr viele sehr gute Beispiele, die Du offenbar gar nicht hören willst sondern an den schlechten festhältst. Es gibt auch in der Entwicklungszusammenarbeit immer wieder Rückschläge.
Die Abhänigkeit passiert dann, wenn sie es nicht selber machen müssen. Sie können sich damit nicht identifizieren. Ueber Jahrzehnte wurde ihnen genau das beigebracht. Wir machen es für euch. Sie haben nichts anderes gelernt. Und dort setzen gute Projekte eben an – und die meisten von denen funktionieren.
Interessante Diskussion, doch gehts hier eigentlich um Rüstungsexporte und nicht um Entwicklungshilfe. Wäre ein gutes Thema für das Diskussionsforum.
Ja Du hast recht Sandro, wir sind wieder einmal abgeschweift.
Ich habe mal noch gefragt was das für Flugzeuge sind von denen gesprochen wird. Kann es mir mal einer erklären – bin absolut Laie. Weiss wie es mit den Passagiermaschinen aussieht, aber die von den Pilatuswerken kenne ich nicht.
@moni: google is your friend:
http://images.google.ch/images?q=pc-7&hl=de&btnG=Bilder-Suche
http://images.google.ch/images?svnum=10&hl=de&lr=&q=pc-9&btnG=Suche
@ sense2
Vielen Dank. Diese Bilder sprechen für sich. Je nach Empfängerland kann man davon ausgehen, dass diese Flugzeuge nur für militärische (kriegerische) Zwecke benützt werden.
Gerade eine PC-7 lässt sich sehr gut auch in der Landwirtschaft nutzen, da es mit vergleichsweise grossen Tanks ausgerüstet werden kann. Und Aerodynamisch unvorteilhafte Anbauten ziemlich gut verkraftet.
Ausserdem ist diese Flugzeuggattung sehr wartungsarm, will heissen selbst in ländern in denen Flugzeugwartung schlecht ausgeführt werden kann bleibt es Flugfähig.
mfG René
Äcker spritzen mit Turboprop? Ist das dein Ernst? Wird das irgendwo so gemacht, ich mein eine PC 7 in der Landwirtschaft?
Und bist du sicher, dass das Hitech-Ding leichter in der Wartung ist als eine alte Cessna oder sonst ein Lufttraktor?
Eine Turboprop stellt leicht höhere anforderungen an die wartung als ein konventionelles Triebwerk. Trotzdem sind sie sehr einfach zu warten.
Und ja gegenüber konventionellen Triebwerken ist ein Turboprop sehr viel effizienter, viel leichter für dieselbe Leistung und auch bei Langsamflug einsetzbar.
Leider lassen sich Turboprop aber nicht so günstig Tunen.
mfG René
Wahrscheinlich kann man jedes typähnliche Flugzeug auch zu Kriegszwecken gebrauchen. Die Pilatus-Werke arbeiten eng mit den Bundesbehörden zusammen. Es besteht hier kein Grund, sich von einigen Fundis das Geschäft kaput machen zu lassen.
Die Schweiz hat eine Munitionsfabrik nach Südafrika an die Appartheid geliefert, zu einem Zeitpunkt wo die Appartheid Weltweit in verruf geraten ist.
Nur so zum sagen wie scheiss neutral unsere Korrupte Regierung ist.
Krieg ist ein gutes geschäft verkauft eure Söhne!
Pilatus sind nicht für Kriegszwecke gebaut, aber dazu tauglich. Nur da sind noch einige Sachen Kriegstauglich (Novartis)
Kommt hier überhaupt einer auf die Idee die Felder ohne Flugzeug zu bewirtschaften?
Als neutrales Land sollte man überhaupt kein Kriegsmaterial herstellen geschweige den verkaufen! Die Schweiz hätte die Chance eine Friedensarmee zu bilden.
Nicht nach dem Motto Bush;
“Hände hoch, Frieden oder ich schiesse!”
Der Zivilschutz ist da auf dem richtigen Weg.
Ein Militär in der heutigen Waffentechnologie ist schlichtweg ein Witz!
Passiver Wiederstand und das Land für den Feind nutzlos machen, wäre die wahre Strategie und Aufgabe einer Friedens-oder Schutztruppe.
Die Initiative stammt auch wieder von linken Heuchlern, Phantasten, Utopisten und verdrehten Moralaposteln, die nichts gescheiteres zu tun haben. Ich vertrete die Meinung, soviel Waffen wie möglich zu exportieren. Wenn wir es nicht machen, tun es andere umso lieber.
Vom ganzen Moral-Gesülse der Weichei-Schreihälse halte ich überhaupt nichts. Schade für das Geld, das diese stieren Brüder für diese Initiative aufwerfen, da für diese nicht der Hauch einer Chance für eine Annahme besteht.
@Walti
Von wegen nicht den Hauch einer Chance: Die Werbeagentur fürs Grobe, die Farner PR, hat jedenfalls bereits einen Auftrag für eine Gegenkampagne. Offenbar sind nicht alle, die an diesem Geschäft mitverdienen, so sicher, dass sie eine Mehrheit der Abstimmenden hinter sich scharen können.
Zum Glück gibt es “Weichei-Schreihälse”, neben denen kann sich Walti etwas aufpflustern und sich stark wähnen.
Pia