Das Stöcklein mit dem “wenn, dann wäre”
Lorenz Keiser, einer der begnadetsten Schweizer Gegenwartskünstler / Komiker / Kolumnist, nimmt heute in seiner Tagi-Kolumne Christoph Mörgelis unsägliche “wenn, dann wäre” auf die (Käse-) Schippe.
[..] Wenn der Charakter eines Menschen ein Molkereiprodukt wäre, wär Sämi Schmid ein Rahmtilsiter, Hansruedi Merz ein sardischer Schafkäse. Micheline Calmy Rey wäre la vache qui rit, Moritz Leuenberger eine Himbeertrinkmolke, Joseph Deiss ein Stück Quarkkuchen, Christoph Blocher ein alter Schabziger und Pascal Couchepin eins von diesen glitschigen Büffelmozarella-Kügelchen. [..] Christoph Mörgeli wäre ein Neuenburger Tomme – ungeniessbar zwar, für gesunde Erwachsene im Vollbesitz ihrer Kräfte aber nicht weiter gefährlich.
Treffend auf den Punkt gebracht, das heitert auf am Freitagmorgen…

Dieses mühsame Witzchen, so ca. 2 Wochen nachdem Christoph Mörgeli das Original gebracht hat, ist recht bemühend zu lesen.
Lorenz Keiser´s Beitrag ist etwa von der Qualität eines Kaugummis, der zwei Wochen lang von verschiedenen Leuten gekaut wurde.
Von begnadetem Künstler kann ja wohl nicht die Rede sein. Aber wir begnadigen ihn und schicken ihn nicht in die Wüste. Auf dass er hier in der Witzli-Szene weiter herum albern kann.
[...] ch Exzellente Glosse von Lorenz Kaiser Dank Sandro’s [...]
Schwulenhasser wie die Herren Nörgeli, Bortofuzzi und AlfaPapa diskreditieren sich von selbst – eigentlich verdienten sie gar keine Beachtung. Aber die Kolumne vom Keiser bringts einfach auf den Punkt: der Blocher als alter Schabziger *harrharrharr*
Und der Nörgeli sieht schon lange ziemlich käsebleich aus – kein Wunder, wenn man als Vizepräsident einer Totentanz-Vereinigung der vielbeschworenen “Kultur des Todes” frönt. Ein bisschen mehr Sex würde den armen Kerl ins Leben zurückholen, ihm Farbe geben und ihn zufriedener und weniger griesgrämig machen…
Die Herren Mörgeli, Bortoluzzi und AlphaPapa sind sicher keine Schwulenhasser.
Aber sie wehren sich dagegen, dass Schwule und Lesben heiraten dürfen, und sich so die Privilegien der Ehe und der Familie erschleichen.
Ansonsten dürfen und sollen Schwule und Lesben ja so leben wie sie es wollen, solange sie die Grenzen des Anstandes und der Toleranz nicht überschreiten.
Die erwähnten Herren fragen niemanden nach der sexuellen Ausrichtung. Vielmehr sind es die Schwulen und Lesben selber, die grell und schrill und mit viel Lärm verbunden, sich “outen” und ihre Veranlagung ins Rampenlicht stellen.
Es muss ja nicht so sein, dass der Christopher-Street-Day wichtiger wird als etwa der 1. August oder Ostern
Immer wieder wurden und werden Minderheiten, die ihre Pflichten gegenüber dem Staat erfüllen, ihre Rechte in Frage gestellt.
“Ansonsten dürfen und sollen Schwarze ja so leben wie sie es wollen, solange sie die Grenzen des Anstands und der Toleranz nicht überschreiten. Die Weissen fragen niemanden nach der Hautfarbe. Vielmehr sind es die Schwarzen selber, die grell und schrill und mit viel Lärm verbunden, ihre Hautfarbe ins Rampenlicht stellen.”
Na, erscheint dir die Analogie verfehlt? Mir nicht – weder Hautfarbe noch sexuelle Orientierung kann man sich auswählen! Und wenn die Betroffenen dann “aufbegehren” und die staatliche Anerkennung ihrer Partnerschaft fordern, dann reklamieren die Homophoben lautstark, dass ihnen dabei etwas weggenommen würde, sprich: dass sie sich von dieser Minderheit bedroht fühlen würden. Als ob die Homosexuellen – wie man dies etwa vor 70 Jahren von den Juden behauptete – die Gesellschaft “aushöhlen” würden! Ich hoffe, dass Homophobie genauso wie Antisemitismus therapiert werden kann, damit nicht jede Bewegung und Äusserung von aussen kritisiert und als bedrohliche Geste, Provokation oder Unverschämtheit wahrgenommen wird.
Ich lasse dir deine Meinung, wonach der 1.August oder Ostern wichtiger ist als der CSD – das ist dein gutes Recht. Aber ich fordere im Gegenzug Verständnis von dir, dass für andere der CSD oder die Pride etwas Wichtiges darstellt wie z.B. für eine andere Minderheit das Sexyloiten ein wichtiger Anlass ist. Dein schwuler Sohn oder deine lesbische Tochter werden dir dafür dankbar sein…
(Sorry, dass ich nicht zum Thema geschrieben habe, aber das wollte ich nun doch noch loswerden.)
Thomas, du leidest an Verfolgungswahn….das Partnerschaftsgesetz wurde ja angenommen (ich sage leider). Wir müssen ja nicht noch einmal das ganze Argumentarium auslegen.
Leider neigst du zu Unterstellungen (siehe deie Beiträge 3 und 5).
Hmmm, muss mich als Nicht-Schwuler auf Thomas’ Seite stellen. Mit der landesweiten Einführung der eingetragenen Partnerschaft haben Schwule und Lesben zweifelsohne einen wichtigen Meilenstein erreicht, aber bis zur wahren Anerkennung ihrer Lebensform ist trotz diverser Lippenbekenntnisse, u.a. in der Bundesverfassung, noch ein weiter Weg zu gehen.
Einmal mehr wirken da diffuse, aber dennoch sehr konkrete Ängste vor dem Fremden, ob es nun Ausländer, Angehörige anderer Religionen oder Menschen mit anderer sexuellen Ausrichtung betrifft. Mich persönlich ängstigen vor allem die sogenannten bekennenden Christen, welche die Wahrheit und den einzigen richtigen Lebensweg für sich gepachtet haben meinen und es sich nicht zu schade sind, einen im Rahmen der Luzerner “Gay Pride” geplanten ökumenischen Gottesdienst zu stören.
Diese ansonst sehr bibelfesten Leute scheinen vergessen zu haben, dass in der Kirche alle Menschen Platz haben und sich Jesus gegen den schon damals herrschenden Widerstand immer auch mit an den Rand der Gesellschaft gedrängten Menschen abgegeben hat und damit ein Zeichen zu setzen versuchte.
was bitte schön wird dir, alpha, genau weggenommen wenn schwule und lesben sich registrieren und heiraten können? wieso dürfen schwule nur ‘ansonsten’ so leben wie sie es wollen? ist dein ego angekrazt wenn eine frau ihre lebenspartnerin im spital besuchen will wann sie will?
es gibt auch weniger schrille und grelle schwule und lesben, die nicht mal halb so viel aufmerksamkeit nötig haben wie zum beispiel du!
AlphaPapa, du würdest also das Argumentarium gegen das PartG unterschreiben? Dann habe ich dich schon richtig als homophob eingeschätzt (solche “Argumente” würde ich nicht mal meinem ärgsten Feind ins Gesicht sagen wollen – sowas ist unmoralisch und menschenverachtend). Nun, wenn ich Verfolgungswahn hätte, dann würde ich den kleinsten Pieps als Homophobie interpretieren. Das tue ich aber nicht – da unterstellst du mir was. Beitrag 4 zeigt hingegen, dass du jeden Pieps von Homos als Angriff auf deine Freiheit interpretierst. Das nenne ich Paranoia, sprich: Verfolgungswahn.
Zum Thema: Gemäss einem Bericht im Magazin des TA hält der allseits beliebte Christoph Mörgeli nicht nur Karl Marx für einen Fehler in der Geschichte der Menschheit, sondern auch den Pionier der Psychoanalyse Sigmund Freud. M.E. ist dies bezeichnend für die classe politique à la Mörgeli, Zürcher SVP & co. Dass für Mörgeli die Psychoanalyse ein Übel darstellt, ist klar, denn sie bringt ihm eine unangenehme Nachricht: “Mörgeli, wenn du und deine Leidensgenossen das Gefühl habt, alle seien gegen euch, die Medien, die Kirche, die Wirtschaft, die Wissenschaften, die Künstler etc., dann muss ich euch leider sagen: Ihr leidet unter Verfolgungswahn…”
Nun, für gesunde Erwachsene stellen Mörgeli & co. keine Versuchung dar, aber jene sollten dafür sorgen, dass diese die Möglichkeit einer Therapie erhalten, um ihnen die ungesunden Listerien auszutreiben.
@thomas: hervorragend dargelegt, Gratulation.
Thomas ist ein Plauderi…
Wow, das ist mal ein Argument…
..gell..
alphapapa sind dir de argumente ausgegangen?