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Jeep Cherokee gegen Sabina (8)

Gewonnen hat, wer hätte das gedacht, der Jeep Cherokee-Fahrer. Fast ungebremst fährt der Geländewagen die kleine Sabina um. Das Mädchen leidet bis heute am erlittenen Hirn-Schädel Trauma. Kein Wunder, die hohe Front des ungesunden Offroaders hat das Mädchen voll am Kopf erwischt. Der Fahrer war auf der unübersichtlichen Strasse mit unerlaubt hoher Geschwindigkeit unterwegs (zwischen 53 und 57 Km/h auf einer Quartierstrasse ohne Trottoir, wo kurz davor Verkehrsberuhigende Hindernisse aufgestellt wurden! Heute 30er Zone).

Heute wurde am Obergericht der Rekurs gegen das skandalöse Urteil des Einzelrichters (Freispruch vom Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung), welcher für die Familie von Sabina enorme Kosten zur Folge hätte. Dies ungeachtet der folgenden Tatsachen :

  • Auf einer Quartierstrasse bedeutet Tempo 53 bis 57 eine massive Geschwindigkeitsübertretung. Angepasste Geschwindigkeit hätte zu wesentlich leichteren Verletzungen geführt, bei (dem jetzt signalisierten) Tempo 30 wäre der Jeep vor dem Mädchen zum Stillstand gekommen.
  • Der Unfall geschieht um 13h20. Um 13h40 beginnt die Schule, der Fahrer hat selber Kinder, wohnt an derselben Strasse und weiss, dass zu dieser Zeit Kinder unterwegs sind.
  • Der Fahrer kennt die Gefahrensituation an der Quartierstrasse nach eigenen Aussagen. Bevor die Dreiecks-Einrichtungen (zur Verkehrsberuhigung) montiert worden seien, sei er mit seinem Wagen jeweils ganz auf der linken Strassenseite (der Seite entlang der S-Bahn) gefahren, um nicht mit einem allfällig plötzlich aus den Ausfahrten rechts auftauchenden Hindernis zu kollidieren.
  • Dennoch gab er bei der Einvernahme auf die Frage, welche Bedeutung die Versatz-Dreiecke wohl hätten, zur Antwort: Er nehme an, die seien zum Schutz der dahinter liegenden Parkfelder erstellt worden.

(Quelle: Roadcross)

In der heutigen Berufungsverhandlung sind die Richter zu folgendem Schluss gekommen :

Die Richter konnten die Fragen, ob der Unfall vermeidbar und das Tempo angemessen war, nicht abschliessend beantworten. Sie kamen aber bereits zum Schluss, dass Tempo 53 nicht angemessen war. [..] Tempo 30 wäre bereits damals angemessen gewesen. Dennoch könne man nicht davon ausgehen, dass der Unfall auch bei niedrigerem Tempo hätte vermieden werden können. Der Aufprall wäre wohl weniger heftig gewesen. Offen sei, welche Verletzungen das Mädchen dann erlitten hätte. Dies soll ein weiteres Gutachten klären. (ret/sda)

(Quelle: Tagi)

Was man aber ziemlich sicher sagen kann ist, dass das Mädchen bei einem Zusammenstoss mit einem weniger agressiv gebauten Auto (tiefere Kühlerhaube, Stossdämpfer) andere Verletzungen erlitten hätte. Ausserdem habe ich mal als Argument gehört, dass Offroaderfahrer tendentiell langsamer fahren. Möchte das jemand Sabina erzählen? Ich glaube sie interessiert sich einen Scheissdreck für die luschen Argumente der Panzerfahrer. Derartige Autos sind aufs Land zu verbannen. Auf geteerten Strassen haben die menschenfeindlichen G E L Ä N D E – Wagen nichts verloren, da sind sie viel zu gefährlich, wie dieser Fall eindrücklich zeigt.

Dieser Artikel wurde von Sandro am Mittwoch, 5. April 2006 in der Rubrik Verkehr und zu den Stichwörtern , , , , , , , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

14 Kommentare zum Artikel “Jeep Cherokee gegen Sabina (8)”

  1. Pirelli am 5. April 2006 um 12:23

    Katastrophe.

    Das Obergericht hätte es in der Hand gehabt, ein Zeichen zu setzen.
    Aber wahrscheinlich fährt der Richter selbst ein SUV.

  2. sense2 am 5. April 2006 um 12:33

    weniger teer, mehr offroad strecken, sag ich doch schon lange :)

    >Die Richter konnten die Fragen, ob der Unfall
    >vermeidbar und das Tempo angemessen war, nicht
    >abschliessend beantworten.

    in dubio pro reo, obs einem passt oder nicht.
    viel schlimmer als das urteil finde ich das geschäfts gebahren der versicherungen die sofort ihr geld zurück wollen.

  3. sense2 am 5. April 2006 um 12:46

    nur damit keine missverständnise aufkommen: ich habe gehofft das der type verurteilt wird.

  4. Chevy am 5. April 2006 um 13:44

    Mal sehen was bei dem weiteren gutachten rauskommt und wie dann das Urteil abschliessend lautet, ich denke er wird nicht unschuldig davonkommen.

    @Sandro
    Zitat:
    Auf geteerten Strassen haben die menschenfeindlichen G E L Ä N D E – Wagen nichts verloren, da sind sie viel zu gefährlich, wie dieser Fall eindrücklich zeigt.

    Startest Du eine Petition damit G E L Ä N D E – Wagen wieder in Wälder und wiesen fahren dürfen? Meine unterschrift hast Du!
    Das wäre so ziemlich der einzige weg diese Fahrzeuge aus der Stadt zu haben, nähmlich sie dorthin lassen wo sie hin gehören aber nicht dürfen.

  5. Sandro am 5. April 2006 um 15:05


    Startest Du eine Petition damit G E L Ä N D E – Wagen wieder in Wälder und wiesen fahren dürfen? Meine unterschrift hast Du!

    Zumindest eine Solche, die das Fahren von Truckern den Truckerfahrern, Pferdezüchtern und Förstern vorbehält ist in Arbeit. Nur noch etwas Geduld. Komme dann gerne auf dein Angebot zurück.

  6. Georg Meier am 5. April 2006 um 16:19

    bleibt noch der Offroaderfan der ungeteerte Strassen als gutes mittel zum Hochwasserschutz propagiert.

  7. AlphaPapaGolf am 5. April 2006 um 19:02

    Auch ein tiefergelegter Ferrari tötet ein Kind wenn er es trifft.
    Es ist die Geschwindigkeit, die tötet. Geradezu peinlich ist ess, immer auf den “Geländewagen”herumzuhacken. Eine Kategorie Autos die es gar nicht gibt.
    In meinem Fahrzeugausweis jedenfalls steht : Limousine. PUNKT!
    Und noch eins : Jeep schreibt sich mit J und nicht mit CH, ausserdem ist er teuer. Aber das nur so am Rande und unter Freunden.
    Die andere Sache ist die Geschwindigkeit. Hier gilt es anzusetzen und tiefere Limiten zum Schutz des Menschen durchzusetzen.
    Gerade mit den von der rot-grünen Einpeitscherfraktion verteufelten SUV’s liesen sich tiefe Geschwindigkeiten mittels Tempomat und sehr elastischen Motoren locker und komfortabel einhalten.

  8. sense2 am 5. April 2006 um 20:15

    @apg: ich glaub der “Cheep” war eine missglückte Anspielung auf “Cheap”

    btw in meinem ausweis steht “Leichter Motorwagen”

  9. At-ler am 19. September 2006 um 20:31

    Hallo,

    (tiefere Kühlerhaube, Stossdämpfer)??????

    Also wir Jeeper haben die Stoßdämpfer innerhalb der Karosserie verbaut und ned gefährdend irgendwo aussen angebracht, ERLICH :-) )

    Auch ahben wir unsere Kühler nicht unter der Haube, höchstens unsere Töchter :-) )

    Ihr Vollhirniss, wenns schon blödsinn schreibst solltets Euch mal die Fachbegriffe zulegen.

    Solche unqualifizierten Beiträge sind ein Zeichen das Ihr Pseudointelektuellen nix im Hirn habts.

    Stop, is falsch !!!

    Ìhr habts ja 237 Knochen mehr als ein “NORMALER” Mensch, ´den für die Mindestausstattung, damits aufs Clo gehen könnts und etwas futtern habts ja ah mechanisches Gehirn.

    PS: Heist auch ned HIRN-Schädel Trauma sondern Schädel-Hirn Trauma

    Aber der Unterschied wird euch ned klar sein und in hier zu erläutern is ma zu mühsellig

  10. ghandi am 19. September 2006 um 21:10

    Ich würde erst einmal eine Fahrtauglichkeits test machen.
    Ich bin sehr viel auf der Strasse und da ist der Geländewagen nicht unter den Faforiten die weggehören!
    Schleicher sind die Gefahr der Landstrasse, die mit 30 KM durch die Gegend flitzen und das bei 80er beschränkung. Das ist für mich eine Verkehrsbehinderung und provoziert zum überholen.
    Am schlimmsten sind kleinwagen, je kleiner umso mehr platz benötigen sie, paranoide Fahrer mit einem schiss in der Hose!
    z.B. ein Smart in einer Abzweigung holt so weit aus damit er um die Insel kommt. Ich muss nicht mal mit meinem 10m Sattelschlepper da ausholen.
    Ich weiss nicht was man heute in der Fahrschule lernt, die Prüfungen sind zwar strenger geworden ,die Fahrer aber immer schlechter.

    N.B. Ein Schweizer kann die Prüfung auf der ganzen Welt machen und sie ist gültig.
    Z.B. Arabische Emirate, da muss man um 5 aufgestellte konservendosen fahren ohne sie umzuschmeissen.
    Oder schauen wir die heutige Witzkategorie C1 an, die ist nur noch da um Fahrzeuge aus gründen der Schwerverkehrsabgabe abzulasten.
    Finanzmauschel.

    Da habe ich die Nase voll ich kaufe mir den Führerschein in Indien und schluss (50 Dollar)

  11. ghandi am 19. September 2006 um 21:14

    Im Fall dieses Unfalles muss man den Richter an die Kasse nehmen.
    Da gibts so einige Fälle wo man den Richter anklagen soll inkl. Hintermänner die die weisungen an den Richter geben. Das kann mit jedem Auto passieren, sofern man nicht angepasst fährt, was anscheinend der Fall war.

  12. gumbyman am 20. September 2006 um 00:25

    Jein – schon auch, aber: ein fussgängerfreundliches Auto “lädt einen Fussgänger” auf die Motorhaube; funktioniert bei Kindern weniger gut, aber immer noch leidlich. Aggressive Geländewagen hingegen, insbesondere solche mit Kuhfängern vorn drauf, knicken Fussgänger (Erwachsene) oder erschlagen sie durch Schädelbruch (Kinder). Wer jemals ein Video von entsprechenden Crashtests gesehen hat, vergisst’s nicht so schnell. Das heisst der Fahrer soll für seine Fahrfehler zur Kasse gebeten werden, aber die erhöhte Gefährdung durch die verletzungsfördernde Bauweise muss auch berücksichtigt werden – am besten durch höheren Regress der Versicherung auf den Halter und/oder Hersteller solcher unsinnig gefährlicher Fahrzeuge.

  13. At-ler am 20. September 2006 um 00:40

    Hallo,

    bei uns in AT gibts das Kuratorium für Verkehrssicherheit und das hat in Tests rausgefunden das ab 50Km/H es egal is wie die Frontpartie eines Fahrzeuges is, den ab da is meistens tödlich.

    Ein Schweizer Motorad-Biker hat in meiner Gemeinde heuer ein 10 jähriges Mädchen frontal am Zebrastreifen bei Rot auf der Hauptstrasse erwischt und getötet.

    Sollen wir nun deswegen allen Bikern Ihr Motorad verbieten, oder nur den schweizer Bikern die Einreise ????

    Mal erlich, was mir hier fehlt is die Objektivität. Was ist mit LKW`s, Trtatoren die heutztage auch schon bis 70Km/H gehen.

    Und bei Euch Bergvölkchen is die große Gefahr bez Atomunfall weit höher als bei uns AT-lern, weil wir keines haben.

    Und geschichtlich habt Ihr Schweizer mehr Kinder Mitverantwortlich auf dem Gewissen als in Europa je durch Verkehrsunfälle getötet werden können, da Ihr es wart die dem 3 Reich Kanonen und Munition in den Anfängen des 2 Weltkrieges gegen ordentlich Bares geliefert habt.

    Von tausenden jüdischen Kindern die Ihr beinhart an Euren Grenzen zurückgeschickt habt obwohl deren Schicksal Euch voll bewusst war, will ich mal ned reden.

    Wir AT-ler haben 1956 tausende Flüchtlinge aus Ungarn ohne wenn und aber aufgenommen.

    Oder wie steht es mit Eurer heutigen Waffenlobby, deren Produkte ebenfalls tausende und abertausende Menschen weltweit töten ??

    Tja wenn die Kohle stimmt verkauft Ihr schweizer eure Großmutter auch dem Teufel, aber wie gesagt der Preis muß stimmen.

  14. gumbyman am 20. September 2006 um 22:10

    Spitzenargumentation AT-ler,

    dann müssen wir also einfach überall mindestens 60km/h fahren, weil dann ist’s eh tödlich und dann kommt’s auch auf die Form nimmer drauf an, gell? Soviel Zynismus und Kaltschnäuzigkeit gehörte eigentlich verboten.

    Entscheidend ist die Geschwindigkeit beim *Aufprall*, nicht die vorher. Da normale Autofahrer meist noch ein bisschen in die Bremsen steigen bevor es knallt, ist es eben sehr entscheidend wie die Karre gebaut ist, leuchtet wohl jedem ein.

    Zum Rest sag’ ich nur “es lebe der undifferenzierte Rundumschlag”. Au ja: den Vergleich von Austria und Schweiz zu Zeiten vom Föhrer und seim tausendjährigen Reich, den find’ ich echt gelungen ;-)

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