Wer eine Busse kriegt ist selber schuld
Beim Tagi überschlagen sich die Leserbriefschreiber über den angeblichen “Bussenterror” der Behörden in der Stadt Zürich. Dabei ist die Sachlage klar. Wer ein Gesetz übertritt und dabei erwischt wird, bezahlt eine Busse (Sofern er nicht Anwalt ist und zu Gesetzesschlupflöchern greifen kann um das Bezahlen der Busse zu umgehen.) Der gemeine Autofahrer wittert hier sofort Willkür der Behörden und das Finanzdepartement hinter den Radarkästen. Beispielsweise Herr Lutz aus Zürich meint im Tagi:
Entweder ist Zürich ein Pflaster von Rüpeln und Verkehrsrowdys oder die Stadt bedient sich bei einer Bevölkerungsgruppe, die sich nicht wehren kann.
Was, wie, nicht wehren? Schafft es Herr Lutz nicht die geforderten 30/50 Kmh einzuhalten? Der ärmste. Oder versteht er die Parkverbotsschilder nicht? Und wieso kann man sich nicht wehren? Er könnte sich ja einfach ans Gesetz halten, und schon kostets nix mehr. Dabei ist es gar nicht, wie allgemein vermutet, das Finanzdepartement der Stadt Zürich, welches über die Standorte der Radaranlagen entscheidet. Dazu der Tagi:
In Tat und Wahrheit ist es aber nicht das Finanzdepartement der Stadt, welches die Standorte der 80 Kasten bestimmt, sondern eher die Quartierbevölkerung. Etwa 100 Begehren für neue Radarkasten seien zurzeit bei der Stadtpolizei hängig, sagt Erwin Epper, Leiter der Zentralstelle Verkehrs- und Ordnungsbussen.
Jeder Tag einer zuviel an dem diese Kasten aufgestellt werden! Wer sich nicht an die Regeln halten kann, soll bezahlen. Es gibt doch nichts einfacheres als die Geschwindigkeit einzuhalten, oder etwa nicht?

Interessant war auch Talk täglich gestern auf TeleZüri, wo Mörgeli all die Leserbriefargumente noch einmal aufgewärmt hat.
Hauptargument: die Sicherheit sinkt, weil alle nur noch auf den Tacho starren, um sicher zu sein, dass sie nicht zu schnell fahren…
Etwas überraschend kam dann sein Geistesblitz, er könnte eine Motion lancieren, die Bussengelder nicht mehr dem Staat, sondern einer wohltätigen Institution zu überweisen. Eigentlich durchaus ein valabler Vorschlag. Allerdings kann man es sich lebhaft ausmalen, was Mörgeli’s Reaktion auf einen solchen Vorschlag gewesen wäre, wäre er aus der linken Ecke gekommen!
hahaa… mit deinem letzten Satz hast du verflucht recht =)…
Die bussenpolitik in zürich halte ich für eine riesen frechheit. Es gibt viele andere lebensbereiche, wo die polizei für sicherheit sorgen sollte (z.b. strassengewalt, agressive ausländer), aber das ist natürlich lange nicht so rentabel und vielleicht auch gefährlicher als das abzocken von harmlosen automobilisten.
Es geht doch offensichtlich nur um geld, geld, und nochmals geld. Und ich kann alle, welche gleichzeitig über die abzockerei von managern usw. herziehen, und dann so etwas gutheissen, leider nicht sehr ernstnehmen. Mörgeli hat völlig recht, was den tacho anbelangt, sowas kann ja nicht förderlich für die verkehrssicherheit sein, wenn anstatt auf die strasse auf den tacho gestarrt wird.
Wie immer sind anscheinend alle mittel recht, um die eigenen zwecke zu erreichen, nur wenn andere dasselbe tun, wird mit dem finger auf diese gezeigt. Wir leben schon in einer verkehrten welt…
Ich hoffe wirklich fest, dass alle, welche auf dem radikalen alternative-öko-lebensweise-auf-kosten-der-anderen-trip sind und dem arbeitenden volk dauernd steine in den weg zu legen versuchen, während vati(bzw. mutti) ihnen ihr leben ohne zeit- und geldnot finanziert, irgendwann auf den boden der realität geholt werden und dann vielleicht ihre prioritäten etwas anders setzen, um zu überleben.
Interessant driv3r.
Du hast offenbar zu schnell geschrieben, ich kann Deiner Argumentation leider nicht ganz folgen.
Ich wär’ Dir dankbar, wenn Du in einfachen Worten nochmals zusammenfassen könntest, weshalb genau die ‘Bussenpolitik’ in Zürich eine Frechheit ist.
@sandro:
schonmal von oerlikon nach dübendorf gefahren? Auf der Überlandstrasse hat es 4! blitzer auf einer strecke von ~4km, dazu wurde das tempolimit von 60 auf 50 gesenkt.
nun sag mir mal das dass keine abzocke sei…
der fliessende verkehr wurde total zerstört, alle fahren jetzt noch 45km/h, die ampelschaltung ist im arsch, da nicht mehr schnell genug gefahren wird, demzufolge mehr anhalten, mehr stau, mehr lärm (anfahren) höherer benzinverbrauch
suuuper!
@sense:
Offenbar war in dem von Dir erwähnten Beispiel, die Lärmbelastung auf diesem Strassenabschnitt der Grund für die Massnahme der Temporeduktion (gemäss den Medienberichten.)
Vier Radaranlagen sind offenbar notwendig um das gewünschte Resultat zu erreichen, da scheinbar sonst einfach an einem Ort abgebremst und dann wieder beschleunigt werde (kenne ich aus eigener Anschauung bei Radar beim Triemli).
Dass nun die Leute nur noch 45 km/h Stunde fahren ist sicher nicht das gewünschte Resultat, aber im Endeffekt nicht das Problem der Behörden, sondern der Automobilisten.
sorry, aber dieses quartier kannst du nicht ruhiger machen, das is nun mal viel verkehr, meiner erfahrung nach hat sich die situation verschlimmert und ich fahre beruflich viel dort vorbei oerlikondübendorf
naja, immerhin haben die nun in schwammendingen meinlärm auch, zurück gehts jetzt nämlich dort durch einiges schneller, hat nur einblitzer
das ziel wurde definitv nicht erreicht
Auch Blocher hat Mitleid mit Autofahrern
Bundesrat Blocher wendet sich gegen die Verringerung der Toleranzwerte bei Geschwindigkeitsmessungen, obwohl diese von seinem Departement definiert wurde.
…
Die Abzockerei der Autofahrer durch die rot-grüne Stadt Zürich ist nur konsequent. Bereits der Stadtgärtner Bobby mit seinem Clochard-Rauschebart hat zu seiner Zeit als oberster Bussenverteiler damit angefangen. Maurer, seine angeblich christliche und tief-ethische Genossin, setzt das einfach nur fort und verschärft das einfach noch bis zum Gehtnichtmehr. Es fängt ja schon damit an, dass die Parkuhren bis 21 Uhr gefüttert werden müssen, obwohl der Abendverkauf nur bis 20 Uhr geht. Der bekanntermassen schnoddrige und hochnäsig-arrogante Bobby meinte auf eine diesbzügliche Frage, so wie es nur so ein auf Kosten der Allgemeinheit studierter, hinterfozziger Neider-Sozi sagen kann: “me mues es halt deet nä, wo’s hätt”. Die Bussen-Heuschrecken lassen grüssen…
Ausgerechnet Bundesrat Blocher, der vorgibt, am meisten um «Law & Order» besorgt zu sein, lamentiert vor der Autolobby: «Durch einen einzigen Federstrich wurden Zehntausende von einem auf den anderen Tag kriminalisiert.» (TA vom 4.11.2005).
Ja, Herrgottnochmal, wer ist denn hier kriminell? Doch wohl diejenigen, welche innerorts über 50 km/h fahren. Ob die Lasertechnik nun einen Fehler von 5 oder 3 (oder bald einmal 0) km/h als Toleranzwert anzeigt, ist völlig irrelevant für die Frage, ob jemand die klare Grenze von 50 km/h einhält oder nicht. Dies ist auf jeden Fall ein Verstoss gegen das Gesetz. Dass ein Justizminister Kriminelle in Schutz nimmt, sollte aufhorchen lassen. Das nennt sich Rechtsprechung à la mode du chef – ganz wie es den Oberen beliebt…
Und nebenbei bemerkt: Wenn ich der Staat wäre, würde ich das Geld selbstverständlich bei den Dummen holen, welche gegen die Gesetze verstossen – ich wäre ja blöd, wenn ich mir diese Einnahmen entgehen lassen würde!!!
Blocher macht sich über die Vorschriften seines eigenen Departements öffentlich lustig und desavouiert wie gewohnt Bundesangestellte und den Bundesrat. Blocher hat immer noch nicht begriffen, dass von ihm jetzt Leistungen gefragt wären und nicht Polit-Propoganda-Reden wie bei den Albisgüetlianlässen. Blocher ist für mich bei den nächsten BR-Wahlen nicht mehr wählbar, falls die SVP wieder so stark ist, müssen sie halt einen anderen BR nominieren.
Ist ja hoch interessant! In diesem Forum darf man wirklich so ziemlich alles, was einem nicht ins rot-grün-hinterwäldlerische Anti-Auto-Weltbild passt, zum Abschuss und Abzocken freigegeben werden, oder? Ich möchte mal diejenigen sehen, welche auf diese Zielgruppe einprügeln, was die sagen würden, wenn die Polizei denen jedes Mal eine Busse anhängen würde, wenn sie bei Rot über die Kreuzung oder den Fussgänger pedalen oder Fussgänger in der Fussgängerzone anpöbeln oder beinahe umfahren. Gesetze gelten für alle; ob Auto- oder Velofahrer. Den Blocher finde ich auch zum Kotzen, aber deshalb gibt’s für Euch rot-grünen Radua-Brüder noch lange keine Ausnahmeregeln. Also haltet Euch endlich mal an die Kultur, welche ihr bei der SVP immer einfordert, aber Subito. Wer derart auf den politischen Gegner einprügelt, ist keinen Dreck besser!
Stadt Zürich Provoziert Bussen!!!
In der Stadt werden Parkplätze immer kleiner, je nach Fahrzeug ist es mm-Arbeit einzuparken, und selbst dann ist das Auto noch zu lang oder Breit (Ich spreche nicht von SUV oder Gelände-LKW)sondern von einem Ford Mondeo (Kombi).
Dann kommt die Stadt und verteilt Bussen da ja wenn nicht korrekt (alles innerhalb des weissen rechtecks für nichtautofahrer) geparkt ist das als falschparken gilt. Das wird dann schnell teurer als wenn man irgendwo Parkiert hätte.
Des weiteren beschädigen die leute Ihre Autos gegenseitig da zuweig Platz für Türen und dicke Leute ist.
Diese Praxis ist sicher mitschuldig wenn immer mehr von diesen Riesenmonster auf der Strasse fahren, man muss sich ja jeden mm erkämpfen, sogar auf dem Parkplätzen, desweiteren sind die Autos auch besser geschützt vor Remplern und Afschlagenden Fahrzeugtüren (grosse Plastikschürzen an den Türen und einfahrbare Stossstangen).
Alle Leute die eine Busse hatten in einen Topf zu werfen finde ich nicht in Ordnung (“Selber Schuld! Aetsch!”). Mich interessiert wer von den Leuten, die so etwas machen, die VRV oder Ordnungbussenverordnung gelesen und studiert haben? Ich habe beides gelesen und studiert. Es ist erstaunlich, wie schlecht eruierbar gewisse Sachverhalte sind und wie wenig Polizisten exakte Angaben auszuwerten scheinen. Ich spreche aus Erfahrung. Eine Busse (Nr 211) konnte ich erfolgreich abwenden, indem ich dem Beamten seinen Trugschluss durch abmessen verdeutlichen konnte. So etwas setz natürlich Kenntnisse voraus. Ich glaube kaum, dass dein Freund und Helfer immer alles so genau weiss. Es würde mich nicht wundern, wenn viele Bussen fälschlicherweise vergeben werden. Weil offensichtliche Vergehen die teuer bestraft werden, werden auch von den meisten “Sündern” erkannt und somit vermieden. Während andere einfach nicht so gut sichtbar sind und auch gerne mal Spielraum für Interprätationen lassen, weil das der Gestzestext so zulässt. Natürlich führe ich keine Statistik. Aber die Aussage “wer Bussen kriegt ist selber Schuld” ist so nicht richtig. Es gibt ja auch Leute, die können sich so etwas leisten. Von Schuld/Sanktion kann dann überhaupt keine Rede mehr sein.
Aushebelungen hat der Sandro ja selber erwähnt. Was diese übertriebene Verallegeminerung ebenfalls über den Haufen werfen dürfte.
“Wer sich nicht an die Regeln halten kann, soll bezahlen.” steht da oben. Wäre schön, wenn das auch für Velofahrer gelten würde.