Bundesrat Schmid bricht mit der SVP Schweiz
Ja, der Zerfall ist ein schleichender Prozess.
Bundesrat Samuel Schmid stellt sich hinter einen geschlossenen Austritt der Kantonalpartei aus der SVP Schweiz. Der Chef des VBS sagte auch ja zu eim Beitritt zu einer neuen Formierung.
Doch Noch-SVP-Bundesrat Samuel Schmid ist nicht allein. 37 prominante, liberale Berner SVP’ler flankieren den Magister. Unter anderem Ständerat Werner Luginbühl, Ursula Haller, Hans Grunder und Urs Gasche. Weitere 14 Grossrätinnen und Grossräte haben ebenfalls unterzeichnet. Der Austritt soll, wird eine 2/3 Mehrheit an der Delegiertenversammlung erreicht und spätestens bis Ende August 2008 vollzogen werden. Das dürfte aber kein Spaziergang werden.
Doch die Unterzeichner sind entschlossen. So meinte Ursula Haller zum Beispiel, dass die SVP Schweiz mit der Kollektivstrafe gegen die Bünder Fraktion klar überschitten habe. Dieser Akt sei eines Rechtsstaates unwürdig und nicht akzeptierbar.
Nur schade haben diese Joggel so lange gebrauch, bis sie gemerkt haben, dass die SVP eine totalitäre Partei ist, die keinerlei Abweichler duldet. Aber besser spät wie nie. Wir begrüssen die baldige Ex-SVP-Bern in der wirklichen Welt.

“Nur schade haben diese Joggel so lange gebrauch, bis sie gemerkt haben, dass die SVP eine totalitäre Partei ist, die keinerlei Abweichler duldet. Aber besser spät wie nie. Wir begrüssen die baldige Ex-SVP-Bern in der wirklichen Welt.”
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Das haben die schon lange gemerkt und sind keine Joggel.- Nur sind Parteiabspaltungen (die “Grünen” sollten da kennen) keine einfache Sache und bergen auch Risiken, die gehen sie nun ein. Zudem kommt der Entscheid wohl im richtigen Moment.
Ich verspreche euch: Den Bündner und Berner “Abtrünnigen” werden auch ein paar Baselbieter folgen. Zwar keine Nationalräte – Baader ist zu tief in den Allerwertesten des Führers gekrochen, und der Dauergrinser Christian Miesch (“Gopferdelli, Hueresieche, Arschlöcher”) war froh, dass ihn noch jemand nahm, als er von der FDP nicht mehr als Nationalrat aufgestellt wurde. – Aber ich habe im Vorfeld der Abstimmung derart viele Leserbriefe von unzufriedenen SVPlern in der “Basellandschaftlichen Zeitung” gelesen, dass man spürte: die suchen geradezu eine neue “Heimat”.
Gruss Bruno
@pia.. hab’s deshalb auch so liebevoll formuliert..=)
Ich hoffe, das dies klappt ! Dann wird wieder Politik gemacht ohne Poltern und schimpfen !
Wenn die Abtrünnigen wirklich eine liberalkonservative Gruppe bilden wollen, tun sie gut daran, sich den Opportunisten Schmid vom Leib zu halten. Als liberales Aushängeschild taugt das Ex-Mitglied des Rechtsaussen-Kults Redressement National definitiv nicht.
Schön abgeschrieben kyri, aber leider falsch: “reaktionär” ist nicht gleich “rechtsaussen”. Und wie die WOZ hier so treffend Schmid charakterisiert, könnte es genauso gut irgendein anderer bürgerlich-konservativer Politiker sein – welche man gemeinhin entweder in der FDP oder dem anständigen Flügel der SVP findet. Passt schon.
g.
@gumbyman
Der Redressement National ging aus dem “Bunds für Volk und Heimat” hervor, der ganz eindeutig fröntlerische Züge besass. Und er blieb ein Hort für isolationistische, ausländerfeindliche Kräfte. Auch wenn heute die Nachfolgeorganisation “liberale Aktion” (wie auch der “Trumpf Buur”) sehr wohl anders daherkommt als zur Gründerzeit: Als Schmid RN-Mitglied war, war dieser Teil des Netzwerks der Unheimlichen Patrioten, in dem Cincera und andere wüten konnten. Und es bildete damals den rechten Rand der Schweizer Politlandschaft. Der Aufkauf der SVP durch Blocher steckte da noch in den zarten Anfängen.
@kyri
Danke für die Aufklärung bezüglich Werdegang der RN – war mir so nicht bewusst.
Trotzdem seh’ ich den Sämi heute eher reaktionär / konservativ als Rechtsaussen, auch wenn er Jugendsünden begangen hat. Persönliche Entwicklung im Sinne von “gescheiter werden” ist nicht mit “Opportunismus” gleichzusetzen, auch wenn dies die unsägliche Partei aus durchsichtigen Gründen so proklamiert.
g.
@gumbyman
Ich hab bewusst das RN als rechtsaussen betitelt, nicht Schmid als Person. ‘Reaktionär’ passt bei ihm wohl schon. Liberales kann ich bei ihm nichts erkennen – ausser es ist schon genug, dass er (im Gegensatz zu seinem RN-Gspänli Blocher) das neue Eherecht befürwortet hatte…
Freut euch nicht zu früh über Schmids “Joggel” (lol) Pseudo-Coup. Spaltpilz Schmid, Haller, Gasche und Co. stehen so ziemlich alleine da.
Den 16 SVP-Abtrünnigen im bernischen Grossen Rat haben sich gestern 29 SVP-Treue entgegengestellt. Damit verliert die Absetzbewegung massiv an Schwung. Die 2/3 Mehrheit an der DV wird eh nicht erreicht.
Berner ticken dann halt doch eben ein bisschen anderes
Hier noch die zuverlässige Berner Quelle: http://www.espace.ch/artikel_529108.html
Freut euch wirklich nicht zu früh…
Da würde ich als Linker sogar meine Stimme als Starthilfe geben ; ausnahmsweise. Denn es geht mir persönlich um -sorry again- um den Ton. Wenn ein Anliegen ,ohne dem lächerlich machen der Gegner, sondern mit provokationslosen, sachlichen Argumenten gebracht wird. Da bin ich bereit von meiner Seite zu rücken. Das ist doch Demokratie, ein finden in der Mitte. Wenn jedoch ein respektloser und eben lächerlich machen Andersdenkender Stil salonfähig wird….bin ich nicht bereit.
Die 40 demokratischen SVP-ler haben sich unterschriftlich verpflichtet. Die werden bei ihrer Linie bleiben. Dies umso mehr, als die Blocheristen keinen Zoll von ihrer Haltung abweichen werden. Einen dritten Weg gibt es definitiv nicht. Die Berner haben diesen nun 15 Jahr erfolglos zu beschreiten versucht.
Die 40 demokratischen SVP-ler haben sich unterschriftlich verpflichtet. Die werden bei ihrer Linie bleiben. Dies umso mehr, als die Blocheristen keinen Zoll von ihrer Haltung abweichen werden. Einen dritten Weg gibt es definitiv nicht. Die Berner haben diesen nun 15 Jahr erfolglos zu beschreiten versucht.