Britische Studie: “Krieg gegen den Terrorismus” ist kontraproduktiv

So standhaft US-Präsident Bush und Grossbritanniens Premier Blair das Gegenteil beteuern: Ihre Strategie des “Kriegs gegen den Terror” ist langfristig zum Scheitern verurteilt, meint eine britische Studie. Sie vergrössere nur die Sympathie für die Terroristen und lenke von wichtigen Problemen ab.

“Wir sollten sehr, sehr stolz sein auf das, was unsere Truppen im Irak und in Afghanistan leisten. Denn wir unterstützen Menschen, die Demokratie wollen.” Geradezu gebetsmühlenartig gibt der britische Premierminister Tony Blair immer wieder solche Sätze von sich. Der Kampf gegen den Terror und der Sturz von Diktator Saddam Hussein, so sein Credo, wird die Welt irgendwann zu einem besseren Ort machen. Unabhängige Experten der britischen Oxford Research Group bezweifeln aber stark, dass Blair dieses Ziel erreichen wird – zumindest, wenn es so weitergeht wie bisher.

In ihrer neuen Studie heißt es unverblümt: Der Kampf gegen den Terrorismus wird auf lange Sicht scheitern und erhöht die Gefahr neuer Anschläge im Ausmass der Angriffe des 11. September 2001. Die Wissenschaftler meinen: George Bush und Tony Blair sind nur darauf aus, ihre Stellung in der Welt mit militärischen Mitteln zu sichern, anstatt sich Gedanken zu machen über die wahren Ursachen der globalen Bedrohungen. “Wir glauben, dass der Krieg gegen den Terror die Menschen ablenkt von viel grösseren Gefahren. Dazu gehören der Klimawandel, der Kampf um Wasser und Öl, die ökonomische Ausgrenzung vieler Staaten und die zunehmende Militarisierung der Welt. Das alles kann in den nächsten 30 bis 50 Jahren Millionen von Menschen das Leben kosten”, sagt John Sloboda von der Oxford Research Group.

Milliardenausgaben ohne langfristige Ergebnisse

Den Krieg gegen den Terror, so wie er derzeit geführt wird, nennen die Experten aus Oxford eine zutiefst fehlerhafte Strategie, die Hunderte von Milliarden Dollar kostet und keineswegs mehr Sicherheit bringt. Im Gegenteil: Der Irak und Afghanistan seien in den vergangenen Jahren instabiler geworden. Bombenanschläge und massive Gewalt prägen dort den Alltag vieler Menschen.

“Bei den Militärkampagnen im Irak und in Afghanistan sterben nicht nur Terroristen, sondern auch viele unschuldige Zivilisten”, sagt Sloboda. Die Folge: “Jeder tote Zivilist führt dazu, dass sich weitere Menschen gewalttätigen Gruppen anschliessen.” Natürlich ist auch den Wissenschaftlern klar, dass man gegen Bedrohungen wie Al Kaida nicht wehrlos bleiben soll. Sie meinen aber, dass die Politiker ihr momentanes Vorgehen grundlegend überdenken sollten, um gegen das Netzwerk langfristig zu bestehen. Den Terror mit einer riesigen Militärmaschinerie ausradieren zu wollen, sei der falsche Weg: “Terrorismus ist keine Krankheit, die man eindämmt und ausrottet”, das ist für Sloboda klar. Nicht nur in den islamischen Ländern schüre ein solches Vorgehen die Wut über die westliche Politik: “Alles, was im Irak passiert, wirkt sich auch auf den Strassen von London und in Städten wie Bradford, wo viele Muslime leben, aus.”
(Quelle)

Dieser Artikel wurde von Pirelli am Montag, 19. Juni 2006 in der Rubrik International und zu den Stichwörtern , , , , , , , , , , , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

33 Kommentare zum Artikel “Britische Studie: “Krieg gegen den Terrorismus” ist kontraproduktiv”

  1. fragenspeck am 19. Juni 2006 um 10:25

    Lese das Interview der aktuellen Weltwoche ab Seite 56. Sehr wichtig und richtig.
    Die Alternative wäre Diplomatie gewesen, aber wer nihct gewillt ist massiv einzuschreiten, hat auf dem diplomatischen Parkett schlechte Karten.

  2. Süchu am 19. Juni 2006 um 11:42

    Die Alternative ist langfristige Aufklärungs und Entwicklungsarbeit… nachwievor!

    Diplomatie geht nur unter Staaten, nicht Staat-Terrorist…

  3. Encephalon am 20. Juni 2006 um 15:53

    Kontrapoduktiv? Die Frage ist: aus welcher Sicht? Für die Rüstungs-, Sicherheits- und Technologiebranche scheint es meiner Meinung nach sehr produktiv zu sein.

  4. AlphaPapaGolf am 21. Juni 2006 um 18:25

    Der krieg gegen den Terrosismus zeigt positive Aspekte.
    Noch vpr einiger Zeit waren der Irak und Afghanistan Eldorados für westfeindliche Element.
    Jetzt sind diese Länder im Griff der westlichen Friedenstruppen und werden gesäubert.
    Nach ein paar Jahren wird auch dort Frieden und Ruhe einkehren.

  5. Süchu am 22. Juni 2006 um 09:08

    Hm… gibts nicht auch Studien, die zeigen, dass vor dem US-Einmarsch im Irak Al Quaida gar noch nicht Fuss gefasst hatte?

  6. RonaldCH am 22. Juni 2006 um 10:03

    @Süchu
    Die Verbindungen zwischen Al Qaida und Saddam sind unterdessen mehrfach belegt. Du musst dich weiter bilden, Süchu, nicht einfach Überholtes nachplappern.
    R.

  7. Georg Meier am 22. Juni 2006 um 10:55

    Die Verbindungen der Familie Bin Laden zur Familie Bush sind mehrfach belegt: Carlyle Group. Die Zwangsarbeit in der Firma KBR, Tochterfirma von Halliburton, sind ein weiteres unrühmliches Kapitel der amerikanischen Präsenz im Irak.

  8. Süchu am 22. Juni 2006 um 10:59

    erm, haste ne site, wo was anständiges steht?
    Bzw: Basierst du dich auf artikel wie z den hier?:
    http://www.worldnetdaily.com/news/article.asp?ARTICLE_ID=34841
    ->Wenn ja, guck mal Datum. Finde ich nicht so überzeugend. Andere Bestätigungen habe ich nicht gefunden…

    Guck mal da: (sofern du franz verstehst)
    http://fr.wikipedia.org/wiki/Al-Qaida
    Da hätte wohl noch mehr als nur der Irak Dreck am Stecken…
    Wie auch immer, Al Quaida hatte vor dem Einmarsch noch keine Leute im Irak. Ob dann Geld über CH-und andere Banken lief, wie’s im ersten Artikel beschrieben wird, ist ne andere Sache und hätte auch anders unterbunden werden können… (als mit einem Irakeinmarsch)

    Bilde dich gefälligst selbst ;)

  9. RonaldCH am 22. Juni 2006 um 13:58

    @Süchu
    Du hast Recht, solche Studien hat es gegeben, nur sind sie als falsch entlarvt worden, weil man bei der Auswertung irakischer und terroristischer Tonbänder und PC-Harddisks Daten gewonnen hat, die die Verbindungen zw. Al Qaida und Saddam eindeutig aufgezeigt haben.
    R.

  10. Georg Meier am 22. Juni 2006 um 14:19

    Die angeblichen Verbindungen von Saddam und Al Kaida wurden als falsch entlarvt. Die Daten haben sich als Fälschungen herausgestellt.

  11. RonaldCH am 22. Juni 2006 um 14:48

    @Süchu
    Dein worldnetdaily Artikel ist schon etwas alt. Im Jahr 2001 hat man diese Daten natürlich noch nicht gehabt. – Zu Wikipedia: Es nimmt alles auf, ob Wahrheit, oder Manipulation, ist nicht einfach zu unterscheiden.

    @Georg
    Natürlich findest du tausend Web-Seiten, die die Tatsache der Verbindungen widerlegen sollen, besonders in Deutsch. Du würdest es vermutlich nicht einmal glauben, wenn Saddam selbst bekennen würde, dass er sich mit Bin Laden abgestimmt hätte. Hier ein aktuelles Link, leider auf Englisch:
    http://www.freerepublic.com/focus/f-news/1597459/posts?page=51,50

    Hier ein andres, welches mir gerade in den Sinn gekommen ist: http://myblog.de/politicallyincorrect/cat/23227/4

    Verlangt bitte keine besseren Beweise, die ich sicher finden würde. Da ich aber weiss, dass ihr es sowieso nicht glauben wollt, ist mir die Sucherei zu viel Mühe. Wegen Ignoranz muss ich mir wohl noch ein Archiv eröffnen!
    R.

  12. Pirelli am 22. Juni 2006 um 15:35

    Einige Quellen:

    NZZ, 8. 6. 06:
    “Später wurde der Jordanier Anführer der Organisation Al-Kaida im Zweistromland, die den Irak SEIT dem Sturz von Machthaber Saddam Hussein im April 2003 durch Entführungen, Anschläge und die Enthauptung von Geiseln terrorisiert.”

    MZ-web.de: “Der US-Untersuchungsausschuss, in dem auch republikanische Parteifreunde von Bush sitzen, stellte nach der Auswertung von 1000 Zeugenaussagen und zwei Millionen Dokumenten schlicht fest, dass es keine Hinweise auf eine Zusammenarbeit des irakischen Diktators Saddam Hussein mit dem Terrornetz El Kaida gab.”

    N24.de, 16. 6. 2004:
    “Die US-Untersuchungskommission zum 11. September 2001 hat keine Beweise für eine Beteiligung Iraks an den Terroranschlägen in den USA gefunden. Es gebe keine “glaubwürdigen Belege” dafür, dass die irakische Regierung unter Saddam Hussein mit dem Terrornetzwerk Al-Qaida bei der Vorbereitung von Anschlägen in den Vereinigten Staaten zusammengearbeitet habe, heißt es in einem vorläufigen Bericht des Ausschusses, der am Mittwoch in Washington veröffentlicht wurde.”

    Washington Post, 16. 4. 2004:
    “The Sept. 11 commission reported yesterday that it has found no “collaborative relationship” between Iraq and al Qaeda, challenging one of the Bush administration’s main justifications for the war in Iraq.”
    http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/articles/A47812-2004Jun16.html

    Ronald, ich fand dein Weltbild eh schon bedenklich. Aber dass du es auf Lügen und Märchen aufbaust, die du auch noch aufrechterhältst, wenn alle Fakten dagegen sprechen, verblüfft mich doch ein wenig.
    Wir sprechen hier vom offiziellen Bericht der 9/11-Kommission, die von der US-REGIERUNG eingesetzt wurde. Und du meinst es besser zu wissen?

  13. Pirelli am 22. Juni 2006 um 15:37

    Und man müsste mir auch noch erklären, weshalb eine radikal-religiöse, schiitische Organisation mit einem säkularen Sunniten, also dem Erzfeind, paktieren wollen sollte.

  14. Pirelli am 22. Juni 2006 um 15:58

    Und noch ein interessanter Nachtrag aus der New York Times, http://www.nytimes.com/2004/06/17/politics/17panel.html?ex=1402804800&en=492ac04303208f60&ei=5007&partner=USERLAND
    “As for Iraq, the commission’s staff said its investigation showed that the government of Mr. Hussein had rebuffed or ignored requests from Qaeda leaders for help in the 1990′s, a conclusion that directly contradicts a series of public statements President Bush and Vice President Dick Cheney made before and after last year’s invasion of Iraq in justifying the war.

    “We have no credible evidence that Iraq and Al Qaeda cooperated on attacks against the United States,” one of the staff reports released on Wednesday said. “Bin Laden is said to have requested space to establish training camps, as well as assistance in procuring weapons, but Iraq apparently never responded.” The report said that despite evidence of repeated contacts between Iraq and Al Qaeda in the 90′s, “they do not appear to have resulted in a collaborative relationship.”

    Nicht nur also gab es keine Verbindungen, sondern Hussein hat entsprechende Bitten der al-Qaida sogar aktiv abgewiesen.

    Ronald, wie viele Belege brauchst du noch?

  15. Süchu am 22. Juni 2006 um 16:15

    hm, das ist in der Tat ziemlich hart. Zumal es aus US-Staatsquellen stammt.

    Das fand ich noch so signifikant:

    “The finding challenges a belief held by large numbers of Americans about al Qaeda’s ties to Hussein. According to a Harris poll in late April, a plurality of Americans, 49 percent to 36 percent, believe “clear evidence that Iraq was supporting al Qaeda has been found.” ”
    (aus dem Washingtonpostartikel 16. Juni 06)

    Langsam wird mir immer klarer, warum so viele Amerikaner dem Irakkrieg zustimmten…

    @RonaldCH
    Stimmt, Wikipedia ist nicht immer über allen Zweifel erhaben; trotzdem sehr praktisch um schnell einen Überblick zu gewinnen.

  16. Pirelli am 22. Juni 2006 um 16:47

    2003 waren fast 80 Prozent der Amis überzeugt, Saddam Hussein habe die Attacke gegen das World Trade Center geritten …

  17. RonaldCH am 22. Juni 2006 um 17:38

    @Pirelli
    Ich weiss nichts besser, aber deine Links datieren vom Jahr 2004 während die Tapes und Harddisks erst in letzter Zeit, also 2005/2006 ausgewertet wurden. Wenn du es aufrichtig wissen willst, findest du Artikel, die bezeugen, dass Verbindungen bestanden haben. Aber du bist zufrieden mit den unzähligen Texten, die die Amerikaner, und im speziellen Bush, blöd hinstellen.

    Soll denn deiner Meinung nach das Dokument im freerepublic-Blog eine Fälschung, oder Phantasie sein?
    R.

  18. RonaldCH am 22. Juni 2006 um 18:01

    @Pirelli
    “Und man müsste mir auch noch erklären, weshalb eine radikal-religiöse, schiitische Organisation mit einem säkularen Sunniten, also dem Erzfeind, paktieren wollen sollte.”

    Seit wann ist Al Qaida eine schiitische Organisation? Bin Laden ist ein Saudi und Saudis sind Sunniten. Allerdings gibt es darunter viele Wahabiten, die verbohrtere Betonköpfe sind, als die Schiiten. – Aber dass Al Qaida schiitisch ist, musst du mir schon noch belegen.
    R.

  19. Pirelli am 22. Juni 2006 um 19:50

    “Free Republic” ist eine ultrakonservative Plattform, die sich die Förderung ultrakonservativen Gedankenguts auf die Fahne geschrieben hat.
    “The moderators on Free Republic often ban, without warning or explanation, posters who criticize Israel, the 2003 invasion of Iraq or the operation in Afghanistan, or support free trade to Communist nations such as China and Cuba, or who express any opinion which diverges from the site’s political purposes, from its discussion boards. Material criticizing the administration of President George W. Bush from a non-Republican perspective is typically not permitted.” (US-Wikipedia)

    So viel hierzu.

    Wären die Tapes irgendwie von Belang, hätte meine ausgiebige Webrecherche mich zu anderen Quellen geführt, die nicht einfach nur der Parteipolitik dienen. Das tat sie nicht. Um auf deine Frage zu antworten: Ja, ich halte die Tapes für eine Fälschung. Du würdest auch keine parteipolitisch motivierte Quelle akzeptieren, die ich ohne Backup ins Feld führte.

    Dass der “Free Republic”-Artikel im Netz nur von Sites wie “Oh, I love Jesus” diskutiert wird, erhöht seine Glaubwürdigkeit nicht im Mindesten.
    Ernst zu nehmende Beiträge werden diskutiert, ob pro oder kontra.

  20. Pirelli am 22. Juni 2006 um 20:01

    Hingegen gestehe ich dir einen Irrtum zu: Der Wahhabitismus ist tatsächlich eine pietistische Richtung des sunnitischen Islam. Pardon.
    Trotzdem hat al-Qaida mit säkulären Herrschern nicht viel am Hut.

    Und du wirst wohl als Nächstes wieder die Mär verbreiten, Hussein habe im Niger waffenfähiges Uran kaufen wollen. Diese Geschichte hatte in der Bush-Kriegsbegründung den gleichen Stellenwert wie die angebliche Hussein-Qaida-Verbindung.

    Doch zurück zum Thread: Findest du wirklich, die Welt sei sicherer geworden durch diese Invasion? Explodieren nicht überall die Militärausgaben? Müssen wir nicht ungleich mehr für die EM 2008 bezahlen, weil man die islamische Gefahr an die Wand malt? – Hilfe, überall Terroristen! (Sehen wir ja grad an der WM: überall Bärte und bösartige Selbstmordattentäter!) Und versucht Sämi Schmid nicht, das Militärbudget aus den gleichen Gründen aufs Unerträglichste aufzublähen? Haben die Islamisten nicht auf der ganzen Welt ungemein Vortrieb erhalten? Und dienen sie nicht auf einmal allen Geheimdiensten dazu, Bürgerrechte zu beschränken, wo sie nur können?
    Ist es nicht so, dass wir durch die bewusst geschürte Angst zum Stillschweigen gebracht werden?

  21. RonaldCH am 22. Juni 2006 um 21:24

    @Pirelli
    @Pirelli
    Ob die Welt heute mit oder ohne Irak-Krieg sicherer wäre, weiss weder ich noch du. Es ist müssig, darüber zu streiten, weil wir vermutlich nicht die gleiche Sicht haben, wie die Welt in 1-2 Jahren aussehen würde, wenn Saddam nicht gekippt worden wäre. Ich bin überzeugt, die Situation wäre keinesfalls sicherer. – Meiner Meinung nach würde uns ein düsterer Alptraum aufliegen, denn Saddam würde weiter morden und er würde ganz bestimmt eifrig an den WMD’s, die nie existiert haben sollen, weiter werkeln und so wie ich ihn einschätze, würde er diese Waffen auch einsetzen, denn das hat er ja schon früher gemacht.

    Wie du die Situation extrapolierst, würde mich schon interessieren. Vermutlich hängst du den gleichen linken, optimistischen Visionen nach, wie es die Linke bezüglich dem Iran tut. Dort wird früher oder später klar werden, wie optimistisch die Sache schlussendlich ausgeht. Möglicherweise merken es dann auch die Europäer, dass die Amerikaner im Irak richtig gehandelt haben.
    R.

  22. quadour am 22. Juni 2006 um 21:40

    Danke ronaldCH für dein Durchhaltevermögen.
    Die Grünen/Extrem Linken hätten sich lieber mit Saddam verbündet. Lieber Diktatur als Demokratie. Hauptsache, man muss nicht selber was machen (Militär einsetzen). So war es doch auch damals im Kosovo. Die Amis mussten kommen und Ordnung schaffen, was denen hunderte von Mio. gekostet hat.

    Wenn der Irak dereinst hoffentlich befrieded ist, profitieren auch die Europäer. Denn der Benzinhunger der Europäer steht dem in der USA in nichts nach.

  23. Pirelli am 22. Juni 2006 um 21:41

    Ich bin kein Optimist. Und ich kann keine Aggression gutheissen, weder die aus vornehmlich innenpolitischen Gründen geschehene Invasion durch die USA noch Saddams Gewaltherrschaft, noch die Unterdrückung durch die Mullahs im Iran.

    Es bleibt nur die Feststellung, dass sich die meisten der Kriegsgründe (bring Belege für die WMD und erkläre mir, warum du die Mär aufrechterhältst, wenn nicht mal die Amis, die vorgeblich wegen dieser Waffen in den Irak zogen, trotz höchster Motivation in drei Jahren keinen einzigen Beleg dafür zu finden vermochten!) als Lügen und Geheimdienstkonstrukte erwiesen haben. Das wirst wohl nicht einmal du bestreiten.
    Ferner ist Afghanistan wieder einer der grössten Opiumproduzenten, das Land wird von Warlords geknechtet.

    Der eingangs zitierte Beitrag liefert auch keine Rezepte. Er stellt einfach fest, dass die Strategie nicht funktionierte. (Die Amis sind in den Irak einmarschiert, ohne auch nur den Funken eines Plans für den Wiederaufbau des Landes und die Installation einer Demokratie zu haben. Unzählige Regierungen und Experten haben vor genau dem Szenario gewarnt, das jetzt geschieht, due Bushies schlugen alles in den Wind. Hauptsache, Halliburton und all die anderen beteiligten Firmen garnieren!
    Diese Invasion ist ein Witz.)

    Es gibt weiss Gott viel grössere Bedrohungen für den Weltfrieden, die Studie nennt einige davon. Doch in ihrem Wahn stellen sich die US-Republikaner blind und taub. Und du – mit Verlaub – mit ihnen.

  24. RonaldCH am 22. Juni 2006 um 21:47

    @Pirelli
    Natürlich ist dir Fox auch nicht glaubwürdig genug, es müsste schon die New York Times sein, nicht wahr? Warte bis Morgen, wer weiss kommt dein Märchen auch dort: http://www.foxnews.com/story/0,2933,200499,00.html
    R.

  25. Pirelli am 23. Juni 2006 um 16:30

    Bislang fehlt jeder mediale Hinweis auf die Tatsächlichkeit der Hussein-al-Qaida-Verbindung. Auch Google US News findet nur einen Artikel hierzu, und zwar in FrontPageMag.com.
    Was von dieser Quelle zu halten ist, wird hier schön dargelegt:
    http://www.counterpunch.org/rooij04112005.html

  26. RonaldCH am 23. Juni 2006 um 17:49

    @Pirelli
    Du hast ja gestern Belege für WMD’s verlangt. Hier ist einer, der dir aber vermutlich auch nicht passt, weil Fox konseravtiv ist:
    http://www.foxnews.com/story/0,2933,200499,00.html

  27. Pirelli am 24. Juni 2006 um 22:08

    @Ronald

    Auf der Fox-Site steht, man habe 500 Geschosse gefunden (“500 weapons munitions which contain degraded mustard or sarin nerve agent”). Solches ging auch schon durch die Weltpresse; allerdings wurde darauf hingewiesen, dass die meisten Geschosse verrostet und nicht mehr einsatzfähig seien. Diesen Umstand verschweigt Fox. Genauso schweigt Fox auch über die Provenienz der Geschosse – wie wir wissen, haben die USA Hussein jahrelang beliefert, weil er gegen den Iran kämpfte.
    Ich sehe den Fox-Artikel demzufolge nicht als valable Information an, sondern, getreu der letzten 6 Jahre ungebrochener Administrationshörigkeit, als weiteren Versuch von Fox, dem gefallenen Präsidenten den Rücken zu stärken.

    Die Zusammenarbeit von Fox und den Republikanern ist hier gut dargelegt:
    http://www.sourcewatch.org/index.php?title=Fox_News

    Um auf deine FRage zu antworten: Ja, ich lehne Fox als Informationsquelle ab – spätestens seit der Sender Al Gore zum Eingeständnis seiner Niederlage gebracht hat: Fox hat in bewusster Fälschung Bushs Sieg verkündet, verantwortlich dafür war der Leiter des Decision Desk des Senders – Bushs Cousin John Ellis.
    http://www.janrainwater.com/htdocs/FoxNews.htm

    Ich wünschte, du würdest deine Quellen mit mehr Sorgfalt wählen.

  28. RonaldCH am 25. Juni 2006 um 15:06

    @Pirelli
    Ich lass dir den Glauben, die “World Socialist Web Site” spiegle die Wahrheit. Du kannst mich aber nicht überzeugen, mit Geschichtchen, Bush hätte die Präsidentschaft mit Beschiss errungen. Ich bin überzeugt, dass die USA noch immer ein Rechtsstaat ist und wenn irgend etwas krumm gelaufen wäre, was man hätte auszuwerten können, hätten die Demokraten nie im Leben nach gegeben. Sie hätten, zusammen mit der linken Phalanx der ganzen Welt ein riesiges Geschrei gemacht. Da sie aber wussten, dass die Schlacht verloren war, gaben sie klein bei.

    Lass mich mit solchen alten Geschichten in Ruhe. Typisch für die abgeschlagene Linke Amerikas, die alten Stories endlos aufzuwärmen, – ist wahrscheinlich doch ein wenig Trost, wenn man einem so hoffnungslosen Haufen, angehört.
    R.

  29. Pirelli am 25. Juni 2006 um 15:21

    @Ronald

    Die Rolle von John Ellis bei der Wahl 2000 ist dokumentiert, es handelt sich hierbei um Fakten. Und es geht ja auch gar nicht um die Rechtmässigkeit dieser Wahl (der Oberste Gerichtshof musste die Nachzählung stoppen, so viel zum “Rechtsstaat”, alles Weitere, wie die Rolle von Jeb Bush und der eigenartigen Wahlzettel in Florida – es haben mehr Juden ihre Stimme dem konservativen Christen Pat Buchanan [ausgerechnet!] gegeben, als Bush an Mehrstimmen in Florida hatte -, kannst du in unzähligen Quellen nachlesen), sondern darum, Fox als glaubwürdige Quelle zu diskreditieren. Und das ist geglückt, sonst wärst du auf irgendeines meiner Argumente eingegangen.
    All die Skandale und das Versagen auf der ganzen Linie der Bush-Administration wird uns in einigen Jahren die Geschichtsforschung belegen.

    So viel dazu, weiter werde ich mich nicht äussern.

  30. Pirelli am 2. Juli 2006 um 11:26

    Nachtrag zu den WMD, die man im Irak gefunden hat:

    Die Geschosse sind 20 Jahre alt und nicht mehr einsatzfähig. Dies geht aus diesem Bericht des “San Francisco Chronicle” hervor:
    http://sfgate.com/cgi-bin/article.cgi?f=/c/a/2006/07/01/MNG7MJNURS1.DTL

    Der Artikel beschreibt auch die Kontroverse um die Waffen, die auch für republikanische Politiker nicht als Kriegsgrund herhalten können, da sie noch aus der Zeit des Iran-Irak-Kriegs stammen (als Hussein noch hoffierter Verbündeter der USA war).

    Rep. Rick Larsen, D-Wash., recalled the administration’s prewar rhetoric, including a remark by then-national security adviser Condoleezza Rice that “we don’t want the smoking gun to be a mushroom cloud,” that helped push Congress’ October 2002 vote to authorize the use of force in Iraq.

    That kind of language, Larsen said, “always has seemed to be much bigger than the facts that we end up reviewing in retrospect.”

    The smoking gun and mushroom cloud image, he said, “sounds a lot better than 500 artillery shells of various amounts of degraded material that fit the technical definition of chemical weapons … buried in various bunkers in various states of disrepair that we are not even sure Saddam Hussein knew about.”

  31. quadour am 2. Juli 2006 um 21:46

    Diese Links-Grünen sind mehrheitlich alles Saddam Verehrer. So weit ist es schon gekommen. Das ist einfach fürchterlich. Da vergeht einem die Lust Blog schreiben.

  32. Sandro am 3. Juli 2006 um 09:35

    quadour, auch wenn es für dich sicher schwer verständlich ist. Wer gegen den Irak-Krieg ist, nicht zwingend ein Saddam Verehrer…

  33. Internet: Sperrlisten sind kontraproduktiv | Paperholic am 23. März 2009 um 10:25

    [...] wie das Verbot von Botellones oder der Krieg gegen den Terror – die u.U. nur angebliche URL-Sperrliste (auch: Filterliste genannt) der australischen [...]

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