Blochergrounding ist lediglich eine helvetische Reaktion
Nationalrat Adrian Amstutz bezeichnet die Nicht-wahl Blochers als eine “Frechheit”. Was aber effektiv die grösste Frechheit ist und warum die grösste Partei die unhelvetischste darstellt: Dass zwei demokratisch gewählte SVP-vetretungen aus der Fraktion ausgeschlsosen und diffamiert werden, kurz: ihre Popularität und ihre Wahl von der eigenen Partei NICHT anerkennt werden! Die politische Konzentration auf einen angeblich unentbehrlichen Führer, der sich selber als Verkörperung des Volks sieht (genauer: eines 29%-Volksanteils und welche Unverschämtheit ist es, den Rückschluss auf den Wählerwillen zu machen, ein Genfer SVP-wähler hat wohl kaum dieselben Wahlmotive wie jemand aus den Stammlanden Herrliberg). Und nun der Gang in die Opposition um die schweizerischen Institutionen gleich nochmal zu treten und die Fundamente unseres Systems von vorneweg zu destabilisieren (sagt man den Schweizern nicht Harmoniebedürfigkeit und Konsensliebe nach? Soviel dazu, “was das Volk will”). Das Blocher-grounding hat diese Partei mit ihrer Personalisierung gleich selber eingeläutet. Man riet den Linken davon ab, durch ihre Pläne die Figur Blocher noch mehr in die mediale Aufmerksamkeit zu rücken. Die Taktik der Vernunftskoalition die sich aus einer gestärkten selbstbewussten CVP, einer neuen Mittepartei (die jahreslang gegeisselt wurde) und dem linken Lager hat jedoch bewiesen, dass man vom Führerkult dieser Partei genug angewidert ist und man bei geschlossenem Verhalten etwas bewirken kann. Diese Entscheidung des neu gewählten Parlaments, welches sich gegen den Machthunger einer Person, die unvereinbare Doppelrollen (Regieurng + Opposition) einnehmen will, wehrte und lieber einen kompromissorientierte sachpolitische Politikerin in der Regierung sehen will, ist doch die demokratischste und schweizerischste Reaktion die man sich denken kann.
“Geschlossenheit” ist nun Geschichte für die grösste Partei, die Tyrannei in den letzten beiden Tagen hat die diskriminierenden Mechanismen dieses Apparats offengelegt: Erster Fakt: Unterschiedliche Kantonssektionen verfügen auch unterschiedliche Profile. Die beschworene Einigkeit ist nun gegen aussen am zerbröckeln, intern existiert die Zerrissenheit wohl schon lange. Man kann der SP viele Fehler im Wahlkampf 07 vorwerfen, Farblosigkeit und Schmusekurs etc. Aber genau aufgrund der eingebürgerten Konsenstradition unter der Regie von Präsident Fehr würden Abweichler, Andersdenkende und andere Flügel nie dermassen ausgegrenzt, erstickt und durch Ämterverweigungen “eliminiert” (siehe Fall Gadient) werden. Die Aussenwirkung der Partei mag bedenklich gewesen sein, doch ein solches Gepolter würde der SP wohl kaum passieren. Welcher Imageschaden durch dieses zweitägige Theater der SVP entsteht, sehen wir bald. Und zweiter Fakt: Die Wahl von Eveline Widmer-Schlumpf ist nicht zuletzt ein Vermächtnis von Frauen, die im Hintergrund über Parteigrenzen hinweg kooperierten. Das Einbeziehen von Frauen in wichtige Entscheidungen ist bestimmt ein Fremdwort für die grösste Patriarchenpartei. Wie einflussreich diese Frauen sind oder werden, sollte man besser nicht unterschätzen.

[...] Ignoranz.ch [...]
Was macht Ignoranz.ch eigentlich nach der Ära Blocher? Worüber will man in der SP noch reden? Über was sollen sich die Grünen dann aufregen? Werden all die Anti-SVP/Anti-Blocher/Anti-wasweissich pages geschlossen?
Oder regt man sich mangels Themen einfach künstlich weiter auf?
Fragen über Fragen…..
Dass mehr Frauen in der Politik per se zu besseren Ergebnissen führt, möchte ich glatt bestreiten. Was sicher ist, dass damit ein verstärkter Trend nach links stattfindet. Frauen stimmen und wählen in der Tendenz linker als Männer. Höhere Sozialausgaben, Steuern und höhere Defizite werden wohl unausweichlich sein.
Salve
Mehr Frauen = bessere Politik? Nein, definitiv nicht. Wenn schon Frauen davon zurückschrecken, mit mehreren anderen Frauen zusammen zu arbeiten… Nö, das funkt nicht. Ich bin der Meinung, das Patriarchat hat 2000 Jahre lang funktioniert, das lassen wir noch ein Weilchen so
Christian
bluefox, das ist ja zum Glück nicht dein Problem.
Blocher und Zürcher SVP haben es sich zu 100% selber zu verdanken, dass sie wieder in der Opposition sind, wo sie auch zu 100% hingehören und ja auch sein wollen. Der harte Kern der SVP möchte ja die absolute Mehrheit im Land erreichen um die Schweiz nach Ihrem Bild neu zu erschaffen. Deshalb ist alles SVP Gerede von Konkordanz ist völlig ohne Substanz (s. “SVP wählen Blocher stärken”). Und man kann nicht erwarten, dass ein Gremium, das man u.a. als Sauladen bezeichnet(Gerhard Blocher) und sonst noch missachtet oder zumindest geringschätzt einen wieder wählt. Wie die Ergebnisse der Ständeratswahlen zeigte wurde es von einer Mehrzahl der Schweizer nicht goutiert, dass sich die SVP als Vertreter des schweizer Volkes aufspielt.
Die SVP ist schlicht und einfach ihrer Arroganz und ihrem Autismus (SVP, SVP und nochmals SVP)zum Opfer gefallen und merkt jetzt, dass auch andere Menschen Gefühle haben.
Zu erwarten ist, dass die “Hart-SVP” nach der erlebten Kränkung erst mal einen pubertären Schub bekommt und bei Ihrem gewohnten “Unstil” noch ein paar Briketts auflegt. Zu hoffen ist, dass sie doch noch mal erwachsen wird. Vielleicht erst, wenn der “Pappi” mal aus dem Haus ist.
an alle malibu7s, chrigus und anderen chauvis die nichts vom text begriffen haben…
es geht nicht darum, dass frauen bessere oder linke politik machen. sondern dass frauen über parteigrenzen hinaus diesen coup eingefädelt, durchgeführt oder unterstützt haben. also dass auch die svp frauen nicht alle unglücklich sind mit dem jetzigen bundesratsresultat. damit meine ich den informellen austausch und die zusammenarbeit zwischen ihnen.damit erreicht man einiges, wovon gewisse herren parteistrategen keine ahnung haben und nur mit ausschluss aus der fraktion drohen und antworten können.