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Blocher schwächt die Schweizer Regierung

Pascal Sciarini, Leiter der Fakultät Politische Wissenschaften der Universität Genf lässt im Interview mit Swissinfo kein gutes Blatt an Querulantenbundesrat Christoph Blocher. Sciarini zufolge war die Wahl von Blocher in die Exekutive ein Fehler und eine Schwächung der Schweiz. Im Wortlaut:

Er hat inzwischen bewiesen, dass er sich der Kollegialität nicht unterordnen kann. Er spielt systematisch mit der Kollegialität. Damit trägt er zur Schwächung der Regierung bei, da deren Spaltung vielfach offen zutage tritt.

Dieser Artikel wurde von Sandro am Freitag, 16. Dezember 2005 in der Rubrik Allgemein und zu den Stichwörtern , , , , , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

16 Kommentare zum Artikel “Blocher schwächt die Schweizer Regierung”

  1. erdnanu am 16. Dezember 2005 um 14:45

    das Thema Blocher ist langsamt ausgereizt.
    Jeder zweite Artikel im Magazin ist ja zu BRB.
    So eine grosse Bedeutung hat er wohl nicht verdient.

  2. Sandro am 16. Dezember 2005 um 14:46

    Naja, wenn wir eine derartige Regierungskrise haben sollte das schon diskutiert werden… Und wenn dann wichtige und gescheite Leute etwas dazu sagen :)

  3. erdnanu am 16. Dezember 2005 um 14:48

    manche Leute würden gescheiter im wichtigen Moment schweigen (Nationalrat Fasel mit seiner dümmlichen Vorverurteilung)

  4. AlphaPapaGolf am 16. Dezember 2005 um 14:50

    Jeder weiss, wer Bundesrat Blocher ist. Niemand weiss, wer Schiarini ist.
    (P.S. Schiarini kommt mir vor wie einer, der, wenn im Fussbalstadion eine Kamera vorbeischenkt, wie wild mit den Armen fuchtelt, damit die Lieben zu Hause ihn sehen, und er auch einmal “im Fernsehen kommt”.)
    (Ab sofort wissen ein paar Leute mehr, wer Schiarini ist, aber auch das nur bis am Montag)

  5. erdnanu am 16. Dezember 2005 um 14:56

    Vielleicht fällt ja Schiarini bis am Montag etwas noch Originelleres ein.

  6. moglu am 16. Dezember 2005 um 15:06

    Wenn ich nun etwas nicht habe, dann das Heu auf der selben Bühne wie Christoph Blocher und die SVP. Dennoch: Da versenkt ein CEO frisch und fröhlich Milliarden mit unsinnigen Investitionen in den Sand und keiner regt sich auf. Und: Die Millionen in der Swisscomkasse sind durch Immobilienverkäufe, Entlassungen und überhöhte Tarife dank Monopolstellung zustande gekommen – und weniger durch innovatives, kreatives und zukunftorientiertes Management. Blocher hat klar einige grundsätzliche Vorgehensfehler begangen, die einem erfahrenen Manager und Politiker wie er das eigentlich ist, nicht unterlaufen sollten. Aber was das Grundsatzproblem betrifft hat er voll ins Schwarze getroffen! Höchste Zeit, dass jemand die Bremse gezogen hat. In den USA und Asien haben die staatlichen Ex-Monopolisten unter dem Druck der kreativen und innovativen Konkurrenz längstens Triple Play (Data, Video on Demand und Voice over IP) in die Haushalte gebracht. Swisscom hat diese Entwicklung völlig verschlafen und es vorgezogen, auf dem Buckel der CH-Konsumenten den Besitzstand zu bewahren. Schon ein Blick nach Frankreich und Italien zeigt, was der Stand der Dinge auf dem Gebiet moderne Telecom- und Multimediatechnologien auch in der Schweiz sein könnte – und müsste. Nun auf Blocher herumzuhacken ist nichts anderes als von den wahren, unternehmerischen Problemen abzulenken.

  7. moglu am 16. Dezember 2005 um 15:49

    Fasel wünscht Blocher zurück in die Schiessbude. Dazu gibt es durchaus etwas hinzuzufügen: Unsere Politiker scheuen den Konflikt wie der Teufel das Weihwasser. Warum? Ganz einfach, weil Konflikte potentiell mit Veränderung zu tun haben und das passt den meisten komfortabel eingerichteten Sesselklebern in den beiden Kammern und in der Exekutive eben nicht. Der Fall ist klassisch: Wem stichhaltige Argumente ausgehen oder keine brauchbaren Alternativen vorlegen kann, schiesst ganz einfach auf die Person – das lenkt von den wahren Problemen ab. Konkordanz – ich lache mich zu Tode: Wir wollen es immer allen recht machen, keiner soll quer schlagen und alle sollen sie glücklich und in bestem Einvernehmen politisieren bis ans Ende aller Tage. Das ist doch absurd. Jedes Weiterkommen, jeder Fortschritt ist immer durch Konflikte begleitet. Und Weiterkommen müssen wir mit aller Dringlichkeit. Die gesamte Politclique pennt seit Jahren und 7 Mio. Bürger lasse es sich gefallen. Blocher – über sein Vorgehen und seinen Provokationen in bezug auf das wie, wann und wo, kann jeder halten was er will – ist mit Hugo Strahm der einzige, der den Mut hat, die Probleme aufzugreifen und beim Namen zu nennen. Im Interesse der Bürger liegt nicht die Wiederwahl der Politiker um Ihretwillen oder im Interesse der Lobby die sie vertreten, sondern es geht darum, die dringlichen Probleme wie die wirtschaftliche Stagnation seit über 10 Jahren und die damit verbundene Arbeitslosigkeit in den Griff zu bekommen. Dafür muss gerüttelt und gehörig geschüttelt werde. Dass der eine oder andere dabei von seinem bequemen Sessel fällt gehört dazu.

  8. digi2k am 16. Dezember 2005 um 16:22

    @Sandro
    “Wichtige und gescheite Leute?”

    Wirklich gescheite Leute hätten solch eine Aussage ironisch oder sarkastisch gemeint, du wohl nicht ;) .

  9. AlphaPapaGolf am 16. Dezember 2005 um 16:22

    Der Einzug Blochers in den Bundesrat zeigte auch, wie schwach die übrigen sechs Bundesräte sind. Ich will nicht jeden einezlen aufführen, aber alle zusammen können Blocher nicht das Wasser reichen. Sorry, aber ich glaube Blocher würde die sechs nicht einmal als Büroboten einstellen.

  10. erdnanu am 16. Dezember 2005 um 17:05

    Blocher stellt sowieso keine Leute ein, sondern entlässt im grossen Stil.

    Unter ihm zu arbeiten ist ein Horor, da er sich um die geltenden Regeln (inkl. Gesetze) foutiert (dann kann man ja die EMRK ändern, dann kann man ja Gesetz x ändern).

    Frischer Wind wäre an und für sich o.k., aber Blocher hat als Bundesrat auf der ganzen Linie versagt.

  11. feusl am 16. Dezember 2005 um 18:46

    Die Kriese ist herbeigeredet. Zwar dürfte es sehr viel mühsamer sein als Bundesrat, aber die das macht noch keine Krise. Das System ist derart stabil, dass auch wenn der Blocher mit einem SUV reindonnert ausser einem kleinen (medialen, faselschen, fässlerschen, etc.) Beben nix passiert.

  12. driv3r am 17. Dezember 2005 um 04:25

    Ich habe eher den eindruck dass nun dank blocher etwas bewegung in der verstaubten laden gekommen ist;

    dazu zählt beispielsweise die deutliche verbesserung der asylsituation oder die thematisierung der abenteuerlichen swisscom-pläne.

    Blocher ist eben das, was viele sein wollen und wenige sind: ein visionär und leader.

  13. erdnanu am 17. Dezember 2005 um 14:18

    aufgerüttelt hat Blocher schon und dies ist auch in Ordnung so.

    Aber auf der anderen Seite macht er sich über die geltenden Gesetze (zum Teil aus seinem Departement) wie Tempovorschriften etc. lustig.

    Dieses Verhalten ist eines BR unwürdig, er ist halt ein “Schnudergoof” geblieben und wird nie ein Staatsmann.

  14. feusl am 17. Dezember 2005 um 16:38

    Ich bin gegen Visionen. Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen (und nicht in die Politik). Der Rückgang der Asylbewerberzahlen ist übrigens kein Verdienst von Blocher, die gingen schon zu Zeiten seiner Vorgängerin zurück (und übrigens deutlicher als jetzt…).

    Die Angelegenheit betreffnd Swisscom ist auch nicht seine Sache, sondern Kollege Merz’ Verdienst, wie man diese Woche im Parlament hören konnte.

  15. derVerstellvertreter am 18. Dezember 2005 um 00:15

    dr feusi schreibt, wer visionen hat sollte lieber zum arzt gehen, wie er das meint? sind visionäre vielleicht krank oder ist diese ausdrucksweise einer bestimmten plumpen art zu zu rechnen die sich in der schweiz immer mehr verbreitet. wer nicht spurt der spinnt? ich bin schon der meinung, dass nachplapperer keine visionen haben dürfen noch können. solche gehen aber nicht zum arzt sondern in eine bestimmte partei.

  16. Slicely am 6. Juni 2007 um 20:32

    Schwächt Blocher die Regierung? Möglicherweise leistet er der Schweiz mittelfristig einen Bärendienst, weil er den Fortschritt blockiert. Grund genug, am 21. Oktober an die Urne zu gehen und zu wählen:

    http://wahlen.swissinfo.org

    http://www.swissinfodialog.blogspot.com

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