Hier Werben?

Bis 10 Prozent Strassenpanzer in Zürich

Der Boom an übergrossen und stark motorisierten SUV (aka Geländewagen, Offroader) fällt wohl jedem Stadtbewohner als offensichtlich ins Auge. Der Kantonsstatistiker hat nun ausgerechnet, wie verbreitet die gefährlichen Autos in den Zürcher Gemeinden sind. Die Auswertung erstaunt nicht:

Schwere Geländewagen sind im Kanton Zürich sehr unterschiedlich verbreitet. Prozentual am meisten Offroader-Besitzer weisen die reichen Gemeinden um die Stadt Zürich sowie einzelne Dörfer im Tösstal und im Weinland auf.

Natürlich, es gibt Berufe, bei denen ein Geländewagen unerlässlich ist, wie z.B. der des Försters oder des Bauers. Aber dass diese Berufsgruppen die meisten angemeldeten Fahrzeuge halten ist falsch, dies wurde nun klar statistisch bewiesen:

Die Offroader der Bauern fallen zahlenmässig allerdings kaum ins Gewicht. Da schwingen Zürich mit gegen 7000 Fahrzeugen und die Goldküstengemeinden weit obenaus.

So viele Bootsbesitzer oder Pferdezüchter in Zürich? Wohl kaum.

Zahlenmässig mehr ins Gewicht fallen die hohen Anteile in den Goldküstengemeinden. In Küsnacht sind 546 Offroader beheimatet, darunter 108 Jeep, 90 Landrover, 52 Mercedes, 46 BMW und 23 Porsche. Zollikon zählt 477 Geländewagen, Herrliberg 265 und Erlenbach 230. Absolut am meisten Offroader-Besitzer, nämlich 6438, wohnen in Zürich, wobei sie wie die Menschen an der Goldküste besonders gerne teure Wagen wie Mercedes, BMW oder Porsche fahren.

Auch der krass hohe Verbrauch der unnötigen Luxuskarossen wird im Tagiartikel detailliert dargestellt:

[..] Ein Porsche Cayenne Turbo S mit 521 PS, Kaufpreis 177 000 Franken, verbraucht auf 100 Kilometer im Schnitt 16 Liter, im Stadtverkehr sogar weit über 20 Liter. Beim Range Rover mit 300 PS (Kaufpreis 120 000 bis 140 000 Franken) sind es 15 Liter, beim BMW mit 230 PS (Preis 75 000 bis 100 000 Franken) 13 Liter [..]

Weil der Dreck unschuldige Stadtbewohner trifft betitle ich die FahrerInnen dieser Wagen als Ökoterroristen. Soll denn wirklich jeder die Freiheit haben seinem nächsten derart viel Dreck ins Gesicht zu blasen und ihn zusätzlich durch die sperrige und vor allem gefährlich steile Kühlerhaube zu gefährden? Nein, natürlich nicht. Deshalb jetzt die Stop-Offroader Initiative der Jungen Grünen ausdrucken, unterschreiben und im Geschäft/Schule etc. für alle anderen auflegen!

Dieser Artikel wurde von Sandro am Freitag, 18. August 2006 in der Rubrik Verkehr und zu den Stichwörtern , , , , , , , , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

21 Kommentare zum Artikel “Bis 10 Prozent Strassenpanzer in Zürich”

  1. sense2 am 18. August 2006 um 13:21

    die reichen fahren also oft einen grossen suv.
    wenn du nun strafsteuern etc. haben willst, wenn triffst dann? der kleine anteil an solchen leuten die so ein auto haben weil sie es brauchen (da haben übrigens sowieso kein x5, ranger rover oder porsche)
    die reichen kümmerts kaum.

  2. Dreckfilter am 18. August 2006 um 13:35

    Das Problem ist die Abgrenzung der effektiv benötigten Offroadfahrzeuge von den “Luxus-SUV”. Diese Konklusion würde hier aber schon vor langer Zeit festgestellt.

    Sense2 trifft die Sache im Kern.

  3. Babylon am 18. August 2006 um 14:02

    Ganz einfach:

    Allgemein verbieten und nur für Leute zulassen, die einen eindeutigen beruflichen Grund dafür nachweisen können. Damit wären 90% der Dinger weg. Aber auch Förster und Pferdebeitzer konnten früher ihrem Tagesgeschäft nachgehen, als diese unnötigen Luxus-SUV noch nicht auf der Strasse rumfuhren.

  4. sense2 am 18. August 2006 um 14:57

    >Allgemein verbieten und nur für Leute zulassen, die einen eindeutigen beruflichen Grund dafür nachweisen können

    wurde schonmal angesprochen. der vorschlag taugt nix.
    dann sollten wir auch gerade noch alle Töff verbieten. Den die braucht wirklich niemand und verpesten die Luft um ein vielfaches wie autos…

  5. Dreckfilter am 18. August 2006 um 15:01

    Auf die Idee eines Verbots wäre ich nie gekommen ;-) ! Ganz tolle Idee, wer hat noch weitere kreative Verbotsansätze? Oder ist das schon alles, was dieser Blog zu bieten hat?

    Der Weg von totalitären Regimes ist mit Verboten gepflastert….

  6. Pirelli am 18. August 2006 um 15:27

    Tja, gibt es irgendeinen Grund, weshalb zu tolerieren wäre, dass manche Zeitgenossen unnötig derart viel Ressourcen verschleudern?

    Der Unvernunft, wenn es nicht anders geht, mit Verboten einen Riegel zuschieben, hat noch nichts mit totalitären Regimes zu tun.

    Was die Töffs angeht … nun, es wäre tatsächlich längst an der Zeit, dass dort die gleichen Abgasvorschriften gelten wie bei den PW.
    http://www.umwelt-schweiz.ch/buwal/de/medien/umwelt/1997_2/unterseite28/index.html

  7. Dreckfilter am 18. August 2006 um 16:15

    @ Pirelli
    Wer hat es denn schon mal mit “Ueberzeugen” versucht? Oder hat hier etwa jemand die Auffassung, dass die “Kleberaktion” der jungen Grünen die Fahrer solcher Wagen zum Umdenken bewegen könnte? Falsch, aufgrund der ausgelösten Trotzreaktion halten diese nur noch länger an ihren “Riesenkisten” fest (und kaufen womöglich noch grössere)…

  8. Babylon am 18. August 2006 um 16:23

    Ja, was wollt ihr denn? Ich bin auch nicht für Verbote-Politik, aber wenns anders nicht geht?

    Wie ist das mit dem Rauchen? Da seid ihr ja auch nicht gegen Verbote, oder? Also.

  9. Dreckfilter am 18. August 2006 um 16:39

    Obwohl ich nicht Zigarettenraucher bin, stehe ich nicht hinter einem generellen Rauchverbot in öffentlich zugänglichen Lokalen. Auch diesbezüglich sollte eine Ueberzeugung der Raucher möglich sein, in solchen Räumen nicht zu rauchen, ohne dass es Verbote braucht. Bei einem generellen Verbot wird dann für die süchtigen Zigarettenraucher bald nach einem Suchtprogramm (natürlich staatlich finanziert, weil das Verbot ja auch vom Staat verhängt wurde) geschrien werden, nur abwarten… (ich sollte wohl schleunigst mit Rauchen anfangen, damit ich auch mal was von meinen Steuern habe :-( )

    Das Denken in der Schweiz bewegt sich eben derzeit primär bei Extrempolen, und man rutscht von einem Extrem ins andere. Zum Glück haben wir nur relativ kleine Probleme (welche dann eben zu Elefanten aufgeblasen werden müssen), wie das hier gezeigte Beispiel veranschaulicht.

  10. Nebenkläger_II am 18. August 2006 um 17:15

    Der herbeigerufene “Boom” existiert in Wirklichkeit doch bloss als Vorstellung in den Gehirnen der Marketingstrategen, die mit vermeintlichen Negativschlagzeilen in der Presse auf sublime Art und Weise Werbekampagnen führen.

    Das ist Sinn und Zweck dieser Thematik.

  11. Nebenkläger_II am 18. August 2006 um 18:03

    In Wirklichkeit entwickelt sich der Absatz der übergrossen Geländewagen (Nameless) kümmerlich. Man sieht diese Dreckschleudern ja kaum auf unseren Strassen, möchte ich noch hinzufügen.

  12. _driv3r_ am 18. August 2006 um 19:21

    “Der herbeigerufene “Boom” existiert in Wirklichkeit doch bloss als Vorstellung in den Gehirnen der Marketingstrategen, die mit vermeintlichen Negativschlagzeilen in der Presse auf sublime Art und Weise Werbekampagnen führen.”

    Das ist mal ein interessanter Gedanke. Tatsächlich habe ich mich bis vor kurzem überhaupt nicht für Geländewagen interessiert, das Theater der Öko-fundis (und die baulichen Behinderungen auf den Strassen) machen einem einen solchen Wagen schon fast schmackhaft.

  13. quadour am 19. August 2006 um 21:21

    Der Markt wird es richten. In den USA ist bekanntlich der Verkauf von SUV eingebrochen aufgrund der hohen Ölpreise. Auch in der Schweiz ist der Verkauf dieser Autos trotz Superkonjunktur, billigem Geld und explodierendem Leasing eingebrochen.
    Hört doch auf mit euren stupiden Feindbildern.

  14. Land(m)ei(er) am 19. August 2006 um 22:18

    Es gibt keine gefährlichen SUV’s oder Geländewagen! – Genau so wenig, wie es gefährliche Strassen gibt. Es spricht ja auch niemand von gefährlichen Eisenbahnschienen.

    Mir hat in meinem ganzen Leben noch nie ein Geländewagen oder eine Strasse – und schon gar nie eine Eisenbahn – ein Leid angetan.
    Gefährlich sind allerhöchstens die Benutzer. Da muss man die Sache etwas differenzierter betrachten: Es gibt unter den Kategorien „motorisierte Strassenbenützer“ und „Geländewagenfahrer“ ganz bestimmt denselben prozentualen Anteil an Personen, die nicht den allgemein akzeptierten Verhaltensnormen entsprechen, wie an Velofahrern, Zug- oder Trampassagieren. Oder übersetzt auf deutsch: denselben Anteil an Idioten.

    Die Folgen sind natürlich unterschiedlich. Und ich räume natürlich auch gerne ein, dass das Medieninteresse wesentlich kleiner ist, wenn besoffene Bahnbenützer mutwillig die Notbremse ziehen oder die Polster aufschlitzen, als wenn ein SUV-Fahrer besoffen aus einer Kurve fliegt.
    Oder dass die Folgen weniger schlimm sind, wenn ein Velofahrer bei Rot über die Kreuzung brettert, und die vortrittsberechtigten, motorisierten Verkehrsteilnehmer notbremsen …

    Ich werde das Gefühl nicht ganz los, dass die Investitionssumme, bzw. die Unerschwinglichkeit der genannten Fahrzeuge für uns Otto-Normalverbraucher, mitbestimmender Faktor in dieser Diskussion ist.

    Warum lästert denn hier niemand gegen den Gebrauch von unkatalysierten, über 20-jährigen VW’s, Döschwo, R4, OWAI (…oder was auch immer) , die man für unter Fr.2’000.- kaufen und immatrikulieren kann?

  15. leonforte am 21. August 2006 um 09:15

    @landmeier

    ich halte die suv grundsätzlich ebenfalls nicht für gefährlicher als andere fahrzeuge. sie werden allerdings oft von fahrern und fahrerinnen geleast oder gekauft, die nicht auf der höhe ihrer aufgabe sind. die lieben ja diese fahrzeuge, weil sie das gefühl haben mehr übersicht zu haben und mehr sicherheit zu bekommen. in der regel haben sie mit dieser individuellen einschätzung sicher recht. unsichere autofahrer müssen diesen aspekten rechnung tragen! so ist den für mich als fahrer eines relativ kleinen, niedrigen und leichten fahrzeuges, die wahrscheinlichkeit von einem suv fahrer übersehen zu werden hoch. hoch sitzend, unsicher, überflutet und überlastet von den eindrücken der weitsichtigen (un) übersichtlichkeit wechseln diese fahrer die spur oft ohne zu blinken (kann man mit seinen trägen 2 tonnen sicherheit) und übersehen dabei gerne andere niedrigere verkehrsteilnehmer. dumm nur, dass diese dann auf die hupe drücken und nicht weichen, worauf, der so “sichere” geländewagenfahrer, schlingernd, überfordert und erschreckt über diesen bösen mitverkehr wieder auf seine alte spur zurückschwenkt. es ist schon richtig, die suv sind nicht gefährlich, ihre fahrer/innen sind es. die suv sind für mich daher fahrzeuge, bei denen ich immer besonders vorsichtig bin und bei denen ich jederzeit mit allem rechne, denn die wahrscheinlichkeit dass an ihrem steuer ein idiot sitzt ist beängstigend hoch!

  16. AlphaPapaGolf am 26. August 2006 um 17:18

    Hier spricht der Neid der Besitzlosen. Oder anders ausgedrückt…für die meisten von euch würde es auch ein PC mit einer Festplatte 240 MB tun. Und für was braucht ihr fünf USB Anschlüsse für was ?
    Oder warum ein 19″ FlachBildschirm ? Ein nromaler Röhrenbildschirm mit 11″ würde es auch tun?
    Habt ihr eine Digicam mit 5,1 Megapixel ? Eine solche mit 1,7 Megapixel wüde es auch tun.
    Habt ihr ein Handy mit MMS ? Man sollte dringendst eine Strafsteuer auf MMS Handys von ca. Fr. 850.- erheben.
    Dies um den Bau von strahlenden Antennen zu verhindern…..

  17. leonforte am 29. August 2006 um 16:28

    @apg

    da muss ich dir leider sagen, dass die meisten suv fahrer sich mein fahrzeug gar nicht leisten könnten (von wegen neid und so …..). ich denke eher dass die meisten suv fahrer ihre gesellschaftliche unterlegenheit kompensieren (mit einem auf pump finanzierten fahrzeug) müssen.

  18. Rico am 14. September 2006 um 18:36

    Dieser Bericht aus Deutschland wird doch die ewigen Autohasser freuen:

    “Besitzer schwerer Geländewagen müssen künftig die volle Kraftfahrzeugsteuer für Pkw zahlen. Dies geht aus einem am Mittwoch verkündeten Beschluss des Bundesfinanzhofs (Az.: VII B 333/05) in München hervor. In einem Eilverfahren hat das oberste deutsche Finanzgericht entschieden, dass für Kombinationsfahrzeuge ungeachtet ihres Gesamtgewichts die Pkw-Steuer zu erheben sei. Anderes gelte nur, wenn das Fahrzeug nach seiner Bauart und Einrichtung als Lkw anzusehen ist, also vorwiegend zur Beförderung von Lasten geeignet und bestimmt ist.

    Der Beschluss betrifft die Besteuerung großer und leistungsstarker Geländewagen, deren zulässiges Gesamtgewicht über 2,8 Tonnen liegt. Solche Fahrzeuge waren lange Zeit mit der wesentlich niedrigeren Lkw-Steuer besteuert worden. Durch Änderungen der Straßenverkehrszulassungsordnung hatte der Gesetzgeber die Begünstigung im Mai 2005 aufgehoben (wir berichteten). Einige Finanzgerichte, zuletzt das in Düsseldorf, vertraten die Meinung, die Fahrzeuge seien nach EU-Recht keine Pkw und weiterhin als Lkw einzustufen. Der Bundesfinanzhof trat dieser Auffassung nun entgegen. (ab) ”

    (Quelle: Newsletter von Autoflotte.de)

    Das mit der Besteuerung, wie oben beschrieben, ist übrigens ein Problem, das wir hier in der Schweiz nicht haben.
    Wären die SUV über 3.5 to, sähe es dann wieder anders aus. Dann würden sie auch als Lastwagen besteuert, müssten LSVA zahlen, ….

  19. driver am 5. Februar 2007 um 14:16

    “Weil der Dreck unschuldige Stadtbewohner trifft betitle ich die FahrerInnen dieser Wagen als Ökoterroristen.”

    Du hast da was ganz falsch verstanden. Ökoterroristen sind jene, die ihre Mitmenschen unter dem Vorwand “Umweltschutz” mit immer neuen Vorschriften und Einschränkungen schikanieren wollen! (Und das dann noch mit euphemistischen Titeln garnieren…)

    z.B. http://www.menschenfreundlicher.ch/d/

  20. Sandro am 5. Februar 2007 um 14:23

    Falsch driver, das ist die Reaktion auf den Terror. Eltern hustender Kinder lassen sich die unsinnige Luftverschmutzung nicht mehr länger bieten. Sei froh dass es auf Demokratischem Weg geschieht, man könnte die Autos auch mit anderen Mitteln fahruntauglich machen… Das wäre dann Guerilla.

    Übrigens wird diese Initiativen von ganz vielen AutofahrerInnen die Kleinwagen fahren unterstützt. Offenbar fühlen sich nicht nur Fussgänger und Velofahrer von den City-Traktoren bedroht…

  21. Pirelli am 5. Februar 2007 um 14:43

    Etwas Interessantes gefunden zum Thema. Recht eindrücklich:
    http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,415728,00.html
    “Ist der Porsche Cayenne Turbo S mit Vollgas unterwegs, wird es teuer: Er verbraucht bei Tempo 270 auf 100 Kilometer nicht weniger als 66,7 Liter Kraftstoff.”

Kommentar verfassen

Sie müssen eingeloggt sein um Artikel zu kommentieren.

Werbung

Twitter Beiträge

Ähnliche Artikel

Facebook

Rubriken

Stichwörter

Das Politik Forum ist CO2 neutral

Neuste Kommentare

Archiv