NZZ Autojournalist disktreditiert Grünen Gemeinderat
Der nicht ganz unbefangene NZZ-Automobiljournalist Michael Baumann (NZZ-Kürzel: mbm) hat gestern einen unfairen Frontalangriff auf den frisch gewählten Grünen Gemeinderat Bastien Girod geritten. Unter dem Titel “Politik ist kein Kinderfest” wirft Baumann mit wilden und unwahren Behauptungen um sich, versucht damit offenbar einzig, Girod in Miskredit zu bringen:
[..] auch wenn einige seiner politischen Ideen und Standpunkte etwas naiv wirken [..]
Welche Standpunkte das sind lässt Baumann weg.
So verunstalteten Girod und seine Helfer im letzten Jahr wiederholt Offroad-Fahrzeuge und Geländewagen, sogenannte SUV, wie Porsche Cayenne, VW Touareg, BMW X5 und Range Rover in der Stadt Zürich mit Klebern, auf denen stand: «Ich saufe für zwei.»
Falsch, auf den Klebern stand wahrheitsgemäss: “Ich saufe für drei”.
Diese Kleber konnten nicht einfach so entfernt werden und hinterliessen beim Abreissen unschöne Rückstände. Deshalb musste die Säuberung in einer Garage besorgt werden, was für die Autohalter mit einem zeitlichen und finanziellen Aufwand verbunden war.
Falsch, die Kleber waren erstens leicht entfernbar und wurden zweitens nur auf Glasscheiben geklebt, wo sie ohne Probleme entfernt werden konnten. Rechtlich völlig legal.
Mit ihrem Vorgehen machten sich die Jungen Grünen um Girod des Tatbestands der Sachbeschädigung schuldig, ein Antragsdelikt, das per Strafbefehl erledigt wird.
Bis heute ist keine einzige Anzeige eingegangen, dafür duzende Anfragen nach Klebern und viele Geldspenden, auch von der Goldküste!
Man kann sich durchaus fragen, wie sinnvoll es ist, mit zwei Tonnen schweren Autos in der Stadt herumzufahren, oder ob es solche Fahrzeuge überhaupt braucht.
Ach was? Davon ist aber wenig zu lesen in den NZZ-Offroader-Lobgesängen von Michael Baumann. Wo auch mal Titel wie “Offroad-Fahren als Kinderspiel” verwendet werden. 2-Tonnen Fahrzeuge als Kinderspiel? Und ein solcher Journalist wirft mit Steinen? Aus dem Glashaus? Herr Baumann sollte lieber bei seinen Leisten bleiben und weiterhin die Hochglanzprospekte von Jeep abtippen!

Ich bin ihm für diesen Artikel dankbar. Ich weiss, dass Bastien genug selbstbewusst ist, um sich durch solche Aussagen nicht aus der Fassung bringen zu lassen. Zusätzlich verschafft uns Herr Baumann mit seiner netten Art noch Publizität und zeigt seinen Misswillen oder vielleicht seine Angst wegen unseres Engagements, was uns wiederum bekräftigt, wie ernst genommen wir werden. Gut so! Und wir haben noch nicht einmal richtig angefangen.
Viel Feind – viel Ehr. Wenn über einen Politiker nicht mehr gesprochen wird, ist er tot (politisch gesehen).
Wenn die NZZ derart viel Spalten für einen Grünschnabel der Grünen opfert, soll der Grüne sich über die Propaganda freuen.
Baumann hat ja generell die Jungen Politiker aufs Korn genommen.
Aber in den Räten brauchts nicht nur 60-jährige Juristen
da in der schweiz sowieso die strassen mit gold gepflastert werden, mit unsern steuergeldern, seh ich eintlech keinen einzigen grund, mehr als 50 ps unter der haube zu haben, wenn überhaupt. 4×4 sind was fürs outback, wovon wir in der schweiz nicht grade viel haben.
@apg: was nütz den ein suv in der garage? hauptsache man kann den braunen dreck abwaschen am sa.vormittag?? ich verstehs nicht, bitte um aufklärung…
>4×4 sind was fürs outback, wovon wir in der schweiz nicht grade viel haben.
jo, sollte man ändern, ein paar öffentlich befahrbare gelände wären echt was tolles.
naja, muss man halt ins benachbarte ausland fahren um einbissel zu campieren und zu offroaden
Naja, wenn wir ehrlich sind müssen wir doch feststellen dass das pauschale und permanente Offroader-bashing recht primitiv und überhaupt nicht “geistreich” oder “dynamisch” ist.
Man sollte über Probleme sachlich diskutieren können, ein Politiker erst recht. Fundamentalistische Weltanschauungen haben es zumindest in der Schweizer Politik recht schwer.
Wer austeilt, muss einstecken können. Ist Girod tatsächlich so zart besaitet? Dann hat er in der Politik nichts verloren. Kommunikativ ist die Sache sicher ein Erfolg…
Freut euch doch, dass eure Aktion auch medial multipliziert wird! Dass ein stierer NZZ-Redaktor die Anti-Offroader-Kampagne nicht so cool findet, war absehbar. Aber die LeserInnen, die einigermassen in eurem politischen Terrain zu Hause sind, werden über den Artikel geschmunzelt haben und sich gedacht haben: Gute Sache, was die Jungen da machen!
@ Driv3r
Also fundamentalistisch finde ich nicht die grüne Position, sondern die Nach-mir-die-Sintflut-Haltung so vieler SUV-Besitzer. Menschen, die sich trotz klarer (und in diesem Forum oft genug belegter) Faktenlage einen Scheiss um Klimaschutz und Lufthygiene scheren.
Gerade du, Driv3r, lebst mit deiner antiquierten neoliberalen Engstirnigkeit puren Fundamentalismus vor, würde ich in aller Bescheidenheit mich verlauten zu lassen wagen.
Oooh, oooh – der arme Bastien (“Bäschteli”). – Nun, wer sich erblödet bei einer solch kindischen “Chläberli”-Aktion mitzutun und sich ev. noch damit brüstet; darf sich meines Ermessens nach auch nicht wundern, wenn er von der Presse abgewatscht wird. Der Gute gehört nicht in den Gemeinderat, sondern nacherzogen.
Ich halte vor allem das Bekleben von Autos für unnötig, insbesondere, da es ineffektiv und kontraproduktiv ist! Ich fahre selbst kein solches Auto sondern stets moderne und sparsame Klein(st)wagen.
Aber nur um einen Grund zu haben, endlich eine Tonne Kompost im Büro der Jungen Grünen auszuleeren, wäre mir jeder dieser Kleber recht.
Abgesehen davon saufen viele dieser Autos nicht “für zwei”, sondern für sehr viel mehr – das Risiko nicht einmal mitbeziffert. Derartige Inhalts-Fehler (und dieser Artikel ist bei weitem nicht der einzige in der NZZ) sind Grund genug, die NZZ nicht weiter zu abonnieren, oder stattdessen was andere zu lesen.
Herr MBM hätte so schreiben können:
- der Junge Grüne hat ein neues und wichtiges Anliegen; ein Mann, er sich fast ausschliesslich über dieses Anliegen profilierte, ist gewählt worden;
- seine Umsetzung (Kleberaktion) ist aus einer Reihe von Gründen schlecht; folgende Methoden sind besser: …
- Offroader haben im Stadtverkehr aus einer Reihe von Gründen nichts zu suchen
Dann hätte ich die NZZ mit diesem Beitrag als gut recherchierte und ausgewogen berichtende Zeitung wahrgenommen. Das ist so nicht der Fall.
[...] Letzten Donnerstag 16.3.06, hat die NZZ eine Gegendarstellung betreffend den unwahren Anschuldigungen gegenüber dem Jungen Grünen Gemeinderat Bastien Girod abgedruckt: mbm. Im Artikel «Politik ist kein Kinderfest» (NZZ 22.2.06) […] war von fragwürdigen Methoden, Sachbeschädigung und Strafbarkeit die Rede. [..] Bastien Girod von den Jungen Grünen legt Wert auf die Feststellung, dass bisher weder gegen ihn noch gegen Mitglieder seiner Partei im Zusammenhang mit der Offroad-Kleber-Kampagne ein Strafverfahren eröffnet worden sei[..] Ausserdem hält er fest, dass die von den Jungen Grünen verwendeten Kleber erstens leicht zu entfernen seien und zweitens nur auf die Heckscheiben geklebt worden seien. Somit liegt gemäss der Meinung von Girod keine Sachbeschädigung vor. [..] [...]