Autosalon Genf: Pferdestärken, Offroader und ganz wenig Hybrid
Der Autosalon in Genf zieht jeweils anfangs Jahr die Autofreunde in Massen an. Doch wer sich nach Feinstaub- und Ozonrekorden, sowie globaler Klimaerwärmung mit entsprechenden Folgen wie Wirbelstürmen und Überschwemmungen, annimmt, die Autofabrikanten würden die Zeichen der Zeit erkennen, liegt weit daneben, wie auch die Deutsche Zeitung “Passauer neue Presse” im Artikel zum Autosalon festgestellt hat (Artikel nicht online):
Der Genfer Auto-Salon tut seit vergangenen Dienstag das, was man von Automessen gewohnt ist: Die Branche präsentiert sich noch bunter, noch bildgewaltiger, noch pompöser. Eine Reizüberflutung sondergleichen und ein lautstarker Appell an die Unvernunft. Beispiel Mercedes-Benz: Hier gibt’s neben diversen neuen AMG-veredelten Modellen mit über 600 PS auch einen neuen Benzin-Direkteinspritzer namens CGI für das viertürige Coupé CLS zu bewundern, der es auf 292 PS bringen wird. Audi fährt erneut stolz sein Riesen-SUV Q7 ins Rampenlicht und vergisst dabei nicht, auch noch eine Allradversion des A6, den neuen Allroad, hinterherzuschieben. In Sachen PS-Protzerei stehen die Ingolstädter ihren schwäbischen Konkurrenten in nichts nach: S8, S6, RS4-Avant und ein atemberaubend schönes RS4-Cabrio ziehen die Blicke in Genf auf sich und haben allesamt weit mehr als 300 PS unter der Haube – Vernunft sieht anders aus. BMW fährt seine fast komplett neue M-Reihe auf, darunter das Z4-M-Coupé mit 343 PS.
Feinstaubfilter? Hybridantrieb? Wasserstoffmotor? Kleinstwagen? Alles Fehlanzeige. Obwohl die Konsumenten, Umfragen zufolge, immer mehr nach sparsamen oder alternativen Antrieben für ihren motorisierten Liebling verlangen, hinken die grossen Autobauer hinterher. Und der Autofahrer selber? Der kauft sein Auto sowieso nach Gefühl und nicht nach Vernunft ein, von dem ist also nichts zu erwarten.
Achtung, Gerücht:
Steckt da etwa die Billiardenschwere Öllobby dahinter? Liegt eigentlich nahe, denn so ein supersparsames Auto macht doch schon ziemlich viel weniger “Umsatz” während seiner Lebensdauer, da würde ich als Ölscheich auch alle Hebel in bewegung setzen um meine Felle zu retten…

@ Sandro
Zitat
“Feinstaubfilter? Hybridantrieb? Wasserstoffmotor? Kleinstwagen? Alles Fehlanzeige.”
Ich habe das alles am Salon Genf gesehen, von wegen Fehlanzeige. man muss hald die Augen ein bisschen offen halten, dan wird man das auch am Autosalon finden. Man kann hald nicht schlafend durch die Hallen schreiten so wie man Zug fährt.
Sandro kann es sein das Du gar nicht am Salon in Genf warst und das nur behaupteset weil es ja so sein muss?? Wenn Du dort gewesen wärst wüsstest Du auch das die Leute z.B. von Toyota und Lexus brav neben ihren Hybridautos standen und auf interessiertes Publikum warteten.
Ich habe von der Motorisierten krücke bis zum Musclecar alles gesehen.
Schon merkwürdig das man bei Benzinmotoren keinen Feinstaubfilter findet!!!!11111
Alle von dir zitierten Motoren sind Benziner…
Zur Info: Benziner mit Direkteinspritzung emittieren ein Vielfaches an Feinstaub gegenüber solchen mit Vergasern und müssten somit de facto auch mit Filter ausgestattet werden.
Ansonsten wünsche ich frohes Wichsen über den neuen Boliden.
Und ich sage es wieder einmal: Mit eurer Autogeilheit und euren fetten Kisten tut ihr euren Mitmenschen und der Umwelt erheblich Gewalt an. Wundert euch nicht, wenn das bald zurückkommt.
Zitat Sandro:”Obwohl die Konsumenten, Umfragen zufolge, immer mehr nach sparsamen oder alternativen Antrieben für ihren motorisierten Liebling verlangen, hinken die grossen Autobauer hinterher. Und der Autofahrer selber? Der kauft sein Auto sowieso nach Gefühl und nicht nach Vernunft ein, von dem ist also nichts zu erwarten.”
Du tust ja so als ob Autokonsumenten was ganz anderes sind als Autofahrer.
Zuerst sagst du das Autokonsumenten sparsame Autos wollen und gleich im Anschluss sagst du das die kein Vernünftiges Auto kaufen.
Häää?
Du glaubst doch nicht ernsthaft das Konzerne wie Merzedes am Kundenwunsch vorbeientwickeln. Die würden schon sparsame Autos mit wenig PS entwickeln wenn man diese verkaufen könnte. Kann man aber nicht weil dein obengenannter Kundenstamm eben doch keine Sparsamen Autos will wie du das behauptest. Es gibt nämlich sparsame Autos (Smart z.B.) aber die sitzen wie Blei in den Regalen.
mfG René
@pirelli
http://www.kein-diesel.at/b150.htm
wirklich, seeeeeehr schlimm. die welt geht unter.
btw. am 04.01.1997 auch schon atem beschwerden gehabt? da lag die feinstaubbelastung bei 166 μg/m3
Zum Thema Hybrid: Bei hydriben Antriebsmethoden wird dem Endverbraucher vorgegaukelt, ein besonders sparsames und umweltverträgliches Automobil zu fahren.
Wird nur der Verbrauch an fossilen Energieträgern betrachtet, so mag dies stimmen.
Die ganze Umweltbelastung, die während der Produktion u.v.a bei der endgültigen Verwertung des Fahrzeuges anfallen, wird diskret ausgeblendet.
Eine Energie-Effizienz Plakette “A” (Hybrid-Gurken) bedeutet eben nicht, dass ein Auto “umweltschonend” ist, sondern lediglich, dass das relative Verhältnis von Masse zu Verbrauch.
z.B.
Smart (Pure): Energieeffizienz C
VW Touareg (2.5 TDI) Energieeffizienz B
Toyota Prius (Hybr.) Energieeffizienz A
Richtigstellung: Automobile Vergaser-Motoren gibt es schon lange nicht mehr! Alle Benziner laufen heute mit el. Benzineinspritzung in die Ansaugrohre.
Direkteinspritzung heisst, das Benzin wird wie beim Diesel separiert von der Luft in dis Zylinder eingespritzt. Auch für diese Motorentypen braucht es einen Kat. zur Einhaltung der Vorschriften.
Das Problem der grossen Automobile ist eher der Minderwertigkeitskomplex vieler Autofahrer. In ihrer Kiste fühlt sich auch der schwächste superstark mit 500 PS. Ein Prominenter sagte einmal zu mir: Mein Wagen zahlte die Krankenkasse, weil der Psychiater langfristig teurer wäre. Wenn ich drinsitze und mich alle Leute sehen, bin ich stark…..Ein Hybridauto wäre da vergleichbar einem Eunuchen (Kastrierter)!
Rudolf
Vergaser sind Sauberer als Einspritzer? Cool, wusste ich gar nicht, dann ist ja mein alter Blazer ein richtiger Saubermann! Leute, lasst die neue Karre stehen und nehmt eure Joung und Oldtimer mit Vergaser!
rudolf: du bist ein spassvogel
aber das mit der krankenkasse muss ich auch mal ausprobieren. obwohl, ich zahl jetzt ja schon weniger steuer/versicherung da ich mein benzin-vergaser als wohnmobil angemeldet hab
@Pirelli
Die Hersteller nehmen sehr wohl ihre Verantwortung wahr, indem sie das produzieren, was der Markt, bzw. die Kunden nachfragen.
Es ist nicht Aufgabe der Hersteller/Industrie, den Kunden zu erziehen. Die Hersteller agieren nicht, sie reagieren auf Kundenbedürfnisse.
Gerne erinnere ich mich an den Lupo 3L. Ansich ein äusserst interessantes Gefährt, obwohl die Herstellung sehr aufwändig (Energieaufwändig) war. Dieses Wunderauto (die Krücke saugte wirklich nur zwischen 2.6 und 3.1 Liter auf 100km) wurde von den Kunden nicht angenommen, weil einfach der Kaufpreis viel zu hoch war und der Luxus zu klein (harte Sitze, harte Schaltvorgänge).
Ich beobachte diesen Trend zu mehr Hubraum und mehr Leistung auch mit Missfallen. Aber es ist ein Trend in der Gesellschaft.
Es kommt bestimmt wieder die Zeit, wie Mitte/Ende 80er, als “Umweltschutz” im Trend war.
Dass mehr Jugendliche zu Gewalt greifen, ist auch ein Trend.
Ists deshalb o.k?
Und glaubst du wirklich, dass die Konsumenten zu den Autofirmen gingen und sagten, wir brauchen Geländewagen mit 6 Liter Hubraum?
So einfach funktioniert das mit Angebot und Nachfrage nicht. Vielmehr werden die Bedürfnisse oft erst von der Angebotsseite her geweckt.
Ich empfehle hierzu “Versuch über die Befreiung” von Herbert Marcuse oder “Der verkaufte Käufer” von Wolfgang Menge.
Als Illustration möge die Mode dienen: Wie viele Frauen hatten in den 80ern wohl das Bedürfnis nach überbreiten Schulterpolstern, bevor die Couturiers entsprechende Modelle auf den Laufsteg schickten?
Pete, du machst es dir zu einfach. Ein Beispiel: Glaubst du im Ernst, es gebe Leute, die im Februar im Coop nach frischen Erdbeeren verlangen? Natürlich gibt es die nicht, kein Mensch kommt im Februar auf die Idee frische Erdbeeren zu verlangen. Da die Erdbeeren, wieso auch immer, im Februar bereits in den Regalen liegen, greift Otto Normalschweizer (leider) zu. Und dann kommen die Einkäufer von Coop und Migros und behaupten, die Nachfrage wäre da!! Nachfrage schaffen heisst das. An einem 10’000.- Smart verdient weder die Deutsche noch die Arabische Wirtschaft “genug” fürs Kapital, also wirft man Hummers und sonstige SUV auf den Markt, bewirbt diese mit millionenteuren Inseratekampagnen in jedem Heftli der Schweiz und schwupps, bereits ist jedes vierte verkaufte Auto ein SUV/Offroader/Geländewagen.
Na, merkst du wie es läuft betreffend Angebot und Nachfrage?
Dieses Nachfrage schaffen funktioniert nicht so gut wie du das darstellst.
Sah man z.B. an Cristal Pepsi. Trotz Angebot und Werbung und so wurde keine Nachfrage geschaffen.
Der Kunde nimmt nicht alles an was ihm vor die Nase gestellt wird nur das was Bedürfnisse befriedigt.
mfG René
Ich mus einiges über Smart und Hummer klarstellen. Ein Smart kostet ca. 14’000 bis 27’000 Fr. und ist für Daimler Chrysler ein Verlustgeschäft. Die Leute wollen kein überteuertes Mikrowägeli kaufen.
Das gleiche gilt für den Hummer. Vom Hummer 1 wurden in der Schweiz eine Handvoll eingelöst, weniger als zehn Stück vielleicht. Ich habe einen probegefahren. Diese für das US-militär konzipierte Vehikel ist für unsere Strassen und Parkplätze nicht geeignet, da zu gross, vor allem zu breit. So wirst du also kaum einem Hummer 1 begegnen. Das gleiche gilt für den Hummer 2. Der Hummer 3 schliesslich ist gar kein Hummer mehr, da er auf der Plattform eines normalen Light-Trucks aufgebaut ist.
Auch dieses Auto ist für EU und CH nicht marktgerecht, das Pricing und die Motorisierung sind komplett daneben. Für 100’000.- Fr. kriegt der Käufer eine sparsamere, komfortablere Kutsche. Du wirst dir echt Mühe geben müssen um einen Hummer 3 zu sichten.
Allerdings siehst du Hummerbasierende CH-Armefahrzeuge. Die heissen Mowag Eagle und kommen aus Arbon.
die mowag entwickelt aber schon lange selber und die eagel basieren meines wissens nicht mehr auf dem hummer (da der einfach nix taugt aus zum geradeaus fahren
)
Tja, Folgendes steht auf der Mowag-Website:
“Das international erfolgreiche AM General HUMMER-Chassis bildet die Basis für den leichtgepanzerten Aufklärer MOWAG EAGLE 4×4.”
Internet ist nett.
http://www.mowag.ch/En/02_ProdukteEn/EAGLE4x4En/EAGLE4x4En.htm
http://www.mowag.ch/De/02_ProdukteDe/EAGLE4x4De/02-20_Frameset.htm
Die Links gehen nicht. Liegts am Namen ???
Aber unter Mowag.ch dann produkte seht ihr den Eagle
ok, dann hab ich mich wohl geirrt.
Ich verstehe diese Diskussion nicht. Was ist eigentlich unser Ziel?
Wir wollen doch erreichen, dass
- wir unabhängiger werden von Öl, welches grösstenteils aus diesen asozialen muslimischen Ländern kommt
- wir weniger Schadstoffe ausstossen
Was ist die Lösung? Nachwachsende Rohstoffe.
Optimisten gehen davon aus, dass in den USA im Jahre 2012 rund 30% des Benzins Ethanol sein wird (in Brasilien sind es heute schon 70%).
Ich habe den Verdacht, dass die Herausgeber dieser Site gar kein Interesse haben an der Möglichkeit Ethanol. Denn ihnen geht es letztendlich um die Einschränkung der persönlichen Mobilität, sprich Autofahren. Und nicht um Umweltschutz oder Energieunabhängigkeit.
wenn der Gas Umbau nicht so teuer wär hät ich das schon längst gemacht…
@ Sense
Du besitzt einen Land Rover und ein Wohnmobil und sprichst von teurem Gasumbau??
@ Quadour
Ohne Sandro und Pipo persönlich zu kennen, halte ich den Anwurf, es ginge ihnen nicht um Lösungen, für eine Unterstellung. Sie haben wie ich auch vielmehr kapiert, dass es nicht nur um die Luftverschmutzung geht, sondern dass die schiere Masse der Autos und Töffs erhebliche Probleme verursacht. Sprich: Auch wenn alle Autos emissionsfrei führen (und das tun Ethanol-Autos mitnichten), gäbe es immer noch viel zu viele Unfälle, würde immer noch immer mehr bei uns rares Kulturland zuasphaltiert.
Aber ich bitte dich, mir die Quellen zu deinen Zahlen zu nennen. 30% in den USA bis 2012? 70% in Brasilien?
@ alle
Ihr behauptet, der Markt verlange keine umweltfreundlichen Autos. Hey, die Wartezeit für den Hybrid-Toyota beträgt fünf Monate!
“Letztes Jahr wurden über 1400 Hybridautos in Betrieb gesetzt. Die Hersteller hätten weit mehr verkaufen können, stattdessen haben sie lange Wartelisten”, erklärte Susanne Wegmann, Direktorin von e’mobil, gegenüber swissinfo.
Dieser Artikel rückt die Zahlen etwas zurecht:
http://www.swissinfo.org/sde/swissinfo.html?siteSect=107&sid=6508828&cKey=1141295816000
@Pirelli:
)
Mein Land Rover ist zugelassen als Wohnmobil (Tisch und Schlafplatz für zwei Personen). Mein Land Rover ist 22 Jahre alt und hat 238’000km runter, das heisst, im Sommer steht eine Motor- und Getrieberevision an, das kostet leider einbissel Geld, da ich keine eigene Werkstatt oä besitze.
Dafür sinkt nachher der Verbrauch im teillast Betrieb wieder um ein paar Liter, da ein neuer Vergaser und neue Zündung reinkommt (und ganz nebenbei verdoppelt sich die Anzahl PS noch, so als netter nebeneffekt
Dazu kommt halt auch noch das so ein Gastank viel Platz braucht und der ist wegem WoMo Umbau nicht mehr vorhanden…
Zum Aethanol in Brasilien ist folgendes anzumerken – der “nachwachsende” Treibstoff wird zu Lasten des abgeholzetn Regenwaldes erzeugt.