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Autofahrer, wie lange lasst ihr euch noch verarschen?

Trotz vollmundiger Versprechen seitens der Automobilbranche, tut ebendiese wenig bis garnichts, um den unnötigen Verbrauch der Fahrzeuge auf ein “sinnvolles” Niveau zu senken:

1998 hatte sich der Verband der Europäischen Automobilindustrie ([extern] ACEA) gegenüber der EU-Kommission verpflichtet, bis zum Jahr 2008 die durchschnittlichen CO2-Emissionen auf 140 Gramm CO2 pro Kilometer für alle Neuwagen zu reduzieren. [..] Die Analyse der Verkaufszahlen habe ergeben, dass im vergangenen Jahr die Neuwagen im Durchschnitt 160 Gramm CO2 pro Kilometer an die Umwelt abgaben, nur ein Prozent weniger als im Vorjahr. Soll die Zielmarke noch erreicht werden, müsste die Effizienzsteigerung 2006 und 2007 deutlich über vier Prozent betragen, was etwa das Doppelte des bisher besten Jahresergebnisses seit 1998 wäre.

Quelle: Telepolis

Dabei wäre die Technik längst vorhanden:

Die Technologie für eine deutliche Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs ist jedenfalls vorhanden und auch nicht allzu teuer. Letztes Jahr war im Auftrag der EU-Kommission [extern] vorgerechnet worden, dass es 577 Euro pro Neuwagen kosten würde, die CO2-Emissionen auf den ehrgeizigeren Grenzwert der Kommission von 120 Gramm pro Kilometer zu reduzieren.

Quelle: Telepolis

Schon interessant, eine Senkung der Toleranz bei Geschwindigkeitsmessungen um läppische 2km/h führt hierzulande beinahe zu einer Revolution der Autfoahrer. “Abzocker” wird geschriehen, “man fühle sich als Melkkuh”. Doch wenn Sie andererseits von Mercedes/BMW/Porsche/Opel gemolken werden sagen sie nichts mehr und nehmen das als gottgegeben hin. Im Gegenteil, die Statistik der Verkäufe von Motorfahrzeugen zeigt im Bereich der verschwenderischen SUV/Offroader/Geländewagen eine markante Zunahme! Fehlt es hier an Hirnmasse? Oder an logischem Denkvermögen? Nicht auszumalen, was passiert wenn weiter bei der Bildung gespaart wird… Die Auto- und Erdöllobby reibt sich die Hände und lacht sich einen Schranz ab der Blödheit der Konsumenten.

Übrigens hat Mercedes die Verbrauchsdaten für den “Mercedes GL” immer noch “nicht zur Verfügung”. Wers glaubt zahlt mehr beim Tanken…

Dieser Artikel wurde von Sandro am Dienstag, 25. April 2006 in der Rubrik Allgemein und zu den Stichwörtern , , , , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

25 Kommentare zum Artikel “Autofahrer, wie lange lasst ihr euch noch verarschen?”

  1. driv3r am 25. April 2006 um 11:51

    Ich glaube nicht, dass sich hier irgendwer verarschen lässt. Es gibt heute eine breite Auswahl an Fahrzeugen, darunter ebenso sehr sparsame wie auch sehr verschwenderische. Es ist also die freie Entscheidung des Konsumenten, worauf er beim Kauf Wert legt; es ist ja nicht so, dass ihm die immer grösseren und teureren Luxuswagen aufgezwungen werden.

    Es stimmt im übrigen auch nicht, dass es keine Verbesserungen beim Verbrauch gibt. Wenn man bedenkt, was viele Sportwagen vor 10 Jahren verbraucht haben, und was sie heute verbrauchen wird man feststellen, dass hier sehr grosse Verbesserungen erzielt wurden.

    Und im übrigen geht ein Grossteil des Benzinpreises nicht an die böse Erdöllobby, sondern an den Staat. Das finde ich noch eher bedenklich ganz ehrlich gesagt.

    Schlussendlich steht es jedem Kritiker der Erdöllobby frei, ein Antriebsystem oder einen Treibstoff zu entwickeln, welche günstiger und leistungsfähiger ist als Öl. Ganz sicher wäre niemand traurig, wenn er den Scheichen keinen Ölzoll mehr bezahlen müsste, das garantiere ich. Leider ist bislang keine solche Alternative bekannt (wenn auch diese Zuckerrohrgeschichte ganz interessant klingt).

  2. Chevy am 25. April 2006 um 11:57

    Die Wenigsten versprechen aus Politik und Wirtschaft werden gehalten, die Versprechen gegenüber den Autofahrern werden sowiso nicht eingehalten. (Egal ob Ausbau, LSVA…)
    Ist da was neues Dran?

  3. mad4you am 25. April 2006 um 11:59

    Die Autoindustrie hat in den letzten Jahrzehnten den Sprit-Verbrauch der Motoren verbessert, das wird niemand bestreiten wollen. Ob mehr drin gelegen wäre? Ich denke ja. Der Anreiz von Seiten der Kunden, die sparsame Fahrzeuge wünschen, war und ist weiterhin nicht stark ausgeprägt.

    Leider bringen auch zukünftige Verbesserungen aber nicht viel, da …

    mehr Autos verkauft (Anzahl Fahrzeuge pro Haushalt) und mehr Kilometer damit gefahren werden
    der Trend (bis vor Kurzem?) dahin ging, immer schwerere Fahrzeuge zu bauen, die dementsprechend grössere Motoren mit höherem Sprit-Verbrauch benötigten

    Hoffen wir also, dass der hohe Benzin-Preis zumindest einige Leute ins Grübeln stürzt, und von denen einige wenige beim nächsten Autokauf auf Sparsamkeit achten. Oder sich gleich ein GA kaufen.

  4. Pete am 25. April 2006 um 12:09

    Die Verbrauchsdaten des “Mercedes GL” finden sich auf der Homepage von Chrymler.
    Und sie sind gar nicht so erschreckend (Mercedes 500 GL) Verbrauch kombiniert 13.9 – 14.1 l/100km.

    Stellt man diesen Verbrauch in Relation zur Grösse und zum Gewicht des Fahrzeuges, so ist er wirklich nicht schlecht.

    Selbstverständlich kann man darüber diskutieren, ob so ein Gefährt sinnvoll ist oder nicht. Aber schlussendlich entscheidet darüber nur der wohlhabende Käufer.

  5. Sandro am 25. April 2006 um 14:36


    Die Verbrauchsdaten des “Mercedes GL” finden sich auf der Homepage von Chrymler

    Ach, ist ja eigentlich logisch… Deshalb sind die hier auf der Schweizer Homepage nicht. Einmal weltweit reicht, man will ja niemanden vergraulen mit dem hohen Verbrauch, oder?

  6. pipo am 25. April 2006 um 15:03

    …ausserdem sind die Werk-Werte zum Thema Verbrauch sowieso immer massiv untertrieben. Das wird in jeder Sendung von AutoMotor&Sport gesagt und bewiesen… also werden aus 14 schnell mal 18,19 Liter…

  7. Chevy am 25. April 2006 um 16:26

    @pipo

    die Leute aus der Sendung AutoMotor&Sport haben nicht wirklich einen Alltagstauglichen Fahrstil.

  8. pipo am 25. April 2006 um 16:47

    @Chevy: Ich seh’ das genau anders.

    Logischerweise achten die Hersteller darauf, dass ihre Riesendreckschleudern auf dem Papier gut dastehen. Also machen Sie Testfahrten auf geraden Strecken im optimalen Tourenzahlbereich. Die Tester von AM&S TV aber, fahren die Kisten so, wie sie im Alltag benützt werden. Natürlich kommen so höhere Werte zustande.

  9. thunderbird am 25. April 2006 um 21:56

    Die Senkung der Messtoleranz von Geschwindigkeitsüberwachungsgeräten hat nichts mit teuren Autos zu tun. Und nur 3km/h Toleranz dient wirklich nur der Abzocke. Mal ganz ehrlich: Wer fährt nie aus Versehen mal 54 statt 50km/h, wenn es leicht bergab geht? Und das soll 40Fr. kosten? Mit Verkehrssicherheit hat das nichts zu tun.

  10. mad4you am 25. April 2006 um 22:06

    @thunderbird: Wer nicht fähig ist, 50km/h (oder WENIGER, das ist nämlich auch nicht verboten!) zu fahren, sprich simpel: Gesetze einzuhalten, gehört bestraft.

    Oder kannst du mir erklären, wieso man gerade bei den Autofahrern ein Auge zudrücken sollte?

    Wenn ich schneller als erlaubt fahre und dafür mit einer Busse belangt werde, ist das einzig und allein MEIN Fehler, und nicht der Fehler eines Messgerätes/Polizisten/falsch geeichten Tachos/(fill-in-here) … Werdet endlich erwachsen!

    Anderer Vorschlag: Wir können ja wieder die Anarchie aufleben lassen, wo jeder tut, was er gerade für richtig (und tolerabel) hält.

  11. thunderbird am 25. April 2006 um 22:40

    Klar kann man zu jeder Zeit 50km/h fahren. Dann schaut man aber mehr auf den Tacho als auf die Strasse. Nicht unbedingt förderlich für die Verkehrssicherheit… Zudem sind die Tachos der PKW nicht sehr genau, es kann schon mal eine Differenz von ein paar km/h geben.

    Man sollte doch noch mit etwas gesundem Menschenverstand fahren können, ohne gleich das Überwachungsregime im Rücken zu haben.

  12. Thomas am 26. April 2006 um 00:34

    Nach Art. 55 Abs. 2 der Verordnung vom 19. Juni 1995 über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge (SR 741.41) darf die vom Tachometer angezeigte Geschwindigkeit niemals unter der tatsächlich gefahrenen Geschwindigkeit liegen. Geschwindigkeitsmesser, die eine tiefere Geschwindigkeit als die tatsächlich gefahrene anzeigen, sind unzulässig und werden bei der Nachprüfung des Fahrzeuges beanstandet. Man fährt auch nicht aus Versehen 54 km/h. Man ist sich dessen bewusst und wenn nicht, dann handelt man fahrlässig. Wer zudem bis anhin immer hart (aber «korrekt») an der Grenze zum strafbaren Geschwindigkeitslimit gefahren ist, ist ein geübter Lenker, der auch bei 2 oder 3 km/h hart an dieser Grenze fahren kann, ohne dass er gleich die ganze Zeit auf den Tacho starren muss.

  13. mad4you am 26. April 2006 um 00:45

    @Thomas: Vielen, vielen Dank für die Bewandtheit im schweizerischen Gesetzesdschungel. Wusste ich’s doch! Endlich habe ich ein hieb- und stichfestes Argument, das ich meinen “Aber der Tacho zeigt bei mir 10km/h zu wenig an”-Kollegen an den Kopf schleudern kann.

    Weiter so.

    @thunderbird: Ist der Name Programm? *zwinker*

  14. vollmi am 26. April 2006 um 07:34

    Nun da viele Tachos einiges vor gehen dürfte es so sein das die sehr Korrekt fahrenden. Tacho 50 sich realistisch mit etwas mehr als 40km/h fortbewegen. Der hintendran dessen Tacho genauer geht denkt sich was für ein Schleicher und überhohlt ihn mit echten 50km/h.
    Solche riskanten Ueberholmanöver sind vorprogrammiert.

    Aber zur zeit ist es sehr sehr selten das man überholt wird wenn man 5km/h über der Angeschriebenen Geschwindikeit fährt. Also keine riskanten überhohlmanöver wenn man nur 5km/h schneller fährt. Ist es das nicht wert?

    mfG René

  15. thunderbird am 26. April 2006 um 10:19

    Das der Tacho nur vorgehen darf, weiss ich. Der auf meinem 125er ging aber 5 km/h nach. Dies wurde bei keiner MFK entdeckt. Beim Töff ist das aber relativ egal, der hat die Nummer ja hinten. ;-)

    Aufgrund des “Überwachungsterrors” gibt es in der Schweiz viel mehr “Schleicher”, die genau 50 bzw. 80 (laut ihrem Tacho) fahren. In Deutschland fährt man wesentlich entspannter. Aber vielleicht ist es ja das Ziel, den Leuten das Auto fahren zu verleiden.

  16. sense2 am 26. April 2006 um 10:23

    sorry, aber wer nicht fähig ist ~50km/h zu fahren ohne alle paar sekunden auf den tacho zu blicken hat nix auf der strasse verloren.
    der tacho geht tatsächlich immer einbisschen vor, im schnitt 10%
    montiert man grössere reifen gleicht sich das wieder aus, montiert man noch grlssere reifen muss man den tacho nachstellen lassen.
    das ganze hat aber ehrzlich wenig mit dem spritverbrauch zu tun…

  17. Pirelli am 26. April 2006 um 12:14

    Es ist nicht so, dass die Autoindustrie erheblich zur Verminderung des Treibstaffverbrauchs beiträgt.
    Natürlich werden die Mototren effizienter, aber die Kisten werden auch immer grösser und schwerer, das heisst, obwohl die Fahrzeuge mehr PS pro Liter bringen, steigt der Verbrauch unter dem Strich: Von 2003 auf 2004 nahm der Verbrauch der Neuwagen um 10 Prozent zu.

  18. vollmi am 26. April 2006 um 16:52

    Sie würden natürlich wieder sparsamer werden. Wenn man Airbags. Klimaanlage, ABS und sonstige tech. Helferlein wieder ausbaut.

    Denn dann würden sie wieder leichter werden. Nur willst du wirklich einen Umgenieteten Fussgänger mehr weil man aufs Gewicht des ABS zugunsten eines besseren Verbrauchs verzichten wollte?

    mfG René

  19. mad4you am 26. April 2006 um 17:25

    Natürlich ist es gut, auf Technik vertrauen zu können. Primär einmal sollte aber nicht ABS, sondern der Fahrer selber Unfälle vermeiden, indem er innerorts angepasst und aufmerksam fährt. Wo wir wieder bei den Radarkontrollen wären …

    Dazu gehört übrigens auch, bei Fussgängerstreifen anzuhalten.

    Es gibt aber durchaus auch Fälle, in denen sich die anderen Verkehrsteilnehmer (Fussgänger sowie Velofahrer) lebensgefährlich verhalten. Mit denen habe ich aber kein Mitleid. Diese sind IMHO bei den Unfällen aber in der Minderheit.

  20. Pete am 26. April 2006 um 19:16

    @Pirelli: Die Autoindustrie würde ganz erheblich zur Verminderung des Treibstoffverbrauchs beitragen, sofern dies die Kundschaft wollen würde.

    Nur im Moment ist der Trend zu grösseren, leistungsstärkeren und somit auch schwereren und durstigeren Fahrzeugen.
    Sind an diesem Trend die Automobilhersteller oder die Kunden schuld? Wohl eher letzere.

  21. thunderbird am 26. April 2006 um 22:17

    Ein Autofahrer mit etwas Verstand würde auch ohne Radarkontrollen angepasst fahren. Oder fährst Du immer 50, nur weil es erlaubt ist, auch wenn Kinder auf dem Gehsteig Ball spielen? Wohl kaum, oder?

    Umgekehrt kann man auf der Autobahn auch mal etwas Gas geben. In Deutschland sind die Autobahnen auch nicht anders und dort gibt es vielerorts kein Tempolimit. Und trotzdem nicht mehr Unfälle.

  22. mad4you am 26. April 2006 um 22:41

    @thunderbird: “Und trotzdem nicht mehr Unfälle.” Ja? Ist das so? Bitte zahlen nennen.

    In einer Vorlesung hier an der Uni Bern wurde genau dies als Beispiel von der falschen Interpretation von Statistiken zum Besten gegeben: Man berücksichtigt oft nicht, dass Unfälle mit hohen Geschwindigkeiten mit einer viel kleinere Menge von Fahrern (fast hätte ich “Rasern” gesagt) in Relation steht.

    Zur Verdeutlichung: Mit 200 km/h passieren vielleicht 100 Unfälle im Jahr. Mit der Geschwindigkeit sind 1000 Leute unterwegs (10%). Mit 100 km/h dagegen passieren 200 Unfälle, aber die Menge an Personen, die so schnell fahren, ist deutlich höher, bspw. 20’000 (1%).

  23. sense2 am 26. April 2006 um 22:48

    fakt is das auf autobahnen am wenigsten unfälle mit toten passieren (deutschland)

  24. mad4you am 26. April 2006 um 23:04

    @sense2: Im Vergleich zu was? Zur Schweiz? Zum übrigen Strassenverkehr? Von wo beziehst du diese Aussage? Selbst berechnet, oder steht das auch irgendwo im Netz?

    Oder “am wenigsten” etwa im Vergleich zur Anzahl VCS-Anwohnern an einem gewissen Abschnitt der Autobahn? *grins*

    PS: Du kannst aber durchaus recht haben. Schliesslich gibt’s keinen Gegenverkehr, und andere Verkehrsteilnehmer (Fussgängern, Velofahrern) sucht man auf Autobahnen auch vergeblich *grins*

    PPS: Weiter möchte ich noch darauf hinweisen, dass die Toten uns (relativ!) “wenig” kosten im Vergleich zu den *Verletzen*, die wir dann ein Leben lang auskurieren müssen. IV, Paraplegie etc.

  25. sense2 am 27. April 2006 um 08:27

    @mad4you:
    hab die links von “damals” leider nicht mehr, aber kurz gesucht ergibt das:

    schweiz:
    http://www.bfu.ch/forschung/statistik/statistik_2005/BFU_2005_D_07.pdf

    deutschland:
    http://www.destatis.de/basis/d/verk/verktab8.htm

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