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Atomrisiko-Versicherung: Mehrheit wünscht volle Deckung

Heute müssen Atomkraftwerke nur einen Bruchteil der möglichen Schäden versichern. Würden sie das volle Schadenpotential versichern, wäre der Strom kaum konkurrenzfähig. Doch genau diese Vollversicherung wünscht sich das Schweizervolk! Dies hat Greenpeace in einer Volksbefragung herausgefunden:

Die Ergebnisse der Volksbefragung hätten kaum klarer ausfallen können:

  • Mit der Mini-Deckung des Atomrisikos von bloss 2,25 Milliarden Franken stehen der Bundesrat und der Ständerat ziemlich alleine da. Nur 6 Prozent der Befragten halten die Risikodeckung für ausreichend.
  • 90 Prozent der Befragten wollen vom Nationalrat, der das Atomhaftpflicht-Paket in der Frühjahrs-Session behandelt, eine deutliche Erhöhung der Atomrisiko-Deckung. 70 Prozent fordern sogar eine drastische Erhöhung auf 500 oder über 4000 Milliarden Franken. Sogar in den in den AKW-Standort-Regionen sprachen sich 70 Prozent der Befragten für diese drastische Erhöhung der obligatorischen Atomrisiko-Versicherung aus.

Greenpeace hat die Ergebnisse dieser Umfrage gestern dem Nationalrat übergeben. Es liegt nun an den Volksvertretern, das Volk zu vertreten.

Dieser Artikel wurde von Sandro am Dienstag, 4. März 2008 in der Rubrik Energie und zu den Stichwörtern , , , , , , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

12 Kommentare zum Artikel “Atomrisiko-Versicherung: Mehrheit wünscht volle Deckung”

  1. Chevy am 4. März 2008 um 13:12

    volle Deckung für ein Atomkraftwerk? wenn was passiert genügt alles Geld der Welt nicht um den schaden zu beheben. Da hilft nur Zeit, um die Strahlung abklingen zu lassen.
    Ich traue den Schweizern Atomkraftwerke auch bei einer Kernschmelze, in den 60gern gab es schonmal eine kernschmelze in einem Schweizer Reaktor, haben wir deswegen ein Prypat irgendwo in der Schweiz? Abgesehen davon ist die entwicklung seit diesem Vorfall 50 jahre vorangeschritten, aber eben solche neuerungen will ja niemand von euch, lieber alte AKW’s behalten und den Strom den man nutzt verteufeln.

  2. Sandro am 4. März 2008 um 15:39


    wenn was passiert genügt alles Geld der Welt nicht um den schaden zu beheben.

    Ist das jetzt ein Argument für oder gegen Atomstrom?

  3. bluefox am 5. März 2008 um 01:10

    Ich möchte hier unabhängig der Thematik um AKWs meine Zweifel anmelden über die Glaubwürdigkeit solcher „Volksbefragungen“ und damit auch derer, die sie durchgeführt haben.

    - Geografisch wurde nur selektiv befragt, zum Beispiel in der Nähe von AKWs, wo die Menschen naturgemäss ein hohes Interesse an einer “Versicherung der Schäden” haben.

    - Die “Greenpeace-Aktivisten” konnten sich aussuchen wen sie befragten. Wer nichts von Greenpeace hält wird wohl kaum auf einen Aktivisten zugehen und umgekehrt.

    - Die Internet-Umfrage ist schon gar nicht repräsentativ, da sie von jenen ausgefüllt wurden “die regelmässig einen e-News-Letter von Greenpeace erhalten”, was ein repräsentatives Ergebnis ausschliesst.
    - 77% der Befragten wussten “überhaupt nicht” oder “nicht so genau” über die Atomrisiko-Versicherung bescheid, konnten die Fragen also eigentlich gar nicht beantworten. Taten sie aber dennoch: Neben dem Fragebogen war nämlich ein “Infoblatt”, das jene 77% ganz im Sinne von Greenpeace informierte.

    - Suggestivfragen: bei der Deckungshöhe der Versicherung stand zur Auswahl: 2, 20, 500 4000Mia. Die Grössenordnung suggeriert, dass 2Mia auf jeden Fall zu wenig ist. Wenn dann bei 500Mia noch im Zusatz steht: “damit die Deckung auch bei einem schweren Schaden ausreicht.” ist jedem klar: 2Mia ist da “falsch”. Wäre zu Auswahl 1, 2, 10 oder 1000Mia gestanden hätten sich vermutlich die meisten für “10″ entschieden. Auf 4000Mia wäre gar niemand gekommen. Antworten sind steuerbar. Die Psychologie macht’s.

    - Die weiteren Fragen sind ebenfalls so gestellt, dass sie eigentlich nur die von Greenpeace gewünschten Antworten zulassen. Beispiel: Bei der Frage “Es ist nicht annehmbar, dass der Bundesrat die Höhe der Versicherungsdeckung festlegte, ohne sich auf Nuklearschadens-Berechnungen abzustützen.” Wird dem jeder als Reflex zustimmen. Es wird nämlich suggeriert, dass gar nichts berechnet wurde, die jetzige Zahl sozusagen erfunden ist. Und das wäre Tatsächlich nicht annehmbar. “Solche Berechnungen braucht es nicht” wird daher niemand wählen. Eine andere Option (nämlich die bisher verwendeten Berechnungsgrundlagen zu verwenden) kann im Fragebogen schlicht nicht ausgewählt werden.

    Es geht mir hier gar nicht um die Frage nach der Deckung, dafür kenne ich mich zu wenig aus. Aber was Greenpeace hier macht ist Manipulation. Wer sich je mit Techniken von Umfragen beschäftigt hat merkt sofort, dass hier gar kein neutrales Ergebnis erzielt werden kann. Greenpeace gibt das sogar zu: “Die Volksbefragung sollte in erster Linie den Teilnehmenden ermöglichen, ihre Auffassungen über die Atomrisiko-Deckung dem Nationalrat zur Kenntnis zu bringen. Es war nicht beabsichtigt, eine sozialwissenschaftliche Umfrage durchzuführen.”

    Die Schlagzeile “Einer Umfrage von Greenpeace zufolge wünscht über 70% der SchweizerInnen, dass die Atomkraftwerke sich für alle Risiken versichern.” ist daher auf keinen Fall haltbar, da sie eine repräsentative Umfrage suggeriert.
    “Alle Risiken” ist zudem von Sandro auch noch dazu erfunden worden, richtig heisst es “sich rund 70 Prozent der Antwortenden für eine Atomrisikodeckung von 500 Milliarden oder von über 4000 Milliarden Franken aussprachen.” Aus den geschilderten Gründen.

  4. Sandro am 5. März 2008 um 09:56

    Bravo Bluefox, kannst das 50er-Nötli bei der Axpo abholen…

  5. vollmi am 6. März 2008 um 08:03

    @Sandro. Und sonst hast du nichts dazu zu sagen wie tendenziös solche Umfragen von Gewissen Gruppierungen gefahren werden? Ich dachte sowas werft ihr immer den Anderen vor.

    mfG René

  6. Al_K am 6. März 2008 um 20:50
  7. globi1 am 6. März 2008 um 22:49

    wenn was passiert genügt alles Geld der Welt nicht um den schaden zu beheben.

    Das heisst demnach, dass bei den jetzigen AKWs wenigstens alles getan werden müsste, um einen Unfall verhindern zu können.

    Der Lucens Reaktor hatte nur eine mickrige Leistung von 8 MW und wurde trotzdem von unseren weisen Vorfahren in eine Kaverne platziert.

    Man müsste also demnach die jetzigen wesentlichen leistungsfähigeren AKWs wenn schon ebenfalls in Kavernen platzieren.

    Als die jetzigen AKWs geplant wurden, hat Niemand damit gerechnet, dass gut organisierte Terroristen mutwillig Gebäude in die Luft sprengen oder gar mit Passagier-Flugzeugen absichtlich in Gebäude fliegen würden.
    Mal abgesehen davon, dass gewisse Triebwerke inzwischen mehr als 3mal so schwer wie damals sind.

    Das heisst die Schutzhüllen der jetzigen AKWs müssten massiv verstärkt werden genauso wie die Sicherheitssysteme und Zwischenlager ebenfalls gegen Terroristenangriffe geschützt werden müssten. Zudem müsste jedes AKW mit einem schwerbewaffneten Sicherheitsaufgebot rund um die Uhr bewacht werden.

    Letztlich müsste die AKWs mit Abfang-Raketen geschützt werden, falls irgendein bescheuerter Gadaffi plötzlich auf die Idee kommen sollte, ballistische Raketen auf Schweizerische AKWs zu feuern.

    Die Atomlobby ist leider nicht von nicht von Murphy’s Law geschützt.
    http://en.wikipedia.org/wiki/Murphy's_Law

    Und selbstverständlich müssten diese Kosten von den Betreibern bzw. den Stromkonsumenten gedeckt werden.

  8. vollmi am 7. März 2008 um 17:43

    Was sollten Abfangraketen gegen ballistische Waffen nützen?

    mfG René

  9. globi1 am 7. März 2008 um 20:16

    Mit Abfangraketen lassen sich ballistische Raketen abfangen:
    http://en.wikipedia.org/wiki/MIM-104_Patriot
    http://www.youtube.com/watch?v=HZzsuqNSTow

    Allerdings lässt die Erfolgsrate zu wünschen übrig. Es wäre also sicherer wenn die AKWs von vorneherein in Kavernen platziert werden.

    Noch wesentlich günstiger wäre natürlich erneuerbare Energie und Effizienz aber schliesslich geht es hier ja nicht um sowas banales wie das Erzeugen von Strom, oder?

  10. globi1 am 7. März 2008 um 20:17

    Mit Abfangraketen lassen sich ballistische Raketen abfangen:
    http://en.wikipedia.org/wiki/MIM-104_Patriot
    http://www.youtube.com/watch?v=HZzsuqNSTow

    Allerdings lässt die Erfolgsrate zu wünschen übrig. Es wäre also sicherer wenn die AKWs von vorneherein in Kavernen platziert würden.

    Noch wesentlich günstiger wäre natürlich erneuerbare Energie und Effizienz aber schliesslich geht es hier ja nicht um sowas banales wie das Erzeugen von Strom, oder?

  11. globi1 am 7. März 2008 um 20:33

    Aus versehen könnte natürlich Abfangraketen ab und zu auch ein unbescholtenes Passagierflugzeug runterholen, aber das ist immer noch besser als das hier:

    wenn was passiert genügt alles Geld der Welt nicht um den schaden zu beheben.

  12. mythos am 8. März 2008 um 22:21

    fragt sich wer das Geld Bekommt ?

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