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Arbeitet die Ruag an atomar bestückbaren Kampfdrohnen?

Kampfdrohnen sind ja bei den Militärs von heute der letzte Schrei. Klar, dass da auch die Schweizer Waffenschmiede Ruag ihre blutigen Finger im Spiel hat. Derzeit arbeitet sie am Französischen Kampfdrohnenprojekt Neuron mit. In diesem Zusammenhang hat der Bundesrat in der Antwort auf eine Anfrage von Paul Günter (SP) offen gelassen, ob diese Drohnen, mit Atomaren Sprengköpfen bestückt werden können. Die Frage von Paul Günter im Wortlaut:

4. Stimmt die Information, dass das Projekt von Neuron auch darauf ausgelegt ist, dass die Drohne mit einem Nuklearkopf ausgerüstet werden kann?

Die Antwort des Bundesrates:

4. Im Projekt Neuron geht es um die Entwicklung eines multifunktionalen Technologie-Demonstrators. Gemäss heutigem Kenntnisstand bestehen keine Anhaltspunkte, dass mit diesem Drohnenprojekt Nukleareinsätze geplant sind.

Naja, da wir uns derzeit nicht im Angriffskrieg befinden, ist eigentlich logisch, dass keine Nukleareinsätze “geplant sind”. Das war auch gar nicht die Frage. Die Frage war, ob eine Bestückung mit Atomsprengköpfen “möglich ist”. Und diese Frage hat der Bundesrat offen gelassen.

Dieser Artikel wurde von Sandro am Donnerstag, 22. Dezember 2005 in der Rubrik Allgemein und zu den Stichwörtern , , , , , , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

8 Kommentare zum Artikel “Arbeitet die Ruag an atomar bestückbaren Kampfdrohnen?”

  1. Chevy am 22. Dezember 2005 um 14:14

    Es reichen ca. 8 kg Plutonium-239 oder 40 kg hochangereichertes Uran um eine Bombe zu Bauen in der grössenordnung von Hiroschima (

  2. AlphaPapaGolf am 22. Dezember 2005 um 16:28

    Sogar der Gepäckträger des rostigen Velos von Paul Günther liesse sich mit einer Kernwaffe bestücken. Die Schweiz hat aber den Atomsperrvertrag, in voreilendem Gehorsam wie immer, brav unterezeichnet und kann somit nicht mehr in den Kreis der Atommächte aufsteigen. Und brav wie unsere Regierung gegenüber ausländischen Mächten nun mal ist, wird es nie zu einer atomaren Bestückung kommen. Die Gefahr geht also nicht von der Ruag aus, sondern von militanten Islamisten wie den Diktatoren von Persien und Mesopotamien, sowie dem Terrorfürsten Osama bin Laden und seinen islamischen Henkersknechten. Die Schweiz, und damit das idyllische Bernbiet des umtriebigen Günther, liegen exakt im Zielgebiet der oben erwähnten Kreise, die das Abendland lieber schon gestern als erst übermorgen mit Atompilzen übersäen würden.
    Aber hier schweigt sich Günther höflich aus.
    Klar, meiner Ansicht würde sich die Ruag besser mit der Entwicklung von Abwehrraketen befassen.

  3. andromeda am 27. Dezember 2005 um 18:03

    AlphaPapaGolf, was hast Du heute geraucht?

  4. Xeno am 28. Dezember 2005 um 00:52

    Hm, das Bestücken von Drohnen mit Nuklearsprengsätzen ist zumal im Prinzip wahrscheinlich sowieso möglich, ist wohl einfach eine Frage von Aufwand und Ertrag. Das hätte der Bundesrat auch ruhig so sagen können, statt Fragen zu beantworten, die keiner gestellt hat.

    Heikel ist daran eigentlich höchstens, dass die Schweiz wie sehr viele andere Staaten (aber neckischerweise gerade nicht Frankreich) durch Völkerrecht atomwaffenfrei ist. Allerdings würde es wohl völkerrechtlich erst zum Thema, wenn reale Nuklearsprengköpfe auf unsere Territorium gelangten, und das ist doch wohl nicht gerade wahrscheinlich. Dass eine Schweizer Firma im Ausland was mit Nuklearwaffen zu tun hat, ist per se noch nicht völkerrechtswidrig. Wie sinnvoll es ist, ist eine andere Frage. Dass die Ruag da an vorderster Front mitmacht glaube ich nicht.

    X.

  5. AlphaPapaGolf am 28. Dezember 2005 um 08:59

    Also was das Bestücken von fliegenden Objekten mit Kernwaffen betrifft, haben die US-Militärs die Nase vorn. Die kleine Ruag wird sich also schon aus diesen Gründen nicht auf einen Wettbewerb einlassen können.
    Das ganze ist also ein Sturm im Wassreglas, ausgelöst von besorgten Pazifisten aus dem linken Lager, die so zwischen Weihnacht und Neujahr für etwas Aufregung sorgen wollen.

  6. Xeno am 28. Dezember 2005 um 15:49

    Dass die Ruag im Alleingang nuklear bestückte Drohnen entwickeln will, hat allerdings keiner behauptet, auch nicht NR Günther. Es ging um deren Mitmachen bei der französischen Neuron. Es bleibt aber dabei, dass der Bundesrat die gestellte Frage nicht beantwortet hat (dafür eine andere, die keiner gestellt hat). Das ergibt sich klar aus dem Zitat on Frage und Antwort, man muss es nur lesen. Vielleicht liegt weniger Boshaftigkeit von BR Schmid als mehr Liederlichkeit des Sachbearbeiters vor, der die Frage beantworten sollte. Im Grund könnte NR Günther die Frage nochmals stellen, das wäre nicht querulatorisch.

    Wie dem auch sei, selbst wenn Neuron auch das Bestücken der Drohnen mit Nuklearsprengköpfen im Visier hätte, wäre es der Ruag zumindest völkerrechtlich noch nicht verboten mitzumachen. Ob es dann politisch noch sehr klug wäre sei dahingestellt, faktisch ist die Ruag eine Staatsfirma, könnte noch heikel werden.

    NR Günther ist kein reiner Pazifist (solche gibt es natürlich in der Schweizer Politik auch, etwa NR Gross), das nur am Rande. Mir ist schwach, er sei sogar Offizier (gewesen).

    Gruss

    X.

  7. AlphaPapaGolf am 28. Dezember 2005 um 16:49

    hier ist es, das unschuldige Ding..

  8. Forum Politik » Wie Ulrich Schlüer (SVP) unser Steuergeld verschwendet am 14. August 2006 um 16:59

    [...] Antwort des Bunderats vom 09. Dezember 2005 auf eine Anfrage von Nationalrat Paul Günter (SP, wir berichteten) : Verschiedene europäische Länder und die USA arbeiten an der Weiterentwicklung von Drohnensystemen. Dabei werden international u. a. mögliche Einsatzverfahren, Bewaffnungen, Stealth-Eigenschaften, die Steigerung der Verweilzeit und Reichweite sowie die Integration in den auch zivil genutzten Luftraum, einschliesslich Zertifizierungsverfahren, untersucht. Frankreich plant im Rahmen des Projektes Neuron mit anderen Ländern, einen Technologie-Demonstrator zu realisieren, um bestehendes Know-how zu erhalten und weiterzuentwickeln. Der Erstflug dieses Demonstrators soll 2010 erfolgen. Wegen den langjährigen und kostspieligen Technologie-Entwicklungen von solchen sehr anspruchsvollen Systemen haben mehrere europäische Länder, u. a. die Schweiz, die Zusammenarbeit unter Einbezug der Rüstungsindustrie aufgenommen. [...]

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