Asylgesetz: Je weniger Ausländer, desto mehr Ja-Stimmen?
Ein inoffizieller Vergleich von Mario Aeby bringt ans Licht, was unsereins schon lange vermutet. Gegenden mit tiefem Ausländeranteil sind für schärfere Ausländergesetze, Regionen mit hohen Ausländeranteil dagegen stimmen für einen moderaten Umgang mit Fremden. Die Jungs vom Hugo-Taem haben die Zahlen, welche Mario recherchiert hat visualisiert und dies ermittelt:
(Anklicken für das ganze Bild)
Doch woher kommt diese Tendenz? Ich teile die Vermutung von Mario:
Meine Forschungshypothese lautete also: Aus Urängsten, die sich wohl im dunklen Mittelalter ausgebildet und danach genetisch weitervererbt hatten (okey, das ist sehr populärwissenschaftlich), stimmen vor allem Bürger innerschweizerischer Kantone (unter anderem) sehr xenophob ab, obwohl sie pöhse, pöhse Missbräuche durch unsere ausländischen Gäste nur durch’s Hörensagen kennen. In Kantonen, wo der Ausländeranteil an der Bevölkerung hoch ist, sind die Ja-Stimmen deutlich tiefer.
Die ländlichen und Regionen, welche ja bekanntlich tiefere Ausländeranteile haben als Ballungsräume wie Zürich oder Genf, stimmen ja auch tendentiell konservativer ab. Und konservativ heisst in der Schweiz offenbar auch Fremdenfeindlich, wie dies im Swissinfo Interview mit Historiker Hans-Ulrich Jost deutlich wird:
Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hat die Schweiz zwei oder drei konstante Parameter ihrer Politik. Eine dieser Konstanten ist der Fremdenhass. Die Situation ist wie vor Beginn des Ersten Weltkriegs, als sich die Ausländerfrage stellte, und schlimmer noch, Menschen aus bestimmten Regionen ausgeschafft wurden. Beispielsweise die “Zigeuner”, die in einem offiziellen Dokument als “Plage” bezeichnet worden waren. Von da an verschwand die Thematik nie mehr. Sie wurde von Zeit zu Zeit von der rechten oder rechtsextremen Seite aufgegriffen, und heute hat man dieses sehr klare Verdikt.
Also heisst das Fazit: Je Konservativer und ländlicher die Gegend, desto Fremdenfeindlicher resp. Xenophober die Abstimmungsresultate.

Schön und gut, wir sind alle nicht glücklich über diesen Entscheid – aber lohnt es sich wirklich, das bedauerliche Abstimmungsresultat mehr und mehr ins Lächerliche zu ziehen, statt sich einmal zu fragen, wie es überhaupt dazu gekommen ist?!
Diesen Effekt gibt es in der Tat: es gibt zum Beispiel Antisemitismus in Gebieten, in denen praktisch keine Juden leben (Ostdeutschland oder Polen).
Das Arguent zieht dennoch nicht, denn auch in der Stadt Zürich wurden die Gesetze angenommen.
Kritik:
Resultate auf Ebene Kanton sind zu ungenau.
Man sehe die Unterschiede in Zürich.
Ausländer ist eifach nicht Ausländer.
Gibts mehr Jaques, mehr James oder mehr Mohammed?
Gibt es in diesen Gebieten auch mehr Einbürgerungen?
Fragen über Fragen
Eine nichtsaussagende Statistik von http://www.antisvp.antifa.net
@Bostitch. Ich bin glücklich mit dieser Entscheidung. Weitere 68% der Stimmbürger auch!
für mich auch einleuchtend. in den kreisen 4 und 5 wo es sehr viele ausländer hat, wird tendenziell gegen solche initiativen gestimmt. die schweizer im quartier sehen, dass dies menschen sind, die auch ihre probleme haben, sich aber nicht gross unterscheiden.
wo man gezwungen ist, sich der realität zu stellen, ist ein boden für akzeptanz gegeben. wo ein ausländer immer noch ein exot ist, ist es einfacher all die schlechten gefühle zu projezieren. das ist im kreis 4 nicht möglich. das würde schlicht bedeuten, die augen vor der realität zu verschliessen. und die sieht im kreis 4 so aus: über 90 nationen friedlich zusammenlebend. wenns puff gibt ist das in 99% der fälle milieubedingt und da spielt die nationalität keine rolle. ansonsten sind die auslängder mit dem vielfältigen angebot an essen und kultur sehr gern gesehen hier. den meisten bewohnern dieses kreises käme es nicht in den sinn, auf diese vielfalt verzichten zu wollen. auch mir nicht.
Hahhahha, was soll denn diese Grafik? Es ist doch sehr gewagt, durch dieses stochastische System eine Regressionsgerade zu legen. Statistisch wohl kaum haltbar.
wieso sollte das gewagt sein?
thermite hat vollkommen recht.
diese grafik ist völlig lächerlich.
wer nur andeutungsweise etwas von Verteilungs- und Dichtefunktionen gehört hat, sieht sofort, dass man bei dieser Verteilung keine lineare Funktion interpolieren kann.
Bei dieser Verteilung, kann absolut keine Abhängigkeit festgestellt werden!
man könnte glattsogut eine senkrechte linie zeichnen…
“Konservativ heisst in der Schweiz offenbar auch Fremdenfeindlich”
Welch einfache Gleichung, sie kann nur von einem Historiker stammen. Fremdenhass entsteht nicht nur bei wertkonservativen Schweizern, Fremdenhass entsteht über das ganze Band hinweg. Wir sollten das sehr ernst nehmen, denn das Kippmoment ist manchmal sehr klein. Integrierte und eingebürgerte Ausländer z.Bsp., die verspüren den Druck der auf ihnen lastet besonders. Meist in einfachen Anstellungen arbeitend, sind sie direkt betroffen, da ihre Jobs durch die neuen Einwanderer konkurrenziert werden. Für diese, meist zu wenig gut qualifizierten Arbeiter, bestehen vielfach keine beruflichen Aufstiegschancen (ich rede hier nicht von Secondos). Wer es nicht glaubt, der studiere einmal die Stelleninserate, oder fragt bei RAVs oder Berufsberatungen nach. Deshalb zielt das revidierte Ausländergesetz auf mehr Qualität bei der Einwanderung. Man lernt in Europa und auch in der Schweiz allmählich von Ausländern etwas abzuverlangen. Ein ständiges Bleiberecht und die Integration zum Nulltarif gibt es ohne Gegenleistung nicht mehr. Ich rede hier nicht von Flüchtlingen, ich finde die Spielregeln aber durchaus sehr legitim. Hier sei nur kurz erwähnt, dass sich leider in der Vergangenheit zu viele Ausländer ja auch gar nicht unseren Werten und Gepflogenheiten anpassen wollten. Viele können nach zig Jahren Aufenthalt in der Schweiz unsere Sprache weder verstehen, noch richtig sprechen. Und schanzen diese sich wiederum einfach nur in ihren Einrichtungen (Moscheen, Clubs etc.) ein, dann hat das Volk mühe zu verstehen, was hinter den Mauern z.Bsp. einer Moschee so alles ab geht, was dort gelehrt oder auch immer vermittelt wird. Bei vielen kommt halt einfach Angst auf, wenn in Einrichtungen gegen unsere Werte und die abendländische Religion gehetzt wird. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass ein friedliches Nebeneinander zum normalen werden kann, wenn auch die Ängste in der Bevölkerung weiter abgebaut werden können, d.h. aber auch von Einwanderern etwas abverlangt wird. Und wer sich nicht an die Spielregeln unserer Gesellschaft hält, der gehört ausgeschafft und nicht therapiert, umsorgt oder sonst irgendwie versorgt. Spielregeln sind da, damit sie eingehalten werden.
Man könnte auch sagen: Je mehr Ausländer, desto mehr SP Stimmen, weil die insbesondere Sozialleistungen ergattern wollen. Nachdem in den 90-gern rund 500’000 Ausländer in unser riesiges Land ohne Grenzen eingewandert sind hat auch die SP ordentlich zugelegt. Mit diesen 500’000 hat auch die SVP mitgeholfen. Denn man braucht ja billige Arbeitskräfte für das Wachstum.
ich denke die grafik ist voralem eine anspielung an die “musilme bald in der mehrheit” inserate vom letzten jahr:
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Und hier noch die Erklärung für SVP Statistikexperte Ulrich Schlüer:
Das uns hier vorliegende Resultat ist hoch signifikant. Mit p=0.002 ist die Irrtumswahrscheinlichkeit fast Null und die Korrelation mit R-Quadrat=0.333 mehr als deutlich. Warum dem so ist, weiss noch nicht einmal das gottgleiche hugo-tAëm zu beantworten, es darf aber hier unten gerne diskutiert werden. Auch Sie Herr Schlüer dürfen uns mit Ihrem Fachwissen über Ausländerstatistiken beglücken!
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Sorry, aber diese grafik ist nun echt der hammer an manipulation.
Dieser Mario hat auf seiner page die “echte” grafik, da sieht man zum beispiel, dass die zustimmung im Kanton Zürich mit 30% Ausländeranteil ziemlich genau gleich war wie in Bern mit 15% ausländeranteil. aber daraus eine grafik mit dieser komischen geraden zu erfinden… und sowas auch noch… ach was reg ich mich überhaupt über diesen schwachfug auf…
Ich habe mir die Mühe gemacht und die Daten auf ihre Richtigkeit überprüft. Herr Mario Aeby stützt sich auf Daten des BFS. Leider sind ihm bei der Berechnung des Ausländeranteils Fehler unterlaufen. – So liegt nach seinen Berechnungen bspw. der Ausländeranteil im Kanton Genf bei 60.80% und im Kanton ZH bei 28.88%. Effektiv weist Genf einen Ausländeranteil von 37.81% und ZH einen von 22.41% aus. (Signifikante Unterschiede) – Weitere Zahlen habe ich nicht überprüft. – Naja, irren ist meschlich. Fehler passieren nun mal!
Spätestens wenn man die krude Hypothese von Mario liest, ist man versucht, ein altes Zitat zu gebrauchen: Traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast.
Aber das stammt ja von Joseph Goebbels, darum ist natürlich jeder der es erwähnt ein pöhser, pöhser Nazi
Bialy, das fragliche Zitat wird auch Churchill zugeschrieben, es stammt aber wohl weder von ihm noch von Goebbels.
Du solltest dir schon ein wenig historische Präzision zulegen. Und die Art von Spitzen kannst du dir schenken.
http://www.statistik.baden-wuerttemberg.de/Veroeffentl/Monatshefte/essay.asp?xYear=2004&xMonth=11&eNr=11
Pirelli,
Es gibt wohl keine Beweise für die Herkunft dieses Zitates, die meisten glauben jedoch dass Goebbels dies Churchill in den Mund gelegt haben soll. Kaum ein seriöser Historiker behauptet aber heute noch es stamme von Churchill.
Auf jeden Fall ist die Naziprovenienz deutlich besser dokumentiert als jene des “Gutmenschen” (wobei ich diesen Ausdruck jetzt dann so allmählich auch nicht mehr hören kann).
Wegen der geringen Fallzahl und den Abweichungen dürfte der behauptete Zusammenhang (das gibt es einen Koeffizienten, den man sachlicherweise angeben müsste) gar nicht gegeben sein.
Nicht alles, was augenfällig ist, ist auch tatsächlich so.
Ach ja: Und das Zitat von H.-U- Jost sagt zur debattierten These rein gar nichts aus, denn das ist eine (nicht wirklich sauber hergeleitete) historische These auf der Zeitachse, während der Artikel sich um eine geographische These bemüht.
Schlecht recherchiert, Kollegen…
Die Zustände in den Ballungszentren sind für die ländlichen Gegenden kaum wünschenswert, das mögen ignorante Hetzer nicht leiden.
Ich freue mich auf die Zeit, in der sich die aufeinandergehetzten Jugendlichen – von rechts bis links – an ihren Peinigern, den hetzerischen Pressefritzen und den Rassismus-Propagandisten rächen werden.
Sie werden die Knochen aller Lügengriffel zermalmen und den demokratischen Schweinestall in einer einzigen Nacht niederbrennen.
wo ist ein Ausländeranteil von 60%?
hallo lieber ”erfinder” der korrelation, glaub mir, ich würde deiner statistik sehr gerne glauben, doch deine berechnungen stimmen einfach nicht. grundkurs 1: korrelation heisst ”zusammenhang” zwischen 2 tatsachen, salopp ausgedrückt. es mag zwar stimmen dass es zwischen ”weniger ausländer in einem gebiet” und ”ja-stimmenden” eine korrelation geben kann. doch erstens, korreliert es MIT WAS??? + 0,5 , oder + 1,0 ? wehe sie ist gleich null, denn dann hättest du absolut keine ahnung davon. sorry, bin selber ausländer, doch solche statistiken bringen es zu gar nichts. es ist auch gar nicht nötig solche statistiken, ob gefälscht oder nicht, zu publizieren. es ist, und bleibt, leider tatsache, dass bei diesen abstimmungsvorlagen eigentlich nicht um ausländer geht, sonder ganz einfach um eine art ”stimmungs-barometer” für die nächstjährigen parlamentswahlen. smile
lieber ausländer, lies mal den kommentar von sense2… und die bemerkung mit dem stimmungs-barometer ist auch mehr wunschdenken als faktum, siehe hier: http://www.20min.ch/news/schweiz/story/31780967
liebe ‘bundesbehörde’,
betreffend sense2: ich ‘sag’ doch gar nichts anderes…!!
doch bitte verschonen sie mich mit irgendwelchen ”umfragen”! diese 1’000 stimmberechtigten ”korrelieren” in keinster weise mit dem ”universum”. (universum = ausdruck in der marktforschung, und steht in diesem fall für ”alle stimmberechtigten”. zudem würde mich die genaue hoch- und wahrscheinlichkeitsrechung interessieren, die dieses umfrageinstitut, ???, wie hiess es nochmals???, verwendet hat. dazu noch eine von ringier im auftrag gegebene umfrage, oh volk, lass dich nicht für dumm verkaufen.