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Abstimmung zu den Ladenöffnungszeiten ist nur der erste Schritt

Am 27. November stimmt der Schweizer Souverän über eine Änderung des Arbeitsgesetzes ab. Nach der Anahme des Gesetzes, wäre es Geschäften in Zentren des öffentlichen Verkehrs erlaubt, auch Sonntags Personal anzustellen und Waren zu verkaufen, die nicht direkt für den Reisenden/die Reisende erforderlich sind. Doch diese Abstimmung ist eine Mogelpackung. Sie ist nur der erste Schritt in Richtung einer vollständigen Liberalisierung des Arbeitsgesetzes, und somit der Abschaffung des arbeitsfreien Sonntags. Dies wurde gestern in einem Artikel (Real Video) der Sendung 10 vor 10 des Schweizer Fernsehens besonders deutlich.

Eine Motion von SVP Politiker Hans Lauri verlangt nämlich Sonntagsarbeit auch ausserhalb von Bahnhöfen und Flughäfen. Seine Aussage dazu gestern:

Vielleicht führt die Debatte dazu dass wir sagen “Das reicht uns” vielleicht gehts aber auch weiter…

Auf Nicht-Politiker-Deutsch: Wir spuren jetzt vor für den zweiten Schritt…

Diese Motion hat bereits den Ständerat passiert und wird vom Nationalrat natürlich erst nach der Salami-Taktik-Abstimmung am 27. November behandelt. Man will dem arbeitenden Volk ja keinen reinen Wein einschenken und behauptet vor der Abstimmung, dass es “ausschliesslich um die Reisezentren geht”. Wenn die Abstimmung erst mal gewonnen ist, ist es ein Leichtes, den Volkswillen in Richtung vollständiger Liberalisierung auszulegen. Besonders SVP Politiker wissen aus Ja / Nein immer ganze Bücher zu deuten.

Die, im Abstimmungskampf federführende CVP hat übrigens in Kommision (Doris Leuthard) und Bundesrat (Joseph Deiss) bereits für die Motion-Lauri gestimmt…

Hier noch zwei Zitate aus der voberatenden Kommision, welche die Absichten der Politiker besonders verdeutlichen.

Jean-Luc Nordmann, Seco: Es ist sinnvoll, dass Sie diese Regelung als erste Stufe einer zweistufigen Lösung betrachten. Anschliessend ist die Diskussion zu lancieren, welche zu einer Erweiterung führen sollte.

Bruno Frick, Ständerat CVP: Einig sind wir uns darin, dass eine Liberalisierung dieses ganzen Bereichs notwendig ist und dass sie schrittweise erfolgen muss.

Bei derlei Täuschungsversuchen lege ich ein deutliches Nein in die Urne!

Dieser Artikel wurde von Sandro am Mittwoch, 9. November 2005 in der Rubrik Schweiz und zu den Stichwörtern , , , , , , , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

43 Kommentare zum Artikel “Abstimmung zu den Ladenöffnungszeiten ist nur der erste Schritt”

  1. sense am 9. November 2005 um 13:26

    und im sinne der studenten welche gerne mal am sonntag im migros arbeiten habe ich ein JA in die urne, bzw. den breifkasten gelegt

  2. yidd am 9. November 2005 um 14:02

    Es ist ziemlich blauäugig zu glauben, dass vor allem Studierende oder andere, die unter der Woche einer anderen Betätigung nachgehen davon profitieren werden. Es geht ja nicht darum, dass die Läden auch Sonntags offen haben können, sondern dass Angestellte dazu verpflichtet werden können am Sonntag zu arbeiten. Abgesehen davon müssen diese Läden ja auch am Sonntag beliefert werden, was folgen für die Logistikunternehmen hat, insofern diese ziemlich bald ebenfalls Sonntagsarbeit einfordern werden. Es geht beispielsweise auch um die Angestellten mit Familie, welche dann auch am Sonntag eine Betreuung für ihre Kinder brauchen.
    Wer die Liberalisierung als isolierten Prozess betrachtet hat definitiv keinen Realitätssinn. Diese Liberalisierung ist asozial und sie wirtschaftet in die Tasche jener die es ohnehin nicht nötig haben.

  3. feusl am 9. November 2005 um 14:37

    Es ist polemisch (fast schon svp-mässig) bei einem ersten Schritt NEIN zu sagen, weil man gegen den eventuellen zweiten Schritt ist.

    Der zweite Schritt dürfte es im Parlament schwierig haben, weil die CVP-Nationalratsdeptation wohl kaum Ständerat Frick folgen dürfte, auch bei der Basis bekommt die CVP Probleme, wie eine parteiinterne Umfrage vor einem Jahr gezeigt hat. Fazit: Klar wollen einige den zweiten Schritt (ich auch), aber er wird sehr schwierig, vielleicht sogar unmöglich. Darum: Stimmen wir über das ab, was vorliegt und nicht über ein Phantom, welches von Angstmachern an die Wand gemalt wird.

  4. sense am 9. November 2005 um 15:13

    bei der osterweiterung wurde ja auch nicht über die türkei abgestimmt ;-)

  5. erdnanu am 9. November 2005 um 15:43

    Die Argumente für die Beibehaltung der Bahnhofläden, die sich bewährt haben, liegen auf der Hand.

    Mangels Argumente kommten die Gegner des Arbeitsgesetzes mit einer SVP-Initiative im Ständerat. D.h. es wird nicht über die Abstimmungsvorlage diskutiert, sondern eine Angstmacherkampagne bezüglich künftiger Entwicklungen geführt.

    Denkt man dies fertig, bedeutet dies folgendes:

    - Die nächste AHV-Revision lehne ich unbesehen ab, da ein SP-Politiker eine Senkung des Rentenalters auf 60 gefordert hat
    - die nächste Ausländergesetzrevision lehne ich ab, da die Schweizer Demokraten alle Ausländer rauswerfen wollen
    etc.

  6. reidan am 9. November 2005 um 15:53

    Der Verlust des Sonntags als Familientag steht uns bei einem Ja ebensowenig bevor wie bei einem Nein das Vergraulen von den hochgeschätzten Touristen. Argumente für ein Ja sind Umsatzeinbussen und Stellenabbau betroffener Geschäfte. Argumente für ein Nein sind die Gleichstellung der Geschäfte in den Bahnhöfen mit den bahnhofsnahen, die ja auch nicht am Sonntag geöffnet sind, dann das Verhindern von noch mehr Ausbeutung beim Detailhandelspersonal. Man hat eben nicht immer die Wahl, ob man am Sonntag arbeiten will, auch wenn das Arbeitsrecht dies aussagen mag. Zusätzliche Stellen werden auch keine geschaffen. Ich stimme deshalb wie Sandro.

  7. Esther am 9. November 2005 um 15:53

    @feusi: Stimmt, mensch muss gar nicht damit argumentieren, dass die jetzige Vorlage der erste Schritt in eine unerwünschte Richtung ist: Diese Arbeitsgesetz-Änderung ist bereits schlimm genug, um NEIN zu sagen. – Sie bringt für die Arbeitenden am Sonntag nur Nachteile. Der Sonntag wird in Zentren des öffentlichen Verkehrs zu einem Normalarbeitstag und damit entfällt auch die obligatorische Zulage und es wird möglich, Angestellte zur Arbeit am Sonntag zu verpflichten. Auf der anderen Seite stehen kaum Vorteile. Der Gesamtumsatz wird nicht steigen, sondern bloss anders verteilt – zu Ungusten der kleinen Lädeli, die sich solche Öffnungszeiten nicht leisten können. Und auch für die KonsumentInnen schaut so gut wie nichts raus. Lebensmittel und Reisebedarf dürfen auch heute schon am Sonntag verkauft werden und das wird auch so bleiben. Und ist es wirklich notwendig, Bettwäsche oder Computer auch am Sonntag kaufen zu können?

  8. erdnanu am 9. November 2005 um 15:59

    @reidan:
    dann das Verhindern von noch mehr Ausbeutung beim Detailhandelspersonal

    Oh, von ausgebeuteten VerkäuferInnen habe ich noch nichts gesehen. Vielmehr sind diese Leute megafroh für eine Anstellung. Gerade der Detailhandel bietet für Familienfrauen und Studenten einiges. Im Detailhandel wurden zudem in letzter Zeit die Saläre ganz erheblich gesteigert. Der Mindestlohne bei Aldi liegt bei über CHF 3′600.00

  9. Pete am 9. November 2005 um 16:01

    @Sandro:

    Du legst bei derlei Täuschungsversuchen ein Nein in die Urne. – Das finde ich gut.

    Findest Du Dich denn nicht auch von der SP getäuscht? Vor dem 25. September setzte sie sich, nach eigenen Angaben, klar für den Bilateralen Weg mit der EU ein. – Jetzt plötzlich will sie die Beitrittsdebatte forcieren. Doch auch eine Täuschung, oder?

  10. erdnanu am 9. November 2005 um 16:03

    @Esther:

    Ja, die Bahnhofläden sind notwendig, das zeigt deren Erfolg. Mit einer blöden Verbotsinitiative kann man die Menschen nicht ändern. Die fahren dann halt mit dem Auto zur Raststätte oder ins Ausland. Da habe ich lieber die bewährten Bahnhofsläden.

    Für das Verkaufspersonal ist das Ganze kein Problem. Wer nie am Sonntag arbeiten will, arbeitet halt in einem der 99% der Geschäfte, die nicht im Bahnhof sind.

    Die Kirchen- und Gewerkschaftsfunktionäre politisieren einmal mehr an den Bedürfnissen breiter Bevölkerungskreise vorbei.

  11. Grimsdottîr am 9. November 2005 um 17:58

    Ich frage mich einfach, wieso der Staat versucht, jemanden der es will (ja es gibt auch Angestellte die froh sind, wenn sie am Sonntag arbeiten können) daran zu hindern. Meiner Meinung nach hat sich da niemand einzumischen und es sollte jedem Geschäft einzel überlassen sein, ob es Sonntags offen hat oder nicht.
    Wer gläubisch ist und den 7. Wochentag gerne ruhend verbringen will, sollte dazu aber nicht verpflichtet werden.
    Und wieso habe ich euch nicht protestieren sehen, wenn der MediaMarkt z.B. mal wieder Sonntagsverkäufe gemacht hat?
    In anderen Ländern ist es ja zum Teil gang und gäbe, dass die Shops 24h offen haben und nicht nur solche in Bahnhofnähe…

    Und mit der Argumentation ist es immer so eine Sache; wenn die Kirche irgendeine Vorlage ablehnt/ablehnen wird (von mir aus das Recht auf Adoption von gleichgeschlechtlichen Paaren (ja ich weiss, über das wurde nicht abgestimmt, darum auch das “abgelehnt wird”)) dann gelten sie als engstirnig und konservativ.
    Wenn sie mal aus gleichen Gründen bei einer Abstimmung die selbe Meinung haben wie ihr hat, sind diese engstirnig Konservativen schnell mal wieder ganz in Ordnung.
    so far

  12. Georg Meier am 9. November 2005 um 20:28

    Ob vorausschauendes Handeln Grundlage für Entscheide sein soll, oder die kurzfristige Sicht, die nur auf Quartalszahlen aus ist, ist hier die Frage.
    Die Schweiz und der Wohlstand der Schweiz basiert nicht zuletzt auch auf der Fähigkeit vorausschauend zu handeln.

    Muss jetzt wegen einer handvoll Shopping-Hedonisten ein sinnvolles, kostengünstiges, effzientes Instrument, das der grossen Mehrheit von Arbeitsnehmern einen Erholungstag in der Woche garantiert, abgeschafft werden?

    All jene, die es schätzen, dass es an einem Tag in der Woche ein bisschen ruhiger zu und her geht müsste es eigentlich klar sein.

  13. Thomas am 9. November 2005 um 23:03

    Natürlich sind die Kirchen manchmal engstirnig und konservativ, aber das kann man auch von jeder politischen Partei sagen – es kommt auf den Blickwinkel an. Jede Partei hat ihre Werte, die sie bewahren oder durchsetzen will, und das nennt man eben konservativ. Und manchmal kommen eben auch «unheilige Allianzen» zustande (was auch immer das wieder heissen soll).

    Was hier aber zählt sind die Argumente und nicht die Zuschreibung von Etiketten. Die Bemerkung von Grimsdottîr (im zweiten Abschnitt) tut hier also nichts zur Sache.

  14. Präsident SORGIM am 10. November 2005 um 09:44

    reidan schrieb:”Ausbeutung beim Detailhandelspersonal”

    Das Personal hat es selbst in der Hand, zu welchen Kondiditionen es arbeiten möchte, indem es bei sorgim.ch mitmacht und der Demokratie zum Sieg verhilft, dann braucht es keine Gesetze mehr! Oder doch? Wir werden sehen ;-)

  15. erdnanu am 10. November 2005 um 09:56

    “Muss jetzt wegen einer handvoll Shopping-Hedonisten ein sinnvolles, kostengünstiges, effzientes Instrument, das der grossen Mehrheit von Arbeitsnehmern einen Erholungstag in der Woche garantiert, abgeschafft werden?”

    Das ist ja völliger Quatsch. Es wird überhaupt kein “Instrument” abgeschafft, vielmehr werden die Bahnhofläden legalisiert. Dies entspricht einem klaren Bedürfnis.

  16. erdnanu am 10. November 2005 um 09:58

    “Und mit der Argumentation ist es immer so eine Sache; wenn die Kirche irgendeine Vorlage ablehnt/ablehnen wird (von mir aus das Recht auf Adoption von gleichgeschlechtlichen Paaren (ja ich weiss, über das wurde nicht abgestimmt, darum auch das “abgelehnt wird”)) dann gelten sie als engstirnig und konservativ.
    Wenn sie mal aus gleichen Gründen bei einer Abstimmung die selbe Meinung haben wie ihr hat, sind diese engstirnig Konservativen schnell mal wieder ganz in Ordnung.
    so far”

    Das Problem bei den Kirchen ist ihre Wirtschaftspolitik. Diese deckt sich immer mehr mit ultralinken Gewerkschaftsfunktionären, ATTAC und Globalisierungsverweigerern. Die Kirchenfunktionäre verteten dadurch 90% ihrer Mitglieder sehr schlecht.

  17. Sandro am 10. November 2005 um 10:43

    Dies entspricht einem klaren Bedürfnis.

    Durch illegales offenhalten der Shopville Läden wurde dieses Bedrürfnis von Robert Ober und Co mit Absicht geschaffen. Und jetzt soll diese Tatsache als Argument herhalten?

    Ist es ein Bedürfnis dass wir im Februar Tomaten kaufen können, oder werden die Tomaten gekauft, weil sie im Laden in der Auslage liegen? Ich behaupte, das zweite ist der Fall.

  18. Präsident SORGIM am 10. November 2005 um 10:53

    @Sandro
    Du hast völlig recht und es geht in der Politik auch nicht darum, Bedürfnisse zu erfüllen! Wo kämen wir da hin? Und um nochmals Werbung in eigener Sache zu betreiben (ich komme mir vor wie Mörgeli im Sonntalk ;-) ) Das heutige Management im Detailhandel hat alles andere als die Bedürfnisse ihrer Kunden im Sinn und schon gar nicht die ihrer Besitzer!

  19. erdnanu am 10. November 2005 um 10:58

    “Durch illegales offenhalten der Shopville Läden wurde dieses Bedrürfnis von Robert Ober und Co mit Absicht geschaffen. Und jetzt soll diese Tatsache als Argument herhalten?”

    Das ist ja gerade die Unehrlichkeit der Gewerkschaften. Zuerst wollten sie das gesamte Shopville verbieten, sie sind aber dann vor Gericht unterlegen.

    Auf den sinnvollen Bahnhofläden wird herumgehackt, während über Autobahnraststätten, Tankstellenshops, Sonntagsfahrten ins Ausland etc. überhaupt nicht diskutiert wird.

    Die Kirch-/Gewerkschaftsfunktionäre üben am falschen Objekt und schwächen den öffentlichen Verkehr.

  20. AlphaPapaGolf am 10. November 2005 um 17:30

    Jeder darf soll und muss am 27. November NEIN stimmen. Dem Konsumwahn muss ein Riegel geschoben werden.
    Ein Tip für die Lädelifritzen : Warum wollt ihr am Sonntag euren plunder (Handtaschen, billig T-Shirts von Kindern aus Asien zusammengenäht) am Sonntag verkaufen. Am Montag morgen aber sind in unserem Dorf alle Läden geschlossen. Ihr habt doch einen Flick im Hirni – den allergrössten Flick aber hat Rober Ober.

  21. erdnanu am 10. November 2005 um 17:57

    “Jeder darf soll und muss am 27. November NEIN stimmen. Dem Konsumwahn muss ein Riegel geschoben werden.”

    Genau, mehr staatliche Zwangsverbote gegen die Bahnhofläden. Erst dann wandern auch die letzten Konsumenten ins Ausland, ins Internet und zu den Autobahnshops ab.

    Erst dann haben wir die leeren unheimlichen Bahnhöfe, die endlich dem Auto den notwendigen Vortrieb geben.

  22. Georg Meier am 10. November 2005 um 18:19

    Schon seltsam, die Banken sind punkto Öffnungszeiten gesellschaftspolitisch schon ziemlich konservativ.
    Liegt wohl daran, dass der Staat ihnen so fixe Öffnungszeiten vorschreibt! Befreit die Banken von diesen engen staatlichen Vorschriften. Banken sollten auch am Sonntag öffnen dürfen…

  23. erdnanu am 10. November 2005 um 19:14

    @Georg Meier:
    @Schon seltsam, die Banken sind punkto Öffnungszeiten gesellschaftspolitisch schon ziemlich konservativ”

    Georg, da täuschst du dich aber schwer! Bancomaten und Internetbanken sind schon längst rund um die Uhr geöffnet.

    Bei einem Nein zu den sinnvollen Läden könnte man ja analog zu den Bancomaten anonyme Waren-Automanten in den Bahnhof stellen und dadurch noch mehr Arbeitsstellen abbauen.

  24. Georg Meier am 10. November 2005 um 20:00

    “Bei einem Nein zu den sinnvollen Läden könnte man ja analog zu den Bancomaten anonyme Waren-Automanten in den Bahnhof stellen und dadurch noch mehr Arbeitsstellen abbauen.”
    Richtig erkannt.
    Der zweite logische Schritt, nach dem Abbau aller Arbeitnehmerrechte im Detailhandel, ist der Abbau der Arbeitnehmer selbst. Die kosten ja viel mehr als ein Roboter. Wenn es um kosteneffizient geht, sind Menschen sowieso viel zu teuer.
    Wachstum für alle, damit muss man langfristig auch alle Verkäufer entlassen. Denn, ohne Wachstum kein Wohlstand. Und ohne Wohlstand keine soziale Gerechtigkeit! Ach, ja, den Staat sollte man abschaffen. Der Markt regelt sich ja von selbst. Was passiert mit den überzähligen Unzufriedenen? – Die werden kriminell und ins Gefängnis gesteckt. Private Gefängnisse natürlich. So geht das.

  25. Präsident SORGIM am 10. November 2005 um 20:23

    @Georg Meier: Einfach nochmals klar und deutlich: die ArbeitnehmerInnen im Detailhandel haben es absolut selber in der Hand, ihre Bediungungen zu verbessern. Lies SORGIM rückwärts!

  26. reidan am 10. November 2005 um 21:45

    @Präsident SORGIM: Leider sind nicht alle Angestellten so gut organisiert wie ihr. “Ha, selbst schuld, wenn ihr nichts tut” reicht einfach nicht. Man muss ihnen auch die Angst nehmen vor dem Sich-Wehren-Trauen.

  27. Präsident SORGIM am 10. November 2005 um 21:51

    @reidan: Ich gebe zu, die Angst ist nicht ganz unberechtigt. Aber wir leben in einem freien Land und ein bisschen Engagement und Eigenverantwortung ist doch nicht zuviel verlangt!

  28. erdnanu am 11. November 2005 um 10:25

    @Georg Meier:
    “Der zweite logische Schritt, nach dem Abbau aller Arbeitnehmerrechte im Detailhandel, ist der Abbau der Arbeitnehmer selbst. Die kosten ja viel mehr als ein Roboter. Wenn es um kosteneffizient geht, sind Menschen sowieso viel zu teuer.
    Wachstum für alle, damit muss man langfristig auch alle Verkäufer entlassen. Denn, ohne Wachstum kein Wohlstand. Und ohne Wohlstand keine soziale Gerechtigkeit! Ach, ja, den Staat sollte man abschaffen. Der Markt regelt sich ja von selbst. Was passiert mit den überzähligen Unzufriedenen? – Die werden kriminell und ins Gefängnis gesteckt. Private Gefängnisse natürlich. So geht das.”

    Und ein Nein zu den Bahnhofläden fördert genau diese unheilvolle Entwicklung.

  29. Georg Meier am 11. November 2005 um 16:00

    Macht was ihr wollt. Wenn ihr glaubt Sonntagsarbeit werde den allgemeinen Wohlstand fördern, nur zu…
    Schildbürger bleiben Schildbürger.

  30. erdnanu am 11. November 2005 um 17:05

    @Georg Meier

    Es geht nicht um eine Förderung von Wohlstand, sondern darum, dass die bestehenden Läden in 25 Bahnhöfen offen bleiben können.

    Diese haben sich nämlich bewährt.

  31. Georg Meier am 11. November 2005 um 17:12

    die bleiben ja bei einem nein weiterhin offen. mann, du solltest dich besser informieren!

  32. erdnanu am 11. November 2005 um 17:36

    @Georg Meier:

    “die bleiben ja bei einem nein weiterhin offen. mann, du solltest dich besser informieren!”

    Das stimmt nicht. Bahnhofläden die nicht direkt Reisebedarf verkaufen (CD’s, Weinladen, Elektrogeschäft etc.) müssen neu am Sonntag schliessen. Dadurch gehen 2000 Stellen verloren.

    Die Gewerkschaften wollten übrigens das ganze shopville schliessen lassen. Ein Nein zum Arbeitsgesetz wäre somit nur ein erster Schritt zur totalen Verelendung der Bahnhöfe.

  33. Georg Meier am 11. November 2005 um 19:14

    Ging eine Blondine in einen CD-Laden…

    Ein Laden, der schöne Reise-Koffer verkauft ist auch unter der Woche schwer zu finden.

    Als gesellschaftspolitisch offener Mensch, gewichte ich die Familienbedürfnisse von echten Menschen stärker, als die Konsumbedürfnisse von Geldverbrennern.

  34. erdnanu am 14. November 2005 um 12:14

    @Georg Meier:
    “Als gesellschaftspolitisch offener Mensch, gewichte ich die Familienbedürfnisse von echten Menschen stärker, als die Konsumbedürfnisse von Geldverbrennern.”

    Dann must du auch Ja sagen zum Arbeitsgesetz. Die Bahnhofläden haben nämlich sehr viele Bewerber die am Sonntag arbeiten wollen. Sehr vielen Leuten muss deshalb abgesagt werden.

  35. AlphaPapaGolf am 15. November 2005 um 20:02

    Wer will schon am Sonntag arbeiten???? Viele tun es, die Polizei, die Feuerwehr, Gesundheitswesen, SBB und VBZ. Aber diese arbeiten im öffentlichen Interesse und für die Grundversorgung des Landes.
    Es gehört aber nicht zur Grundversorgung, an einem heiligen Sonntag nach Zürich zu fahren, dort in einem Shop ein T-shirt aus indischer Produktion (Kinderarbeit) oder eine nachgemachte Louis Vuitton Tasche aus China (verstossen gegen Umewltbestimmungen und Menschenrechte) zu kaufen.
    Ich sage folgendes ; die Sonntagsshopper sind faul, dumm und blöd. Sie könten sich gut anders organisieren um den täglichen oder wöchentlichen Einkauf zu tätigen.
    Aber in ihrem affigen Konsumwahn merken sie gar nicht, dass sie am sozialen Ast der Marktwirstchaft (auf dem sie selber sitzen) kräftig sägen. Fallen sie dann herunter (Entlassung, Lohnkürzung oder was auch immer) heulen sie dann auf und jammern…..aber zu spät….die Errungenschaften von 100 Jahren (mein Grossvater hat mitgekämpft!) sollte man nicht leichtfertig aufs SPiel setzen.

  36. erdnanu am 15. November 2005 um 22:40

    @Alphaspapa
    “Wer will schon am Sonntag arbeiten???? Viele tun es, die Polizei, die Feuerwehr, Gesundheitswesen, SBB und VBZ. Aber diese arbeiten im öffentlichen Interesse und für die Grundversorgung des Landes.”

    Du lebst in einer Scheinwelt. Ein Geschäft an einem grossen Bahnhof macht viel mehr Sinn als eine Postautolinie mit 3 Personen in ein Bergtal. Die Bahnhofläden entsprechen einem grossen Bedürfnis und sehr viele möchten dort arbeiten.

    Bei einem Nein zum Arbeitsgesetz müsste im schönen Migros-Laden im Bahnhof Bern 800 von 900 Quadratmetern geschlossen werden. Dieses Gedränge wäre menschenverachtend.

    Deshalb Ja zur Arbeit, zum öffentlichen Verkehr und zum Arbeitsgesetz!

  37. AlphaPapaGolf am 16. November 2005 um 08:06

    Es gibt auch Bedürfnisse die nicht befriedigt werden müssen, dazu gehört der zwanghafte- oder Suchtkonsum. Ich denke, die Leute, die Lemmingen gleich, sich am Sonntag in die Stadt qüalen um dort unnötigen Plunder einzukaufen, der später in der KVA oder dem Kehricht landet, haben irgendein Problem mit der eigenen Persönlichkeit. Für diese Konsumjunkies wäre es gesünder, sie würden sich am Sonntag mit der Familie einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung higebn, als sich im stickigen Shopville gegenseitig auf die Füsse zu treten. Möglich dass sie es freiwillig tun, aber das Verkaufspersonal steht mehr oder weniger unter Zwang, am Sonntag dort anzutanzen und gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Der Läeli-Zar Robert Ober wacht mit gestrengen Blick darüber .
    Wer vom Verkaufspersonal nicht spurt – wird gefeuert. DARUM : NEIN AM 27. November

  38. erdnanu am 16. November 2005 um 10:23

    @Alphapapagolf
    “Es gibt auch Bedürfnisse die nicht befriedigt werden müssen, dazu gehört der zwanghafte- oder Suchtkonsum. Ich denke, die Leute, die Lemmingen gleich, sich am Sonntag in die Stadt qüalen um dort unnötigen Plunder einzukaufen, der später in der KVA oder dem Kehricht landet, haben irgendein Problem mit der eigenen Persönlichkeit.”

    Konsumenten als Lemminge zu bezeichnen ist nicht sehr schmeichelhaft. Dann kannst du ja gleich auch die Demokratie abschaffen.

    Aber es zeigt halt schon die Tendenz auf, dass die dummen Lemminge vom Staat gebändelt werden müssen und nicht selbst entscheiden dürfen.

    Für viele ist ein Einkauf am Sonntag viel einfacher und unkomplizierter als unter der Woche. Es macht keinen Sinn, diese Konsumenten in die Autobahnshops zu verdrängen und Arbeitsplätze zum Verschwinden zu bringen.

  39. Georg Meier am 16. November 2005 um 18:51

    “Aber in ihrem affigen Konsumwahn merken sie gar nicht, dass sie am sozialen Ast der Marktwirstchaft (auf dem sie selber sitzen) kräftig sägen. Fallen sie dann herunter (Entlassung, Lohnkürzung oder was auch immer) heulen sie dann auf und jammern…..aber zu spät….die Errungenschaften von 100 Jahren (mein Grossvater hat mitgekämpft!) sollte man nicht leichtfertig aufs SPiel setzen.”

    Da geh ich mit AlphaPapaGolf absolut einig.
    Wer jetzt ja stimmt, der wird es nicht in einem Jahr, aber bestimmt in 10 Jahren bitter bereuen. Auch hier plädiere ich für eine langfristige Sicht.

  40. erdnanu am 17. November 2005 um 18:22

    @Georg Meier:
    “Da geh ich mit AlphaPapaGolf absolut einig.
    Wer jetzt ja stimmt, der wird es nicht in einem Jahr, aber bestimmt in 10 Jahren bitter bereuen. Auch hier plädiere ich für eine langfristige Sicht.”

    Wir stimmen nur über die Beibehaltung der Bahnhofläden ab,
    und nicht über mögliche Gefahren in 10 Jahren (gibt eine neue Abstimmung).

    Es ist völlig daneben, die Bahnhofläden zu schliessen, wir wollen lebendige Bahnhöfe, an denen auch am Sonntag etwas läuft.

  41. AlphaPapaGolf am 19. November 2005 um 12:37

    Zu Erdnanu eine kleine Bemerkung, ein Bahnhof ist ein Ort, wo Züge anhalten, Personen in Züge aus- ein- oder umsteigen. Kein verkapptes Schopping Center. Wer z.B. im HB Zürich den Ladenmix analysiert wird feststellen, dass 90% der Läden nur Müll anbieten (T-Shirts, Biligtextilien, CD, Kosmetik, “Souvenirs”, Schuhe, Ansichtskarten etc). So wie man Minderjährige mit Vorschriften vom Alkohol und Tabak fernhalten muss, brauchen leider halt die erwachsenen Konsumjunkies auch ein Gesetz das sie vom unsinnigen Konsum von unsinnigem Müll am Sonntag fernhält. Die Verkäuferinnen werden danken.
    Uebrigens auch die Umwelt. Wenn dann jetzt wieder die idiotischen Sonntagseinkäufe im Dezember starten, werden wir wieder erleben, wie jeder Idiot aus der fernen oder näheren Agglo mit seinem Karren direkt ins Globusparkhaus fahren will.
    Einen ersten Vorgeschmack hat ja der 1. November geliefert. Seit Jahren packt jeder katholische Karrenbesitzer an diesem Tag Frau und Kinder in die Blechkiste um direkt in die Zürcher Innenstadt fahren zu wollen. Völlig hirnrissig dieses Unterfangen.
    Es ist also nicht nötig, mit zusätzlich offenen Läden die Blechlemminge aus der Agglo Sonntag für Sonntag anzulocken. Dass die Konsumwütigen mit dem Zug kommen, ist nur eine Ausrede. Sie werden mit dem Auto direkt an den Bahnhof andocken wollen.

  42. erdnanu am 21. November 2005 um 09:57

    @AlphaPapaGold
    “So wie man Minderjährige mit Vorschriften vom Alkohol und Tabak fernhalten muss, brauchen leider halt die erwachsenen Konsumjunkies auch ein Gesetz das sie vom unsinnigen Konsum von unsinnigem Müll am Sonntag fernhält. Die Verkäuferinnen werden danken.”

    Ja, die VerkäuferInnen werden es dir sicher danken, wenn sie ihre Arbeit verlieren. Die Bahnhofläden haben sehr viele Anfragen von Leuten, die am Sonntag arbeiten möchten.

    Du wirst mit unsinnigen staatlichen Verboten die Bevölkerung kaum nach deinem Gusto umerziehen können. Wenn die Bahnhofläden geschlossen werden, gehen deine Lemminge in die Autobahnshops oder ins Ausland.

  43. Mister IGS am 21. November 2005 um 10:08

    Ich finde die Öffnungszeiten sollten vom Markt bestimmt werden. Wenn das Interesse besteht, am Sonntag einkaufen zu können, sollen die Läden dann auch geöffnet haben.

    Wieso soll man am Sonntag reisen, im offenen Bahnhof aber nicht einkaufen können?

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