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Alternativenergie: Sonne und Biogas haben Potential

Und es geht doch, wie dieses Beispiel zeigt: Demnächst wird in der Nähe von Leipzig (D) eine 40-Megawattt Solaranlage gebaut. Die grösste dieser Art weltweit. Das besonders gute daran, die Anlage braucht nur ein Jahr zu laufen um die zum Bau und Produktion benötigte Energie wieder “eingespielt” zu haben. Danach produziert die Anlage 100% natürliche Energie. Die Betreiber der Anlage bekräftigen, dass die heute verfügbaren Solarenergiemodule enormes Potential haben:

Mit der Anlage in Brandis und Bennewitz zeigen wir, dass der Photovoltaik keine Grenzen mehr gesetzt sind. Bald kann jeder den Ausstieg aus der Atomenergie und der klimaschädlichen fossilen Stromversorgung selbst verwirklichen – einfach auf Solarenergie umsteigen“, betont Willenbacher. „Das macht unabhängig, sichert lokale Arbeitsplätze, schont die Umwelt und den Geldbeutel.

Das zweite Beispiel ist diesem Telepolis Artikel entnommen, worin eine Studie zitiert wird, der zufolge der Bezug von politisch fragwürdigem, Russischem Erdgas zu 100% durch Biogas kompensiert werden könnte:

Der Anbau von Pflanzen zur Energiegewinnung entlang der europäischen Erdgas-Piplines könnte Deutschland bzw. Europa unabhängig von russischen Erdgasimporten machen.

Auch in diesem Beispiel benötigt die Produktion deutlich weniger Energie als damit produziert wird:

Von Vorteil ist fernerhin, dass die Biogasproduktion nur einen geringen Eigenenergiebedarf erfordert, da die Vergärung bei nur gering erhöhten Umgebungstemperaturen abläuft und die Abtrennung des Energieträgers Biogas selbsttätig erfolgt. Im Vergleich zu thermischen Verfahren ist der apparative Aufwand relativ gering, da aufwendige Verfahrensschritte zur Aufbereitung des Energieträgers entfallen. Im Vergleich zur Verbrennung und Vergasung von Biomasse bleiben sämtliche Nährstoffe erhalten und werden in ihrer Düngewirksamkeit teilweise sogar verbessert, so dass eine nutzbringende Rückführung in den landwirtschaftlichen Stoffkreislauf möglich ist.

Das Konzept sieht vor, dass Bauern entlang bestehender Gaspipelines ihr Erdgas einspeisen. Damit würde der Bau neuer Netze hinfällig und ein kosten- und energiesparender Transport wäre gewährleistet.

Auch in der Schweiz gibt es ein grosses Netz an Gasleitungen. Wieso sollen unsere Bauern dort nicht ebenfalls Biogas einspeisen? Das wäre zudem eine Prima Einkommensquelle für unsere Bauern. Hier ist nun die Politik gefordert. Aber die planen derzeit lieber ein Atomkraftwerk, da gibt es für mehr Baufirmen mehr dran zu verdienen…

Dieser Artikel wurde von Sandro am Montag, 12. Februar 2007 in der Rubrik Energie und zu den Stichwörtern , , , , , , , , , , , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

21 Kommentare zum Artikel “Alternativenergie: Sonne und Biogas haben Potential”

  1. trigor am 12. Februar 2007 um 14:01

    Die Solaranlage ist eine gute sache. Hoffe wir beginnen hier auch endlich, die eh schon bebauten Flächen mit Solarzellen zu bestücken.

    Biogas finde ich eher kritischer. Zumindest ab dann, wenn Biogas nicht mehr aus Abfällen, sondern aus extra dazu angebauten Pflanzen gewonnen wird. Wenn Pflanzen zum Zweck Energie oder Treibstoff Gewinnung angebaut werden, kann das dazu führen, dass Landwirte aus Profitgründen keine Lebensmittel mehr anbauen.

    Auch wenn das lokale Bauern machen. Sie produzieren dann zwar umweltreundliche Energie, dafür müssten wir mehr Lebensmittel importieren was wiederum mehr Energie braucht.

  2. thunderbird am 12. Februar 2007 um 15:32

    Ja zu Atomkraft, ich will auch nachts Strom! ;-)

    Im Ernst: Interessante Sache! Wie sieht es denn mit der Lebensdauer der Dünnschichtzellen aus? Bis jetzt war das Problem bei den Solarzellen ja, dass ihr Wirkungsgrad mit dem Alter massiv nachlässt.

  3. >driv3r> am 12. Februar 2007 um 16:14

    40 Megawatt? Zum Vergleich: das KKW Gösgen bietet über ein Gigawatt Leistung. Aber wenn sich diese Solaranlage wirtschaftlich betreiben lässt (ohne dass der Staat subventioniert) finde ich das eine gute Sache, auch wenn damit keine Energieprobleme gelöst werden (vgl. Grössenordnungen).

  4. Chevy am 12. Februar 2007 um 16:16

    Das dieser Park in einm Jahr Energietechnisch Amortisiert sein soll kann ich fast nicht glauben, habe vor 3 Monaten eine Liste gesehen mit verschiedenen Panelhersteller, unter 3 jahre wahr kein Panel Armotisiert, und hier gieng es nur um Panels, ohne Bau etc.

    Wiviel Energie liefert dieser Park in 20 oder 30 jahren?

  5. cse am 12. Februar 2007 um 18:16

    Auf 70% der weltweit landwirtschaftlichen Fläche wird Tierfutter angebaut. Diese Tiere liefern aber nicht mal 2% der gesamten Nahrungsenergie für den Menschen.
    Da hätte es genügend Fläche für Biogas aus Pflanzen, wenn wir den Konsum von tierischen Produkten etwas einschränken würden.

  6. khale am 12. Februar 2007 um 19:05

    @cse: –einschränken– damit hast du schon mal die Hälfte der SchreiberInnen hier gegen dich.

  7. el_ing am 12. Februar 2007 um 23:29

    Solarzellen produzieren logischerweise nur Strom, wenn die Sonne scheint. Hier liegt genau das Problem. Das ist meist dann, wenn der Strom nicht benötigt wird und im Überfluss vorhanden ist.
    Der Traum, dass man mit Solarenergie Atomkraft ersetzen kann, ist eine Utopie, genauso wie die Windenergie. EUR 3.25/kWh ist zudem sehr weit davon entfernt, konkurrenzfähig zu sein.
    Biogas ist eine Alternative, wenn auch nur eine kleine. Hier müsste man die Gesamtenergiebilanz genauer betrachten. Der Anbau, die Ernte und Gährung/Weiterberarbeitung braucht nämlich auch ziemlich viel (fossile) Energie.

  8. Sandro am 12. Februar 2007 um 23:32

    el_ing, lies doch nochmals genau was oben steht und poste erst dann, danke.

  9. el_ing am 12. Februar 2007 um 23:46

    Gelesen und verstanden. Ändert aber nichts an meinem Kommentar.

  10. gumbyman am 13. Februar 2007 um 01:44
  11. Dreckfilter am 13. Februar 2007 um 08:59

    “…keine Grenzen mehr gesetzt sind…”

    Die Tatsache, dass Solaranlagen zu unterstützen sind, insbesondere auf den Dächern bewohnter Gebiete, hat meine volle Unterstützung.

    Der Satz, welchen ich oben zitiert habe, vermag ich aber nicht zu teilen. Ein uneingeschränkter Einsatz von Solaranlagen, wie er zum Ersatz sämtlicher Atomkraftwerke dieser Welt notwendig wäre, würde auch bei der aktuellen Effizienz der Solaranlagen das Zupflastern grösserer Wüstengebiete nach sich ziehen. Dies wiederum wird bewirken, dass ein Grossteil der weltweiten Sonneneinstrahlung in Strom statt mittels Abstrahlung etc. in Wärme ungewandelt wird. Dies wiederum wird zu einer Abkühlung führen, welche zwar kurzfristig positiv ist, längerfristig aber zu einer neuen Eiszeit führen dürfte. Daher sind der Solarstromnutzung sehr wohl Grenzen gesetzt und wir werden längerfristig nicht darum herumkommen, bis dahin hoffentlich brauchbare Fusionskraftwerke einzusetzen.

  12. thunderbird am 13. Februar 2007 um 11:08

    Weiss jemand wie viel die Dünnschichtzellen von First Solar kosten? Ist es in der Schweiz auch so, dass der Netzbetreiber den selbst produzierten Überschuss kaufen muss? Zu welchem Preis?

  13. Bünzli am 13. Februar 2007 um 12:05
  14. Hual am 13. Februar 2007 um 14:01
  15. Dreckfilter am 13. Februar 2007 um 14:42

    @ Hual und Bünzli
    Weshalb ich unter die Kategorie “der Mensch hat keinen Einfluss auf das Klima” eingeordnet werden soll, werdet ihr selber besser wissen als ich. Entsprechende Aussagen habe ich nie gemacht, lasse mich aber durch Zitate sehr gerne eines besseren belehren. Die Unterstellung, dass ich ein Problem mit Energielieferungen aus Afrika hätte, verbitte ich mir übrigens nachdrücklich. Ich möchte zudem darauf hinweisen, dass bereits heute ein grosser Teil unseres Erdöls nicht aus dem nahen Osten, sondern aus Lybien stammt, welches bekanntlich in Afrika liegt….

    Um den gegenwärtigen Energiebedarf zu decken, reicht die Sonneneinstrahlung und das Zupflastern ist nur teilweise notwendig. Tatsache ist und bleibt aber, dass der weltweite Energiebedarf steigen wird (insbesondere auch jener in Afrika). Weiter wird der Energiekonsum nochmals dramatisch zunehmen, wenn die Energie günstig und in grossen Mengen ökologisch gewonnen werden kann. Zudem kommen Transport- und Speicherverluste hinzu, welche in euren Aussagen nur beim Wirkungsgrad von 10% miteinbezogen werden (insbesondere bei Wasserstoff ein grösserer Problembereich. Aus diesem Grund halte ich nicht sehr viel von der Wasserstoff-Energietransportweise). Im Laufe der Jahrzehnte werden wir so wohl rund 10% der Sonneneinstrahlung absorbieren. Der Nachweis, dass dies nicht längerfristig zu einer Klimaabkühlung führen wird, fehlt (auch auf den eurerseits zitierten Webseiten) und kann wohl auch erst nach Konstruktion der Solarkraftwerke erbracht werden. Dies führt aus meiner Sicht aber zur Vorsicht bezüglich der sehr absoluten, von mir zitierten und kritisierten Aussage.

    Wohlverstanden: ich habe nicht gegen die Solarkraftwerke interveniert (siehe mein Einleitungssatz), sondern einzig die zitierte Aussage in ihrer Absolutheit kritisiert. Eure Aussagen zeugen daher nicht von grosser Lesefähigkeit und implizieren, dass ihr mit der Solarindustrie verbandelt seid, mithin mit diesem Geschäft eure eigene grosse Kohle wittert (oder ist es nur euer fundamentalistisch anmutender Glaube, welcher ein selbständiges Hinterfragen verunmöglicht?)…

    p.s. Wikipedia ist übrigens auch nicht über alle Zweifel erhaben, wenn man analysiert, wie insbesondere politisch brisante Aussagen thematisiert werden. oeko-energie.de und energieverbraucher.de sind noch weniger politisch objektive Adressen (so es denn so etwas überhaupt geben sollte; aber gutes Lobbying ;-) ).

    Und noch was: ich bleibe beim selber denken und bin weder links-grünen Parteien noch der SVP irgendwie verhaftet.

  16. gumbyman am 14. Februar 2007 um 02:40

    @Dreckfilter
    Ich kann Dich beruhigen: egal wieviel Strom wir aus Sonnenenergie je gewinnen werden, durch das Verbrauchen desselben wird letztlich wieder genau gleich viel Wärme erzeugt, wie wenn er nie geerntet worden wäre (Entropie): Bei jedem Stromverbraucher (Kühlschrank, Computer, Fernseher, Elektromotor, Boiler,…) bleibt am Schluss der Energieumwandlungs-Kette nur noch Wärme übrig (Entropie).

    Der Einfluss auf das Weltklima ist deshalb exakt Null, abgesehen von den dadurch substituierten Energieträgern, welche nun nicht verbraucht werden und weder Abwärme noch CO2 produzieren.

    g.

  17. Dreckfilter am 14. Februar 2007 um 09:03

    @ gumbyman
    Du hast nur vergessen, dass die Wärme dann an einem anderen Ort auf der Welt anfällt, nämlich in den Industrieländern. Somit bleibt aus meiner Sicht zumindest das Problem einer allenfalls klimabeeinflussenden Wärmeumverteilung (bei insgesamt wohl gleicher Wärmebilanz)…

  18. cse am 17. Februar 2007 um 20:50

    Durch weniger Produktion von Nutztieren, könnte man auch den Aussstoss von klimaschädlichem Methangas verringern.

  19. gumbyman am 18. Februar 2007 um 02:00

    @cse
    Das ist richtig, und davon gibt es bei uns sowieso viel zu viele. Übrigens auch anderswo…

    @Dreckfilter
    Das ist auch richtig, aber betrifft die x-te Stelle hinter dem Komma – bestenfalls. Mithin definitiv kein besseres Argument als lesen im Kaffeesatz oder würfeln.

    *Wenn* es eine Energieform gibt, die ganz definitiv klimaneutral ist, dann ist es Sonnenenergie in allen ihren Formen. Dazu gehören nebst Solarthermie und Photovoltaik genaugenommen auch Biomasse, Windenergie und sogar Wasserkraft. Sie alle sind letztlich direkte oder gespeicherte Sonneneinstrahlung. Wir tun nichts anderes, als diese ohnehin an die Erde gesandte Energie abgreifen und für unseren Bedarf verwenden, bevor wir sie als nutzlose Umgebungswärme wieder an die Umwelt entlassen. Hätten wir sie nicht genutzt, wäre es für’s Gesamtklima auf dasselbe rausgekommen. Neutraler geht’s nun wirklich nicht.

    g.

  20. Dreckfilter am 19. Februar 2007 um 09:31

    @ gumbyman
    Theoretische Neutralität alleine reicht nicht, um Klimaveränderungen auszuschliessen. Wasserkraftwerke benötigen auch Staubecken etc. und beeinträchtigen Flora und Fauna ziemlich einschneidend. Etwas mehr Konsequenz bitte…

  21. gumbyman am 21. Februar 2007 um 00:14

    @Dreckfilter
    Ich sprach von “klimaneutral”, nicht von “absolut kein Einfluss auf die Natur” oder so. Und diese Klime-Neutralität manifestiert sich natürlich ganz praktisch, ebenso wie nicht-klimaneutrale Energieformen.

    Und nein, die vielbeschworene “Konsequenz” find’ ich extrem kontraproduktiv. Nach dieser Logik würden ja schlechte Lösungen nicht durch gute abgelöst, weil sie nicht “konsequent” oder “ideal” wären. Ich bin für pragmatische Lösungen, sprich solche die gesamthaft gesehen besser sind als andere, nicht in irgendeiner Hinsicht auf die Spitze getrieben und damit wieder utopisch.

    g.

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