Aldi Suisse tanzt auf dem Rücken seiner Angestellten
Der Superdiscount aus dem nördlichen Nachbarland hat sich vor gut einem Jahr in der Schweiz niedergelassen und versucht mit pseudobillig-Angeboten Marktanteile von Mirgos und Coop abzugraben. Günstiger möchte der Discounter sein. Toll für die Kunden, schlecht für die Angestellten. Die Website von Aldi verspricht faire Arbeitsbedingungen, gute Aufstiegschancen etc. etc. doch die Wahrheit sieht leider wesentlich unromantischer aus als die lässigen Fotos auf der Aldiwebsite.
Folgende Punkte müssen beanstandet werden und lassen jedem Arbeitgeber, der sich um faire Anstellungsbedingungen bemüht das Blut in den Adern gefrieren:
- Ausser der Filialleitung wird das Personal in aller Regel nur zu 50 Prozent angestellt. Aldi spart so unter anderem Pensionskassen- und Sozialversicherungsbeiträge, schafft sich auf billige Weise eine flexible Arbeitskräftereserve und verhindert die Bildung von starken Teams. Zudem verbietet Aldi seinen Mitarbeitenden per Vertrag, bei einem anderen Detailhändler eine ergänzende Anstellung anzunehmen, obwohl die Firma selbst nur eine Teilzeit-Beschäftigung anbietet.
- Bei Aldi wird auf Repression und gegenseitige Bespitzelung gesetzt. Wer z.B. eine Kollegin einen Kollegen, der gegen eine interne Weisung verstösst, nicht beim Chef denunziert, riskiert eine fristlose Entlassung. Gleiches droht scheinbar den Beschäftigten auch, wenn sie gegenüber einer Gewerkschaft oder den Medien Auskunft über die Anstellungsbedingungen geben oder gar mit der Gewerkschaft in Kontakt treten und sich organisieren wollen.
- Für ehrenamtliche Tätigkeiten (z.B. Fussballclub, Gewerkschaft oder in einer politischen Partei) muss eine Bewilligung eingeholt werden.
- Sichtbare Körper-Piercings sind verboten. Weitere Einschränkungen der Persönlichkeitsrechte müssen in Kauf genommen werden.
Trotz Demonstrationen vor Aldi Filialen und Interventionen der Gewerkschaft UNIA weigert sich Aldi Suisse bisher, überhaupt in irgend einer Form, Gespräche über eine Verbesserung der Arbeitssituation zu führen, von einem GAV ganz zu Schweigen.
Mit diesem absolut ignoranten und asozialen Verhalten hat sich Aldi Suisse die Nomination für den unbegehrtesten Preis der Schweiz, den “Ignory Award” für das Jahr 2006 eingeheimst!

Und wen interessierts?
Solange die Leute weiter dort einkaufen, wird sich nichts aendern.
Daran aendern auch hundert Demonstrationen, Petitionen und sonstwas nichts.
Es wird niemand gezwungen, bei Aldi zu arbeiten. Die Angestellten verdienen gutes Geld dort.
“Sichtbare Körper-Piercings sind verboten. Weitere Einschränkungen der Persönlichkeitsrechte müssen in Kauf genommen werden.”
Ich erwarte von Angestellten, die im Kundenkontakt stehen, ein gepflegtes Äusseres. In seiner Freizeit kann ja jeder rumlaufen wie er will.
Aldi wird nie Erfolg haben in der Schweiz. Denn wir kaufen viel qualitätsbewusster ein als die “Geiz ist geil” Deutschen. Im übrigen gehen die Aldi Leute von der irrigen Annahme aus, dass es zu einem (Agrar) Freihandelsabkommen der Schweiz mit der EU kommt. Nicht in den nächsten 50 Jahren! Wenn das kommen würde, hätten unsere Produzenten und Verarbeiter keine Chance mehr. Und zwar einfach aus dem einfachen Grund, weil die Deutschen mit ihren über 80 Mio. Einwohnern einen gigantischen Markt haben und uns lausigen 7 Mio. einfach überfahren würden. Klar würden die Preise tiefer sein. Aber dafür würden die Nahrungsmittel aus ganz Europa angekarrt.
Driv3r, was heisst für dich “gutes Geld”? Würdest du für diesen Lohn arbeiten? Also ich nicht.
Und findest du es angesichts der Arbeitsmarktlage nicht etwas vermessen, zu schreiben, niemand sei gezwungen, bei Aldi zu arbeiten? Mach dich mal beim nächsten RAV über “zumutbare Tätigkeiten” kundig.
Solange dort solche Zustände herrschen werden ich nicht bei Aldi einkaufen. Und wenn man günstig einkaufen will, kann man auch Prix Granatie oder M-Budged Produkte kaufen. Die sind vielleicht immernoch ein bischen teurer, man kann aber wenigstens eine gewisse Grundqualität erwarten.
Wenn die ihre Preise nur durch solche schlechten Arbeitsbedingungen halten können, sind sie hier am falschen Ort…
“Und findest du es angesichts der Arbeitsmarktlage nicht etwas vermessen, zu schreiben, niemand sei gezwungen, bei Aldi zu arbeiten? Mach dich mal beim nächsten RAV über “zumutbare Tätigkeiten” kundig.”
Hör mir auf mit zumutbare Tätigkeiten. Als ob es nicht zumutbar wäre, beim Aldi Gestelle einzuräumen oder an der Kasse zu arbeiten. Und es wird niemand vom Aldi zu irgendwas gezwungen. Und die 50% Stelle ist ideal, um sich unterdessen weiterzubilden, damit die Qualifikation vielleicht auch noch für was anderes als Gestelle einräumen taugt. Man muss sich halt manchmal etwas in den Hintern kneifen und etwas leisten statt rumzujammern und dem Staat auf der Tasche zu liegen.
“Die sind vielleicht immernoch ein bischen teurer, man kann aber wenigstens eine gewisse Grundqualität erwarten.”
Das ist Mist. Nur weil etwas teuer ist ist die Qualität noch lange nicht besser. Gerade im Lebensmittelbereich hat es sich schon in unzähligen Verbraucherschutztests gezeigt, dass grossvolumig, industriell und nach qualitativen Standards überprüft gefertigte “Billigware” irgendwelchen lokalen “Hinterhofproduktionen” oder auch teuren Luxuslinien überlegen ist.
Ich kaufe regelmässig Konservenware im Aldi ein auch wenn ich es mir durchaus leisten könnte, Luxusprodukte vom Coop zu kaufen. Dies weil ich der Ansicht bin dass die überrissenen Preise von unseren Grossverteilern in keinem Verhältnis zur Leistung mehr stehen und da zunehmends wettbewerbs- und konsumentenfeindlich agiert wird. Dieses negative Verhalten gehört abgestraft, und der Einkauf beim Aldi ist mein Beitrag dazu. Und die Qualität bei Aldi war bislang ausnahmslos zufriedenstellend (die immer vorhandenen, kostenlosen Parkplätze sind übrigens auch “a big plus”).
Wenn man konsequent ist, sollte man nur noch in Inhaber-Geführten Läden und am Markt einkaufen, in der Stadt Zürich ist das jedenfalls möglich. Auf dem Land am besten direkt vom Bauer.
Wohl bekomms dem der sich wie drive3r von Konservenware ernährt.
driver hockt in einer Blechbüchse und frisst aus Blechbüchsen.
Seine Kiste säuft für Fr. 1.70 pro Liter, da kann er sich nur noch Billigfutter leisten.
Hat nicht unter Andern auch er gegen die Personenfreizügikeit gewettert mit der Angst vor Lohndumping?
Ich bin auch Arbeitgeber, und mein Blut pulsiert normal weiter.
Dasselbe gilt bestimmt auch für diejenigen ARBEITnehmer, die ihren Job ernst nehmen, sich dafür einsetzen und bereit sind, für ihr Einkommen die entsprechende Leistung zu bringen.
Ich glaube aber sehr wohl, dass STELLEN-INHABER(INNE)N ob solcher Schreckensmeldungen das Blut in den Adern gefrieren kann.
Wie ich geschrieben habe:
Geiz ist eben nicht immer geil.
Das ist doch Typisch Deutsch, nur Tritte verteilen und die Mitarbeiter gegeneinander auspielen, sich dann aber wundern, wenn keine Arbeitsmoral vorhanden ist. Ich arbeite auch in so einer Firma, die Leute immer schön auf trapp halten, nie ein Dankeschön und nur gemäcker! Man fühlt sich nicht mehr als Mensch sondern nur noch wie ein Leibeigener! Wie stand einmal in einer Firmenbotschaft so zwischen den Zeilen, ich habe der Firma Rund um die Uhr zur verfügung zu stehen, egal Welcher Tag!
Ich finde es richtig, wie Aldi da handelt. Er nutzt nur die Gesetze aus, wie es fast alle anderen auch tun.
Nicht Aldi zwingt die Arbeitnemhmerinen diese Bedingungen anzunehmen, sondern die Gesellschaft bestimmt die Regeln.
Moral ist nicht Aufgabe der Firmen, sondern die Aufgabe unser aller, indem wir uns für würdige Bedingungen einsetzen.
Und dafür sorgen, dass diese auch für Firmen gelten, aber nicht nur für ALDI.
Es wird sich wohl keiner der Angestellten an diese Bedingungen halten, wenn er bessere Möglichkeiten hat, denn dann würde eine Kündigung von Aldi eh unwichtig.
man sollte mal die Probe aufs Exempel machen. Jemand schleust sich bei MäcAld-idl ein, d. h. unterzeichntet dort einen Arbeitsvertrag.
Dann verstösst er/sie gegen den Arbeitsvertrag. Dies dürft nicht schwierig sein, ein gekipptes Bierchen über den Mittag sollte ja genügen. Das ganze sollte natürlich so aufgezogen werden, dass der/die Angestellte gleich gegen mehrere Sachen verstösst. Zum Beispiel ein dem Laden gehörendes Joghuhrt essen während der Arbeitszeit oder eine Zigi rauchen auf der Rampe draussen
Danach müsste er von einemR anderen MitarbeiterIn verpfiffen werden, so dass es zu einer Kündigung kommt. Danach müsste der/die betreffende MitarbeiterIn gegen MäcAld-idl eine Klage einreichen auf missbräuchliche Kündigung. Es wäre sicher interessant zu beobachten ob das hochgehaltene Schweizer Arbeitsgesetz dann greift oder nicht.
(ich distanziere mich hiermit ausdrücklich von der Aufforderung, die genannte Schilderung in die Tat umzusetzen. Auch ist der Name “MäcAld-idl” ein reines Fantasieprodukt, jede Names-Ähnlichkeit zu einem oder mehreren tatsächlich existierenden, menschenverachtenden Discountern bzw. den Milliardären, die hinter diesen Ketten stehen, ist absolut rein zufällig)
Aldi… Asoziale, Lebensfeindliche, Deutsche, Internationalisierung…hmm… das passt wie üblich gezwungenermassen: Chlatsched Applaus ihr Eidgenosse!
Warum erinnert mich das Ganze so penetrant an den Film “Wal-Mart: the high cost of low prices”?
Aldi pflegt wohl noch nicht so intensiv wie Wal-Mart den menschenverachtenden, asozialen Brutalo-Kapitalismus zur Gewinn-Maximierung (die Mehrheit der Wal-Mart Angestellten ist unter “Working Poor” zu rechnen, derweil das Privatvermögen der Besitzerfamilie Walton gleich nach Bill Gates auf der Multi-Milliardär-Skala kommt). Dennoch: die falsche Richtung stimmt eindeutig.
Da durch das Tankstellengesetz bei uns die letzten Quartierläden eingegangen sind, bleiben nur noch die Grossverteiler. Da überzeugt mich das Konzept von Aldi mehr. Kurze Einkaufszeiten (alles immer am selben Platz), einfache Ausstattung (brauche kein Einkaufserlebnis), bevorzugt regionale Produkte (wenn auch wie bei den anderen nur wegen des Images).
Wieso müssen die schweiz. Kunden nazionale Produkte (vor allem landwirtschaftliche) kaufen? Wieso können sie nicht selbst wählen, ob sie diese wollen oder andere?
Genauso ist niemand gezwungen, jahrelang bei Aldi zu arbeiten. Ich glaube eher, dass die Erfahrungen bei Aldi von zukünftigen Arbeitgebern positiv betrachtet werden.
Firmen, so mit Mitarbeitern umgehen und deren Marke hauptsächlich auf das Argument “billig” setzen, sind mir per se suspekt. Das “Markenimage” von Aldi stösst mich umso mehr ab, je mehr ich darüber erfahre. Obs anderswo was mehr kostet, ist mir relativ egal. Wünsche Aldi in der Schweiz viel Misserfolg.
Ich freu mich sehr, dass Aldi hierzulande keinen besonders guten Ruf geniesst. Etwa vor einem Jahr habe ich mich um eine Job bei Aldi Suisse beworben. Ich hätte ihn auch bekommen, wenn ich für die nicht zu lange Haare gehabt hätte.
Eine militärische Hackordnung ist das, weiter nichts. Für 23 Fränkli die Stunde säbel ich mir nicht die Zotteln ab!
Allein für dieses stockkonservative Haltung in Sachen Äusserlichkeiten gehört Aldi boykottiert. Diskriminierung ist das.
Auf jedenfall haben alle RAV Filialen in der Schweiz eine gemeinsame Konferenz gehalten. Es darf in Zukunft keinen Zwischenverdienst in den Aldi’s gemacht werden.
Bravo, das ist super. Da ist die Schweiz Spitze.
[...] Aldi Suisse für die menschenfeindlichen Arbeitsverträge [...]
Ist doch ideal für Studenten oder Hausfrauen die einen Teilzeitjob brauchen. Sonst wird doch eher gejammert, dass es zuwenig Teilzeitjobs gibt und Mütter deshalb auf dem Arbeitsmarkt keine Chance hätten.
Und auch für Kunden, die jeden Rappen drei mal umdrehen müssen bevor sie ihn ausgeben ist es doch super, dass es eine alternative zu Migros und Coop gibt. Wie man auf dieser website liest gibt es ja genug Menschen in der Schweiz die nicht genug Kohle haben.