Bürgerliche wohnen lieber ruhig auf dem Land
So öppis. Da verzieht man sich für wenige Tage auf die Alp, frönt in wohltuender Abwesenheit von Internet, elektrischem Strom und grössenwahnsinnigen kleinwüchsigen Politikern in überlebensgrosser Dauerpenetranz dem einfachen Leben – und siehe da: Das heimatliche Forum ist gänzlich überlaufen von faktenresistenten Rechtsaussenschreihälsen.
Man verschafft sich einen kurzen Überblick und stellt verblüfft fest: Die faseln ja von Demokratie, von Meinungsfreiheit gar! Sie, deren Partei keine Gelegenheit auslässt, Andersdenkende zu diffamieren und zu verspotten, sie, deren Partei sich dadurch auszeichnet, dass sie kritische Stimmen umgehend von ihrem Blog löscht, nehmen so grosse Worte in den Mund!
Soll ich gleich wieder zurück ins Goms?
Nun, man muss ja nicht mithickhacken, kann aber doch ein interessantes Fundstück präsentieren. Der Tagi ist der Frage nachgegangen, wieso bürgerliche Politik oft einen Mangel an Urbanität aufweist – und kam zu eindeutigen Ergebnissen:
Es gibt eine Reihe von Faktoren, die das Bewusstsein und das Abstimmungsverhalten von Politikern prägen. Der wichtigste ist wohl die Parteizugehörigkeit. Eine grosse Rolle spielt aber auch, wo Politiker wohnen: auf dem Land oder in einem städtischen Umfeld? Wie sie leben: in einem Einfamilien- oder in einem Mehrfamilienhaus? In welches gesellschaftliche, kulturelle und finanzielle Umfeld sie eingebettet sind: mit einem hohen oder niedrigen Ausländeranteil, in einer eher reichen oder armen Gemeinde? Diese Fragen haben wir so umfassend wie möglich abgeklärt und dabei überraschende Facetten entdeckt.
In seiner Mehrheit vertritt das Parlament die ländliche Schweiz. Bei den Bürgerlichen ist das besonders ausgeprägt, während die Linken die Städte weit stärker repräsentieren. Das hat allerdings auch damit zu tun, dass Städter eher rotgrün wählen und Bürgerliche es dort schwerer haben, gewählt zu werden.
Als eigentliche Landpartei erweist sich die SVP: 78 Prozent ihrer Volksvertreter kennen urbane Verhältnisse nicht aus der eigenen Wohnsituation. Umgekehrt können nur 27 Prozent der SP-Politiker den ländlichen Alltag aus eigener Erfahrung beurteilen.
Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die fünf grossen Städte Zürich, Genf, Basel, Bern und Lausanne (mit über 100’000 Einwohnerinnen und Einwohnern), prozentual zu ihrer Wählerstärke zwar angemessen im Parlament vertreten sind. Aber nur deshalb, weil so viele linke Volksvertreter aus den Metropolen kommen. In der Regel setzt sich im Bundeshaus aber die bürgerliche Mehrheit durch. Und deren Vertreter sind an ihrem Wohnort wenig konfrontiert mit kulturellen Spannungen, mit Lärm und starkem Verkehr, mit der Luftverschmutzung, mit steigenden Mieten und mit den Kosten, die Städte für das Umland aufbringen müssen. Entsprechend schwer haben es städtische Anliegen im National- und im Ständerat.
Drei von fünf Parlamentariern wohnen in Einfamilienhäusern. Vor allem bürgerliche Politiker schätzen das eigene Heim; dort leben 70 Prozent von ihnen. Auch hier steht die SVP an der Spitze: Nicht weniger als neun von zehn SVP-Parlamentariern wohnen in Einfamilienhäusern – wozu auch Bauernhäuser gehören. Die FDP liegt mit 60 Prozent im parlamentarischen Schnitt, während acht von zehn Grünen in Mehrfamilienhäusern wohnen.
Mehr als die Hälfte aller Parlamentarier – nämlich 56 Prozent – wohnt an Orten mit einem unterdurchschnittlichen Ausländeranteil. Auch hier unterscheiden sich die Bürgerlichen deutlich von den Linken. Letztere kennen die Ausländerproblematik auf Grund ihrer Wohnsituation besser: 70 Prozent leben in Gemeinden mit überdurchschnittlichem Ausländeranteil.
Überdurchschnittlich viele SVP-Volksvertreter wohnen in Gebieten mit einem unterdurchschnittlichen Ausländeranteil. Man kann also sagen, dass sie sich politisch intensiv mit einem Phänomen auseinander setzen, das ihnen – gemessen an ihrem Wohnort – eher fremd ist. Umso erstaunlicher ist, in welchem Mass die SVP die Ausländerpolitik dominiert.
Quelle
Faszinierend, oder?

“Nun, man muss nicht mithickacken!”
Hä?! Nun wohl doch bis am 21. Oktober allgemein noch ein bisschen hacken?
Lustig, da sind die Häuschen- und Naturneider wieder. Trendy, urban und von Welt ist halt nur der, der in der städtischen Loft oder im Penthouse mit zweihundert Quadratmeter wohnt. Zieht unser Pirelli demnächst in einen solchen Schuppen um?
Ich neide nicht.
Wie kommst du darauf?
Es wäre angebracht, hier sachlich etwas beizutragen. Blosse Projektion bringt uns nicht weiter.
Also halte dich an meine Vorgabe, wenn du den Anspruch haben willst, eine Diskussion zu führen.
Hier wird nicht gehackt, sondern schlicht festgehalten. Es erschliesst sich alles von selbst aus dem Artikel. Der vollzieht zwar eine schlüssige Analyse, wertet aber nicht.
Wie gesagt: Deine Projektionen stehen dir zu – aber in einem Diskussionsforum haben sie nichts verloren. Also halte dich an den Text (und somit an normale Diskussionsgebräuche).
[...] Wer sich zum Handlanger der SVP macht, sei es Doris Fiala oder Felix Gutzwiller, der ist für jeden anständigen Schweizer an den Wahlen 2007 nicht mehr wählbar. [...]
@Pirelli
Wenn, dann halte ich mich an die Vorgaben des Admins. Dass auch dein Beitrag hier kritisch hinterfragt werden darf, das sollte dir doch eigentlich klar sein? Lassen wir das mit dem Hickhack nun aber sein. Wer deinen Eingangsbeitrag genau liest, der merkt, dass du einmal mehr versuchst dein Gegenüber mit Dreck zu beschmeissen.
OK, wir stellen fest, die Bürgerlichen wohnen also ausserhalb der Städte. Was soll daran denn störend sein? In unserem Land herrscht immer noch freie Wohn- und Niederlassungsfreiheit. Und verirrt sich ein Bürgerlicher einmal in die Stadt und benützt deren Infrastruktur, dann kommt er in der Regel auch für die Kosten auf.
Der Tagi Artikel stellt weiter fest: “In der Regel setzt sich im Bundeshaus aber die bürgerliche Mehrheit durch”
Was ich absolut in Ordnung finde.
Der Tagi stellt weiter fest, dass die Städte prozentual zu ihrer Wählerstärke angemessen im Parlament vertreten sind. Ich finde auch das in Ordnung.
Ein nicht ganz unwichtiger Grundsatz des Zusammenlebens in unserem Land ist, die Wohngewohnheiten aller zu respektieren. Das, so finde ich, kommt im Tagi Artikel leider gar nicht zum Ausdruck. Er bezieht sich auf die politische Färbung und Parteizugehörigkeit.
Die Bürgerlichen ziehen ein Haus aud dem Land einer Wohnung vor und die Rot Grünen Wohnen lieber in der Stadt in einer Mietwohnung, jedem das seine. Was gibt es daran auszusetzten?
Das demzufolge die Bürgerlichen auf dem Land vertreten sind und die Rot-Grünen in der Stadt ist nur eine Folge von den Wohngewohnheiten.
Ironie: Die Rot-Grünen haben schon alle Schweizer Wirtschaftszentren im Griff, Bürgerliche wurden aufs Land vertrieben, wehret den Anfängen!
Bin ich jetzt ein Bürgerlicher, weil ich ein Haus auf dem Land habe oder habe ich ein Haus auf dem Land, weil ich ein Bürgerlicher bin?
Wäre ich ein Linker (Grüner, Roter, ..) wenn ich ein Haus in der Stadt hätte? Wie und womit bezahle ich aber ein Stadthaus mit Umschwung? Gibt’s sowas überhaupt auf dem Markt?
Ja, ich weiss, alles eine Frage des Preises. Aber welcher normalsterbliche Bürgerliche kann sich schon ein Haus in der Stadt leisten, das auch noch ein paar Aren Land ums Haus herum hat?
es geht doch hier nicht darum,dass städter bzw. mehrheitlich linke in mietwohnung wohnen und leute auf dem land,sprich bürgerliche, in einfamilienhäusern. das liegt doch auf der hand.
um nicht an der eigentlichen aussage dieses tagi-artikels vorbeizudiskutieren:
das interessante ist ja bei dieser studie, dass die bürglichen parteien, allen voran die svp, genau in jenen bereichen politisieren, wo sie selber am wenigsten betroffen sind. ihr nummer eins thema sind die ausländer. jedoch wohnen 78 % in ortschaften, wo unterdurchschnittlich viele ausländer sind. diejenigen, welche häufiger mit ausländern in kontakt kommen, verspüren anscheinend weniger das bedürfnis, gegen diese minderheit vorzugehen.
und leute in den dreck ziehn, na ja, wenn ich so sehe, was da momentan abläuft in der svp, dann frag ich mich, wer da wen in den dreck zieht… zudem ist es auch noch erlaubt, seine meinung zu sagen (darauf pocht die svp ja total, meinungsfreiheit…), auch wenn sie nicht immer nur objektiv ist (auch da können wir von der svp lernen).
Eigenverantwortlich heisst auch nachhaltig sein: die eigene Freiheit auch allen anderen zuzugestehn.
Ich glaube kaum, dass alle Menschen auf unserer Erde, erst gar nicht der Schweiz, im Einfamilienhaus im Grünen wohnen können.
Da haben wir also eine Volksvertretung, die in der Mehrheit ihre persönlichen Ansprüche gegen das Allgemeinwohl vertreten.
Gruppe Edvard Kunzt droht SVP !!! Der Wortlaut:” Wir werden nicht ruhen bis die letzte Landschaft aufgegraben, der letzte Stein umgedreht, das letzte Museum rückgebaut, die letzten werden die ersten sein!”