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73,1% mehr Offroader seit 1999!

Vor allem an der Zürcher Goldküste besitzen viele Leute Offroader

Ob SUV oder Offroader ist egal, das Statistische Amt des Kantons Zürich hat heute die Statistik des Strassenverkehrs (PDF) veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass seit 1999 die Zahl der “starken” Fahrzeuge auf den Strassen des Kantons um unglaubliche 73,1% zugenommen hat.

Diese offenbar so trendigen Fahrzeuge sind in vielerlei Hinsicht unsozial. Erstens sind sie wegen den grossen Motoren und dem hohen Eigengewicht besonders durstig und damit wegen den hohen Emissionen enorm Umweltschädlich. Zweitens sind sie wegen ihrer starren Carosserie und dem hohen Gewicht auch für andere Verkehrsteilnehmer besonders gefährlich (Verkehrsunfälle mit “Starken” enden doppelt so häufig tödlich):

  • Die Insassen sind in den Autos gut geschützt. Aber: Vor allem Überschlagunfälle mit tödlichen Folgen sind häufiger als bei «gewöhnlichen» PWs.
  • SUV weisen eine doppelt so hohe «Fahrzeug-Aggressivität» auf. Will heissen: Kollisionen mit dieser Fahrzeugkategorie enden im Vergleich mit «gewöhnlichen» Autos zweimal so häufig tödlich.
  • Kommts zum Zusammenstoss mit schwächeren Verkehrsteilnehmern wie Fussgängern, Velofahrern oder Motorradfahrern fallen die Verletzungen schwerer aus. Dies ist allerdings auch bei Vans und Minivans der Fall.

Drittens torpediert die zunehmend hohe Verbreitung der gefährlichen Offroader/SUV/Starken auch viele andere Anstrengungen, die Opfer des Strassenverkehrs zu reduzieren. Selbst “gewöhnliche” Autofahrer fühlen sich von den hohen und kantigen Fahrzeugen bedroht und entscheiden sich daher logischerweise eher gegen einen Smart und für einen grösseren Karren.

Die Goldküste ist in Sachen “Starker Fahrzeuge” überproporzional unsozial, wie man der Karte sehrschön entnehmen kann. In der Stadt stellen sie dann ihre Fahrzeuge hin wo’s ihnen grad passt. Zum Beispiel am Rennweg. Die Leidtragenden dieser schlechten Tendenz sind natürlich die Stadtbewohner, welche die Emissionen ertragen müssen, damit sich die Mittvierziger, von der Goldküste ihre Abenteurerfantasien im Auto ausleben können. Oder haben wir plötzlich so viele Pferdezüchter? Oder etwa 75% mehr Förster? Ich glaube eher 75% mehr Egoisten.

Definition der “Starken” des Statistischen Amtes (um den unnötigen Diskussionen grad den Wind aus den Segeln zu nehmen):

«Starke»: Die Kategorie «Starke» bezeichnet Personenwagen, die über einen Hubraum von mehr als 2 500 ccm und ein Gesamtgewicht von über 2 500 kg verfügen, sowie, um Vans, die ebenfalls diese Grössenordnungen erreichen, auszuschliessen, höchstens fünf Sitzplätze bieten. Sie stehen für den allgemein als «SUV» bekannten Fahrzeugtyp. Die genannten Zahlenwerte wurden mittels einer kurzen Analyse der bekanntesten grösseren und kleineren SUV bestimmt. Da neben den SUV mit der verwendeten Abgrenzung auch die stark motorisierten und schweren Luxuslimousinen von Mercedes, BMW usw. mitgefiltert werden, wurde die Bezeichnung «Starke» gewählt.

Dieser Artikel wurde von Sandro am Freitag, 25. November 2005 in der Rubrik Verkehr und zu den Stichwörtern , , , , , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

21 Kommentare zum Artikel “73,1% mehr Offroader seit 1999!”

  1. sense2 am 25. November 2005 um 22:44

    >Da neben den SUV mit der verwendeten Abgrenzung auch die stark motorisierten und schweren Luxuslimousinen von Mercedes, BMW usw. mitgefiltert werden, wurde die Bezeichnung «Starke» gewählt.

    jaja, business as usual: niveau der einträge auf dem von 20min.

    dieses wochenende werde ich ganz asozial mein menschentötendes monstrum dazu verwenden material und essen ins chlauslager des cevis zu fahren, ich asoziales arscholoch, ich…

    ich weiss… ich sollte mich schämen, tut mir leid, aber ich kann einfach nicht anders…

    btw., sieht doch gut aus oder:

  2. sense2 am 25. November 2005 um 22:46

    och schade, in der vorschau hat das bild gepasst ;)
    dann so: klick

  3. abraham am 25. November 2005 um 23:16

    ich glaub das thema sollte langsam durch sein. scheinbar doch noch nicht…

  4. AlphaPapaGolf am 26. November 2005 um 10:04

    Auch ich habe ein “Starkes Auto” zu Hause auf dem Parkplatz stehen, und fahre manchmal damit herum…..ich böser ich….ohhhhh grain….schluchz….Aber manchmal benutze ich sogar die S-Bahn, für die ich ein ABO habe, für den gesamten ZVV-verbund….ohh ich Gutmensch ich….hohohoh…..
    Diese Statistik sagt nichts aus, ist gelogene Zahlenmaterie für den rot-linken Rundumschlag gegen alles was nicht rostiges Velo fährt. Aber nachdem verschiedene Feindbilder sich in Luft aufgelöst haben (KKW, Waldsterbern,Gewässerverschmutzung etc) baut die Linke jetzt halt ein neues auf.

  5. quadour am 26. November 2005 um 22:11

    Gähhhn! Immer das gleiche thema – seit Monaten. Das sollte doch ein Polit Blog sein. Habt ihr denn nichts interessanterer auf Lager?

  6. Georg Meier am 27. November 2005 um 01:58

    Noch mehr Zahlen:

    50% der Autos auf Schweizer Strassen sind geleast oder mit Konsumkrediten finanziert.
    Das Auto ist für viele so unverzichtbar geworden, dass sie sich dafür verschulden. Kein Wunder werden diese unvernünftigen Schuldner so schnell agressiv. Selber schuld.

    40% der Haushalte in der Stadt Zürich haben kein Auto.

  7. vollmi am 27. November 2005 um 13:34

    Na und, für mein Haus habe ich mich auch verschuldet.

    Dafür nicht für mein Auto.

    mfG René

  8. driv3r am 28. November 2005 um 03:00

    [zitat]40% der Haushalte in der Stadt Zürich haben kein Auto.[/zitat]

    Ich würde eher betonen dass 60% der Haushalte ein Auto haben. Und deshalb sollte sich die Politik vielleicht auch zur Abwechslung mal um deren Interessen kümmern. Ich hätte nicht gedacht dass der Anteil sogar in der Stadt so hoch ist, aber erfreulich ists allemal, dass sich auch Städter nicht von fundamentalistischer Verhinderungspolitik einschüchtern lassen.

  9. erdnanu am 28. November 2005 um 10:33

    Habe das SUV-Thema langsamt satt.
    Übrigens ist es mir lieber, wenn eine Familie einen SUV hat als einen SUV und zwei Kleinwagen dazu. Da ist die Umweltbilanz immer noch besser mit nur einem Wagen.

  10. Chevy am 28. November 2005 um 11:11

    @ GeorgMeier

    von den 40% die kein Auto haben, dürfen sich 25000 kein Auto Leisten da von der Stadt finanziel abhängig (sog. Sozialfälle) und wieviele gernge eins hätten wenns sie sichs den leisten könnten sei dahingestellt.

    Das sich leute für z.B. Autos (es wird sich auch für Natel, TV, HiFi, GA etc verschuldet) Verschulden kommt von der Politik der Grünen und Linken. Jedesmal wenn gespart werden soll machen diese “Leute” einen aufstand und reden von Kaputtsparen und vom Weltuntergang. Die Schweiz lebt ja ein Leben auf Pump vor und fördert es Steuerlich, und das für wesentlich unwichtigere dinge als für Mobilität.
    Es ist wie bei der SBB, bezahlen sollen die närchsten 5 Generationen.

  11. Sandro am 28. November 2005 um 11:17


    Es ist wie bei der SBB, bezahlen sollen die närchsten 5 Generationen.

    Es ist wie beim Atommüll und dem CO2 Ausstoss, bezahlen sollen die nächsten 100 Generationen… Denk mal darüber nach.

  12. erdnanu am 28. November 2005 um 11:27

    Die vereinigte Linke hat eine viel einfachere Lösung, bezahlen soll das Ausland:

    - Strom wird nicht mehr in der Schweiz produziert, den importieren wir aus französischen AKW’s

    - Gentechnikforschung wird nicht mehr in der Schweiz gemacht, dafür haben wir das Ausland

    - Eingekauft wird nicht in der Schweiz, dafür fahren wir ins Ausland

    - Arbeitsplätze braucht es nicht mehr in der Schweiz, der Staat subventioniert ja die Arbeitslosen

    - Überhöhte Löhne bei der Swisscom sind kein Problem, die ist ja staatlich

    kurzum

    die Linken Verhinderungspolitiker lösen die Probleme nicht, sondern exportieren sie ins Ausland und delegieren sie an den Staat, der kann ja bezahlen.

  13. sense2 am 28. November 2005 um 11:59

    @ erdnanu und chevy:
    jetzt mal ernsthaft, das was ihr da schreibt glaubt ihr ja selber nicht, oder?

  14. Chevy am 28. November 2005 um 12:06

    @Sandro die zahl 5 habe ich einfach mal so stehen lassen da es mindestens 5 Generationen Braucht, es wird aber nirgens hinreichen. ich hätte genausogut 100 schreiben können.
    Denke das ohne Atommüll es dieses Forum nicht gäbe. Ohne AKW reicht der Strom nichteinmal für Industrie, Gewerbe und SBB. Wieviele kg u235 gehen wohl auf die Kosten der SBB/RHB? Du hättest zuhause auch keinen Strom!

  15. K51 am 28. November 2005 um 12:43

    @alphapapagolf
    “Aber nachdem verschiedene Feindbilder sich in Luft aufgelöst haben (KKW, Waldsterbern,Gewässerverschmutzung etc) baut die Linke jetzt halt ein neues auf.”
    Stimmt ja nicht. Der CO2 gehalt hat seinen höchststand der letzten 650000 jahren erreicht (anhand von kernbohrungen in der antarltis ermittelt). der CH4 gehalt ist auch ständig am steigen (rinderzucht). Beides sind treibhausgase. Der Nordpol ist am dahinschmelzen und das ganze wasser muß irgendwohin (immer häufigerere überschwemmungen, änderungen im klima bewirken auch immer mehr und stärkere hurrikans).
    Durch die ständige eisschmelze steigt auch der H20-gehalt der Luft. Wasserdampf ist aber ebenfalls ein Treibhausgas.

    also ganz so ist es nicht, daß sich alle Umweltprobleme in Luft aufgelöst haben.

  16. erdnanu am 28. November 2005 um 12:48

    @Alphapapagolf:

    Völlig einverstanden. Die Umweltprobleme sind noch da, nur werden sie viel zuwenig thematisiert.

    Mit mehr Wirtschaftswachstum wäre es für die Schweiz möglich, auch im Bereich Umweltschutz wieder die Führungsposition zu übernehmen. Leider verhindern die strukturkonservativen SP und CVP dies mit ihrem “serice-public-Gelabber”. So werden dann halt überteuerte Monopolbetriebe (Post, Swisscom) mit überhöhten Löhnen auf Staatskosten am Leben erhalten.

  17. Georg Meier am 28. November 2005 um 23:08

    Die FDP wird immer strukturkonservativer. Statt gesetzliche Rahmenbedingungen für mehr Wachstum zu fördern, sind ihr offenbar die Erhaltung von bisherigen, ungesunden Strukturen wichtiger. So werden jegliche Ansätze zu Reformen in unheiliger Allianz mit der SVP im Keim erstickt.
    Der Schlüssel für mehr Wachstum liegt in einer vernünftigen Energiepolitik. Während der Finanzmarkt alternative Energie-Gewinnung und Unabhängikeit von Erdöl schon längst entdeckt hat, hinken die Politiker der SVP und FDP der Innovation nicht einmal hinterher – sie gehen in die anderer Richtung! Und dann reden sie gebetsmühlenartig von Wachstum! Schildbürger.

  18. erdnanu am 29. November 2005 um 09:26

    @Georg Meier:
    Ich glaube nicht, dass du Wirtschaftswachstum mit innovativen Energieträgern alleine herbeiführst. Besonders bei der SP geht die Politik nicht auf, weil immer der Staat eine tragende Rolle spielt.

    Allerdings hast du völlig recht, dass die FDP und schon gar nicht die SVP in diesem Bereich auf Innovationen setzen. Die Herren Bundesräte sind wohl etwas gar alt und kümmern sich eigentlich gar nicht um Umwelt- und Energiepolitik.

  19. Forum Politik » Raser fahren deutsche Geländewagen am 5. Dezember 2005 um 12:48

    [...] 73,1% mehr Offroader seit 1999! [...]

  20. landy am 26. Juli 2006 um 15:06

    Was ist denn für euch ein Geländewagen, das wäre hier noch wichtig ! Also touareg etc sind es nicht dass sind einfach nutzlose gelupfte kleinfahrzeuge ! Wie der Name sagt SUV Sonstige Unbrauchbare Vehikel :) !! ( Recht habe ich )

  21. erdnanu am 26. Juli 2006 um 17:06

    Ob einer mit einem Porsche Cayenne oder mit einem Landrover regelmässig durch die Stadt fährt ist mir eigentlich egal. Beides ist grober Unfug. Aber die Nachfrage ist da und die Autoindustrie produziert die Dinger für die breite Öffentlichkeit immer günstiger. Wenn wir etwas ändern wollen, brauchen wir einen staatlichen Eingriff, aber bitte diesmal ohne verdeckte Steuererhöhung.

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