Zocker:
Nun Hitler und seine NSDAP wurden gewählt und zur stärksten Kraft sodass Hitler zur Regierungsbildung beauftragt wurde. Er hat jedoch später das Kriegsrecht eingeführt und damit die Demokratie beerdigt.
Eben - du weisst selbst schon drauf hin, dass die Behauptung nur der oberflächlichsten aller Betrachtungen standhält. Hitler wurde erst durch das Volk bestätigt, als die Demokratie schon nicht mehr funktionierte, und auch das nur mit Hilfe gleichgeschalteter Presse. Keiner der Diktatoren des letzten Jahrhunderts ist durch eine Volkswahl an die Macht gekommen.
Niedere Instinkte gibt es überall, nicht nur im Volk. Die Gefahr gibt es, aber ebenso können Parlamente und Staatsoberhaupte manipuliert werden - und das viel einfacher. So haben sich auch die Staatsoberhaupte lange in Hitler getäuscht.
Man warnt vor der Diktatur der Mehrheit, der Volksdiktatur. In ganz Europa ist aber eher der gegenteilige Trend auszumachen.
Dass Regierungen und Machtballungen gefährlich sind, ist seit 200 Jahren unbestritten. Die Relativierung der Souveränität, die vor dem Hintergrund des Nationalsozialismus und des Kommunismus sinnvoll war, wendet sich inzwischen immer mehr gegen die Demokratie.
Zocker:
Übrigens die Schweiz macht bei den Regulierungskosten freiwillig mit und reguliert noch bevor manch ein EU-Land die Regeln übernimmt, nur um keine wettbewerbsnachteile zu haben. Das ist die schweizerisch gelebte Souverenität, Lautlach!
Ja - wir haben nur den Glanz von Souveränität. Auch wenn die Schweiz nicht Mitglied der EU ist, so ist man zweifelsohne von deren Regelungen und Leitsätzen betroffen. Autonomes Nachfolgen, so sagt man gemeinhin, sei das Einzige, was übrigbleibt. In einer globalisierten Welt, so teilen sie einem mit, sei das Konzept des unabhängigen Nationalstaates überflüssig geworden.
Darüber hinaus vergisst man auch gerne, dass man neben der EU zahlreichen internationalen Organisationen wie der Uno, Europarat, OECD, WTO, Bretton-Woods-Institutionen, etc. beigetreten ist, die den Spielraum widerum einschränken.
Zocker:
Das ist die schweizerisch gelebte Souverenität, Lautlach!
Eingebildete. Ein weiteres Strohmannargument, das zur absoluten Lächerlichkeit verkommt, wenn mans mal durchschaut. Genauso irreleitend, wie der freien Marktwirtschaft die Finanzkrise in die Schuhe zu schieben.
Übrigens: Schon Kant schrieb in seinem Traktat "Zum ewigen Frieden", dass die Nichteinhaltung des Prinzips der Souveränität der Völker zum Chaos in den internationalen Beziehungen führt.
Zocker:
Es geht hier nicht um die Regulierungskosten sondern um die Staatsverschuldung, das leben der Mitgliedsstatten auf Pump. Das wird die EU in Zukunft mehr einschränken und überwachen.
Wird sie das? Was bringt dich dazu, dem Glauben zu schenken? Irgendein Anlass dazu?
Es waren sich von Anfang an alle Mitgliedsstaaten aufs Schärfste bewusst, dass es für die Stabilität des Euros entscheidend ist, dass sich alle an die Maatstrichkriterien und ausgewogene Finanzpolitik halten. Selbst Deutschland hatte bereits früh ein Verfahren am Hals, weil sie sich nicht an die Maatstrichkriterien gehalten haben. Und das zu Zeiten, wo die Finanzkrise noch weit weit weg war.
Und wenn sie es einschränkt: Was stimmt dich daran optimistisch? Denn wenn du schon die schweizer Sicht einbringen willst: Für uns ist das Beunruhigende an der Währungsfront nicht in erster Linie, was bisher geschehen ist. Sondern was in Erwartung wilder Szenarien um den Euro-Raum noch geschehen könnte.
Denn ob der derzeitige Kurs von derzeit ca. CHF 1.43 pro Euro überhaupt überbewertet ist, bleibt umstritten. Darauf, dass sich die EU auf eine gemeinsame Wirtschaftspolitik einigt, und zentrrrralisiert, rrrrationalisiert, und penetrrriert - darauf sollte sich die Schweiz, und jeder der noch fähig ist, um die Ecke zu denken, nicht freuen.
Überhaupt hat es sich grade seit den 90ern gezeigt, dass der ökonomische Tunnelblick geschadet hat. Und krasser als in der EU, könnte dieser Tunnelblick kaum sein. Woher auch, in einem Staatenverbund mit 27 Mitgliedsstaaten kannst du lange suchen, bis du ein gemeinsames Sonderinteresse ausser Money Money findest.