Zocker:
Asserdem hat die EZB ein Signal abgegeben gegen die Ratingagenturen, die ja in der Finanzkrise eine sehr miese Rolle gespielt haben und deren Ratings sehr umstritten sind.
Du stellst das dar, als ob es das normalste der Welt wäre. Vielleicht ist es wirklich nur der Ton, der mir bei deinem Beitrag nicht gefällt, denn sind wir uns im Grunde nicht einig, dass Griechenland und wie es dazu kommen konnte, im Grunde kein haltbarer Zustand ist?
Dass die EU durch Sachzwang in eine Entscheidung gedrängt wird, die - ok, vielleicht mag es umstritten sein - gegen ihren eigenen Ehrenkodex verstösst? Lege hier erstmal Wert auf den Sachzwang.
In einer Wirtschaftslage, der ein weiteres Beben ungut tun würde - und es ist ja wohl klar, warum das niemand laut sagt.
Es gibt, wie wir wissen, eine nicht unwesentliche Zahl an ernstzunehmend angeschlagenen EU Ländern - und es ist ja wohl klar, warum diese mögliche Kettenreaktion durch niemanden laut weitegedacht wird.
Eine Schicksalsmitgliedschaft, der man damals gewichtig das Attest für Unabhängigkeit von der Verschuldungen anderer Mitgliedsstaaten verliehen hat. Dass man heute so selbstverständlich von 'beschränkten' Ausfallrisiken spricht, das hätte zur Gründung noch für Empörung gesorgt.
Grade grosse Zusammenschlüsse mit unterschiedlichen und teils schwammigen Zielen, drohen auszuufern, und das sage ich wertungsfrei. Um dem entgegenzuwirken, hat es sich bewährt, sich auf die Ursprünge zurück zu entsinnen.
Man scheint mir hier gut zu merken, dass eine echte demokratische Kontrolle fehlt. Dann nämlich droht der Zweck zum Selbstzweck zu verkommen. Eine Politik, die nicht regelmässig mit der Realität konfrontiert wird, ist keine gute Politik.
Ich sage: Diese Krise, ist eine politische Krise. Diese Krise, offenbart das Unvermögen der Politik, ihre 27 Mitgliedsstaaten resp. sich selbst in Zaum zu halten, ganz ähnlich wie es die Finanzkrise bei den Banken offenbart hat. Natürlich ist es bei beiden Angelegenheiten ein Zusammenspiel, aber wo wir schonmal bei Polemik sind..
Man stelle sich das mal vor: Die EU in der Rolle als schlampiger Mitgliedsschaft- resp. Kreditvergeber. Vielleicht als Underwriter irgendeiner beschissenen Vorstadtbank - noch nie was von fucking due dilligence gehört? Komik schlechthin. Ich sollte einen Comic Strip daraus machen.
Zocker:
Auf Deusch, will heissen was ein eifaches Gemüt aus der Information herauslesen will.
Auf deutsch will das heissen, dass nun die Eu selbst so agiert, in einem ähnlichen Sinn, wie es einst die Rating Agenturen getan haben. Der Zweck sollte den Blick nicht auf die Mittel verstellen.
Tatsache ist: Dass wir hier von einer absoluten Notlösung sprechen, die es nicht verdient, so unkritisch für gut befunden zu werden.
Zocker:
Die Standardbehauptung eines Unwissenden, der auch zu den Pleitegriechen etwas sagen will.
Vielleicht auch nur eine ausgelutschte Warnung, die zunehmend ohne Wirkung bleibt.
Das Wesen und die Wirkung der Staatsverschuldung ist selbst für den Finanzanalysten eine mit grossem Risiko behaftete Spekulation - denn hier läuft die Bonität in Tat und Wahrheit nur noch einzig und allein auf den Glauben und die Willigkeit des Kreditgeber heraus.
Ausserdem: wir haben wohl alle gelesen, dass ein Aspekt der Geschichte auch die Kreditverweigerung durch die Privatbanken betrifft. Wenn ich das also richtig verstehe, dann sind - wenn ich das mal so sagen darf - die selben Banken, die Mitverursacher für die Finanzkrise waren, heute diejenigen, die Griechenland im Grunde durch ein reines Gedankenspiel mit in die Knie zwingen. Ist das eine Feststellung, oder ist das eine Feststellung.
Zocker:
Ein Staat kann nicht Konkurs gehen, er kann höchstens eine Umschuldung einleiten. So ist das Ausfallsrisiko für die EU-Staaten beschränkt.
Wie ist das gemeint?