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Spinnen die in Brüssel? EU-Absolutismus total!

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Loser
Mitglied
#11 ° Gesendet: 14.04.2010 18:20
Zocker:
Leider hat Brüssel in Sachen Haushaltsplanung und Verschuldung in den einzelnen Staaten zu wenig Mitspracherecht.

Da dürfte ein Hauptgrund für diese Misere liegen, was nicht heisst, die EU sei schlecht. Nur einige Mitglieder nehmen es offensichtlich nicht so genau mit den eigenen Gesetzen. Interessant ist übrigens, dass auch hier unsere Banken wieder die Gewinner sind, schliesslich bringen die Griechen ihre Kohle schön brav zu uns.........
Philister
Mitglied
#12 ° Gesendet: 14.04.2010 18:32 ° Bearbeitet von: Philister
@Zocker - gut begründet, was natürlich umso mehr zum Widerspruch verleitet! ;-)

Das hat nicht die EU zu verantworten, sondern die nationalen Politiker, die das Geld ihrer Bürger ausgegeben haben.

Können wir uns drauf einigen, dass die EU aus nationalen Politikern besteht?

Dies ist ein Schutz für die Steuerzahler, kann doch die eigene Regierung legal nicht beliebig Schulden machen

Korrigiere: wäre ein Schutz.

Mich irritiert es schon ein wenig, dass die Reaktion auf illegales Staatstreiben meist viel milder ausfällt als bei Privaten. Da steht mittenmang in der Zeitung, dass sich die wichtigsten Fadenzieher der EU offen überlegen, ob sie eine illegale Aktion vornehmen wollen - ohne Reaktion. Wenn Staaten illegal Informationen kaufen, schert das die Masse nicht. Der Zweck heiligt die Mittel.

Benutzt die Migros-Angestellte Coupons der eigenen Firma, wird sie gefeuert. Wird in der Privatwirtschaft ohne Augenmass und ungerechtfertigt Geld verteilt - der Aufschrei der Massen. Wird der Staat selbst illegal aktiv, man kann sich umsehn, wo das überhaupt noch auffällt. Legal, illegal, scheissegal.

Die Meldung des geplanten verstosses gegen die Bail-out Klausel - mini Bericht, unten links - 20 Minuten. Daneben, riesen Meldung, dass einem Hund das Familienglück abgeschnitten wurde. Werden Massen betrogen - tumbes schweigen. Werden einem Hund die Eier abgeschnitten - Aufschrei!

Weil nun verschiedene Staaten die Regeln verletzt haben von einem Scheitern der Währungsunion zu sprechen ist sehr doof.

Würde eher sagen, dass das schlicht unschön aber realistisch ist. Man kann sich vielleicht drüber streiten, ob der Krieg oder nur eine Schlacht verloren ist, aber gescheitert ist man allemal.

Allen Euro Gründern war bewusst; die neue Währung wird nur stabil sein, wenn alle Mitgliedsländer sich zu einer soliden Finanzpolitik verpflichten - woran sich viele von Anfang an nicht hielten, nicht nur Griechenland.

An der EU wird kritisiert, dass im Alleingang Steuern gesenkt oder erhöht, Schulden gemacht oder Einsparungen beschlossen werden, ganz so, als gälte es, keine Rücksicht zu nehmen. Es scheint offensichtlich, worauf es kombiniert mit der Forderung nach härteren Regeln hinausläuft: auf eine Wirtschaftsregierung, die all dies zentral steuern wird. Wir reden hier also von einer Entmündigung einzelner Staaten gewaltigen Ausmasses. Natürlich ist das nur eine Möglichkeit - von wenigen.

Auch die Erkenntnis, dass es Regeln für einen Fall wie Griechenland geben muss, ist dazugekommen.

Das stimmt wohl. Nur scheint es als gewaltiger Betrug, würde dies in Zukunft EU-rechtlich legitim sein - war die Bail-out Klausel doch eines der wichtigsten Gründungs-Argumente überhaupt.

So wie ich das sehe, würde sie damit unter anderem die rechtliche Grundlage für ihre Aufgabe verlieren - und so wie es das Rechtsprinzip vorsieht, darf sich der Auftraggeber, das Stimmvolk, unter solchen Umständen wieder ungebunden fühlen.

Leider hat Brüssel in Sachen Haushaltsplanung und Verschuldung in den einzelnen Staaten zu wenig Mitspracherecht. Damit ist der Bürger immer noch unzureichend geschützt vor den Begehrlichkeiten der eigenen Politiker.

Krude Logik, ich hab wirklich nicht den Hauch einer Ahnung, wie der Bürger mit mehr Mitspracherecht der EU geschützt werden sollte. Die Unabhängigkeit einer Nation opfern, um die Unabhängigkeit einer Nation zu retten! Yay!

Allein schon der damit ausgeschaltete Steuerwettbewerb wäre das absolute Gegenteil von Schutz vor politischer Begehrlichkeit. Dem Bürger wird damit zunehmend verwehrt, sich wachsenden finanziellen Ansprüchen seines Heimatsstaats durch Auswanderung zu entziehen. In der DDR baute man Mauern, um dies zu erreichen - heute versucht man einfach Steuersysteme gleichzuschalten, viel eleganter.
Philister
Mitglied
#13 ° Gesendet: 14.04.2010 18:42 ° Bearbeitet von: Philister
salibaybay:
schöne neue welt-ordnung
ups jetzt hab ich doch ein wort zuviel geschrieben

Ja, das hast du. Wenn du heute in aller Öffentlichkeit ein konspiratives Wort in den Mund nimmst, wirst du dich zum Affen machen. Dabei lehrt die Geschichte, dass false-flags und dergleichen immer wieder mal vorgekommen sind. Watergate, Black Friday, Reichstagsbrand, der Sender von Gleiwitz, der Fall Kurras - die Liste kann beliebig fortgesetzt werden.
salibaybay
Mitglied
#14 ° Gesendet: 14.04.2010 18:51
wir stammen ja alle vom affen ab. daher ist das eher ein sich auf die ursprünge berufen.
Zocker
Mitglied
#15 ° Gesendet: 14.04.2010 19:20
Philister:
Krude Logik, ich hab wirklich nicht den Hauch einer Ahnung, wie der Bürger mit mehr Mitspracherecht der EU geschützt werden sollte. Die Unabhängigkeit einer Nation opfern, um die Unabhängigkeit einer Nation zu retten! Yay!

Du scheinst nicht zu sehen, dass die €-Länder genau das machen, was die Kantone im 19ten Jahrhundert nach der Gründung der Schweiz gemacht haben. Sie haben ihre Steuerhoheit behalten und eine gemeinsame Währung eingeführt (mit Erfolg) und sie haben einen Finanzausgleich erfunden und eine Lastenverteilung und sie haben Kompetenzen an den Bund abgetreten, um gemeinsame Anliegen besser und wirtschaftlicher zu behandeln. Genau der gleiche Vorgang läuft in der EU und in der €-Zone ab. Dieser Prozess ist nicht so freiwillig wie es scheint. Wenn die Europäer diesen Prozess nicht weiterbringen, werden sie von der Weltbühne abtreten. Die einzelnen Staaten werden nach der Pfeife der Grossmächte tanzen müssen.

Welch klägliches Bild macht doch die Schweiz, wenn sie nach der Pfeife von Gadaffi tanzen muss. Die Europäer wissen immer mehr, dass sie ihre Interessen nur gemeinsam gegen die anderen Grossmächte verteidigen können und sie wissen auch, dass sie sich intern immer mehr abstimmen müssen, wollen sie konkurrenzfähig bleiben und sie wissen auch, dass die grossen anstehenden Herausforderungen nur grezüberschreitend gelöst werden können.

Da die Rechtspopulisten nur die Zuwanderung als Herausforderung betrachten, sehen sie auch nicht ein, dass es mehr Zusammenarbeit innerhalb Europas braucht. Weder die Rechtsbürgerlichen noch die Banken sind fähig aus der Tatsache, wie das Bankgeheimnis vom Ausland her, abgeschafft wurde zu lernen. Dass die Schweiz trotz Neutralität und Igelstellung den Interessen der Grossen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert ist, wollen diese Kreise nicht wahrhaben. Sie ignorieren die wirtschaftliche Abhängigkeit des Exportlanes Schweiz völlig und reden immer von Souverenität.

Europa kommt ganz gut ohne die Schweiz zurecht, umgekehrt jedoch nicht. Das hat die Niederlage der Schweiz im Steuerstreit wieder deutlich gemacht.
Philister
Mitglied
#16 ° Gesendet: 14.04.2010 19:53
Zocker:
Du scheinst nicht zu sehen, dass die €-Länder genau das machen, was die Kantone im 19ten Jahrhundert nach der Gründung der Schweiz gemacht haben.

Kann man nichts gegen sagen; hängt von den Grundlagen ab. Die EU mit dem Schweizer System zu vergleichen macht wohl Sinn, wenn man davon ausgeht, dass ein solches System für jede geographische Grösse geeignet und ausgelegt ist.

Als Hemmer hast du hier nicht nur soziale, sondern auch noch kulturelle Differenzen. Ich gehe zum Beispiel auch davon aus, dass du ein System nach schweizer Mass in China einfach nur vergessen kannst. Das funktioniert auch und gerade deshalb gut, weil es eine kleine Zone mit geringer Population ist.



Regelwerke funktionieren vor allem unter einer entscheidenden Bedingung gut, und das ist mitnichten das Strafmass: eine gemeinsame Identität, und damit gemeinsamen Interessen derer, die sie zu befolgen haben.

Wie sehr wir schon damit kämpfen, mit anderen Kulturen resp. Minderheiten in unserem eigenen Land auszukommen und eine gemeinsame Basis zu finden - wie sieht es dann wohl in einem Staatenverbund mit 27, zum Teil doch sehr verschiedenen Nationen aus?

Wie sich bis jetzt herausstellen musste, fühlte man sich einander gegenüber nicht gross moralisch verpflichtet - und das schätze ich als weit ausschlaggebender ein, wenn es um einen Ehrenkodex geht.

Welch klägliches Bild macht doch die Schweiz, wenn sie nach der Pfeife von Gadaffi tanzen muss. Die Europäer wissen immer mehr, dass sie ihre Interessen nur gemeinsam gegen die anderen Grossmächte verteidigen können und sie wissen auch, dass sie sich intern immer mehr abstimmen müssen, wollen sie konkurrenzfähig bleiben und sie wissen auch, dass die grossen anstehenden Herausforderungen nur grezüberschreitend gelöst werden können.

Das sehe ich grundsätzlich anders. Die Schweiz hat sich selbst dazu entschieden, nach Gaddafis Pfeife zu tanzen - und das mal ganz ohne zu werten.

Was am Beispiel Lybien gut ersichtlich wird: Auf EU-Ebene, wo in der Hinsicht nur das gemeinsame Sonderinteresse Moneh Moneh besteht, wird das menschliche - dem wirtschaftlichen Argument untergeordnet.

Auf nationaler Ebene, also in der Schweiz, riskiert ein Mitglied der Regierung seine Glaubwürdigkeit, im Versuch 2 Schweizer aus dem Schlamassel zu ziehen.

Da die Rechtspopulisten nur die Zuwanderung als Herausforderung betrachten, sehen sie auch nicht ein, dass es mehr Zusammenarbeit innerhalb Europas braucht. Weder die Rechtsbürgerlichen noch die Banken sind fähig aus der Tatsache, wie das Bankgeheimnis vom Ausland her, abgeschafft wurde zu lernen. Dass die Schweiz trotz Neutralität und Igelstellung den Interessen der Grossen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert ist, wollen diese Kreise nicht wahrhaben. Sie ignorieren die wirtschaftliche Abhängigkeit des Exportlanes Schweiz völlig und reden immer von Souverenität.

Ich gebe dir Recht, aber konfrontier dich mit der Tatsache, dass die Abhängigkeit in der EU weit grösser ist. Die Tatsache Griechenland springt dir förmlich auf der Nase rum.

Du unterscheidest nicht zwischen nationalen - und Interessen der EU. Interessen, die sich teilweise deutlich voneinander unterscheiden.

Die wirtschaftlichen Vorteile der EU kann man auch anders haben - und zumindest innerhalb des europäischen Raums stellt zb. der Euro auch keinen Wettbewerbsvorteil dar, wenn er nicht mehr ist.

Ob der europäische Raum mit anderen damit konkurrenzfähig bleibt, der Frage messe ich im Grunde wenig Gewicht zu, denkt man an den Auftraggeber.

Oder fühlt sich bitte irgend jemand als EUROPÄER? Dass ich nicht rofle.
salibaybay
Mitglied
#17 ° Gesendet: 14.04.2010 20:04
Zocker:
Du scheinst nicht zu sehen, dass die €-Länder genau das machen, was die Kantone im 19ten Jahrhundert nach der Gründung der Schweiz gemacht haben. Sie haben ihre Steuerhoheit behalten und eine gemeinsame Währung eingeführt (mit Erfolg) und sie haben einen Finanzausgleich erfunden und eine Lastenverteilung und sie haben Kompetenzen an den Bund abgetreten, um gemeinsame Anliegen besser und wirtschaftlicher zu behandeln. Genau der gleiche Vorgang läuft in der EU und in der €-Zone ab. Dieser Prozess ist nicht so freiwillig wie es scheint. Wenn die Europäer diesen Prozess nicht weiterbringen, werden sie von der Weltbühne abtreten. Die einzelnen Staaten werden nach der Pfeife der Grossmächte tanzen müssen.

sie machen FAST genau das gleiche. bisschen geschichtskunde:
http://de.wikipedia.org/wiki/Schweizerische_Nationalbank
http://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ische_Zentralbank
http://de.wikipedia.org/wiki/Schweizer_Franken
bei der gründung der schweizerischen eidgenossenschaft als bundesstaat(im vergleich dazu eu=staatenbund) wurde auch das parlament als höchste politische kraft geschaffen wovon die eu noch weit entfernt ist.
http://de.wikipedia.org/wiki/Schweiz
jetzt versuch doch mal bitte herauszufinden wie die besitzverhältnisse der ezb sind
Thomas
Mitglied
#18 ° Gesendet: 14.04.2010 20:27
Sali zäme & bye bye!
Philister
Mitglied
#19 ° Gesendet: 14.04.2010 20:38 ° Bearbeitet von: Philister
Nachtrag: Angenommen, die Griechen hätten noch Drachmen. Was wäre geschehen? Die Währung wäre automatisch, und interventionistisch abgewertet worden.

Griechenland trägt sein Problem alleine aus - zumindest ist das Polster bedeutend dicker. Das heisst konkret: Die umliegenden Länder wären davon unbeeinträchtigt gewesen, hätten unter Umständen sogar davon profitiert. Das zum Thema Abhängigkeit.

Thomas:
bye bye

wie denn, was denn.. du schuldest mir noch Antworten! Hast du noch nie was von der Versklavung des Menschen durch das Forum gehört? Oo
Loser
Mitglied
#20 ° Gesendet: 14.04.2010 22:34
salibaybay:
wurde auch das parlament als höchste politische kraft geschaffen wovon die eu noch weit entfernt ist.

Eben....noch....

Philister:
Die Währung wäre automatisch, und interventionistisch abgewertet worden.

Wo das hinführt, haben wir ja auch gesehen.....

Gestern im TV ORF sagten mehrere Finanzexperten aus, die EU würde sich hier absolut korrekt verhalten. Und noch was, wieviele Entscheide, Bussen usw. kamen aus Brüssel, die dem Konsumenten zu gute kamen ?
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