rlarsson:
Zitat EU-Finanzkommissar: "Wenn wir unser gemeinsames Schicksal in der Wirtschafts- und Währungsunion ernst nehmen, dann müssen alle Mitglieder die Regeln beachten, die sie sich selbst gegeben haben." Aber Hallo! Scheinbar meinen die es in Brüssel oben voll ernst mit der totalen Bevormundung und Entmündigung der EU-Bürger und mit der Untergrabung souveräner Mitgliedstaaten. Die Utopie des Papieraktes, die schlechteren Staaten auf das Niveau der Besseren zu heben ist kläglich gescheitert, weil diese Staaten BESCHEISSEN und vorab in die eigene Tasche wirtschaften, egal ob da irgendwelche Spielregeln aus Brüssel gelten. Bessere Staaten auf das Niveau der Schlechteren senken, so lautet die Devise.
Ja eine primitive rechte Denke reicht nicht aus, um die Haushaltssituation in der EU zu begreifen.
Die EU-Staaten sind stark verschuldet. Das hat nicht die EU zu verantworten, sondern die nationalen Politiker, die das Geld ihrer Bürger ausgegeben haben. Der Bürger wird und wurde nicht entmündigt, sondern er wurde und wird zur Kasse gebeten, wie dies auch in der Schweiz der Fall ist. Wieviel er zur Kasse gebeten wird, kann er selbst bei den Wahlen mitbestimmen.
Die €-Staaten haben sich zu einer gemeinsamen Währung zusammengetan mit entsprechenden Spielregeln und Verpflichtungen zur Haushaltsdisziplin. Dies ist ein Schutz für die Steuerzahler, kann doch die eigene Regierung legal nicht beliebig Schulden machen. Nun haben die Griechen eben illegal Schulden angehäuft und müssen nun eine Sanierungskur über sich ergehne lassen. Weil nun verschiedene Staaten die Regeln verletzt haben von einem Scheitern der Währungsunion zu sprechen ist sehr doof. Wenn Bürger illegal geschäften oder kriminell werden, so spricht niemand davon, dass der Rechststaat nicht funktioniert, dass er gescheitert ist. Im Gegenteil, man hält diesen erst recht für nötig.
Genau das Gleiche passiert in der Währungsunion. Die Erkenntniss, dass die Regeln gut wären und dass man sich daran halten sollte, ist bei allen gewachsen. Auch die Erkenntnis, dass es Regeln für einen Fall wie Griechenland geben muss, ist dazugekommen. Politiker brauchen die Krise, um einsichtig zu werden und das wird die Währungsunion stärken.
Leider hat Brüssel in Sachen Haushaltsplanung und Verschuldung in den einzelnen Staaten zu wenig Mitspracherecht. Damit ist der Bürger immer noch unzureichend geschützt vor den Begehrlichkeiten der eigenen Politiker.
Dass die rechten Dumpfbacken immer noch nicht geschnallt haben, wer ihnen das Geld aus der Tasche zieht, ist nicht verwunderlich. Sie wehren sich gegen angebliche Bevormundung, um ihren eigenen Politikern völlig ungeschützt ausgeliefert zu sein. Zu glauben, dass nur die Politiker in der EU Gauner wären, ist auch ein Vorrecht der rechten Dummbrüller.