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Deutschland - Wahlanalysen 2009

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Sybilla_D84
Mitglied
#1 ° Gesendet: 30.08.2009 22:17
Landesergebnis Saarland

Saarland Landtagswahl 2004
CDU 47,5 % SPD 30,8 % Grüne 5,6 % FDP 5,2 % Linke 2,3 %

Saarland letzte Wahlumfrage 21.08.08 Forschungsgruppe Wahlen (ZDF)
CDU 36 % SPD 26 % Grüne 6 % FDP 9 % Linke 16 %

Saarland Landtagswahl am 30.08.2009 (vorläufig)
CDU 34,5 % SPD 24,5 % Grüne 5,9 % FDP 9,2 % Linke 21,3 %

Gewinne Verluste:
CDU – 13 %Punkte SPD – 6,3 %Punkte Grüne +0,3%Punkte FDP + 4 %Punkte Linke + 19 %Punkte

http://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/saarland.htm

Fazit:

Die CDU ist der große Wahlverlierer mit einem Minus von 13 %Punkten
Die SPD verliert von Wahl zu Wahl.
Die Grünen können ihre Stammwählerschaft überzeugen.
Die FDP konnte nicht einmal 1/3 der ehemaligen CDU Wähler für sich gewinnen und verharrt im Einsteligenbereich. Von den fabel - haften Umfrageergebnisse von 15 bis 18 % ist die FDP meilenweit entfernt.
Die Linke ist der große Wahlgewinner von der Saar. Das Ziel 20 + X wurde übertroffen.
Die Wählerinnen und Wähler haben durch ihre Stimmabgabe einen Politikwechsel gewählt.

Am 27 August orakelte die FAZ ...Oskar Lafontaine - Rückkehr in eine Welt, die es nicht mehr gibt


Sowohl die letzte Wahlumfrage der Forschungsgruppe Wahlen (ZDF) wie die FAZ haben die Stimmung der Wählerinnen und Wähler im Bezug auf die Linke im Saarland, völlig falsch eingeschätzt.
Loser
Mitglied
#2 ° Gesendet: 30.08.2009 22:22
Das ist nicht das erste Mal und Länderwahlen haben selten einen grossen Einfluss auf die Parlamentswahlen. Lustig wird es jetzt, wenn die SPD die Hosen runterlassen muss, verhandeln mit den Linken ja oder nein ! DAS wird einen Einfluss auf die grossen Wahlen haben, weil im Westen die Wähler da so ihr eigenes Bild haben.
seabream
Mitglied
#3 ° Gesendet: 30.08.2009 22:26
Also MEINE Wahlanalyse ist eine ganz andere:

1. Die Union ist erstmalig die EINZIGE Volkspartei, welche diesen Namen noch verdient. Die Union ist in allen drei Bundesländern ganz klar die stärkste politische Kraft.
2. Die FDP ist die grosse Wahlgewinnerin, ganz einfach desshalb, weil sie sich verdoppelt hat und dies in untypischen FDP Landen.
3. Die SPD ist definitiv von einer Volkspartei zu einer Splittergruppe mutiert.
4. Die Linke hat in Ostdeutschland zweimal verloren. Im Saarland, die Spezialsituation mit Lafontaine, ist nicht relevant für den Bund, da das Saarland ein Miniland ist und praktisch keinen Einfluss auf das Bundesergebnis haben wird.
5. Der Verlust der Union in Thüringen hat nichts mit der CDU zu tun, sondern mit Althaus, da dieser verurteilt wurde wegen fahrlässiger Tötung in Österreich (Skiurlaub). Dies hatte natürlich einen negativen Effekt.
6. In Sachsen, dem grössten und wichtigsten Bundesland wo gewählt wurde, ist die grosse Koaltion von schwarz-rot umgewandelt worden auf schwarz-gelb. Insofern sendet Sachsen das Modell für den Bund aus.

Ein klares Zeichen für eine bürgerliche Mehrheit im Bund.
Loser
Mitglied
#4 ° Gesendet: 30.08.2009 22:30
seabream:
In Sachsen, dem grössten und wichtigsten Bundesland wo gewählt wurde, ist die grosse Koaltion von schwarz-rot umgewandelt worden auf schwarz-gelb. Insofern sendet Sachsen das Modell für den Bund aus.

Ja , Sachsen ist ein gutes Beispiel, Ministerpräsident Tillich hat sogar Fans bei der SPD. 68% sind mit seiner Amtsführung zufrieden, eben sogar SPD Wähler.

http://www.bild.de/BILD/politik/2009/08/30/landtagswahl-in-sachsen/sta nislaw-tillich-und-die-cdu-bleiben-mit-der-fdp-im-amt.html
seabream
Mitglied
#5 ° Gesendet: 30.08.2009 22:33 ° Bearbeitet von: seabream
Loser:
Ja , Sachsen ist ein gutes Beispiel, Ministerpräsident Tillich hat sogar Fans bei der SPD. 68% sind mit seiner Amtsführung zufrieden, eben sogar SPD Wähler.

Eben. Und Merkel sendet bundesweit das Gleiche aus wie Tilich in Sachsen. Also sind die Gewinne der Linken im Saarland für die Bundestagswahl irrelevant.
Als Lafontaine Bundeskanzlerkandidat war hat das Saarland mit 55 % für die SPD gestimmt. Im Bund erhielt er aber nur 33 %. Heute hat das Saarland mit SPD und den Linken 45 % erzielt. Also die Euphorie von @Sybilla zu Gunsten der Linken ist nicht angebracht.
Sybilla_D84
Mitglied
#6 ° Gesendet: 31.08.2009 00:31
Landesergebnis Thüringen (vorläufig)

Landtagswahl Thüringen am 13.06.2004
CDU 43,0 % SPD 14,5 % Grüne 4,5 % FDP 3,6 % Linke 26,1 %
http://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/thueringen.htm

Thüringen Wahlumfrage 21.08.08 Forschungsgruppe Wahlen (ZDF)
CDU 35 % SPD 18 % Grüne 5 % FDP 10 % Linke 25 %
http://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/thueringen.htm

Thüringen Landtagswahl am 30.08.2009 (vorläufig)
CDU 31,2 % SPD 18,5 % Grüne 6,2 % FDP 7,6 % Linke 27,4 %
http://www.statistik.thueringen.de/presse/2009/wa_352_09.htm

Gewinne Verluste:
CDU – 11,8 %Punkte SPD + 4,0 %Punkte Grüne + 1,7 %Punkte FDP + 4 %Punkte Linke + 1,3 %Punkte

Fazit:

Die CDU ist der große Wahlverlierer mit einem Minus von 11,8 %Punkten
Die SPD hat das Projekt 18 erfolgreich umgesetzt.
Die Grünen können ihre Stammwählerschaft überzeugen und verbuchen einen leichten Zuwachs.
Die FDP konnte nur rund 1/3 der ehemaligen CDU Wähler für sich gewinnen und verharrt im Einstelligenbereich. Von den fabel - haften Umfrageergebnisse von 10 % Forschungsgruppe Wahlen (ZDF) ist die FDP meilenweit entfernt.
Die Linke ist auch in Thüringen der Wahlgewinner.
Die Wählerinnen und Wähler haben durch ihre Stimmabgabe einen Politikwechsel und noch demokratischen Spielregeln (Die größere Fraktion einer Koalition erhebt den Führungsanspruch) einen Ministerpräsidenten der „Linken" gewählt.
(Linke und SPD 45 Sitze) (CDU, FDP, Grüne 43 Sitze)
rlarsson
Mitglied
#7 ° Gesendet: 31.08.2009 10:21
Sybilla_D84:
Die Wählerinnen und Wähler haben durch ihre Stimmabgabe einen Politikwechsel gewählt.

So ein Quatsch. Die SPD rühmt sich, dass sie weniger verloren hat als die CDU. Ein wahnsinnig verblendeter Versuch den Leistungsausweis zu beschönigen. Interessant wird wie hier schon erwähnt, die Unterwerfung der SPD hin zu der Partei "Die Linke". Das Projekt Saarland wird abschrecken.

seabream:
Ein klares Zeichen für eine bürgerliche Mehrheit im Bund.

Noch ist nicht aller Tage Abend. Ich hoffe, dass die Deutschen auf die Mauscheleien rot-rot-grün und das vergiftete Marzipan nicht herein fallen werden. Ansonsten gäbe es mittel-/langfristig nur noch einen Ausweg: Auf und davon!
agathon
Mitglied
#8 ° Gesendet: 31.08.2009 12:07 ° Bearbeitet von: agathon
Mein Fazit ist:

Die SPD ist zu wenig links, womit Raum entstanden ist für die neue Linkspartei.

Da macht es die Schweizer SP, wenn zurzeit auch nicht besonders gut, so doch tendenziell richtig. Es gibt neben den Grünen sonst keine andere ernstzunehmende Partei im linken Spektrum. Die Zeiten des New Labor sind vorbei. Sozialdemokratische Politik bedeutet eine linke Politik. Wischiwaschi kommt bei den Wählern nicht an und fördert die Parteiensplitterung im linken Sprektrum.

Zudem wird deutlich, dass das Koalitionssystem in Deutschland je länger je weniger funktioniert, siehe Hessen.

Rot-Rot-Grün wäre allerdings nicht abwegig: Wenn wie in Thüringen mehr als 27% die Linkspartei wählen, dann hat die Linkspartei den selben Wähleranteil wie die SVP in der Schweiz. Frage ich mich, wie es einem SVP-ler wie unserem larsson-Deppen noch in den Sinn kommen kann, man sollte die Linkspartei keinesfalls in die Regierung integrieren. In dem Fall könnren wir bei uns ohne schlechtes Gewissen auch die SVP wieder aus dem BR schmeissen. Oder wie war das nochmals @rlarsson? Ich meine, das mit dem Denken vor dem Schreiben?
rlarsson
Mitglied
#9 ° Gesendet: 31.08.2009 12:42
agathon:
Frage ich mich, wie es einem SVP-ler wie unserem larsson-Deppen noch in den Sinn kommen kann, man sollte die Linkspartei keinesfalls in die Regierung integrieren.

Wo schliesse ich das aus? Diese Länderwahlen sind aus meiner Sicht nun überhaupt keine verlässlichen Gradmesser für die bevorstehende Bundestagswahl. Ausser dass Rot-Rot-Grün mit Bestimmtheit die Steuern erhöhen wird, gab es nicht viel mehr in Erfahrung zu bringen. Ich weiss, dir ist nach der Lafontainschen Marzipanhascherei nun zum feiern zu mute.
Loser
Mitglied
#10 ° Gesendet: 31.08.2009 14:51
@Sybilla_D84

Ich weiss ja nicht, was Du in Punkto FDP da siehst, doch selbst die SPD musste zugeben, das die zu den Gewinnern gehören. Und das in Ländern, wo sie nie so stark waren. Das ist nicht von mir erfunden, sondern gestern bei einer Talkrunde auch so gesagt worden. was diese Forschungsgruppe anbelangt, irren die sich in letzter Zeit ziemlich häufig.
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