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Aktuelle Analysen zur Lage der D Nation

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Sybilla_D84
Mitglied
#141 ° Gesendet: 31.08.2010 21:26
Deutschland: Arbeitsmarkt August 2010:

Deutscher Arbeitsmarkt eine Insel der Glückseligen in einem Meer der steigenden Arbeitslosigkeit?

Wir hören und sehen mit Verwunderung die Arbeitsmarktdaten der Insel der Glückseligen. Wir reiben uns verwundert die Augen. Jeder siebente US-Bürger braucht Lebensmittelmarken - Über 40 Millionen Bürger der USA erhalten Lebensmittel-Marken, etwa 50 Prozent mehr als vor der Rezession. Die USA geben für die gesamte Sozialhilfe rund eine halbe Billion Dollar aus. In den USA, hat sich die Lage am Arbeitsmarkt, in den letzten Monaten gegensätzlich zur der Statistik des deutschen Arbeitsmarkt entwickelt.

Offizielle Zahl der registrierten Arbeitslosen im August 2010
3.188.122 Personen wurden statistisch erfasst
+ 1.376.178 Personen in arbeitsmarktpolitische Instrumente.

Die Zahl der Personen in Arbeitsgelegenheiten (Ein Euro Jobs) wird im BA – Bericht August 2010 Seite 85) auf 318.982 beziffert.

Nach letzten Angaben im Berichtsmonat März 2010, erhielten 385.000 Arbeitslose keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung oder der Grundsicherung. (BA Bericht Juli 2010 Seite 20 – BA im BA Bericht August 2010 ist diese Zahl nicht auffindbar)

ARBEITSLOSE + Personen in Maßnahmen
August 2010 == 4.564.300 betroffene Personen
(zuzüglich der Arbeitslosen die keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung oder der Grundsicherung erhalten)

BA Bericht August 2010 Seite 51 Unterbeschäftigung ohne Kurzarbeit 4.257.082
Personen Unterbeschäftigungsquote 10,0 %


Nach den jüngsten Angaben wurden im März 2010 an 830.000 Arbeitnehmer Kurzarbeitergeld gezahlt. (BA Bericht August 2010 Seite 9)

Leistungsempfänger 3):
ALG I 933.400;
ALG II 4.892.162;
Sozialgeld 1.812.932 (ohne Sozialhilfe SGB XII) BA Bericht August 2010 Seite 51
3) Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit fest. Am aktuellen Rand können die Daten aufgrund von Erfahrungswerten überwiegend hoch gerechnet werden.
Die Zahl der Leistungsempfänger (ALG I, ALG II, Sozialgeld) verharrt mitten im „Arbeitsmarktwunder" weiterhin auf höchsten Niveau die Statistik der BA weist 7.638.494 Personen im Leistungsbezug von Arbeitslosengeld I; Arbeitslosengeld II und Sozialgeld aus.


Auswirkung der Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente auf die Messung der Arbeitslosigkeit BA Bericht Juli 2010 Seite 13 (Im BA Bericht August ist diese Erklärung nicht auffindbar

....Die Neuausrichtung der Instrumente hat indirekt Auswirkungen auf die Vergleichbarkeit der Arbeitslosenzahlen im Zeitablauf. Nach § 16 Absatz 2 SGB III gelten Teilnehmer an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik nicht als arbeitslos. Diese Regelung kommt bei den neuen Maßnahmen nach § 46 SGB III zum Tragen und entsprechend werden Teilnehmer an solchen Maßnahmen einheitlich nicht als arbeitslos geführt. [...] Im April 2009 waren Dritte bundesweit für rund 200.000 Personen mit der Vermittlung nach § 37 SGB III alter Fassung beauftragt. Die Teilnahmen an diesem Instrument laufen ab Mai 2009 sukzessive aus und parallel dazu erhöht sich die Zahl der Teilnahmen an den neuen Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung. Dadurch wird im Vergleich zu früheren Zeiträumen die Arbeitslosenzahl durch Teilnahmen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen stärker entlastet. Dieser Effekt ist bei der Beurteilung der Arbeitslosenzahlen zu berücksichtigen.

Im BA Arbeitsmarktbericht August 2010 wurden in Deutschland statistisch wieder weniger Arbeitslose gezählt, das ist die niedrigste Zahl der Arbeitslosen in einen August seit x Jahren.

Allerdings ist die Definition von Arbeitslosigkeit in Deutschland zahlenfreundlich ausgerichtet.

Erwerbsfähige Hilfebedürftige, die nach Vollendung des 58. Lebensjahres mindestens für die Dauer von zwölf Monaten Leis-tungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende bezogen haben, gelten nach § 53a Abs. 2 SGB II dann nicht als arbeitslos, wenn ihnen in diesem Zeitraum keine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung angeboten werden konnte. (BA – Bericht August 2010 Seite 38)

BA Bericht August 2010 Seite 46

Folgende arbeitsmarktpolitische Instrumente werden aktuell in die Entlastungsrechnung der BA einbezogen:
- Vollzeitäquivalent der Kurzarbeit: Zahl der Kurzarbeiter mal durchschnittlichem Arbeitszeitausfall,
- Maßnahmen des zweiten Arbeitsmarktes: Arbeitsgelegenheiten, ABM, Beschäftigungszuschuss
- berufliche Weiterbildung (einschl. Reha), Eignungsfeststellungs- und Trainingsmaßnahmen (einschl. Reha; Restabwicklung), Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung
- Vorruhestandsähnliche Regelungen: Inanspruchnahme des § 428 SGB III im Rechtskreis SGB III (Restabwicklung), Perso-nen in geförderter Altersteilzeit, Regelung des § 53 a Abs. 2 SGB II
- Förderung der Selbständigkeit: Gründungszuschuss, Einstiegsgeld Variante Selbständigkeit und Existenzgründungszu-schuss (Ich-AG; Restabwicklung).
Außerdem werden Personen, die arbeitsunfähig sind und Arbeitslosengeld auf Basis des §
126 SGB III beziehen, zur Unterbeschäftigung gezählt.

Der BA - Arbeitsmarktstatistik suggeriert für den deutschen Arbeitsmarkt weiterhin eine Insel der Glückseligkeit. Die Arbeitslosenstatistik der BA verzeichnet die übliche Entwicklung am Arbeitsmarkt.. Bei sorgfältiger Betrachtung des BA Monatsbericht fällt allerdings auf, dass viele Zahlen auf Schätzungen und Hochrechnungen beruhen. Für mich stellt sich deshalb abermals die Frage, wird die Zahl der Arbeitslosen seitens der BA gezählt oder - wie zuletzt in Griechenland - geschätzt? Vor allem stellt sich die Frage, woher kommt trotz „boomenden Arbeitsmarkt" das exorbitant hohe Finanzdefizit der BA und der exorbitant hohe Anstieg der Ausgaben für soziale Leistungen (ALG II) bei den Kommunen?

Statistisches Bundesamt - Pressemitteilung Nr.505 vom 22.12.2009 - Deutliches Defizit der Kommunen im ersten bis dritten Quartal 2009

Es handelt sich abermals um ein Paradoxon einerseits spricht der Staatsjournalismus vom „Jobwunder" immerhin ist die Zahl der Arbeitslosen von rund 5 Millionen 2005 auf rund 3 Millionen 2010 gesungen anderseits [url= http://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-07/hartz-IV-mietkosten ]Seit der Einführung von Hartz IV sind die Unterkunftskosten deutlich angestiegen: von 8,7 Milliarden Euro im Jahr 2005 auf voraussichtlich elf Milliarden Euro in diesem Jahr.[/url]

Laut BA Schätzungen/Hochrechnungen befanden sich im Monat August *1,38 Mio. Personen (*vorläufig und hochgerechnet) in einer von Bund oder Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme.BA - Bericht August 2010 Seite 6 Darunter sind nach BA Hochrechnungen/Schätzung 318.982 Personen - BA Bericht August 2010 Seite 85 in einer Arbeitsgelegenheiten nach § 16d SGB II Wobei von einer Untererfassung auszugehen ist, 3) Es ist von einer Untererfassung auszugehen, so haben bundesweit für 2010 [Januar bis Juni, Datenstand Juni 2010 - vorläufige Werte] nur ca. 72 % der Träger Daten zum Einsatz der kommunalen Eingliederungsleistungen (flankierende Leistungen) erfasst. Wie viele Personen in den fehlenden 28 % gefördert werden, wäre reine Spekulation. (BA Bericht August Seite 85 Fußnote 3)

Vor allem im Bereich der Arbeitsgelegenheiten (Ein Euro Jobs) ist eine erhebliche Untererfassung zu vermuten. Hinweis BA Bericht August 2010 Seite 85 Am aktuellen Rand werden die Daten aufgrund von Erfahrungswerten hoch gerechnet. 7) Vergleiche mit Vorjahresergebnissen sind nicht sinnvoll, da rückwirkend ab BM Jan 2010 die Datenbasis und das Messkonzept zur Auswertung von eingelösten VGS (bewilligt 1. Rate) umgestellt und die statistischen Ergebnisse revidiert wurden.


Umstellung der Statistik der gemeldeten Arbeitsstellen

Quelle der Daten: (ACHTUNG, Neue Internetadresse (URL) der Statistik der Bundesagentur für Arbeit http://statistik.arbeitsagentur.de/
Quelle der Daten August 2010
http://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberi chte/Monatsbericht-Arbeits-Ausbildungsmarkt-Deutschland/Monatsberichte /Generische-Publikationen/Monatsbericht-201008.pdf

Wem nützt eine kreative Arbeitslosenstatistik die vielfach auf Schätzungen und Hochrechnungen der BA beruht?

Die Zahl der offiziell registrieren Arbeitslosen bleibt auf niedrigen Niveau die Finanzlage der BA und der Kommunen bleibt angespannt, viele Arbeitslose/Arbeitssuchende werden weiterhin in den „Vierschiebebahnhöfen" – arbeitsmarktpolitische Instrumente und Kurzarbeit sowie in der von der Ministerin angestrebten Ausweitung der steuerfinanzierten Bürgerarbeit, verborgen.

Erstellt von Sybilla am 31.08.10 11 Uhr 00
Jeder darf diesen Bericht unter Hinweis auf die Autorin frei verwenden
Sybilla_D84
Mitglied
#142 ° Gesendet: 01.09.2010 22:58
Der „Erfolg" von Hartz IV und der gefühlte Jobboom resultiert vor allem in der Ausweitung des Niedrigstlohnsegment des Arbeitsmarktes, alleine die Zahl der Minijobber in Privathaushalten ist seit 2007 um rund 50 Prozent gestiegen. ... Im Bereich der gewerblichen Minijobs gab es im zweiten Quartal dieses Jahres 6,8 Millionen Beschäftigte. Im Bezug auf ergänzende ALG II Leistungen (1,4 Millionen Personen) wird immer wieder behauptet das diese nur selten länger als 1 Jahr bezahlt würden. Dazu sollte man wissen das jede Unterbrechung des Minijobs auch eine Unterbrechung der ergänzenden ALG II Leistungen bedeutet. Im konkreten kann das zum Beispiel so sein, dass eine Familie eine Haushaltshilfe nur von September bis Juli beschäftigt im Ferienmonat August ist der Minijob der Haushaltshilfe und der Bezug des ergänzenden ALG II unterbrochen. Das „Urlaubsgeld" der Haushaltshilfe zahlt das Jobcenter ebenso die ergänzenden ALG II Leistungen der Minijob Haushaltshilfe, also die Solidargemeinschaft der Steuerzahler. Das der „Beschäftigungsboom" am Arbeitsmarkt 6,8 Millionen Beschäftigte in gewerblichen Minijobs beinhaltet, ist zumindest für mich nicht überraschend.
Sybilla_D84
Mitglied
#143 ° Gesendet: 01.09.2010 23:47
In den letzten Jahren entwickelte sich der Einzelhandelsumsatz in der Tendenz negativ, diese tendenziell negative Entwicklung der Einzelhandelsumsätze, stand meistens im Widerspruch zur der von der GfK ermittelten Kauflaune der Konsumenten.

Diese kognitive Dissonanz wurde nun durch „methodischen Verbesserungen" bei der Erfassung des Einzelhandelsumsatzes aufgehoben (Was nicht passt wird passend gemacht)


Hier wird deutlich das durch die „methodischen Verbesserungen" die Statistik der Einzelhandelsumsätze förmlich in die Höhe katapultiert werden. Und das ohne das ein Konsument einen Euro mehr für den Konsum ausgegeben hat.

Und endlich passen die Umfragen der Gfk zum Konsumklima der Konsumenten zu den Einzelhandelsumsätzen die durch das statistisches Bundesamt aufgrund „„methodischen Verbesserungen" ermittelt werden, zusammen.

Pressemitteilung Nr.304 vom 01.09.2010 Einzelhandelsumsatz im Juli 2010 real um 0,8% gestiegen

Das ist der Beweis der Aufschwung hat den Konsumenten erreicht.
Frei nach dem Pipi Langstrumpf Prinzip ... Ich mach' mir die Welt wie sie mir gefällt.
razzar
Mitglied
#144 ° Gesendet: 02.09.2010 11:41
Sybilla_D84:
Frei nach dem Pipi Langstrumpf Prinzip ... Ich mach' mir die Welt wie sie mir gefällt.

Nur ist die Pipi in den Filmen nie auf die Nase gefallen deswegen. Aber dieses Zahlenverwürgsystem, trotz immer noch weiterführender Geldverschiebung nach oben, scheitert zwangsläufig, und ziemlich sicher mit grausamer Armutgenerierung weil ja die Defizite wieder dem schon armen Volk abgezockt werden. Das läuft schon Jahre so und wird sich mit diesen Regierungen auch nicht ändern.
Sybilla_D84
Mitglied
#145 ° Gesendet: 07.09.2010 00:05 ° Bearbeitet von: Sybilla_D84
Das Geschäft mit der Armut und den Armen

Ein Euro Jobs oder Bürgerarbeit oder Pflegehelfer das Geschäft mit der Armut der Armen blüht wie selten zuvor.[url=http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/zeitfragen/1249341/ ]Mittlerweile tauchen in den Medien immer mehr Beispiele dubioser Sozialfirmen auf, zumeist gemeinnützige GmbHs. Für die Anbieter eröffnen sich viele Chancen, besonders lukrative Strukturen aufzubauen.[/url]

Dienstmaserati und Traumrendite - Vom neuen Profitstreben in der Sozialarbeit

Manuskript zur Sendung als PDF-Dokument


Audio - Podcast


Die aktuelle Forderung von Frau Merkel "Pflege statt Hartz IV" ist ein weiteres Mosaiksteinschen, einer Gedanken-Welt in der Kinder von Hartz IV Familien mit (Bildungs)Chipkarten und Pflegebedürftige mit Hartz IV Leistungsempfänger versorgt werden sollen.

Bei objektiver Betrachtung scheinen die neoliberalen Wahnideen der Obrigkeit anhand der Leistung/Nutzen Rechnung des Humankapitals ( der Bürger) immer deutlicher durch.
Sybilla_D84
Mitglied
#146 ° Gesendet: 24.09.2010 22:33
Angesicht der multimedialen Stimmungslage könnten manche arglose Bürger/innen glauben es gäbe tatsächlich ein Wirtschaftswachstum XXL und zusätzlich ein Jobwunder.

Allerdings sind die harten Fakten bei weitem weniger positiv zubewerten.

18.09.2010 12:44 Siemens-Tochter SIS baut 2.000 Arbeitsplätze ab Bei der Siemens-Tochter SIS ist vorerst keine Besserung in Sicht.

Hier werden Arbeitsplätze von hoch qualifizierten Mitarbeitern abgebaut.

22.09.2010 - 19:06 Auftragsverluste bei Continental Rund 600 Arbeitsplätze in Dortmund bedroht

22.09.2010 16:19 Uhr Pharmakonzern Abbott streicht 290 von 800 Stellen in Hannover.

Nun gut nachdem die Wirtschaft in 2009 um 6 % abgestürzt ist der 3 % Aufschwung in 2010 immerhin eine deutliche Erholung, allerdings fällt diese Erholung nicht so strak aus, als von Experten erwartet.

Wie erklärt sich das multimedial beschworene „Jobwunder"?

Panorama vom 23. September 2010 Zweifelhaftes Wirtschaftswunder: Mini-Jobs mit Maxi-Schaden

Das" Jobwunder" findet vor allem im Bereich der 400 € Minijobs statt, diese Minijobs werden nicht wie geplant zum Einstieg in den Arbeitsmarkt sondern immer mehr zum Ausstieg aus der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Die von der Solidargemeinschaft der Steuerzahler subventionierten Jobs (ergänzendes ALG II) werden vor allem als Sparmodell genutzt: weniger Steuern, weniger Sozialabgaben. Für 400-Euro-Jobs fällt keine Einkommenssteuer an, ihr Gehalt erhalten die Minijobber "brutto für netto". Für die Sozialabgaben fällt nur eine Pauschale an....

Worin liegt nun der maximale Schaden?

1. Eine Erhöhung der ALG II Regelsätze betrifft nicht nur die statistisch erfassten Arbeitslosen (August 2010 3.188.122 Personen) sondern alle rund 6,8 Millionen Leistungsempfänger (ALG II, Sozialgeld) Aufgrund der geschaffenen Arbeitsmarktstrukturen ist die Anpassung der Hartz IV Mindestsicherung sehr kostspielig.

2. Die Steuereinnahmen der Einkommenssteuer sinken ebenso wie in der gesetzlichen Sozialversicherung (RV;GKV;PV) rapide ab, die Löcher werden größer in der Folge wird das Renteneintrittsalter (Altersrente) auf 67 angehoben und die Löcher der GKV auf Kosten der Versicherten Arbeitnehmer durch Zusatzbeiträge geschlossen.

3. Der Konsum bricht weiter ein, weil die Konsumenten immer weniger Kaufkraft (weniger Netto vom Brutto) besitzen und das anwachsende Heer der Niedriglohnbeschäftigten nur noch auf den Niveau der Existenzsicherung (Arbeit + ergänzendes ALG II) entlohnt wird.

Die Folgen des Schadens?


daraus:


Von einem Wirtschaftswachstum xxl oder gar einen echten „Jobwunder" fehlt nach wie vor jede Spur, im Gegenteil die Fakten zeigen in den Medien wird eine Welt gemalt so wie die Welt den regierenden gefällt. Die Bürger/innen die Arbeitnehmer/innen die Rentner/innen und die Kranken und rund 7,7 Millionen Leistungsempfänger (mit Arbeitslosengeld I, ALG II-Hartz IV und Sozialgeld) nehmen weder am Aufschwung xxl teil noch verbessert das „Jobwunder" der Minijobs ihre Einkommenssituation.

Statt hier alle verbalen Kniffe, rhetorische Finten und multimedialen Legenden zu entzaubern, kann ich nur empfehlen: Hören Sie zu, halten sie die Augen offen, merken Sie auf, haben Sie acht!

Aufwachen!!! Nicht träumen!!!

wir sinken nicht
Sybilla_D84
Mitglied
#147 ° Gesendet: 30.09.2010 14:07 ° Bearbeitet von: Sybilla_D84
Deutschland: Arbeitsmarkt September 2010:

Ist der deutsche Arbeitsmarkt eine Insel der Glückseligen in einem Meer der steigenden oder hohen Arbeitslosigkeit in Europa und den USA?

Wir hören und sehen mit Verwunderung die Arbeitsmarktdaten der Insel der Glückseligen. Wir reiben uns verwundert die Augen. Jeder siebente US-Bürger braucht Lebensmittelmarken - Über 40 Millionen Bürger der USA erhalten Lebensmittel-Marken, etwa 50 Prozent mehr als vor der Rezession. Die USA geben für die gesamte Sozialhilfe rund eine halbe Billion Dollar aus. In den USA, hat sich die Lage am Arbeitsmarkt, in den letzten Monaten gegensätzlich zur der Statistik des deutschen Arbeitsmarkt entwickelt.

Offizielle Zahl der registrierten Arbeitslosen im September 2010
3.031.354 Personen wurden statistisch erfasst
+ 1.430.234 Personen in arbeitsmarktpolitische Instrumente. (August 2010 1.376.178 Personen)

Die Zahl der Personen in Arbeitsgelegenheiten (Ein Euro Jobs) wird im BA – Bericht September 2010 Seite 81) auf 324.238 beziffert.( Es ist von einer Untererfassung auszugehen, so haben bundesweit für 2010 [Januar bis Juni, Datenstand Juni 2010 - vorläufige Werte] nur ca. 72 % der Träger Daten zum Einsatz der kommunalen Eingliederungsleistungen (flankierende Leistungen) erfasst.)

Außer den Leistungsempfängern gab es im Mai noch 375.000 Arbeitslose, die im Berichtsmonat keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung oder der Grundsiche-rung bezogen. (BA Bericht September 2010 Seite 18 )

ARBEITSLOSE + Personen in Maßnahmen
September 2010 == 4.461.588 betroffene Personen
(zuzüglich der Arbeitslosen die keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung oder der Grundsicherung erhalten)

7) Vergleiche mit Vorjahresergebnissen sind nicht sinnvoll, da rückwirkend ab BM Jan 2010 die Datenbasis und das Messkonzept zur Auswertung von eingelösten VGS (bewilligt 1. Rate) umgestellt und die statistischen Ergebnisse revidiert wurden. (BA Bericht September 2010 Seite 81)


BA Bericht September 2010 Seite 49 Unterbeschäftigung ohne Kurzarbeit 4.131.157
Personen Unterbeschäftigungsquote 9,7 %


Nach Angaben der BA wurden im März 2010 an 874.346 Arbeitnehmer Kurzarbeitergeld gezahlt. (Ab April 2010 vorläufig hochgerechnete Daten auf Basis von Abrechnungslisten) Nach den jüngsten vorläufigen hochgerechneten Daten waren im Juli 288.000 Arbeitnehmer in konjunkturell bedingter Kurzarbeit nach § 170 SGB III (BA Bericht September 2010 Seite 9 )

Leistungsempfänger 3):
ALG I 865.663;
ALG II 4.832.440;
Sozialgeld 1.799.582 (ohne Sozialhilfe SGB XII) BA Bericht September 2010 Seite 49 3) Endgültige Werte stehen erst nach einer Wartezeit fest. Am aktuellen Rand können die Daten aufgrund von Erfahrungswerten überwiegend hoch gerechnet werden.
Die Zahl der Leistungsempfänger (ALG I, ALG II, Sozialgeld) verharrt mitten im „Arbeitsmarktwunder" weiterhin auf höchsten Niveau die Statistik der BA weist 7.497.685 Personen im Leistungsbezug von Arbeitslosengeld I; Arbeitslosengeld II und Sozialgeld aus.


5. Statistische Hinweise zur Arbeitsmarktpolitik[B] - Auswirkung der Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente auf die Messung der Arbeitslosigkeit BA Bericht September 2010 Seite 44 [/B]

Auszug aus dem BA Bericht Juli 2010:
....Die Neuausrichtung der Instrumente hat indirekt Auswirkungen auf die Vergleichbarkeit der Arbeitslosenzahlen im Zeitablauf. Nach § 16 Absatz 2 SGB III gelten Teilnehmer an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik nicht als arbeitslos. Diese Regelung kommt bei den neuen Maßnahmen nach § 46 SGB III zum Tragen und entsprechend werden Teilnehmer an solchen Maßnahmen einheitlich nicht als arbeitslos geführt. [...] Im April 2009 waren Dritte bundesweit für rund 200.000 Personen mit der Vermittlung nach § 37 SGB III alter Fassung beauftragt. Die Teilnahmen an diesem Instrument laufen ab Mai 2009 sukzessive aus und parallel dazu erhöht sich die Zahl der Teilnahmen an den neuen Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung. Dadurch wird im Vergleich zu früheren Zeiträumen die Arbeitslosenzahl durch Teilnahmen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen stärker entlastet. Dieser Effekt ist bei der Beurteilung der Arbeitslosenzahlen zu berücksichtigen.

Im BA Arbeitsmarktbericht September 2010 wurden in Deutschland statistisch wieder weniger Arbeitslose gezählt, das ist die niedrigste Zahl der Arbeitslosen in einen September seit x Jahren.

Allerdings ist die Definition von Arbeitslosigkeit in Deutschland zahlenfreundlich ausgerichtet.

Erwerbsfähige Hilfebedürftige, die nach Vollendung des 58. Lebensjahres mindestens für die Dauer von zwölf Monaten Leis-tungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende bezogen haben, gelten nach § 53a Abs. 2 SGB II dann nicht als arbeitslos, wenn ihnen in diesem Zeitraum keine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung angeboten werden konnte. (BA – Bericht September 2010 Seite 65)

BA Bericht September 2010 Seite 44

Folgende arbeitsmarktpolitische Instrumente werden aktuell in die Entlastungsrechnung der BA einbezogen:
- Vollzeitäquivalent der Kurzarbeit: Zahl der Kurzarbeiter mal durchschnittlichem Arbeitszeitausfall,
- Maßnahmen des zweiten Arbeitsmarktes: Arbeitsgelegenheiten, ABM, Beschäftigungszuschuss
- berufliche Weiterbildung (einschl. Reha), Eignungsfeststellungs- und Trainingsmaßnahmen (einschl. Reha; Restabwicklung), Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung
- Vorruhestandsähnliche Regelungen: Inanspruchnahme des § 428 SGB III im Rechtskreis SGB III (Restabwicklung), Perso-nen in geförderter Altersteilzeit, Regelung des § 53 a Abs. 2 SGB II

Der BA - Arbeitsmarktstatistik suggeriert für den deutschen Arbeitsmarkt weiterhin eine Insel der Glückseligkeit. Die Arbeitslosenstatistik der BA verzeichnet die übliche Entwicklung am Arbeitsmarkt.. Bei sorgfältiger Betrachtung des BA Monatsbericht fällt allerdings auf, dass viele Zahlen auf Schätzungen und Hochrechnungen beruhen. Für mich stellt sich deshalb abermals die Frage, wird die Zahl der Arbeitslosen seitens der BA gezählt oder - wie zuletzt in Griechenland - geschätzt? Vor allem stellt sich die Frage, woher kommt trotz „boomenden Arbeitsmarkt" das exorbitant hohe Finanzdefizit der BA und der exorbitant hohe Anstieg der Ausgaben für soziale Leistungen (ALG II) bei den Kommunen?

Statistisches Bundesamt - Pressemitteilung Nr.505 vom 22.12.2009 - Deutliches Defizit der Kommunen im ersten bis dritten Quartal 2009

Es handelt sich abermals um ein Paradoxon einerseits spricht der Staatsjournalismus vom „Jobwunder" immerhin ist die Zahl der Arbeitslosen von rund 5 Millionen 2005 auf rund 3 Millionen 2010 gesungen anderseits [URL="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-07/hartz-IV-mietkost en"]Seit der Einführung von Hartz IV sind die Unterkunftskosten deutlich angestiegen: von 8,7 Milliarden Euro im Jahr 2005 auf voraussichtlich elf Milliarden Euro in diesem Jahr.[/URL]

Das Geschäft mit der Armut und den Armen

Ein Euro Jobs oder Bürgerarbeit oder Pflegehelfer das Geschäft mit der Armut der Armen blüht wie selten zuvor.Mittlerweile tauchen in den Medien immer mehr Beispiele dubioser Sozialfirmen auf, zumeist gemeinnützige GmbHs. Für die Anbieter eröffnen sich viele Chancen, besonders lukrative Strukturen aufzubauen.

Dienstmaserati und Traumrendite - Vom neuen Profitstreben in der Sozialarbeit

Manuskript zur Sendung als PDF-Dokument

Audio - Podcast


Die aktuelle Forderung von Frau Merkel "Pflege statt Hartz IV" ist ein weiteres Mosaiksteinschen, einer Gedanken-Welt in der Kinder von Hartz IV Familien mit (Bildungs)Chipkarten und Pflegebedürftige mit Hartz IV Leistungsempfänger versorgt werden sollen.

Bei objektiver Betrachtung scheinen die neoliberalen Wahnideen der Obrigkeit anhand der Leistung/Nutzen Rechnung des Humankapitals ( der Bürger) immer deutlicher durch.


Umstellung der Statistik der gemeldeten Arbeitsstellen

Quelle der Daten: Neue Internetadresse
Statistik der Bundesagentur für Arbeit
Quelle der Daten September 2010
http://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberi chte/Monatsbericht-Arbeits-Ausbildungsmarkt-Deutsch
Sybilla_D84
Mitglied
#148 ° Gesendet: 06.10.2010 22:50
Jobwunder oder Statistik-wunder?

Die Zahlen zur Erwerbstätigkeit und zur Arbeitslosigkeit werden in den Medien verkürzt wiedergegeben und von der Politik einseitig tendenziös interpretiert. Wir brauchen Glasnost (russ.) „Offenheit, Transparenz, Informationsfreiheit"

So ist nicht nachvollziehbar transparent dargestellt, das neben der Gruppe der Maßnahmen Teilnehmer in der Regel auch die Gruppe der unter 25 jährigen und über 58 jährigen aus der Statistik der Arbeitslosen verschwunden sind obwohl auch diese Personen arbeitslos sind.

Als Erwerbstätigkeit zählt: Tätigkeit (Mini-Job) einem Ein-Euro-Job nachgehen und Personen in Mutterschutz oder Elternzeit....!!!


Und selbstverständlich wird die die Zahl der Erwerbstätigen nicht durch zählen sondern durch eine Schätzung ermittelt.

Die Erwerbstätigenzahlen der Erwerbstätigenrechnung stützen sich auf eine Vielzahl von statistischen Quellen, um möglichst alle verfügbaren Datenquellen in die Schätzung einfließen zu lassen.

Die Propaganda-Aussage das die Erwerbstätigkeit und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf immer neue Höchststände steigt, können wir guten Gewissens der Pipi Langstrumpf Welt der Märchen und Mythen zuordnen.


Die Krux ist, das jede/r das scheitern von Hartz IV erkennen kann, ohne das er/sie nur einen Blick auf Statistiken benötigt. Alleine die finanziellen Mehrausgaben der Kommunen und des Bundes seit 2005 sind der Beweis dass, das angestrebte Ziel der Entlastung der Sozialhaushalte nicht nur nicht erreicht wurde sondern das die Sozialhaushalte der Kommunen mit der Einführung von Hartz IV sprichwörtlich - wie die Zahl der Personen in Armut/Armutsgefährdung - explodiert sind.

In einen Satz die Steuerzahler zahlen in Hartz IV mehr ein aber viele ALG II Leistungsempfänger erhalten weniger. (als 2004)
Das Geld versickert in Arbeitsmarkt-Maßnahmen (Bürgerarbeit/Ein Euro Job/ ...) und ergänzenden ALG II/ Hartz IV Zahlungen (Minijobber, Leih und Zeitarbeit, prekäre Bschäftigung...)

Zunahme von Niedriglöhnen - Experten warnen vor Folgen für das Sozialsystem

Qualität der Arbeit
Sybilla_D84
Mitglied
#149 ° Gesendet: 10.10.2010 00:58
Vor der letzten Landtagswahl in Bayern konnte sich kaum ein politisch interessierter in Deutschland vorstellen, dass die CSU von einer 2/3 Parlamentsmehrheit zum Erhalt der Regierung von den bayerischen Wähler/innen in eine Koalition gezwungen wird. Heute scheint der Weg der bayerischen CSU in die Opposition vorgezeichnet.

Nach der Wahl von Horst Seehofer zum Ministerpräsidenten und CSU Vorsitzenden wurde zwar die nähe zu den Bürgern beschworen, was wir in letzter Zeit hören klingt dann doch nach abgehobener arrogant vorgetragener populistischer Demagogie.

Das Volk, die Wähler und Wählerinnen die gegen eine Verlängerung der Laufzeit des AKW Isar 1 ihren Bürgerprotest artikulieren werden von den CSU vorderen ( MP Seehofer )missachtet und ignoriert.

Dieser sucht sein Heil in Aussagen wie: Die Arbeitslosen "die könnten, aber nicht wollten" richtig Herr Seehofer, alle Arbeitslosen können schon heute von der Arbeitsverwaltung gegen ihren Willen in Ein Euro Jobs, Bürgerarbeit zur Arbeit zwangsverpflichtet werden, wer nicht will, dem wird schon heute bis die ALG II Leistung bis auf null (entgegen dem BVerfG - Urteil vom 09.Feb.2010) gekürzt/sanktioniert.


Als die Machthaber die Arbeitslosen zur Arbeit in Ein Euro Jobs/Bürgerarbeit verpflichtet haben, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Arbeitsloser
Als die Machthaber die Demonstranten in Stuttgart verletzten, habe ich geschwiegen;
ich war ja kein Demonstrant.
Als die Machthaber mich ungerecht und brutal behandelten,
gab es niemanden, der sich protestieren traute.

Wie sozial demokratisch und rechtsstaatlich sind unsere Machthaber?
Sybilla_D84
Mitglied
#150 ° Gesendet: 22.10.2010 22:04
In den Medien wächst die deutsche Wirtschaft alltäglich um 3,x % gefühlt ist die deutsche Wirtschaft in der letzten Woche zumindest in den Medien um 30 % gewachsen. Die euphorischen Sensationsmeldungen vom Aufschwungswunder XXXL überschlagen sich für 2011 wird eine offizielle Arbeitslosenzahl weit unter 3 Millionen prognostiziert.

Viele reiben sich verwundert die Augen und zweifeln an den gelernten Lehrsätzen der Ökonomie, in der Lehre gilt der Lehrsatz das nur eine wachsende Wirtschaftsleistung neue Arbeitsplätze generiert, hingegen wird nun verkündet das trotz gesunkener Wirtschaftsleistung
2008 == 100
2009 - 5,x %
2010 ein "Rekordplus" von 3,X %
2010 == ca. 98
ein erheblicher Zuwachs an Arbeitsplätzen registriert wurde.
Die Zahl der gezählten Arbeitslosen ist laut Prognosen im Oktober 2010 entgegen aller wirtschaftlicher Lehren und Lehrsätze trotz geringerer Wirtschaftsleistung "Das Bruttoinlandsprodukt ist immer noch weit unter Vor-Krisen-Niveau,niedriger als im Oktober 2008.

Wenn das tatsächlich auf wirtschaftlichen und konjunkturellen Entwicklungen und nicht auf statistischen Tricksen beruht sind alle gelehrten Lehren und Lehrsätze der Betriebs - und Volkswirtschaft falsch und müssen als null und nichtig verworfen werden.

Paul Krugman:


Medien und Meinungsmacher malen eine Welt so wie sie der Obrigkeit gefällt.

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Die Problematik der trügerischen Aufschwungseuphorie ist, das es tatsächlich einen Aufwärtstrend vor allem in der Exportwirtschaft gibt. Diese Wachstumsraten werden dann im multimedialen Gleichklang als gesamtwirtschaftlicher Wachstumsprozess deklariert.

Die Binnenkonjunktur ist keineswegs von den Wachstumsraten des Exportsegments der Wirtschaft betroffen, das statistische Bundesamt meldet nach einen langjährigen Abwärtstrend bei den Einzelhandelsumsätzen jetzt aufgrund einer Umstellung der statistischen Erfassungsgrundlage steigende Einzelhandelsumsätze. Aber der Wert der verkauften Güter und Dienstleistungen innerhalb der Binnenkonjunktur sinkt nach wie vor rapide ab.

Diese Absinken ist dem "Erfolg" der Arbeitsmarktpolitik geschuldet, so entstehen bei gleichzeitiger Abnahme von Regelarbeitsplätzen in immer höherer Geschwindigkeit prekäre Beschäftigungsverhältnisse (1 Euro Jobs; Bürgerarbeit; Minijobs; Leih und Zeitarbeit) diese Entwicklung führt zwar zum Absinken der gezählten Arbeitslosen, erhöht aber die Zahl der Hartz IV/ALG II Leistungsempfänger und die Kosten für die Gemeinschaft der Steuerzahler.

Ebenso profitieren von Tariflohnerhöhungen nur jene Arbeitnehmer die sich in einer Tarif-vertraglich geschützten Beschäftigung befinden, nicht aber die prekär Beschäftigten in 1 Euro Jobs; Bürgerarbeit und Minijobs. In der Leih und Zeitarbeitsbranche lässt der geforderte Mindestlohn für Leih/Zeitarbeit weiter auf sich warten.

Das Fazit

Ich sehe einen wirtschaftlichen Aufschwung dieser sich aber nicht wie multimedial suggeriert, die gesamte Wirtschaft sondern nur wenige Segmente der Wirtschaft erfasst.

Die Zahl der Arbeitslosen sinkt, aber die entstehenden Beschäftigungsverhältnisse beruhen bei ca. 1,5 Millionen Arbeitsplätzen auf ergänzenden Hartz IV Leistungen. Im völlig überdehnten Niedriglohnsektor (6,5 Millionen Beschäftigte, der Staat subventioniert den Niedriglohnsektor mit 9,3 Milliarden Euro jährlich.) kommt in der Regel weder der multimediale herbeigeredete Aufschwung noch Tariflohnerhöhungen an.

Wer die Binnenkonjunktur stärken möchte darf nicht nur einen kräftigen Anstieg der Tariflöhne einfordern (dieser von der Seite der Wirtschaft - Super XXXL Aufschwungs-wunder - bereits als nicht finanzierbar verworfen wird) sondern der Weg zur Stärkung der Konjunktur und Aufschwung für alle führt über einen gesetzlichen Mindestlohn auf westeuropäischen/westrheinischen Niveau.
Das Argument das ein gesetzlicher Mindestlohn Arbeitsplätze vernichtet wird durch die Bundesarbeitsministerin entkräftet, denn diese wird nicht müde in jeder Talk-Show gefragt oder ungefragt die Feststellung zutreffen, das Personen nur aufgrund geringer Arbeitszeit oder großer Kinderzahl ergänzende ALG II/Hartz IV Leistungen benötigen.
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