seabream:
Der Mindestlohn in Deutschland hätte aber vorallem in den neuen Bundesländer erhebliche Nachteile. Viele Stellen würden sohin verschwinden und würden einer Konzentration unterworfen. Rede mal mit einem Bäcker oder Handwerker in Ostdeutschland. Er müsste die Leute entlassen und viele kleine Betriebe müssten schliessen. Also eine Stütze zur Binnenkonjunktur wäre dies sicher nicht.
Wenn das so wäre hätte es in Ostdeutschland in den vergangenen 20 Jahren eine Job - Boom geben müssen, denn die Löhne im Osten waren immer niedriger als die Löhne im Westen.
Nein die These das ein gesetzlicher Mindestlohn Arbeitsplätze vernichtet ist nicht haltbar weil widerlegt.
Ich denke, das die Wirtschaft in D sollte die Ausbildung der Arbeitnehmer so durchführen das die Arbeitnehmer auch mit gesetzlichen Mindestlohn auf westeuropäischen Niveau eine rentable Produktivität erreichen. Die Wirtschaft muss demnach mehr in die Ausbildung der Arbeitnehmer investieren dann steigt die Rentabilität und die Produktivität.
Allerdings wirft unendlich steigende Rentabilität und die Produktivität enorme Probleme auf. Die sich in sinkenden Absatz (Marktsättigung) und sinkenden Preisen manifestieren. Wer die Ideologie von steigender Rentabilität und die Produktivität in einer Zeitlinie denkt die über ein Quartal hinausreicht, wird sehr schnell erkennen, das diese Ideologie unweigerlich in eine volkswirtschaftliche Sackgasse führt. (Siehe Krise)
Fazit: Der Weg der in die Krise geführt hat, kann nicht der Weg sein der aus der Krise herausführt.
Sicher ist alleine das Amen in der Kirche, alles andere ist den menschlichen Willen unterworfen.
Trendwende in den USA
In jüngster Zeit mehren sich die Stimmen, die den konventionellen Pro – und Kontra- Argumenten widersprechen. So ist Nobelpreisträger Robert Solow (MIT) der Auffassung, daß sich seit einer Expertenumfrage des American Economic Review im Jahr 1978, bei der 90% der befragten Volkswirte der Meinung waren, Mindestlohnanhebungen führten zu höherer Arbeitslosigkeit unter gering qualifizierten Arbeitnehmern, dieser Prozentsatz inzwischen wahrscheinlich halbiert habe. Zu einem Wendepunkt in der Mindestlohndebatte kam es 1995 aufgrund der berühmten Studie der Ökonomen David Card und Alan Krueger (Princeton), die feststellten, daß es im U.S.-Bundesstaat New Jersey trotz des höheren Mindestlohns im Vergleich zum Nachbarstaat Pennsylvania zu einem höheren Wachstum an Arbeitsplätzen gekommen war. Die Studie wird heute oft als Beweis dafür zitiert, daß der Effekt des Mindestlohns auf den Arbeitmarkt geringer sei als bisher konventionell angenommen. "Heute geht es in der Debatte darum, wie klein der Effekt ist, nicht darum, wie groß er ist", kommentiert ein Arbeitsmarktexperte. Vor diesem Hintergrund, so Nobelpreisträger Joseph Stiglitz, ehemaliger Chefökonom der Weltbank, werden die gesellschaftlichen Konsequenzen der Mindestlohnanhebung immer wichtiger. Seit dem letzten Mindestlohnanstieg vor 10 Jahren ist die Arbeitslosigkeit in den USA weiter zurückgegangen. Stiglitz zieht das Resümee: "Die Anhebung des Mindestlohnes wurde von anderen Arbeitsmarktfaktoren vollkommen überlagert." * Hervorhebungen von Sybilla
Die US - Bundesregierung gibt einen nationalen Mindestlohn vor, von dem die Bundesstaaten nach oben hin abweichen können. Den höchsten gesetzlichen Mindestlohn in den USA hat Santa Fe 10,50 Dollar ab Januar 2008.
USA: Wahlen brachten Mindestlohn-ErhöhungMit 9,50 Dollar (7,50 Euro) hat Santa Fe (New Mexico) unter den Städten die Nase vorn. Und die nächste Erhöhung ist schon beschlossene Sache. Denn der Mindestlohn ist dort, wie eine Studie der University of New Mexico zeigt, kein Anlass zum Mitarbeiterabbau. Vielmehr hat die Beschäftigung seit der letzten Erhöhung kräftig zugenommen. Ab Januar 2008 gilt daher in Santa Fe: Kein Lohn unter 10,50 Dollar! (etwa 8,29 Euro)
Es gibt die These und die Zahl der Befürworter wächst, dass die globalen Sozialreformen ala Agenda 2010 die aktuelle Krise verstärken oder gar ausgelöst haben. Die Kaufkraft und die Reallöhne in D stagnieren im Durchschnitt seit 10 Jahren. Eine wachsende Zahl von Privatinsolvenzen ist ein deutliches Alarmsignal. Es muss verstärkt Kapital und Vermögen besteuert werden. Eine Börsenumsatzsteuer (Tobinsteuer) ist dringend geboten. Die Beiträge zu den Sozialversicherungen müssen von Lohnberechnung auf Umsatzberechnung umgestellt werden. "Kleine Unternehmen" mit wenigen Mitarbeitern die aber Millionenumsätze generieren müssen stärker an der Finanzierung der Sozialversicherungen beteiligt werden. Unternehmen mit hoher Beschäftigungszahl und relativ kleineren Umsatz pro Arbeitnehmer können dann entlastet werden.
Der "Markt" ist kein göttliches Wesen der Neoliberalismus ist keine Religion sondern eine sehr fehlerhafte Ideologie die wenigen nützt und vielen schadet. Es gibt keine Naturgesetze der Ökonomie aber es gibt ideologisierte Menschen die keine andere Wahrheit/Weisheit sehen als die eigene. Menschen können alle Regeln ändern die einen "Wirtschaftsmarkt" beherrschen, wirklich alle. Eine Entlohnung muss primär eine Grundsicherung der Arbeitnehmer ermöglichen nur dann kann ein Prinzip der Märkte Anwendung finden.
Wobei das Prinzip der Märkte in vielen Bereichen aus unterschiedlichen Gründen ausgehebelt ist. Ich denke zum Beispiel an den Energiesektor der von Oligopolen und Monopolen beherrscht wird.
Schwache Nachfrage Erzeugerpreise Juli 2009: – 7,8% gegenüber Juli 2008 fallen so stark wie nieDie wirtschaftliche Lage wird immer düsterer die Politik der eingeschlafenen Hände zeigt ihre Wirkung.