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Ausland: 15 Prozent weniger Raucher

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Sandro
Admin
#1 ° Gesendet: 22.02.2006 11:25
Ausland: 15 Prozent weniger Raucher
Die Zahl der Raucher in Europa hat in den letzten zehn Jahren deutlich abgenommen. Während das aktive Rauchen um 15 Prozent zurückging, sank die Zahl der passiven Raucher durch den Qualm anderer um 40 Prozent.[..] Zu diesem Erfolg hätten unter anderem strengere Vorschriften zum Rauchen in der Öffentlichkeit beigetragen. In vielen Ländern ist das Rauchen beispielsweise in Restaurants mittlerweile verboten.

Aber sicher, wir Schweizer warten mit grosser Geduld und kratzendem Hals auf die Eigenverantwortung der Wirte. Doch ob mans glaubt oder nicht, sie werden NIX tun, weil es keine Kohle bringt. Deshalb gibt es nur eins: Gesetze, und zwar griffige und konsequente.
driv3r
Mitglied
#2 ° Gesendet: 22.02.2006 12:40
Ja, wir haben ja keine anderen Probleme als die paar wenigen Raucher, welche heute noch am Stammtisch hocken.

Das Extreme ist der Feind des Guten, das solltest du Dir merken Sandro.
Pirelli
Blog Autor
#3 ° Gesendet: 22.02.2006 12:42 ° Bearbeitet von: Pirelli
Ich mit dir einig, dass das Rauchen zu lange überall selbstverständlich war. Trotzdem wehre ich mich aus verschiedenen Gründen gegen eine Ausweitung der Rauchverbote.

Erst eine Kritik an deiner Logik: Wenn du schreibst, die Wirte würden nichts tun, weil es keine Kohle bringt, treibst du einen Nagel in den Sarg deiner Argumentation. Wie gross kann dann das Bedürfnis nach rauchfreien Lokalen sein? Bei den 25- bis 45-Jährigen wollen nur 48 Prozent eine Ausweitung der Verbote. Diese Gruppe macht aber den Löwenanteil der Beizenbesucher aus. Wäre das Bedürfnis derart gross, meinst du nicht, wir hätten längst mehr rauchfreie Lokale?
Dann vergiss nicht: Rund ein Drittel der Schweizer Erwachsenen sind RaucherInnen. Das ist eine beachtliche Minderheit. Die Art, wie sie jetzt, weil es halt trendy ist, überall gehundet wird, widerspricht durchaus der Weise, wie wir in aufgeklärten Gesellschaften mit Minderheiten umgehen. Ferner sind ein weiteres Drittel der sich als nichtrauchend Bezeichnenden in Tat und Wahrheit GelegenheitsraucherInnen. Das sind die Leute, die in den Ausgang gehen, weil dort ihre rauchenden Kumpels sind und sie auch rauchen dürfen.
Bei den über 45-Jährigen ist der Anteil der VerbotsbefürworterInnen grösser. Aber umso kleiner ist hier der Anteil derjenigen, die in Beizen gehen. Meine Eltern zum Beispiel würden bei jeder Umfrage sofort Ja zu mehr Verboten sagen, das ändert aber nichts daran, dass sie maximal alle drei Monate einmal auswärts essen gehen.

Dann sehen wir in allen Ländern mit ausgebautem Beizenrauchverbot dieselben Folgen: Viele Beizen gehen zu. Und zwar nicht, weil die Raucher nicht mehr kämen, sondern weil die Nachbarn den Lärm der vor der Tür Versammelten (Raucher wie Nichtraucherinnen!) nicht aushalten. Laut ZDF betraf das im Herbst 2005 z.B. bereits 200 Nachtlokale in New York. In Italien stieg der Erdgasverbrauch messbar an, weil die Lokalbesitzer den Rauchern "funghi" vor die Tür stellten, das sind die pilzförmigen Aussenheizungen. Und auch hier häufen sich die Lärmklagen.
Wie wird das wohl in der traditionell intoleranten Schweiz aussehen?

Die Heiligen Krieger wider den Tabak kommen dann mit eigenartigen Statistiken: So sei das Rauchverbot in Irland kein Problem, die Restaurant würden mehr Essen und Wein und weniger Bier verkaufen. Nur sind zwei Drittel der irischen Lokale Pubs, die gar kein Essen und kaum Wein verkaufen. Wie soll das aufgehen? Laut meiner Bekannten in Dublin gingen allein in ihrem Quartier bereits drei Pubs zu.
Gemäss SonntagsZeitung gingen in Irland übrigens die Atemwegserkrankungen beim nichtrauchenden Gastropersonal nur um knapp 10 Prozent zurück.

Ich bin durchaus für die Wahlfreiheit. Aber sie soll auch die Raucher einschliessen. In den Lokalen, in denen ich verkehre, beträgt der Raucheranteil unter Gastig wie Personal fast 100 Prozent. Ein Verbot wäre die reine Schikane.

Also Ausweitung der Nichtraucherzonen Ja, aber ein komplettes Verbot entspränge reiner Hysterie und könnte nur als faschistoid bezeichnet werden.

Übrigens ist auch in der Schweiz nicht nichts passiert. Auch bei uns dürfte die Passivrauchbelastung in den letzten zehn Jahren ähnlich stark zurückgegangen sein. Und was den angeblichen Rückgang bei den Rauchenden angeht (aktuelle Werte in Italien: unter 5 Prozent) - jeder Mensch hat das Recht, sich selbst zu schädigen. Sonst müssten wir zum Beispiel Wintersport (etliche Tausend schwere Unfälle jede Woche) sofort verbieten.
Georg Meier
Mitglied
#4 ° Gesendet: 22.02.2006 13:03
Solch ein Unsinn Pirelli: Es gibt mehr Leute die verrauchte Lokale meiden als Leute die ein Lokal meiden weil es Rauchverbot gibt.

Ausserdem, Leute und vor allem Frauen, die nicht Rauchen sind einfach attraktiver. Je attraktiver die Kunden desto attraktiver die Kundschaft, besser fürs Geschäft und mit unproduktiven Raucherleichen lässt sich nicht viel verdienen, auch keine Steuern. Teure zynische Krebsspezialisten werden niemandem ein Rauchverbot aufzwingen wollen. Der Krebs ist der beste Freund des zynischen Pharmaproduzenten.
Pirelli
Blog Autor
#5 ° Gesendet: 22.02.2006 13:19
Hast du Zahlen resp. Belege dafür?
Ich finde Nichtrauchende unattraktiv.

Und wenn tatsächlich so viele die verrauchten Lokale mieden, warum hat dann der Markt nicht längst für mehr Nichtraucherbeizen gesorgt?
AlphaPapaGolf
Troll
#6 ° Gesendet: 22.02.2006 13:30
Lieber Herr Pirelli
Wir alle wollen nicht hoffen, dass sie von BAT oder einer anderen Firma gesponsert sind. (Wir wissen, dass Sie es nicht sind).
Trotzdem bin ich ein heiliger Krieger gegen den Tabakmissbrauch. Zwischen einem gebrochenen Haxen auf der Skipiste und einer geteerten Lunge ist doch ein wesentlicher Unterschied.
Ob ich meine Knochen auf der Piste brechen will, entscheide ich selber. Dass aber meine Nachbarn mich mit Giftgas einnebeln und mit Pollonium verstrahlen dürfen, verstehe ich nicht.
Den Hut, den ich vor Ihrer bishr konsequent grünen Haltung gezogen habe, ist nach der Lektüre dieses Artikels wieder aufgesetzt worden.
Ihre grüne Weste hat da einen recht schwarzen Nikotinfleck abgekriegt. Was solls, niemand ist 100% konsequent. Nicht einmal ich, aber offenbar auch Sie nicht.
Mein guter Rat an Sie, Herr Pirelli. Schmeissen Sie das Zigaretten Paket in den nächsten Kehrichtkübel. Ihre Mitmenschen werden es Ihnen danken.
Zum Glück ist es trendy, Nichtraucher zu sein. Und es werden immer mehr. Sie als überzeugter Feinstaubhasser sollten es unterlassen, den ganzen Giftcocktail einer Zigaretten durch die Lungenflügel zu blasen, auf der Treppe nach jeder Stufe zu keuchen.."chöchköckohhhchhchchch....jetzt hör i dann uuf..."
Das mit den drei geschlossen Pubd in Iralnd ist ja zum lachen. In der Stadt Zürich allein werden pro Jahr 400 Lokale geschlossen, nicht etwa wegen der bösen Nichtraucher, sondern wegen den unfähigen Wirten.
Ich hoffe für Sie, dass Sie nicht der sind, der nach einer 30-Minütigen Sitzung schon mit zittrigen Fingern nach der Zigarettenpackung greift und nach einer "Zigarettenpause" fragen muss.
......und tschüss....muss wieder.....
anna
Mitglied
#7 ° Gesendet: 22.02.2006 13:43
Diese Raucherhatz nervt einfach nur noch. Bitte, ihr könnt eure rauchfreien Clubs und Reschtis gerne haben.
Ich werd' dann zuhause Feten schmeissen, so richtig schlimme mit Wein, Weibern und Rauch. Militante Nichtraucher ausgeschlossen.
Bist herzlich eingeladen, Pirelli!
Pirelli
Blog Autor
#8 ° Gesendet: 22.02.2006 13:47 ° Bearbeitet von: Pirelli
Werter APG

Ich bin überzeugter Raucher, und wie ich andernorts schon schrieb, habe ich auch in keiner Weise das Verlangen aufzuhören.
Wie ich mich selber schädige (ich huste allerdings nie und habe eine Lungenkapazität von 97 Prozent - gemessen Nov. 05, ein guter Wert für einen untrainierten Enddreissiger, ob er nun raucht oder nicht), geht niemanden etwas an. Und wie Sie wohl gemerkt haben, wehre ich mich nicht dagegen, die nichtrauchenden Mitmenschen zu schützen, durchaus aber dagegen, dass ich in meinem Recht auf Selbstbestimmung eingeschränkt werde.
Mittlerweile kann man dem Rauch locker aus dem Weg gehen, eine massiver Zunahme der Nichtraucherlokale würde ich begrüssen - solange es auch Lokale für mich und meinesgleichen gibt.
Nicht aus dem Weg gehen kann man der Luftverschmutzung. Und hier, APG, spreche ich Ihnen als SUV-Besitzer natürlich das Recht ab, mir in meine Raucherei dreinzureden.

Auch verbitte ich mir das Postulieren möglicher Auswirkungen meiner Raucherei auf meinen Kampf wider die Luftverschmutzung. Ich bin seit je ein rücksichtsvoller Raucher. Und durch meine grüne Position und Lebensweise schränke ich das Recht meiner Mitmenschen auf Gesundheit wesentlich weniger stark ein als zum Beispiel Sie. Daraus leitet sich schon das Recht ab, sich lauthals zum Beispiel für eine Reduktion des überbordenen MIV einzusetzen.

Ihr Argument, eine geteerte Lunge sei etwas anderes als eine gebrochene Haxe, leuchtet mir nicht ein. Nur weil ich rauche, darf ich das Recht auf Selbstschädigung nicht Anspruch nehmen, das sonst überall gilt?
Pirelli
Blog Autor
#9 ° Gesendet: 22.02.2006 13:48
@ anna

Diese Einladung nehm ich gerne an. Und halte Gegenrecht.
Auf zur fröhlichen Rauchersubkultur!
Sandro
Admin
#10 ° Gesendet: 22.02.2006 14:02 ° Bearbeitet von: Sandro
Was ist denn so tragisch am Verbot? Jedem Wirt steht es doch nachher immernoch frei, einen luftdicht versiegelten Raucherraum einzurichten. Wenn die Nachfrage wirklich so hoch ist, wird das der geschäftstüchtige Wirt auch machen. Heute wird jedoch der gesund-lebende (Kunde und Angestellte) diskriminiert, in dem er die Wahl zwischen sehr wenigen Restaurants (McDonalds oder Hiltl) oder Zuhause essen hat. Kehren wir das doch um..
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