Welche Informationen von grosser Wichtigkeit sind, hängt vom interessierten Individuum und dessen Lebensumständen ab. Darüber hinaus bestätigt sich die absolute Wichtigkeit für das Individuum und für die Gemeinschaft aus der nachträglichen (historischen) Betrachtung. Das wiederum macht es schwer eine Information in der Gegenwart mit Fokus auf die Zukunft zu bewerten.
Trotzdem. Es gibt Experten. Es sind Journalisten mit breiterem Blickwinkel und es sind Heerscharen von Fachleuten, welche die Informationen auf ihre fachliche Güte überprüfen können.
Um noch ein weiteres Kriterium anzufügen, werden wir darin übereinstimmen, dass Informationen die für die Gemeinschaft von Wichtigkeit (Relevanz) sind i.d.R. bevorzugt werden, gegenüber solchen, die nur für ein einzelnes Individuum wichtig sind.
Um das ganze etwas herunterzubrechen, meine ich, muss die Güte einer Information an mindestens zwei Kriterien gemessen werden:
Die Relevanz und die Signifikanz (im Sinne von Zuverlässigkeit)Wir haben schon in verschiedenen Freds darüber diskutiert, wo das Malaise der Printmedien zu suchen ist.
Vergessen aber allzu gerne, dass ein Grossteil der jungen Bevölkerung seine Informationen aus dem Net bezieht und darüber hinaus die offiziellen Medienkanäle - sobald etwas "trendy" ist - diese Informationen ebenfalls abschöpfen und weiter kolportieren.
Das Interet brachte also die Demokratisierung der Information?
Das würden (immer noch) die WWW-Optimisten behaupten.
Mitnichten, würden die WWW-Skeptiker entgegenhalten.
Die Wahrheit liegt wohl dazwischen.
Facebook und Twitter und wie die schnellen Onlinedienste noch heissen, überfluten die Netzwerke mit Informationen, die erstens niemand mehr überschauen kann und zweitens die Herkunft und Überprüfbarkeit von Informationen unmöglich macht.
Ist das Demokratie?
Oder ist es eher Herdenverhalten?
Beliebige Informationen werden nach dem Zufallsprinzip amplifiziert, da immer wieder aufgegriffen, und wenn sie die notwendige, kritische Grösse (genügend oft zitiert bzw. weiter zitiert) erreichen, zu "absoluten" Wahrheiten.
Der kritische Geist und die kritische Argumentation, der dialogische Prozess etc. können oder könnten in heiklen Angelegenheiten gar nicht mehr möglich werden.
Und wie wir alle wissen, können solche "Trends" auch künstlich erzeugt werden (z.B. aus politischen, wirtschaftlichen Interesse).
Aber schon seit langem wird die Information im Net von den Laien kaum noch auf Relevanz und Signifikanz überprüft.
Demokratisierung.
Man stelle sich vor, jeder ist ein bisschen Automechaniker und wurstelt selber am Motor rum, jeder ist ein bisschen Arzt oder Pharmakologe und berät andere, jeder ist ein bisschen Lehrer und weiss, was die Kids brauchen, jeder ist ein bisschen Finanz- oder Rechtsberater, ...und und und...
Das sehr aktuelle Thema wird in einem überaus guten Artikel in der Süddeutschen aus verschiedenen Perspektiven erörtert. Absolut lesenswert:
http://www.sueddeutsche.de/digital/digitale-gesellschaft-wie-das-netz- die-fremdheit-verstaerkt-1.978453