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Unheilige Allianzen oder "Ist der Islam ein Ersatz für das zerstörte, kommunistische Feindbild&

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Loser
Mitglied
#11 ° Gesendet: 17.06.2010 19:22
Gravierende Menschenrechtsverletzungen ziehen sich durch die Geschichte der Mächte, wie ein roter Faden. Abu Graib ist kein Einzelfall und wird leider auch keiner bleiben, jedoch zeigt er deutlich, dass man solche Verbrechen fast straflos durchlässt. Ja, man schaut mal gerne weg, wenn z.B. in Darfur die Menschen abgeschlachtet werden, da haben sich übrigens auch die Chinesen nicht mit Ruhm bekleckert.
Für die Menschen in solchen "gestützten" Regierungen sind, so scheint es jedenfalls, die Menschenrechte ziemlich egal. Seit Generationen lebt man mit dem und solange was zu knabbern da ist oder sie ihre Felder bestellen können, interessieren sie sich nicht dafür. So hat eine irakische Studentin mir mal gesagt, dass man sich im Westen mehr über Abu Graib aufregt, als im Irak selber. Viele sind sogar der Meinung, "die werdens schon verdient haben", was eine gefährliche Sichtweise ist, könnte die "mir-doch-egal" Einstellung zum Normalfall werden. Was sie aber zum Glück, nicht überall ist. So gingen nach einer Welle von Anschlägen in Pakistan, zehntausende auf die Strasse und demonstrierten gegen die Taliban, dies in einer Gegend, wo es von diesen Killern nur so wimmelt.
"Unser" liebe Herr Bush hat im Irak ganz einfach den Fehler gemacht, kein Nachkriegskonzept zu haben. Und der Rest vom Westen war mit protestieren beschäftigt oder beleidigt. Beides Zeichen für "uns sind die Menschen egal" so oder ähnlich wird das im Irak ausgelegt. So kam mir jedenfalls z.B. die deutsche Regierung vor. Hätte Bush dem Aufmarsch der Truppen gleich, einen solchen mit Hilfsmitteln hinterher gezogen, gäbe es heute wahrscheinlich weitaus weniger Probleme. Und natürlich das ganze dann der UNO überlassen. Doch stattdessen geht man sofort auf das Oel los.
sanzibar
Mitglied
#12 ° Gesendet: 18.06.2010 11:47
ich gebe felixkohl mit seinem anfangspost recht...die menschheit (die usa oder wer auch immer die welt beherrschen will) muss einen feind (fiktiv oder halbreal) haben. am besten solche feinde, die dem westen usympatisch sind. hauptsache gefahren erfinden.
Loser
Mitglied
#13 ° Gesendet: 18.06.2010 17:06
sanzibar:
hauptsache gefahren erfinden.

9/11 ist also eine Erfindung ? Wenn man aus der Geschichte nichts gelernt hat, was den Radikalismus anbelangt, dann wäre es in der Tat nicht schlecht, wenn mal ein paar Familienmitglieder oder Freunde von Euch, unter die Räder kommen. Ich habe eine Bekannte, deren Grosseltern bei dem Anschlag in Madrid ums leben gekommen sind. Sie hat ebenfalls so wie Du gedacht, jetzt hasst sie alle Moslems. Für wahr, der wesentlich bessere Weg, gelle ?
Thomas
Mitglied
#14 ° Gesendet: 18.06.2010 20:14
Loser:
jetzt hasst sie alle Moslems. Für wahr, der wesentlich bessere Weg, gelle ?

Hass ist ein schlechter Ratgeber, v.a. wenn er sich zum stereotypischen Feindbild ausweitet.
Zocker
Mitglied
#15 ° Gesendet: 18.06.2010 20:47
felixkohl:
Rechtspopulistische Parteien (und nicht nur die SVP in der Schweiz) in vielen Ländern (inbes. Holland) machen dabei noch Stimmung und verkaufen ein neues Feindbild mit dem Versprechen ihre WählerInnen jedoch davor zu bewahren, wenn sie gewählt würden (Die Nazis machten das mit den Bolschewiken und später mit den Juden).

Der wichtigste Grundmechanismus um Macht über andere Menschen zu erkaufen ist, aufbauen von Ängsten und sich anschliessend als Beruhigung und Gegenmittel zu verkaufen. Die katrholische Kirche wendet dieses Strickmuster seit ca. 200 Jahren erfolgreich an, sie hat dafür sogar die Erbsünde erfunden.
In der Politik werden Feindbilder erzeugt gegn die es anzutreten gilt, wobei der Feindbilderzeuger als Führer und sogar als Retter auftritt. Und leider gibt es genügend Dumpfbacken, die a. einen Führer brauchen und b. weil geistig inpotent jeden Stuss galuben.

Man kann den Leuten ein Burkaverbot aufschwätzen, obwohl es in der Schweiz keine Burkas gibt. Die grenzenlose Dummheit ist eben doch Realität.
felixkohl
Mitglied
#16 ° Gesendet: 18.06.2010 22:21
Viele gute Ergänzungen und Feedbacks..

@Loser

Ich habe eine Bekannte, deren Grosseltern bei dem Anschlag in Madrid ums leben gekommen sind.

So schrecklich solche Ereignisse sind (und verständlich wenn Betroffene auf diese Art emotional empfinden), so darf von diesen Einzelfällen nicht extrapoliert werden.
Schon ob Peanuts machen Medien viel zu gerne viel Wirbel um die Stimmung aufzuheizen.

Wieviele Menschen werden von ganz "gewöhnlichen" Verbrechern ermordet? Und was ist mit den Tamilischen Flüchtlingen, die vor ein paar Jahren hier in der Schweiz zu Tode geprügelt wurden? Was ist mit dem Flüchtlingsheim in Rostock, das von Neonazis abgefackelt wurde? Was ist mit den schwarzafrikanischen Flüchtlingen, die in ital. Städten geprügelt werden?
Es geht nicht darum aufzurechnen.
Ich kann mich nur wiederholen. Der Westen (USA, Europa) und speziell Russland (resp. Sowietunion) haben während der letzten 150 Jahre die meisten Kriege angezetelt, die meisten Menschen ermordet, kolonialisiert, sich an Kolonien bereichert (bei diesen Gedanken macht der Pomp europäischer Königshäuser sehr nachdenklich)...bis in die Gegenwart, wo man vermeintliche Demokratie herbeibomben möchte.
Denn aus dieser Warte muss man sich wundern, warum der fundamentale Islamismus (und Fanatismus) nicht schlimmer ausfällt.
Wo hingegen ein Apeacement und Selbstorganisation möglich ist (Ägypten, Türkei, Jordanien), entwickeln sich Demokratien, auch wenn sie stets gefährdet durch die benachbarten Unruheherde sind.



Ich bin zwar ein Nobody, aber ich sähe eine zukunftsgerichtete Politik wie folgt.

Die USA, die EU ink. unabhängige Staaten, die GUS-Staaten und China sollten/dürften sich nicht mehr im Orient einmischen.
Das wäre Aufgabe der UNO oder ähnlicher internationaler Organisationen.
Der Staat Israel sollte stärker gegängelt werden.
Der arabischen Liga, der Union der Afrikanischen Staaten und ähnliche sollte vermehrt eine Schiedsrichterfunktion bei Streitigkeiten zugesprochen werden.
Denn die vielen Völker und Kulturen im Orient müssen sich neu organisiseren. Teils Staaten sind künstliche Konstrukte.
Ebenso wäre mit Hilfe der UNO auf mehr Föderalismus hinzuarbeiten.

Antiislamische Hetze sollte hier wie antijüdische Hetze oder Rassismus rechtlich geahndet werden.

Ebenso sollen christliche oder hinduistische Minderheiten im Orient weiter ihrem Kultus und ihrer Kultur frei nachgehen dürfen (was übrigens vieler Orten auch gut möglich ist - aber leider nicht überall).

Zuguterletzt sollte in unsereren Köpfen der Gedanke reifen, dass innerhalb der muslimischen Welt (hier eher als Kulturbegriff verstanden), auch viele Strömungen existieren, vom Tradionellen Fundamentalismus bis zur Moderne. Den Rest erledigt die Geschichte.

Wirtschaftliche Zusammenarbeit, marktwirtschaftliche Konkurrenz aber auch Rahmenwerke garantieren Wachstum in den Regionen, gesellschaftliche Entwicklungen und einen mehrfachen Gewinn für den Okzident (sowohl in wirtschaftlicher wie auch in kultureller Hinsicht).
Denn die vornehmlich auf Öl ausgerichtete Politik hat schon aus Gründen der Ressourcenbegrenzung keine Chance auf Nachhaltigkeit.

Und noch einen Gedankenschritt weiter.

Die Welt wird inskünftig nur noch aus grossen Blöcken bestehen (mit regionalen Kolorationen). Die Nationalstaaten, wie sie Mitte des 19. Jhs noch wichtig waren, werden an Bedeutung verlieren. Das hat mehrere Gründe.
1. Die Vernetzung (Web) und die Mobilität haben geographische und kulturelle Distanzen zum Schrumpfen gebracht.
2. Menschen und Kulturen mischen sich immer mehr - und zwar im wahren biologischen Sinne.
3. Die Grosskonzerne - nicht demokratisch organisierte Strukturen - haben teils Macht, die über jener der Nationalstaaten hinausgeht. Demokratische Regeln sollen auch für diese weiterhin gelten.
4. Ökologische Herausforderungen können auch nicht auf Nationaler Ebene angegangen werden.
5. Aber auch Angelegenheiten und Grossprojekte wie Katastrophenhilfe bedingen die enge Zusammenarbeit vieler bzw. starker Akteure (Asientsunami, Erdbeben, Seuchenpolitik, wirtschaftliche Krisen uvm.)
Loser
Mitglied
#17 ° Gesendet: 18.06.2010 23:26
felixkohl:
Wieviele Menschen werden von ganz "gewöhnlichen" Verbrechern ermordet?

Wobei dann wieder der Ausländer, der Waffensammler oder wasweisichwer herhalten muss.

felixkohl:
Und was ist mit den Tamilischen Flüchtlingen, die vor ein paar Jahren hier in der Schweiz zu Tode geprügelt wurden? Was ist mit dem Flüchtlingsheim in Rostock, das von Neonazis abgefackelt wurde? Was ist mit den schwarzafrikanischen Flüchtlingen, die in ital. Städten geprügelt werden?
Es geht nicht darum aufzurechnen.

Das sind alles Beispiele, zu was diese Angst führen kann (ausser bei den Neonazis, die sind nun mal verblödet).

felixkohl:
Wo hingegen ein Apeacement und Selbstorganisation möglich ist (Ägypten, Türkei, Jordanien), entwickeln sich Demokratien, auch wenn sie stets gefährdet durch die benachbarten Unruheherde sind.

Die nachweislich und ausnahmslos Probleme mit den Fundis haben. Dann vergisst Du wiederum, dass Aegypten sich nicht zuletzt wegen den US-Waffenlieferungen und den damit verbundenen Bedingungen so entwickeln konnte. Ich hab die Drohungen des Herrn Ghaddafis nach Camp David noch in guter Erinnerung. Anwar-al-Sadat`s Ermordung und die Isolierung Aegyptens in der arabischen Welt konnte man nur mit diesem Schulterschluss begegnen. Die Amis sind dort auch nicht so verhasst, wie man gerne behauptet. Angekreidet wird ihnen lediglich, dass nach dem 9/11, auch ägyptischen Studenten das Studium in den USA erschwert wurde.

felixkohl:
Die USA, die EU ink. unabhängige Staaten, die GUS-Staaten und China sollten/dürften sich nicht mehr im Orient einmischen.

felixkohl:
Der Staat Israel sollte stärker gegängelt werden.

Falsch und zwar sehr. Solange der Iran Waffen an die Hamas und andere Terrororganisationen liefert, kann das was Du oben geschrieben hast, nie eintreten. Ebenso muss man die Türkei in die Verantwortung nehmen, da sie deutsche G3 Gewehre an die Taliban lieferte.
Vergessen wird von Dir auch die Tatsache, dass diese Terroristen nirgends das ganze Volk hinter sich haben, aber das ganze Waffenarsenal. Man kann von einer regelrechten Unterdrückung reden. Würde sich zeigen, was die von einem Schiedsgericht halten.

Deine Ideen sind gut, vielleicht ein wenig naiv, aber toll, dass man noch so denken kann. Dennoch seh ich es leider als eine linke Schwärmerei an, so toll es auch klingt. Aber denk mal darüber nach, was passiert, wenn die Oelquellen wirklich versiegen, kein Geld mehr kommt. Will man eine neue Armut verhindern, muss man mit diesen Staaten zusammen arbeiten um alternative Energien salonfähig zu machen. Auch hier werden die Fundis wieder bremsen, alles moderne ist ja Teufelszeug. Die arabischen Organisationen sind es ja, welche solche Entwicklungen wie im Iran, mit Sorge betrachten. Von einer westlichen Neurose zu sprechen, ist also reiner Unfug.

felixkohl:
Zuguterletzt sollte in unsereren Köpfen der Gedanke reifen, dass innerhalb der muslimischen Welt (hier eher als Kulturbegriff verstanden), auch viele Strömungen existieren, vom Tradionellen Fundamentalismus bis zur Moderne. Den Rest erledigt die Geschichte.

Dann solltest Du den Begriff "arabische" Welt nehmen , nicht muslimisch. Und die Geschichte lehrt uns eben, das wegschauen bestraft wird. Das hatten wir in unseren Kulturen mehr als genug und nicht selten spielte auch der Glaube eine grosse Rolle.

Zum Schluss möchte ich noch einen Satz eines deutschen Offiziers zitieren, der zwar recht makaber ist, dennoch auch einen wahren Inhalt hat.

"Der deutsche Bürger muss sich bewusst sein, was er will. Tote Soldaten in Afghanistan oder Bomben in Deutschland, was würde wohl für mehr Chaos sorgen ?"
Loser
Mitglied
#18 ° Gesendet: 18.06.2010 23:32
Thomas:
Hass ist ein schlechter Ratgeber, v.a. wenn er sich zum stereotypischen Feindbild ausweitet.

Eben, nur existiert dieser Hass nur von unserer Seite ?
Thomas
Mitglied
#19 ° Gesendet: 18.06.2010 23:33 ° Bearbeitet von: Thomas
Loser:
"Der deutsche Bürger muss sich bewusst sein, was er will. Tote Soldaten in Afghanistan oder Bomben in Deutschland, was würde wohl für mehr Chaos sorgen ?"

Das hat keinerlei Grundlage. Vorrangiges Ziel der islamistischen Extremisten inkl. Al-Qaida ist immer noch die Regierungen in ihren eigenen Ländern zu stürzen und dort die Macht zu übernehmen. Terroraktionen in anderen Ländern dienen ebenfalls diesen Zielen.

Loser:
Eben, nur existiert dieser Hass nur von unserer Seite ?

Diese Frage führt nirgends hin. Das hab ich bei dir schon in den Israel-Palästina-Diskussionen bemerkt. Israel darf sich über Gesetze hinwegsetzen, solange es der "Terrorabwehr" dient. Der Haken ist bloss, dass je nach Lust und Laune auch politische Aktivisten zu Terroristen erklärt werden können, womit man die Ermordung dieser rechtfertigt.
Loser
Mitglied
#20 ° Gesendet: 19.06.2010 00:18 ° Bearbeitet von: Loser
Thomas:
Das hat keinerlei Grundlage.

Doch hat es, wo wurden die Al-Quaida-Kämpfer ausgebildet ? Afghanistan galt als Sammelsurium für solche Deppen, sogar aus dem Westen.

Thomas:
Das hab ich bei dir schon in den Israel-Palästina-Diskussionen bemerkt. Israel darf sich über Gesetze hinwegsetzen, solange es der "Terrorabwehr" dient.

Nene mein lieber, Du willst das so bemerken, nichts weiter, wie der Hamas-Willi. "Gegossenes Blei" war ein absolut falsches Vorgehen. Ein aufspringen auf Bushs "Kampf dem Terror"-Züglein, wie das auch die Russen (Tschetschenien) gerne mal tun. Wenn Du wirklich was bemerken würdest, hättest Du meinen favorisierten Weg gesehen. Ich erwarte nicht von Dir, dass Du das verstehst oder eine Ahnung davon hast. Ich hab ja auch keine von schwulen Männern ;o)

Ach ja, politische Aktivisten haben keine kalaschnikow oder Raketen, sind aber meistens so dumm und lassen sich instrumentalisieren. Das Schweigen einiger dieser Aktivisten nach den neu aufgetauchten Aussagen Beteiligter, spricht Bände.
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