Das Problem ist doch, dass der Westen in der islamischen Welt nicht die Vorbildfuntion ausüben kann, die er möchte. Viele Muslime halten uns "Westler" entweder für Unterdrücker oder für dekadent, oder beides. Und das nicht ohne Grund...
In der islamischen Welt sehnt man sich offenbar derzeit nicht nach Demokratie à la USA, sondern man orientiert sich am islamischen Kalifat des Mittelalters, das zumindest zeitweise das wohl fortschrittlichste Reich der damaligen Welt gewesen war und dementsprechend Strahlkraft besitzt. Und so lässt man sich im Orient von dieser menschenverachtenden islamistischen Ideologie, die sich als Erbe des Kalifats inszeniert, um den Finger wickeln.
Dabei waren sicher die islamische Revolution im Iran, der Mauerfall 1989 und selbstverständlich die Aussenpolitik der US-Neocons Zäsuren gewesen, die dazu geführt haben, dass Muslime den Islamismus als einzigen Weg aus ihrer Misere betrachten.
Dass der Islam im Westen zum Feindbild Nr. 1 wurde, hat verschiedene Gründe. Einer ist sicher der Untergang des Kommunismus und dass darum ein "Ersatz" hermusste, ein anderer das 9/11-Trauma, dazu kommen berechtigte Ängste vor dem Abstieg des Westens, woran aber sicher nicht der Islamismus, sondern einerseits das Powerplay der Ostasiaten (namentlich China) und andererseits der früher oder später drohende ökologische Kollaps Schuld ist. Allenfalls spielen auch historisch gewachsene Ressentiments eine rolle (Stichwort: Fall von Konstantinopel, Belagerung von Wien...), die jetzt plötzlich wieder aktuell geworden sind.
Loser:
Falsche Frage, sollte eigentlich so gehen: warum kann sich der Islam (die Extremen) nicht mit dem Westen arrangieren ? Die Antwort ist ziemlich einfach, weil sie uns als Menschen zweiter Klasse sehen, die zwar toleriert, aber keine Rechte haben. Diese Denkweise ist nicht an den Haaren herbeigezogen, sondern Tatsache, siehe Hamas.
Genau solche dummen Vorurteile sind fehl am Platz. Ja, leider lautet die konservative islamische Doktrin so, dass Nicht-Muslime Menschen zweiter Klasse sind, und dieses Denken setzt sich auch immer mehr durch. Nur heisst das noch nicht, dass dieses Denken schon immer vorgeherrscht hat und auch immer vorherrschen wird.
Ausserdem: Dass sog. "Ungläubige" auch heute noch in den Augen der meisten Muslime überhaupt keine Rechte haben, ist ja auch einer dieser Behautpungen der Anti-Islamisten, die aber so schlicht nicht stimmt, vor allem nicht auf diese pauschale Art und Weise. Im Mittelalter mussten - auch etwas verkürzt gesagt - Christen und Juden dem Moslems zwar eine Abgabe zahlen, ansonsten wurden sie aber in Ruhe gelassen - ganz im Gegensatz z.B. zu den Juden im katholischen Spanien... Und heute kümmern sich 90% der Muslime nicht darum, welche Religion ihr Gegenüber hat, insbesondere hier in der Schweiz....